Februar 7th, 2019

Ventil Verlag (#162, 2013)

Posted in interview by Jan

Für die, die den Ventil Verlag aus Mainz nicht kennen, sei mit Anlehnung an dieses Internet fragmentarisch folgendes gesagt: Im belletristischen Programm veröffentlichen Autorinnen/Autoren, die selbst in der Musikszene involviert sind, darunter Torsun Burkhardt, Linus Volkmann, Nagel, Thees Uhlmann und Lee Hollis. Zu den Veröffentlichungen im Bereich Sachbuch / Popkulturtheorie zählen Bücher über Hip-Hop, Free Jazz, Popliteratur, Hardcore Punk („Philosophy of Punk“), rechte und reaktionäre Tendenzen in der Popkultur („Wie klingt die Neue Mitte?“), Feminismus und Queer Studies („Hot Topic – Popfeminismus heute“ von Sonja Eismann).

Im Ventil Verlag erscheint zudem natürlich auch die „testcard“-Reihe, die von Jonas Engelmann, Johannes Ullmaier, Roger Behrens und anderen herausgegeben wird. Der testcard Redaktion gehörten auch die 2004 verstorbene Tine Plesch und der 2010 verstorbene Martin Büsser an. Der Bender Verlag ergänzt das Programm mit Literatur zum Thema Film, zum Beispiel zur Nouvelle Vague, zum Kino des Minimalismus, zur modernen Filmtheorie.

Viele Veröffentlichungen des Verlages gefallen mir und füllen sicher zwei Meter im Buchregal. Aus dem Bender Verlag ist mir das Filmlexikon ein Begriff. Bei der testcard bin ich seit der #1 dabei, so um diese Zeit hatte ich mir das Buch „If the kids are united: Von Punk zu Hardcore und zurück “ von Martin Büsser gekauft. Anfang des Jahres fuhr ich aus Frankfurt nach Mainz in die neuen Räume des Ventil Verlages. Buchregale über Buchregale und Martins Plattensammlung flankieren ein geräumiges Großraumbüro mit einigen Computerarbeitsplätzen. Nach Bier- und Kaffee-Bereitstellung interviewte ich Jens Neumann, Ingo Rüdiger und Jonas Engelmann.

Lasst uns einfach stumpf mal von vorne beginnen. Auf eurer Seite steht: „Der Ventil-Verlag wurde im Mai 1999 gegründet und ging u.a. aus dem Jens Neumann Dreieck Verlag und der testcard-Buchreihe hervor. Anfang 2004 haben sich Ventil und der Bender Verlag zur Ventil Verlag KG zusammengeschlossen.“ Vielleicht kannst du, Jens, als Originalmitglied das noch mal aufdröseln?
Jens: Das mit dem Dreieck Verlag geht bis in die 80er zurück, so hieß damals ein Literatur-Fanzine, das ich machte. 1995 gab es eigentlich den Vorzusammenschluss; Martin brachte da ja schon die erste testcard heraus und sein HC-Punk-Geschichtsbuch erschien in meinem Dreieck-Verlag. 1997 waren wir dann auch räumlich zusammen, die testcard zog in die damaligen Verlagsräume meines Verlages ein. Martin machte von dort aus den Vertrieb mit. Ok, 1999 ist dann das Jahr, in dem es offiziell wurde, mit der Geschäfts- und Gewerbe-Anmeldung. Wir gingen aus den Räumen meiner Wohnung in den echten Verlagsraum außerhalb rein.
Das war der in der Augustinergasse?
Jens: Genau, in der Mainzer Altstadt. Es gibt also Bücher von damals, die sind früher erschienen und erst später offiziell ein zwei Jahre später als Ventil-Publikation neu aufgelegt wurden, zum Beispiel das „If the Kids“-Buch, das war von 1995, ebenso wie das Kochrezepte-Ox-Buch auch zuerst eine Veröffentlichung des Dreieck-Verlages war.
Aus der Zeit stammen auch die beiden Bände zu Fanzines, also diese „Wissenschaftliche und noch mehr wissenschaftliche Untersuchungen zu Fanzines“-Bücher oder?
Jens: Genau, davon sind immer noch einige Exemplare übrig.
Der Bender Verlag kam dann 2004 hinzu?
Jens: Richtig, Theo hatte in Mainz einen Filmbuchverlag. Er hatte nicht wie wir alle sonst diesen Punk-Hintergrund, also, er kam nicht aus dem Szenezusammenhang. Wir lernten uns auf der Mainzer Minipressen Messe kennen und haben uns dann aus praktischen Erwägungen zusammengetan. Der Bender Verlag liegt momentan etwas auf Eis, Theo ist auch wegen einem anderen Job nicht regelmäßig im Büro, die Kontakte zu den Filmwissenschaftlern sind zwar noch da, aber…vielleicht legen wir das zusammen im Rahmen des Ventil Verlages.
Wie teilt ihr das auf bei Ventil / testcard / Bender, macht jeder das, worauf er Lust hat, wie hängt das zusammen?
Ingo: Die Bereiche bei Ventil, also wer für was zuständig ist … Das ist nicht durch den Rahmen von Verlagsgrenzen gesetzt, sondern durch die unterschiedlichen Arbeitsfelder. Presse und Lektorat machen einige, u.a. ich, Jens kümmert sich um die Buchhaltung und Herstellung, während Oliver die Bücher setzt, die Werbung gestaltet und die Grafik entwickelt. Jonas macht u.a. die testcard. Und bestimmte Programm-Entscheidungen, wann was erscheint, welche Schwerpunkte das kommende Programm hat, dazu gibt es regelmäßige Treffen, bei denen gemeinsam diskutiert und entschieden wird.
Ihr schreibt das ja auch auf eurer Homepage bezüglich des Aufgabenfeldes eines Praktikanten, dass die nicht einzelne Abteilungen wie in großen Verlagen, sondern eben das Konzentrat eines kleinen Verlages kennenlernen …
Jens: Ja, ich meine, der Verlag hat von selber ein Prozedere gefunden bzw. entwickelt: der Ruf des Verlages, das ist unsere Basis, das Fundament, auf dem die Bücher erscheinen. Jeder hat seine Präferenzen, diese werden dann besprochen, es gibt auch die Option, Projekte von außen zu lancieren. Diejenigen, die die Hauptarbeit machen, haben auch das gemeinsame Veto-Recht inne. Aber es gibt dann wiederum auch keine Hauptlektoren oder gar einen Programmleiter, diese klassischen professionellen Strukturen eines großen Verlages haben wir nicht.
Aber ein Kollektiv seid ihr ja auch nicht oder?
Jonas: Die Entscheidungen werden schon gemeinsam getroffen, aber nicht alle betreuen alle Projekte in gleicher Weise. Ich zum Beispiel mache die testcard, wobei, da gibt es auch eine externe Redaktion, die nicht hier in Mainz sitzt.
Ingo: Es geht schon nach den Interessen und Möglichkeiten, die jeder hat, also, woran man Spaß und in welchem Feld man die besseren Kontakte hat. Meistens läuft das eben auf das Arbeitsfeld hinaus, das man vorrangig in der letzten Zeit bearbeitet bzw. studiert hatte. Du hast für jedes Metier jemand, für die Grafik sind manchmal zu wenige da, aber im Allgemeinen funktioniert diese Aufteilung.
Nach circa 20 Jahren als testcard-Leser hab ich es kürzlich erst geschnallt, „Ah, testcard ist ein This Heat-Song“. Und dann dachte ich, „Bender Verlag ist sicher nach dem Roboter Bender in „Futurerama“ benannt, ha.
Jonas: So einfach ist es nicht.
Bender ist einfach der Nachname von Gründer Theo oder?
Jens: Genau.
Und Ventil ist wegen dem Ventilator, der guten Luft und der Verbreitung?
Jens: Das ist sogar nicht ganz falsch. Der Hintergrund war wirklich die Bedeutung eben als Ventil, das kam von ner Literaturzeitschrift namens „Ventile“ in den 90er. Da war übrigens Jan Off als Autor tätig, er ist der einzige, der aus diesem Zusammenhang bei uns geblieben ist.
Wie ist das, habt oder hattet ihr eine Art Vorbild als Verlag? Fast alle Popkultur-Verlage sitzen in den USA und UK, fast alle Bücher diesbezüglich logischerweise erst mal kommen massiv von dort. Vielleicht ist das bei der testcard einfacher, da sagt ihr ja selber, das zu Beginn die englische Zeitschrift „Wire“ ne Art Orientierung war?
Jens: Für uns gab es definitiv kein Vorbild. Es begann als reine DIY-Sache. Als Martin sein „Kids“-Buch fertig hatte, fragte er mich, ob ich es nicht veröffentlichen mag, weil er es nicht selber publizieren wollte. Ich hatte vorher Literatursachen gemacht, Besinnungslyrik. Will sagen, ich hatte überhaupt keine Ahnung, wie man ein Buch „macht“, wie der Buchhandel funktioniert, ich hab einfach gemacht. Das Buch schlug voll ein. Dann fragte ich Lee, ob er nicht ein Buch mit seinen Kurzgeschichten machen will, das klappte dann auch, dann kam das OX Kochbuch, das lief auch klasse. D.h. es gab recht schnell drei Bücher, die auch noch gekauft wurden, es war damals also keine Kopfgeburt. Es gab möglicherweise ein Schauen auf andere, aber es war nicht so dieses „Ich gründe jetzt einen Verlag“. Aus so einer ähnlichen Haltung ist ja auch das Trust entstanden, da hat man ja auch erst mal einfach drauf losgemacht und sich nicht vorgestellt, wie man das alles aufzieht und nach 25 Jahren ist man immer noch da.
Ja, das versteh ich auch nicht, warum, ha. Du hast recht, es gibt eigentlich sehr wenige Verlage so wie ihr. Vielleicht nur noch der Verbrecher Verlag in Berlin?
Ingo: Nein, das kann man nicht sagen. Die machen ein ganz anderes Programm, aber haben eine recht ähnliche Arbeitsweise.
Ja, die kritische Popkulturforschung macht ja echt nur ihr.
Ingo: Genau.
Der Grafiker von hinten: Nicht der Metrolit Verlag in Berlin?
Ingo: Ach Quatsch, wir sind doch keine arroganten Hauptstadtfressen.
Ihr habt eben etwas von der Punk-Szeneherkunft als biografischen Hintergrund erzählt, vielleicht könnt ihr da noch mal etwas genauer drauf eingehen?
Jonas: Ich bin ja nachgerückt und zehn Jahre jünger als Ingo und Jens.
Cool, ich bin auch 34, dein Alter, Jonas!
Jonas: Ja, in den 90er habe ich ein Fanzine gemacht, das hatte dann Jens damals in seinem Fanzine-Vertrieb aufgenommen. Die Austauschszene damals lief ja prä-Internet über Zines, ich wohnte auf dem Dorf und nur über Zines kam ich an neues ran. Ich kannte die Dreieck-Sachen und auch Ventil, war viel auf Konzerten, ich glaube, ich war auch auf der If the kids-Release-Party in Bingen, wo Notwist gespielt haben.
Jens: Diesen Flyer von damals aus Bingen hab ich kürzlich gefunden, die Party war 1996…
Jonas: Oder so, ja.
Ingo: Also, ich komme aus Kassel, hab in Münster studiert und zog 1995 nach Mainz. Ich kannte hier keine Szene-Leute, also, die so in der Richtung Musik und Literatur ticken. Ich komme eher aus der 80er Indie-Szene. Über meine Tätigkeit bei dem Literaturbüro Mainz lernte ich dann Jens und Martin kennen, war bei Veranstaltungen von Lee Hollis. Popkultur und Literatur, diese Verknüpfung hat mich schon immer interessiert … Ich war früher das, was man damals New Wave nannte, habe also eine Post-Punk-Sozialisation.
Du meinst so Richtung 80er Jahre Spex-Leser?
Ingo: Spex, genau. Ich ging auch auf Punk-Konzerte, war aber nie so an Bands wie Flutschfinger interessiert.
Haha, sehr schön.
Jens: Lustfinger hießen die, super!
Ja, legendäre Band!
Ingo: Ja Lustfinger, Flutschfinger, die halt.
Jens: Ich wollte damals was gegen die Langeweile in der Provinz tun, das war das Hauptmotiv meiner Sozialisation auf dem Land in Rheinhessen. Wir waren Punks, lernten dann andere in der Umgebung in Nieder-Olm auf Konzerten kennen, veranstalteten selber Konzerte im Juhubuhaus, hatten Bands, machten Fanzines. Es war einfach was machen gegen Langeweile. Bei mir ist das geblieben, aktiv DIY sein. Von wegen, mit den arroganten Hauptstadtfressen in Berlin, vielleicht ist das der positive Aspekt an dem Leben in der Provinz, in Mainz; man sollte jetzt auch nicht zu sehr damit hausieren gehen, aber dass man der Langeweile des alltäglichen Lebens etwas kreatives entgegensetzen will, das war und ist Grund, etwas zu machen, damit man eben nicht zusammen klappt.
Ich habe euch ja vorher gefragt, ob eine Frage zu Martins Tod okay geht. Ventil läuft weiter, ebenso testcard. Äh, scheiss Frage … gab es die Überlegung, mit allem aufzuhören? Oder war es so was wie „Es wäre in seinem Sinne, wenn wir weitermachen“?
Jonas: Natürlich kam die Frage auf, ob und wie es weitergeht, ohne Martin, andererseits, was du da angedeutet hast … Die testcard war für Martin sehr wichtig und es war ihm wichtig, dass das in seinem Sinne weitergeht. Insofern war die Frage, ob wir weitermachen, recht schnell beantwortet. Ebenso auch für Ventil, dass die Form, wie Martin den Verlag prägte, weitergeführt werden soll. Zum Beispiel eben mit der Publikationen von zwei Bänden, in denen wir seine Texte sammelten und aufzeigen, was er für die Popkritik in Deutschland geleistet hat. Nach seinem Tod sind wir ja in neue Räume umgezogen, das war ein Zeichen für uns für einen Neustart. Es war einfach nicht ertragbar, in den alten Räumen den leeren Schreibtisch zu sehen …
Jetzt raff ich es erst, der Umzug war ja nach seinem Tod.
Jens: Genau, am Anfang war auch der Stachel da, ob wir weiter machen sollen, jetzt hier in den neuen Räumen ist es anders. Aber diese Haltung „Wir machen für Martin weiter“, das hält nur für ein oder zwei Jahre, das reicht nicht. Wir machen also nicht weiter, nur weil Martin es so wollte.
Jonas: Der Verlag besteht aus mehreren Leuten: die Außenwirkung, die Martins Person hatte, die ist nun anders, aber er gehört ja ganz klar zur Verlagsgeschichte.
Ingo: Ja klar, wenn ich mir das Frühjahresprogramm anschaue, das ist auch noch sehr Martin geprägt, das ist allerdings auch der Saisonalität des Buchhandels geschuldet. Martin sind manche Titel nicht leicht gefallen, also, dass die veröffentlicht werden, aber wenn ich mir die Vorschau für diesen Herbst und Frühjahr 2013 anschaue, dann ist da kein Titel, mit dem er nicht einverstanden wäre.
Jens: Na gut, die vollständig veganen Kochbücher…
Ingo: Ja okay…
Ganz kurz noch: das war für alle ein Schock und überraschend, das ging das so schnell, gab es Anzeichen in seinem näheren Umfeld?
Ingo: Mitte Mai bzw. Anfang Juni 2010 hatte er die Diagnose, er musste dann sofort ins Krankenhaus. Er hatte eine sehr aggressive Krebsform, im September ist er dann gestorben. Diese Form des Krebs ist für jüngere Menschen zu 95 % tödlich, bei Senioren verzögert sich das, ich bin zwar kein Biologe, aber hatte darüber mit verschiedenen Leuten gesprochen.
Stichwort Internet, um mal das Thema zu wechseln. Wie haben sich die Verkaufszahlen seit dem Internet entwickelt? Angeblich stehen ja die kleinen Verlage besser da, so sagte es Martin in einem Interview, weil sie sich auf ihr (Nischen-) Publikum verlassen können. Was denkt ihr zu ebooks, ner Ventil-App?
Ingo: Eine App ist für uns – zumindest aktuell – nicht finanzierbar.
Jens: Bezüglich dem Internet, da machen wir gewisse Dinger, wobei die Grundaussage momentan für uns die ist: das gedruckte Buch wird noch ein bis zwei Jahrzehnte weiterleben, so wie die Vinyl-Platte heute. Die Leute bevorzugen die schöne Ausstattung. Der aktuelle Verkauf an ebooks betrifft eh die Massensachen, die eh gedruckt werden würden. Wir als Nischen-Verlag bzw. unseren Käufern ist es wohl egal, wo es die Bücher gibt, es ist eher wichtig, dass sie die Bücher finden. Es gibt ja nur etwa 100 Buchhandlungen die unsere Bücher überhaupt auf Lager haben.
Darum verkaufen wir unsere Titel über einen online-Shop auf unserer Web-Seite. In Bezug auf ebook überlegen wir, welche Titel außerhalb der Nische stehen, bei denen es sich lohnen würde. Oder auch Bücher mit kleiner Nachfrage, bei denen sich kein Nachdruck lohnt, da könnte man gut das als nen ebook oder Print on Demand machen.
Was denkt ihr zu euer Sprungbrettfunktion? Also, Ventil ist ja auch Teil der Kulturindustrie und Publikationen in der testcard oder Bücher von Autoren aus den so genannten poplinken Medien im Ventil dienen denen als cooler Anstrich, als „Streetcredibility“. Also, wenn jetzt der Chefredakteur einer großen monatlichen Umsonst-Musikzeitung bei euch veröffentlicht, dann kriegt der die Street Credibility-Legitimation, seht ihr euch als Pop-Linke in diesem Kosmos „Konkret-Jungle-World-Titanic-Intro-Spex-Klaus-Bittermann-Verbrecher-Verlagsding“? Es ist ja immer so: „Kulturindustrie? Das sind immer die anderen“, also, ihr seid da ja auch mit drin verbandelt ...
Jonas: Das sind völlig unterschiedliche Medien, die intro und Jungle World haben nichts gemein oder auch die Konkret und intro, die sind ja schon sehr anders.
Ja ok, stimmt, die Frage ist vielleicht eher, ob ihr nicht eigentlich Zuarbeiter für die großen seid? So wie ein Underground Label ne kleine Band aufbaut und dann, wenn die bekannter wird, gehen die zum Major und ihr seid gearscht, weil die euch nur als Sprungbrett in den Mainstream benutzten.
Jonas: Nein, ich sehe uns nicht als Zuarbeiter für die Intro. Natürlich generell, da gibt es immer Widersprüche. Die testcard muss ökonomisch über die Runden kommen, das sind immer Widersprüche, die auch wir haben, wie alle anderen. Aber was uns dann wiederum unterscheidet ist, dass die Bücher durch Kontakte aus freundschaftlichen Netzwerken entstehen. Wirtschaftliche Erwägungen stehen nicht an erster Stelle, die sind zweitrangig. Es sind ja teilweise Jahrzehnte lange Freundschaften. Linus ist jahrelang freundschaftlich zu uns positioniert und sieht, denke ich, die Intro auch anders, als wir uns sehen. Unsere Autoren kommen aus ähnlich geerdeten Kontexten.
Und dieser Begriff „Poplinke“; Martin sprach ja auch von sich als „Pop-Marxist“.
Ingo: Das ist so ein 90er Begriff. Poplinker, das hält nicht lange vor, wenn wirtschaftliche Zwänge in die Biografie der Leute eintreten, zumindest ist das meine Erfahrung mit der Biografie solcher „Poplinker“, also mit den Biografien dieser Leute. Wenn eine Umbruchphase eintritt, was weiß ich, Ende des Studiums und Beginn der Lohnarbeit, dann tritt eine Zwanghaftigkeit und Verzweckung in das Leben, ich will damit sagen, dass ich mit dem Begriff „Poplinke“ sehr vorsichtig bin. Ich verbinde damit eine gewisse Oberflächlichkeit. Und zum Beispiel testcard: das ist nicht oberflächlich, im Gegenteil.
Ok, stimmt.
Ingo: Poplinke, das wäre für mich so was wie dieser Stuckrad-Barre.
Jonas: Pop womöglich, Linker würde ich dem absprechen.
Ingo: Klar, okay, aber dieses Poplinke ist für mich halt etwas total schwammiges, so dieses diffuse 80er Jahre Heaven-17-ABC-Ding, also so von dieser Haltung kommt der Begriff, denke ich.
Um einen Musikvergleich zu bringen, wenn ihr das Dischord der Verlage seid und wenn der Major nen besseres Angebot macht, dann sind die Schreiber weg, bevor man Sid Vicious zu Ende sagen kann?
Jens: Das haben wir oft genug erlebt, ja.
Deshalb meinte ich das ja, wegen Sprungbrett…
Jens: Die Autoren kommen aber auch zurück vom Verlagsmajor, weil sie die Erfahrung dort machen, dass du da noch nicht mal ne kleine Nummer bist. Das Buch läuft da für ein halbes Jahr und wenn es ökonomisch nicht so läuft, wie es gedacht war, dann bist du in den großen Unternehmen ein totaler Niemand, du hast keine Betreuer mehr, nicht mal der Pförtner erkennt einen wieder. Es ist aber auch nicht schlimm, wenn die Schreiber ihre Erfahrung machen.
Wie kommen eigentlich die Autoren zu euch, ihr sagt ja „Seit Verlagsgründung 1999 kam es im belletristischen Bereich in lediglich zwei Fällen zu einem Buchprojekt infolge unaufgefordert zugesandter Manuskripte“?
Jonas: Wir haben unseren festen Autorenstamm, der wird hier und da ein bisschen erweitert, Nagel kam zuletzt dazu und Torsun und Kulla, aber das war es auch schon. Das sind Leute aus einem langjährigen Netzwerk, aus dem dann die Texte kommen. Gerade bei der testcard sind das Kontakte, die seit 20 Jahren bestehen, es ist ein ziemlicher Wahnsinn, wie viele Leute dafür geschrieben haben. In all den Jahren ist ein breites Netzwerk entstanden, Leute, die früher mal Konzerte-Veranstalter waren, Musiker, heute sind sie beim Feuilleton, arbeiten als professionelle Journalisten. Unser langes kontinuierliches Arbeiten an testcard-Themen zahlt sich in den Kontakten aus, könnte man sagen.
Ingo: Dieser geschlossene Kreis ist manchmal auch ungerecht, klar, die, die man nicht schon kennt oder auch kennenlernen möchte, kommen gar nicht erst rein, jetzt brutal gesagt. Aber man muss auch klar sagen, dass wir einfach auch zu wenig Personal haben und nicht genügend Zeit, um neue Autoren von draußen zu betreuen. Man kann sich nicht vorstellen, wie viele Leute in Deutschland Bücher schreiben wollen und wie viele Manuskripte wir zugeschickt bekommen, als Initiativ-Bewerbungen.
Sind es immer noch fünf pro Tag, wie Martin mal sagte?
Ingo: Fünf nicht mehr, aber in Stoßzeiten, vor Weihnachten zum Beispiel, sind es sehr viele, aber mittlerweile sind die Autoren in spe schlau genug, vorher zu fragen, ob sie überhaupt zu uns passen, aber die Kackdreisten sammeln einfach per „copy and paste“ Email-Adressen aus dem Netz.
Die sind euch sicher die liebsten?
Ingo: Ha, genau, die kommen dann mit Fantasy-Romanen an. Es sind gelegentlich schon Sachen dabei, die interessant sind, es fehlt dann das gewisse Etwas, aber das können wir nicht leisten, das in Zusammenarbeit mit denen zu entwickeln. Neulich bekam ich aus der Schweiz ein Manuskript, in dem es um eine ganz spannende Theorie zum Singer-Songwritertum ging, da fehlt aber etwas. Und wir können es uns einfach nicht leisten und den Aufwand betreiben, sich an Wochenenden in gemieteten Ferienhäusern zu treffen und Bücher zu betreuen. In meinem anderen Job im Mainzer Literaturbüro, da erlebe ich das noch krasser. Vielen fehlt die Selbstbescheidenheit … Die denken, „schreiben kann jeder“. Bei dem Wust an Belletristik kann man sich unmöglich durchwühlen. Bei Ventil ist es auch manchmal so, dass Autoren kommen mit „Hey, ich hab ein Buch so ähnlich wie „Vorkriegsjugend“ verfasst“, dabei ist ja aus meiner Sicht schon „Dorfpunks“ ein Plagiat. Prinzipiell gehen wir im Bereich Theorie und Belletristik eher auf die Autoren zu.
Wie wählt ihr die Übersetzer aus, rekrutiert sich das bei euch auch aus einem Netzwerk?
Ingo: Genau, und über Weiterempfehlungen.
Ich frage mich ja immer: Die Bücher des Berliner ID Verlages, so was wie „Mainstream der Minderheiten“, das ist doch genau das richtige für euch, oder der große Diedrichsen Schuber mit Lesebändchen, das wäre doch perfekt als lizenzierter Nachdruck?
Jonas: Na ja, das ist immer die Frage, ob es, obwohl das damals ein zweifellos wichtiges Buch war, nicht eher wichtig wäre, genau so was unter den heutigen Bedingungen zu schreiben, anstatt es zu lizenzieren und als historisches Dokument nachzudrucken. Ich wage es eher zu bezweifeln, ob es das bringt. Das Buch hatte damals, in dem Moment, in dem es erschienen ist, eine unbestritten große Bedeutung und war zu recht für viele ein Einfluss, aber heute, ich glaube, da musst du es ganz neu schreiben. Die Fragen, die damals neu waren, da müsste man schauen, ob es heute noch die gleichen sind. Und all die anderen Bücher aus dem ID Verlag, das Diedrichsen-Alien-Buch, die Beute, das waren alles wichtige Bücher und Zeitschriften aber…
Ingo: Es passte auf die damalige Situation mit den Wohlfahrtsausschüssen, auf die konkrete Situation.
Jonas: Ja genau, und in der testcard machen wir es ja so, dass wir die damals aufgeworfenen Fragen neu betrachten und versuchen, sie für den aktuellen Kontext zu stellen und zumindest versuchen, heutige Antworten oder Probleme aufzuzeigen.
Macht ihr das auch wie ein Label, also die Querfinanzierung, die einträchtigen Bücher finanzieren die aus Bock und nicht wegen Geld gemachten Bücher?
Jonas: Ja, das kann man sich so vorstellen, wir leisten uns bestimmte Bücher, wo wir im Voraus wissen, dass das sich nicht besonders verkaufen und ein Besteller wird. Die werden damit finanziert, dass andere sich besser verkaufen.
Ingo: Das hat aber auch nix mit Independent zu tun, diese Arbeitsweise, das ist ganz normales Verlagswesen.
So Liebhaber-Dinge. Gute Verkäufe waren sicher das Tocotronic Tourtagebuch oder aktuell eben „Retromania“ von Simon Reynolds. Das geht ja voll durch die Decke, Spiegel, Arte Tracks, FAZ und alle sonstigen Medien finden es geil …
Ingo: Arte, das war eine komische Abfilmung, was für ein Aufwand für die zwei Minuten Sendezeit.
War das echt alles oder war vorher schon mal was gezeigt in „Arte Tracks“, ich hab es total zufällig beim zappen gesehen?
Ingo: Nee, das war alles ein mega Aufwand, 16 Telefonate, sieben Taxis für 50 Euro durch Berlin, für das bisschen Filmszene.
Jonas: Das Buch wurde medial überall besprochen, das schöne ist, es läuft weiter, obwohl es schon vor ein paar Monaten veröffentlicht wurde und klar, dieses Buch trägt andere Titel mit.
Wie seid ihr an das Recht für die deutsche Übersetzung gekommen? Wird das einem als cooler linker Popkultur Verlag angeboten, so „Ey hier, das ist für euch“?
Ingo: Wir sind eher undogmatisch links. Vor Jahren, 2009, waren wir auf einer Messe in München, auch eher zufällig, und der Schweizer Agent – so heißen die ja im Verlagswesen – vertrat dort den englischen Verlag von Simon Reynolds und er meinte, dass der Autor, nicht das damalige aktuelle Buch, was für uns wäre.
Das war die „Rip it up“-Zeit?
Ingo: Genau, das war das erste auf deutsch erschienene Buch, es ging dann noch um vier oder fünf andere Titel und alle anderen Verlage haben da geschlafen. Es gab dann persönliche Kontakte zu Reynolds über einige ihm nahestehende testcard-Autoren, wir haben dann wieder diese Kontakte aktiviert und so sind wir zu der Zusammenarbeit mit ihm gekommen.
Jonas: Also eigentlich der ganz klassische Weg, über ein Angebot seines Agenten, der auf uns zukam. Das ist oft so bei Büchern, die man übersetzen lässt.
Ingo: Selbst wenn man das persönlich mit dem Autor klar macht, muss das Geschäftliche dann mit der Agentur gemacht werden. Das ist Usus zwischen Verlag und Agentur.
Die fairen Labels in der Punkmusik machen ja keine Verträge, sondern der gute alte Handschlag, aber bei so was wie „Retromania“ wird dann doch schriftlich fixiert oder?
Jonas: Wir haben von Anfang an mit allen unseren Autoren Verträge, dass sichert die ab und uns natürlich auch.
Vielleicht ist diese Handschlag-Romantik auch so ein Ding der 80er Jahre, ein gerne gepflegter Mythos?
Ingo: Natürlich, bei Factory hatte man ja mit Eigenblut unterzeichnet, „no bills“ oder so. Also, in der Regel gibt es Verträge bei unseren Autoren.
Findet ihr das Buch „Retromania“ auch durch die Bank weg geil?
Ingo: Unabhängig davon, dass wir die Verleger sind, finde ich es auf einem Niveau wie „Lipstick Traces“. „Retromania“ ist eines der wichtigsten Bücher allgemein über Musik, speziell im Hinblick auf die gesellschaftlich-kulturelle Aussage.
Du meinst, so wie „Sexbeat“?
Ingo: Ach, da hat der Diedrichsen noch geübt, also ich finde schon, dass das Reynolds-Buch eines der wichtigsten Bücher ist, also, die jetzt nicht speziell zu einer Band oder einem Label sind, sondern die ganze Popkultur betrachten.
Findest du das auch, Jonas?
Jonas: Ja. Auch unabhängig davon, dass wir die Verleger sind. Das Buch ist vieles gleichzeitig. Einerseits behandelt er die Popkultur-Geschichte des 20 Jahrhunderts, rollt alles nochmal auf und auch wenn man zwar schon mehrmals das erzählt bekommen hat, spielt hier eine andere Perspektive mit rein: er versucht, immer an einen gesellschaftlichen Kontext anzudocken, das hätte an manchen Stellen ausführlicher sein können, keine Frage.
Ingo: Das sagt er ja auch selber.
Jonas: Ja, das mal in Klammern gesetzt, dass die politischen Entwicklungen in bestimmten Momenten stärker fokussiert hätte sein können, aber ich finde das Buch sehr stark, in dem was es will: eine kritische Rückschau auf das, was war und in freudiger Erwartung dessen, was noch kommt mit ner gewissen Skepsis, ob da überhaupt noch was kommt. Das ist eine spannende Perspektive.
Manchmal erscheint es mir etwas banal, ok, die Stones waren im Ansatz sicher schon retro, weil sie den alten Chicago-Blues wieder aufleben wollten, aber Punk war auch retro, weil die frühen Punkbands von einer Welt vor dem „Sgt. Pepper“-Album träumten? Das stimmt ja für die Ramones, aber für die Minutemen sicher nicht. Es ist natürlich gut geschrieben, aber die Erkenntnisse kommen mir manchmal so vor „Ach was!“ und hier und da mit diesem Unterton „Ich zeige dir meine Plattensammlung“.
Ingo: Wobei die Plattensammlung bei ihm nicht zum Vorzeigen dient, sondern als Referenzsystem und er ist ja sehr breit aufgestellt. Was ihn schon von monografischen Werken, die nur einen Künstler oder nur ein Gerne behandeln, unterscheidet, ist die im Subtext eingenommene gesellschaftlich Perspektive: nicht, dass alles schon mal da war, das ist ja eher Konsens oder nur ein Achselzucken wert, aber dieser Befund, dass aufgrund der Tatsache, dass die aktuellen Verhältnisse so bescheuert sind, wie sie sind, es überhaupt keinen künstlerischen Impuls mehr gibt, diese Jetztzeit zu kommentieren und auch erst recht nicht, zukünftig mehr entwickeln zu wollen. Die Leute leben von Wochenende zu Wochenende, von Soul Allnighter zu Soul Allnighter, weil es nicht mehr lohnt, aktiv an der Gestaltung von Popkultur und Gesellschaft teilzuhaben.
Jonas: Und das ist schon wieder fast ne politische Frage: wie könnte die Entwicklung dahin gehend sein, das es wieder Impulse für die Utopie in Popkultur, Politik und Gesellschaft geben könnte. Oder auch, dass daran festgehalten wird. Banal, ok, das kommt ja immer drauf an, wie viel man schon gelesen hat und wenn man selber in der Richtung vieles schon gelesen hat …, aber der andere Leser halt nicht und wir diskutieren das ja auch im Verlag: dem einen ist ein Thema neu, der andere hat schon lange verfolgt.
Ja okay, banal war ein bisschen unfair.
Jonas: Ja, ich denke, das Buch ist für die Leute, die den Ventil Verlag und Punk und so eben nicht kennen, etwas ganz neues.
Ingo: Wo er uns erklärt, wie YouTube-Videos mit den Zeitleisten funktionieren, das finde ich auch banal, ihm geht es da ja um Zeitvorstellungen, was ist Zeit usw., das geht schon in den esoterischen Bereich, ha.
Ja, oder das mit seiner Formulierung, das es in den 60er Superbands wie Led Zeppelin etc. gab und heute nur noch Superbrands, also Supermarken wie spotify etc. Wobei ich im Dänemark-Urlaub vor zwei Jahren bei der Lektüre des englischen Originals erfreut war über den Hinweis mit dem Youtube-Link-in-MP3-Konverter wie Dirpy. D.h. die Technik, wie man heute Musik wiedergibt, wäre wichtiger als die Musik selber geworden und es gibt nicht mehr diese alten Mega-Bands. Auf den ersten Blick „Wow, stimmiger Gedanke“, aber dann halt auch „Häh, es gibt doch immer noch Superstars, Lady Gaga oder wie oder was“?
Ingo: Diese Superstar-Fixiertheit bei ihm, das ist vielleicht ein Anknüpfungspunkt für die neuen Leser, die das ganze schräge Zeug nicht kennen, er muss die ja irgendwo abholen. Aber was ich genial fand, waren diese Fußnoten.
Stimmt, das ist natürlich großes Tennis und eine riesige Fleißarbeit.
Ingo: Wenn er dann auf die Sixties und die Stones kommt … Das Problem bei den Stones ist ja, dass es die heute immer noch gibt! Wenn nicht, wären sie so was wie die Seeds, also wenn 1972 das Flugzeug abgestürzt wäre, dann hätten die aufgrund ihre geilen Früh-Phase auch den Garagen-Kult-Status, aber heute kann man es leider nicht ertragen, es ist ja einfach grauenhaft. Das überlese ich auch, auch wenn ich das Buch mitlektoriert habe, das interessiert mich nicht. Deshalb finde ich das zu Superstars gar nicht so spannend, aber es gibt eben noch eine andere Leseart, dieses gesellschaftspolitische, das finde ich bei diesem Buch das tragende. „Rip it up“ fand ich gut, aber dann auch lustigerweise beinahe zu nostalgisch.

(Nach einer Rauchpause und neuem Bier ging es weiter)

Kommen wir auf andere Bücher im Ventil Verlag zu sprechen. Martins Publikationen gefielen mir immer sehr, die Ox Kochbücher finde ich auch als Nicht-Vegetarier total inspirierend, Lees Bücher auch größtenteils. Ich gebe zu, bei Jan Off schwanke ich immer: ist das geil oder Mist. Er ist ja ein Freund aus eurer Gründungsphase, liebt ihr den alle?
Ingo: Klar, „Vorkriegsjugend“ halte ich selbst für das bessere „Dorfpunk“, selbst wenn ich nichts mit Ventil zu tun gehabt hätte. Natürlich, „Angst erhaltende Maßnahmen“ oder „Offenbarungseid“, das atmet schon noch den Geist des Social Beat von Mitte der 90er Jahre. Bei seinem Buch „Unzucht“ fällt einem erst beim zweiten Mal lesen auf, dass es zwar ein schwer sexualisiertes Buch, aber eben dafür sehr unzotig ist. Somit ist das eine sehr viel bessere Abbildung dessen, was draußen in der Spaßgesellschaft abgeht, im Vergleich auch zu den einschlägige Sex-Dingern wie „Feuchtgebiete“ oder das mit der Tochter auf dem Mädcheninternat. „Shades of grey“.
Wie mir eben erst auffällt: „Shades of Grey“ ist auch ein Biohazard-Songtitel. Zufall?
Ingo: Ja, also Jan gehört zur Vielstimmigkeit unseres Verlages.
Ganz toll fand ich auch das „American Rap“-Buch, das Buch zu der Entwicklung von Reggae-Musik und das Klopotek Free Jazz-Buch. Ich hatte fürs Trust das Egotronic-Buch besprochen, ich muss sagen, das ich recht große Erwartung hatte. Einige Zeit vorher interviewte ich die Band fürs Trust, die zweite Platte ist einfach immer noch so geil, aber das Buch fand ich dann mau. Wie geht ihr mit schlechten Rezis um, lest ihr Kritiken, ist es euch egal?
Jonas: Egal ist es nicht, wir machen ja die Bücher, weil wir sie gut finden und verschiedene Ventil-Leute betreuen verschiedene Bücher. Man freut sich über positive Meldungen von außen, ganz klar. Wir kriegen ja wenig Feedback der Leser, nur auf Buchmessen vielleicht mal, insofern sind die einzigen Rückmeldungen die Rezis. Mit schlechten kann ich gut leben, bestimmte Kritikpunkte kann man ja auch nachvollziehen und wenn es fundiert ist, kann man dann sogar für sich selber was damit anfangen. Insofern freuen wir uns über positive Kritiken, deine Rezi wegen Egotronic habe ich jetzt gerade nicht auf dem Schirm.
Ingo: Viele fanden es gut, besonders das vitalistische…
Toll finde ich ja auch den Reader von Sonja Eismann und ganz geil ebenfalls den Katalog zu der DIY-Ausstellung. Es wird in euren Publikationen oft thematisiert, dass zu wenig Frauen aktiv sind, in der Szene, das Thema ist euch also weiterhin wichtig?
Jonas: Ja, auf jeden Fall, Sonjas Reader betrifft das Thema des Verlages und treibt testcard seit Jahren um. Ich bin da ja bei der #7 oder #8 eingestiegen und es wurde da schon gefordert, dass es nicht zu einem nerdigen Jungsheft werden sollte, was dann nach Tine Pleschs Tod 2004 doch wieder geschehen ist und zu einen reinem Jungsheft wurde. Nach Martins Tod wurde die Redaktion erweitert und es gab wieder mehr Schreiberinnen, das kippt aber jetzt zurzeit wieder. Es ist auf jeden Fall ein Prozess, mit dem sich der Verlag auseinandersetzt. Im Frühjahr erscheint eine Reader-Textsammlung von Tine, ihre verstreuten Veröffentlichungen sollen so gebündelt werden, es sind immer noch aktuelle Texte und das ist dann auch die Frage des Verlages an die Musik-Welt draußen, an die Pop Journalisten, halt: warum immer wieder das gleiche Problem entsteht, dass Männer über Männer und ein bisschen über Frauen schreiben. In der Intro-Redaktion sind mittlerweile gar keine Frauen mehr. Also, ja, das Thema ist uns wichtig und auch in Zukunft wichtig, wir werden kontinuierlich Bücher dazu veröffentlichen.
Ingo: Genau, das wurde auch in dem „Craftista!“ Buch thematisiert, in „Hot Topic“ sowieso, es befinden sich ein bis zwei Sachen in vorsichtiger Planung.
Die testcard-Vorbilder waren ja die Rocksession-Dinger, hatten „Die Beute“ und die „Texte zur Kunst“ auch einen Einfluss auf euch?
Jonas: Die „Texte zur Kunst“ jetzt weniger. Die testcard ist zwar ein Musikmagazin, aber du findest dort eben auch ganz andere Themen drin: Filme, Theaterliteratur, Soziologie, Philosophie, Architektur und auch Kunst, das ist alles Teil des Interessensbereiches und eben nicht nur ein Bereich wie Kunst. Aber sonst: die genannten Medien sind schon welche, die uns geprägt haben in Bezug auf die Möglichkeit, sich lange mit einem Thema zu beschäftigen.
Ingo: Ich denke, es ging in der Gründungszeit der testcard auch darum, die Lücke zu füllen: Rocksession war lange tot und die Beute wurde unregelmäßiger.
Das habt ihr ja erfolgreich gemacht! Bedauert ihr eigentlich Publikationen?
Jonas: Du meinst, dass nicht genügend verkauft wurden?
Nee, Verkaufszahlen unabhängig, so ein post stilistisch-inhaltliches Bedauern, das meinte ich.
Jonas: Bei den Büchern, die ich mitbetreute, bedauere ich nichts. Klar, besser kann man es immer machen. Es ist eher manchmal so, dass man Feuer und Flamme für ein Buch ist und dann ist man enttäuscht, dass es dann nicht so viele interessiert.
Kommen wir zum Ende: Ihr könnt frei wählen, tot, lebendig, egal. Welche Bücher hättet ihr gerne mal veröffentlicht?
Jonas: Die Autobiografie von Franz Jung und „Die Abtreibung“ von Richard Brautigan.
Ui, kenne ich alle nicht … Ingo?
Ingo: Definitiv Greil Marcus! Mal überlegen, ja, Céline.
Cool! Der beliebte Abschlussklassiker: AC/DC oder Kiss?
Jonas: Kiss.
Ingo: AC/DC.
Wirklich die letzte Frage: was sind eure Lieblingsmusiker und habt ihr nen Gruß an unsere Leser?
Jonas: Wir grüßen alle Leser, natürlich. Lieblingsbands: Als testcard-Herausgeber muss ich wahrscheinlich This Heat sagen.
Ingo: TV Personalities bei mir.
Na, ne SST-Band muss dabei sein..
Jonas: Haha, ok, für meine 90er Sozialisation nenne ich die beiden Van Pelt-Platten und für die Gegenwart… Lass mal überlegen …
Dann zwischendurch eine Frage: ist es nicht ein leichter subtiler Zug bei der testcard: je filigraner der Musikgeschmack – was weiß ich, Ornette Coleman usw. – umso besser derjenige?
Jonas: Nee, wer soll das bestimmen, was gute Musik ist. Es geht mir darum, Musik zu finden und aufzuspüren, in der was drin steckt, was mehr ist, das „jenseits“ der Musik, um Fragen, die auch andere gesellschaftliche Felder berühren. Ich finde, testcard hat nicht diese elitäre Haltung.
Ingo: Das ist auch ein alter Vorwurf gegenüber der testcard… zu viele Fußnoten usw.! Die Welt ist komplex und kann nicht mit „eins-zwei-drei-vier“ abgebildet werden..
Gehen tut das schon…
Ingo: Ja klar, aber das reicht ja nicht. Ich nehme bei Lieblingsmusik noch Andreas Dorau dazu.
Jonas: Young Marble Giants! Das ist eh die Konsensband des Verlages. Und The Zombies.
Der Name sagt mir schon was…
Ingo: Legendäre Sixties-Punk Band! Ganz große Klasse.
Super, ich danke euch für dieses Interview.

Diskografie

2013
Brandstifter, Asphaltbibliotheque
Annette Emde, Radek Krolczyk, Ästhetik ohne Widerstand, Texte zu reaktionären Tendenzen in der Kunst
Wenzel Storch, Das ist die Liebe der Prälaten

2012
Larry Marder, Bohnenwelt
Uschi Herzer, Joachim Hiller, Das Ox-Kochbuch 5, Kochen ohne Knochen – Mehr als 200 vegane Punk-Rezepte
Anonym, Die Rote Köchin, Geschichte und Kochrezepte einer spartakistischen Zelle am Bauhaus Weimar
Martin Büsser, Dopplung und Deutung, Kritische Kommentare zur zeitgenössischen Kunst
Jan Off, Happy Endstadium, Roman
Linus Volkmann, Kein Schlaf bis Langenselbold, Roman
Moses Arndt, New York City Hardcore
Simon Reynolds, Retromania, Warum Pop nicht von seiner Vergangenheit lassen kann
Roger Behrens, Jonas Engelmann, Jelena Klei?ler, Annika Nickenig, Katja Peglow, Johannes Ullmaier, Sonja Vogel, testcard #22: Fleisch
Jonas Engelmann, Hans Peter Frühauf, Werner Nell, Peter Waldmann, We are ugly but we have the music, Eine ungewöhnliche Spurensuche in Sachen jüdischer Erfahrung und Subkultur
Wolfgang Buechs, Zuhause während der digitalen Revolution

2011
Critical Crafting Circle, Craftista!, Handarbeit als Aktivismus
Helmut Gold, Annabelle Hornung, Verena Kuni, Tina Nowak, DIY, Die Mitmach-Revolution
Jochen Bonz, Juliane Rytz, Johannes Springer, Lass uns von der Hamburger Schule reden, Eine Kulturgeschichte aus der Sicht beteiligter Frauen
Martin Büsser, Music is my Boyfriend, Texte 1990–2010
Torsun, Kulla, Raven wegen Deutschland, Ein Doku-Roman
Katja Peglow, Jonas Engelmann, Riot Grrrl Revisited, Geschichte und Gegenwart einer feministischen Bewegung
Jonas Engelmann, Holger Adam, Frank Apunkt Schneider, Sonja Vogel, Johannes Ullmaier, testcard #20: Access Denied
Holger Adam, Roger Behrens, Wolfgang Brauneis, Jonas Engelmann, Frank Apunkt Schneider, Johannes Ullmaier, Christian Werthschulte, Chris Wilpert, testcard #21: Überleben – Pop und Antipop in Zeiten des Weniger

2010
Sabine M. Krämer, Bis später
Linus Volkmann, Endlich natürlich, Roman
Bill Ayers, Flüchtige Tage, Erinnerungen aus dem Weather Underground
Fehmi Baumbach, My Head is a Bubble With Interesting Trouble, Werkschau 2000–2010
Jan Off, Offenbarungseid, Rare Altlasten aus dem Off
Sonja Witte, Yasar Aydin, Holger Adam, Jonas Engelmann, Mustafa Doymus, Astrid Henning, Zülfukar Cetin, Pop Kultur Diskurs, Zum Verhältnis von Gesellschaft, Kulturindustrie und Wissenschaft
Atlanta Athens, Roger Behrens, Martin Büsser, Jonas Engelmann, Johannes Ullmaier, testcard #19: Blühende Nischen
Bernd Drosihn, Tofu, Vom skurrilen Kampf um ein unscheinbares Weltnahrungsmittel

2009
Uschi Herzer, Joachim Hiller, Das Ox-Kochbuch 4, Kochen ohne Knochen – noch mehr vegetarische und vegane Punk-Rezepte
Wenzel Storch, Der Bulldozer Gottes
Martin Büsser, Jonas Engelmann, Ingo Rüdiger, Emo, Porträt einer Szene
Lucja Romanowska, Euch die Uhren – uns die Zeit, Straßenpunks 1999–2009
Peter Nachtnebel, For the Sake of the Song, Amerikas neue Songwriter
Atlanta Athens, Roger Behrens, Martin Büsser, Jonas Engelmann, Johannes Ullmaier, testcard #18: Regress
Jan Off, Unzucht

2008
Jan Off, Ausschuss, Roman
Bertie Marshall, Berlin Bromley
Steven Lee Beeber, Die Heebie-Jeebies im CBGBís, Die jüdischen Wurzeln des Punk
Anne Hahn, Frank Willmann, Satan, kannst du mir noch mal verzeihen, Otze Ehrlich, Schleimkeim und der ganze Rest
Lee Hollis, Strategy for Victory, Short Stories
Almut Klotz, Rev. Christian Dabeler, Tamara und Konsorten, Erzählungen
Roger Behrens, Martin Büsser, Jonas Engelmann, Johannes Ullmaier, testcard #17: Sex

2007
Frank Apunkt Schneider, Als die Welt noch unterging, Von Punk zu NDW
kittkritik, Deutschlandwunder, Wunsch und Wahn in der postnazistischen Kultur
Jens Raschke, Disco Extravaganza, Eine Reise ins Wunderland der sonderbaren Töne
Anjela Schischmanjan, Michaela Wünsch, female hiphop, Realness, Roots und Rap Models
Sonja Eismann, Hot Topic, Popfeminismus heute
John Robb, Punk Rock, Die ganze Geschichte
Evelin, Still Not Famous #1
Martin Schmidt, Surf Beat, Das Who-Is-Who der Surf- und Instromusik
Roger Behrens, Martin Büsser, Jonas Engelmann, Johannes Ullmaier, testcard #16: Extremismus
Nagel, Wo die wilden Maden graben

2006
Jan Off, Angsterhaltende Maßnahmen, Homestories
Linus Volkmann, Anke, Roman
Alexander Wall, Hotel Monopol, Roman
Mark Andersen, Mark Jenkins, Punk, DC, dance of days – Washington-Hardcore von Minor Threat bis Bikini Kill
Volker Barsch, Rasta Chant, Das Who-is-Who des Roots-Reggae
Linus Volkmann, Robbe und Bürzel (CD), Zwei Herzen schlagen super
Sebastian Ingenhoff, Rubikon, Novelle
Roger Behrens, Martin Büsser, Johannes Ullmaier, testcard #15: The Medium is the Mess

2005
Martin Büsser, Antifolk, Von Beck bis Adam Green
Almut Klotz, Rev. Christian Dabeler, Aus dem Leben des Manuel Zorn, Roman
Jochen Bonz, Michael Büscher, Johannes Springer, Popjournalismus
Stefan Hoffmann, Karsten Tomnitz, Rare Soul, Das Who-is-Who der Soul-Ära
Wolfgang Seidel, Scherben, Musik, Politik und Wirkung der Ton Steine Scherben
Roger Behrens, Martin Büsser, Tine Plesch, Johannes Ullmaier, testcard #14: Discover America

2004
Uschi Herzer, Joachim Hiller, Das Ox-Kochbuch 3, Kochen ohne Knochen – die feine fleischfreie Punkrock-Küche
Penny Rimbaud, Shibboleth – My Revolting Life, Crass: Punk als Widerstand
Roger Behrens, Martin Büsser, Tine Plesch, Johannes Ullmaier, testcard #13: Black Music
Jan Off, Vorkriegsjugend (CD), Die Hör-CD zum Buch – gelesen von Jan Off
Kerstin Grether, Zuckerbabys

2003
Andreas Rauscher, Das Phänomen STAR TREK, Virtuelle Räume und metaphorische Weiten
Linus Volkmann, heimweh to hell
Thomas Venker, Ignoranz und Inszenierung, Schreiben über Pop
Mike Evans, New York City Rock, Underground und Hype von 1950 bis heute
Joachim Hiller, Ox – Das Buch, Die besten Interviews aus 15 Jahren Ox-Fanzine
Tom Tonk, Raketen in Rock, 33 1/3 Platten für die Ewigkeit
Volker Barsch, Rastafari: Von Babylon nach Afrika
Roger Behrens, Martin Büsser, Tine Plesch, Johannes Ullmaier, testcard #12: Linke Mythen
Jan Off, Vorkriegsjugend, 200 Gramm Punkrock
Alexander Sistenich, Wir werden wie Riesen sein, Kein Resümee, nix

2002
Jan Kage, American Rap, Explicit Lyrics – US-HipHop und Identität
Jaromir Konecny, Das traurige Ende des Märchenkönigs, … und andere Sexgeschichten
Jürgen Roth, Die große Wehmut der Instrumente
Frank Willmann, Jörn Luther, Die Idioten, Roman
Felix Klopotek, how they do it, Free Jazz, Improvisation und Niemandsmusik
Helge Arnold, Christopher Tauber, Inter View, Popcomics
Jochen Bonz, Popkulturtheorie
Roger Behrens, Martin Büsser, Tine Plesch, Johannes Ullmaier, testcard #11: Humor

2001
Jan Off, Hanoi Hooligans
Jan Deck, Sarah Dellmann, Daniel Loick, Johanna Müller, ich schau dir in die augen, gesellschaftlicher verblendungszusammenhang!
Klaus Bittermann, Noch alle Schweine im Rennen?
Craig O’Hara, The Philosophy of Punk, Die Geschichte einer Kulturrevolte
Linus Volkmann, smells like niederlage
Roger Behrens, Martin Büsser, Jens Neumann, Tine Plesch, Johannes Ullmaier, testcard #10: Zukunftsmusik
Michael Rudolf, Trost und Unrat, Polemiken Abrechnungen Grobheiten
Johannes Ullmaier, Von Acid nach Adlon und zurück, Eine Reise durch die deutschsprachige Popliteratur
Martin Büsser, Wie klingt die Neue Mitte?, Rechte und reaktionäre Tendenzen in der Popmusik
Uwe Husslein, Lothar Surey, Zines!, Fandom Research 2001

2000
Uschi Herzer, Joachim Hiller, Das Ox-Kochbuch 2, Moderne vegetarische Küche für Punkrocker und andere Menschen
Judith Krafczyk, Sybille Thomzik, Der rocksie! Musikerinnen-Reader NRW
Martin Büsser, Lustmord – Mordlust, Das Sexualverbrechen als ästhetisches Sujet im 20. Jahrhundert
Oliver Ruts, Andrea Schuler, Herbert Hoffmann: Motivtafeln, Hamburger Tätowierungen
Buero für angewandten Realismus, MaoDada
Jürgen Roth, Nullkultur, Feuilletons, Aufsätze, Glossen
Judith Krafczyk, Sybille Thomzik, rocksie!, 9 Jahre Female Music Power in NRW
Ulrich Wortmann, stresscontainer
Marvin Chlada, Jörg Berendsen, Tausend Tüten, Das postmoderne Kiffen
Roger Behrens, Martin Büsser, Tine Plesch, Johannes Ullmaier, testcard #9: Pop und Krieg
Roger Behrens, Übersetzungen – Studien zu Herbert Marcuse, Konkrete Philosophie, Praxis und kritische Theorie
Thees Uhlmann, Wir könnten Freunde werden, Die Tocotronic-Tourtagebücher

1999
Frank Festa, Jens Schumacher, Dead Ends, Angloamerikanische Horrorstories
Jens Neumann, Fanzines 2, Noch wissenschaftlichere Betrachtungen zum Medium der Subkulturen
Lee Hollis, Monsters!
Martin Büsser, Roger Behrens, Jens Neumann, Johannes Ullmaier, testcard #7: Pop und Literatur
Roger Behrens, Martin Büsser, Johannes Ullmaier, testcard #8: Gender – Geschlechterverhältnisse im Pop
Sabine M. Krämer, Vor Morgen
Frank Willmann, Wachsen & Werden

1998
Kai Damkowski, angst sucht hase
Martin Büsser, Antipop, Essays und Reportagen zur Popkultur in den Neunzigern
Anne Ullrich, Lee Hollis, Got to land somewhere, punk and hardcore live-photos
Jan Off, Köfte
Jochen Bonz, meinecke mayer musik erzählt
Lee Hollis, Selling The Ghetto (CD)
Linus Volkmann, super-lupo, jeder freund ist anders
Roger Behrens, Martin Büsser, Jens Neumann, Johannes Ullmaier, testcard #6: Pop-Texte
Roger Behrens, ton klang gewalt, Texte zu Musik, Gesellschaft und Subkultur

1997
Uschi Herzer, Joachim Hiller, Das Ox-Kochbuch, Vegetarische und vegane Rezepte nicht nur für Punks
Jens Lossau, Jens Schumacher, Entitäten, 13 unangenehme Erzählungen
Jens Neumann, Fanzines, Wissenschaftliche Betrachtungen zum Thema
Tobias Hülswitt, So ist das Leben
Roger Behrens, Martin Büsser, Günther Jacob, Jochen Kleinhenz, Johannes Ullmaier, testcard #4: Retrophänomene in den 90ern
Roger Behrens, Martin Büsser, Jochen Kleinhenz, Johannes Ullmaier, testcard #5: Kulturindustrie – Kompaktes Wissen für den Dancefloor

1996
Moses Arndt, Chaostage, Roman
Jens Schumacher, Das Lied vom Untod
Sabine M. Krämer, Hurensohn
Roger Behrens, Martin Büsser, Johannes Ullmaier, Jochen Kleinhenz, testcard #2: Inland
Roger Behrens, Martin Büsser, Jochen Kleinhenz, Johannes Ullmaier, testcard #3: Sound

1995
Martin Büsser, If the kids are united, Von Punk zu Hardcore und zurück
Marcus Braun, Ohlem, Fragment
Martin Büsser, Jochen Kleinhenz, Johannes Ullmaier, testcard #1: Pop und Destruktion
Interview: Jan Röhlk
Kontakt: ventil-verlag.de

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