Mai 28th, 2019

ST. VITUS (#146, 2011)

Posted in interview by Jan

„You have to be ready to sacrifice, if you wanna do it.“
Interview mit WINO / SAINT VITUS

Wino mit der Hidden Hand vor einigen Jahren in Berlin… Ich werde es nie vergessen. Nicht nur, weil es mir zum ersten Mal mit betrunkenen Kopf passierte, dass ich Geld zog und die Karte im Automaten habe stecken lassen und das Malheur natürlich erst am nächsten Tag am Bahnhof beim Kauf des Rückfahrtickets bemerkte. Sondern weil in alter Kinoschrift an dem Laden ein „Welcome back in Berlin, Wino“ leuchtete, kennt man ja eventuell von alten Black Flag Fotos (oder vom Whiskey a go-go), wollte ich immer mal sehen, wunderschön.

Genau wie ein großes Konzert im übrigen, danke an Dietmar nochmals (wobei ich da unrühmlich den Frankfurter Abgang machte, aber lassen wir das, ich wurde bestraft, ha). Der Bandname Saint Vitus kommt ja vom dem Black Sabbath Song „Saint Vitus Dance“ (siehe Fussnote 1) auf der „Volume IV“ (mit dem Tearjerker „Changes“). Coole Trivial Info, auf Wikipedia findet man zu dem Schlagwort „Saint Vitus Dance“ u.a. die Info „The song „St. Vitus Dance“ by the band Bauhaus on their Album „In the Flat Field“ oder auch „The 1983 Endeavor sailboat that detective Sonny Crockett lived on, in the 1980s television cop drama, Miami Vice“. Ich möchte noch ergänzen, ALDI NORD führte 2006 einen wohlschmeckenden Kräuterschnaps namens St. Vitius, Fans schätzen den dumpfen (doomigen?) Abgang, danach war‘s auch dunkel, im Kopf, ha ha, zumindest besorgte ich den Schnaps wegen der lustigen Bandanspielung für ein Trust Treffen 2006. Saint Vitus liebe ich sehr, allein „Living Backwards“(Fussnote 2) ist so dermaßen krass, aber es war mir völlig klar, die kommen nie wieder…

Doch alles, was noch lebt, kommt auf Tour (außer Minor Threat), diese alte Wahrheit bestätigte sich wieder ein mal… Den Saint Vitus-Auftritt auf dem Roadburn Festival 2009 im niederländischen Tilburg (Tickets und Unterkunft lange vorher gebucht) musste ich wegen eines überraschenden Job-Antritts sausen lassen. Glücklicherweise spielten Saint Vitus (die sich schon einige Jahre vorher reunierten) in diesem Jahr auf einem Festival in der Posthalle in Würzburg. Trotz komplizierter E-Mail Wechsel (vgl. Trust # 141) mit Saint Vitus-Gitarrist Dave Chandler, Manager Rodney und dem Konzertveranstalter des Festivals „Hammers of Doom 3“ gab es keine konkrete Zusagen für ein Interview, wir sollten am Tag des Festivals zum Merchstand gehen, dort nach Rodney fragen, und dann würde man schauen. „Wir“, das sind Arif, Geb (Gitarrist der großartigen Band Black Shape of Nexus aus Mannheim) und ich. Wir fahren also nach Würzburg, trinken zehn Bier und schauen, was passiert und… siehe da, wer steht am Eingang und begrüßt alle Besucher persönlich per Handschlag?

Wino himself von THE OBSESSED, SAINT VITUS, den beiden mir unbekannten SPIRIT CARAVAN und PLACE OF SKULLS, THE HIDDEN HAND, SHRINEBUILDER (die auch total geil sind) plus solo. Stone erklärte Saint Vitus sehr passend schon in der Trust Ausgabe # 80 aus dem Februar / März 2000 (/, Wino tourte gerade mit seiner Band Spirit Caravan, Stone interviewte ihn in Berlin (und sah einen Tag später Fugazi live, der Sack): „Black Sabbath, klar, aber noch konsequenter. ‘Born Too Late’ war der Song, der auf den Punkt brachte, was es mit der Band damals auf sich hatte. Und als Saint Vitus mit Black Flag auf Tour gehen sollten, schrieben sie extra ein paar schnellere Songs, um nicht vollends daneben zu liegen. Mit Bierdosen beworfen wurden sie von den Punkern trotzdem. In Deutschland hatten sie unterdessen eine treue Gemeinde, und ein paar Typen in Berlin trieben die Liebe gar so weit, dass sie ein Label machten, auf dem sie Platten mit den seltsamen Hippies veröffentlichten. Hellhound mauserte sich zu einer guten Adresse für schweren Rock, bis dann, und auch das hatte mit Saint Vitus und Wino zu tun, dumme Entscheidungen dazu führten, dass Hellhound heute eher Hell-Hä? heißen.“

Wir also in Würzburg, Wino steht locker am Eingang rum, Arif spricht ihn einfach an, ich überreiche ihm eine neue Trust -Ausgabe, in der zufällig ein old-school Foto von St. Vitus drin war, er kennt das Heft sowieso, und wir verabreden uns für später für ein backstage Interview. Wino hat dann kein Problem damit, das wir zu dritt ihn interviewen, nimmt sich Zeit, und nach einer guten Stunde ist das Interview vorbei. Da jetzt schon wieder so viel Zeit vergangen ist (verschiedene Gründe…), fasse ich das wichtigste als Text mit Zitaten aus dem Interview vom 06.02.2010 mit Wino in Würzburg zusammen.

Ok, es spielen also ca. sechs Black-Metal-Bands vor Saint Vitus, es waren mindestens acht geschminkte oder verkleidete (so funky Vogelfutter-Style) Leute pro Band auf der Bühne, jeder Gitarrist hat so viele Effektgeräte, mit denen man den Süden von den USA problemlos hätte unter Strom setzen können, am Ende kommen dann vier fertige Rocker auf die Bühne, tätowiert, aber halt nicht „cool tätowiert“, in Jeans, keine Effektgeräte… SAINT VITUS is in the house, für mich das erste Mal live. Es ist nicht die „Born too late“- Klassikerbesetzung mit Wino /Gesang, Basser Mark Adams, Gitarrist Dave Chandler und Trommler Armando Acosta. Wino meint im Interview, dass Shows mit Armando immer kompliziert bzw. ein „Hit oder Miss“ waren, für ihn spielte Henry Vasquez. Es ging direkt los mit „Living Backwards“, nur um ca. zwei Stunden später mit einer neunminütigen Version von „Born too late“ (Fussnote 3) zu enden. Unfassbar deep, baby.

Ob es ein neues Album gibt, weiß Wino und der später spontan hinzu getroffene Dave Chandler (dieser betritt die Szenerie, Wino: „Hey Dave kennst du noch das Trust Magazine, wir machen hier gerade ein Interview“, Dave: „Klaro, hey, wie geht’s?“) auch nicht genau, Dave meint nur: „Neue Platte? Das kann sechs Monate dauern, oder auch ein Jahr, wir müssen einfach schauen, wie diese Tour läuft, bis jetzt sieht es mehr nach einem „Ja“ als nach einem „Nein“ aus.“

Wino ergänzte: „Die Tour ist bislang echt super, wir spielen an Orten, an denen wir nie zuvor waren, z.B. in Athen in Griechenland, das war klasse, jeder hat mitgesungen, es war wie bei einem Spiel in einem deutschen Fußballstation, ich hörte mich selber nicht mehr. Wir spielen noch in Norwegen, Spanien, Italien, gestern waren wir in Leipzig, dort ist es immer toll!“.

Wino war schon mal in Würzburg, er kennt den hiesigen Gitarrenladen und erinnert sich, dass aufgrund der Army-Base immer viel GIs zu den Konzerten in Würzburg kamen. Saint Vitus ist heute Headliner auf dem Festival, was für Songs werden Saint Vitus spielen, frage ich. „Wir spielen hauptsächlich Sachen, die du kennen wirst, eventuell hier und da etwas neuer und unsere persönlichen Favoriten.“ Kennt oder mag er die Bands, die vor ihnen auftreten? „Hm, es ist mir zu viel Black-Metal, ehrlich gesagt. Ich liebe da eher Slayer und Judas Priest, den true Metal, haha.“

Nach einer längeren Anekdote über ein für ihn wichtiges Judas Priest Konzert 1980 in dem US-Staat Virginia und der kurzen Klärung, wann eigentlich die Saint Vitus Reunion nach der in USA (Chicago, 2003) in Europa war (Leipzig, Full Force Festival), geht Arif auf die persönlichen Wurzeln von Wino ein. Er war ja ursprünglich von der amerikanischen Ostküste und begann Ende der 70er als Sänger und Gitarrist von THE OBSESSED, zog dann in den 80er Jahren nach Kalifornien, um für Saint Vitus zu singen. Aber erstmal noch mal die Frage, ob es für ihn ein Punk-Element in Saint Vitus gibt, denn auf beiden Küsten wuchsen ja zuerst getrennte, dann befreundete Punkbands und Labels heran, SST und Black Flag an der Westküste, an der Ostküste The Obsessed, Dischord Records und Minor Threat. Ob Wino da irgendwie einen „Link“ sieht?

„Ja klar, yeah, es gibt ein wichtiges Punk-Element bei Saint Vitus! Ich meine, Dave sah die Germs live und liebte sie, ich steh total auf die Sex Pistols, Damned, Discharge, ich mag Iggy total, „Raw Power„, Man! Und die Dictators, fuck Man, die Dictators! Was ich auch sehr liebe, ist Rocky Erickson (13th Floor Elevators) und wilden 60er Stuff… Wir sind alle mit Punk und der damit verbundenen Energie aufgewachsen. Ian MacKaye war die erste Person, die zu mir sagte, „Benutze nie das Wort Crossover“. Das war so, als wir die ersten Auftritte mit The Obsessed in Washington DC spielten, das war ja in Kneipen, meistens drei Sets an einem Abend, das ist ewig alles her. Neben unserem eigenem Zeug coverten wir auch Punksongs, und viele Leute kamen, z.B. die von Government Issue, von Iron Cross, die alten DC Leute und sie hassten alle unsere Cover, mochten aber total unser eigenes Material… Verdammt, Ian McKayer, he always stayed true, Joe Lally ist auch ein guter Freund, all das kann ich über SST Records nicht sagen. Sie wurden zu dem, was sie anfangs hassten, corporate shit…“

Hier noch die Ergänzung aus Stones altem Wino Interview aus Trust # 80, dort sagte Wino auf die Frage „Jug Fulla Sun’ erschien auf Tolotta Records, dem Label von Fugazis Joe Lally. Wie ist deine Verbindung zu Fugazi?“ dann auch: “Ich kenne diese Leute seit vielen, vielen Jahren. Joe Lally und Ian Mackaye… Und Ian mochte The Obsessed schon zu der Zeit, als es mit Minor Threat gerade zu Ende ging. Henry Rollins begann sich dafür zu interessieren. Sie mochten die Musik. Und so wurden Ian und ich Freunde. Joe wusste damals noch nicht, dass er einmal bei Fugazi sein würde. Er war einfach ein Typ. Er lebte bei mir im Haus und war sehr interessiert an Musik. Eines Tages gab ich ihm eine Kopie von ‘Raw Power’ von den Stooges, und das änderte etwas in seinem Kopf, und er beschloss, Bass zu spielen. Also fragte er mich, ob ich irgendwelche Ideen hätte, welches Equipment gut wäre und so weiter. Wir halfen uns gegenseitig. Und Joe hat The Obsessed immer geliebt. Als ich nach DC zurückkam, entschlossen, etwas Neues zu machen, beschloss er, eine Single rauszubringen. Also machten wir die erste Shine-Single. Dann entschied er, auch das Album zu machen. Das war es. Wir wurden gute Freunde. Wir waren schon vorher Freunde, aber jetzt sind wir noch besser befreundet.”

Zurück zum Thema SST… dort erschien ja der classic shit: Saint Vitus (1984) (Fussnote 4), Hallow’s Victim (1985) (Fussnote 5), Born Too Late (1986), Mournful Cries (1988). Wino war bei den Alben Born Too Late, Mournful Cries und V, einem live Album plus der Thirsty and miserable EP (Fussnote 6) der Sänger. Und Joe Carducci (siehe seinen Beitrag im Trust Special # 133 über 30 Jahre SST ) war der Produzent von Saint Vitus…

„Genau, er, Greg Ginn und Chuck Dukowski mochten uns sehr, es waren ihnen egal, egal, ob wir Punk machten oder nicht, Ian mochte uns sehr…“ Wie sah es mit royalty checks aus? „Schwierige Frage, das Ganze… Chuck sah ich kürzlich wieder und… Ich weiß nicht, SST ist ein großartiges Label, ich habe Respekt vor ihnen, aber sie hätten bei ihren Kernbands bleiben sollen, sie verloren später die Kontrolle. Greg rippte Sonic Youth und die Meat Puppets ab, das ist nicht cool… er schuldet uns 10 Grand, wir sollten es uns holen und seine Tür mit einem Baseball-Schläger öffnen…“.

Wir haben mit dem Trust bei dem Special die Erfahrung gemacht, dass SST sich einfach nicht zurückmelden… „Ja vielleicht solltest du ihm gutes Gras anbieten, haha, ich meine, SST war ein gutes Label, ja, aber es wurde einfach scheisse… sie fickten uns!“. Ob er bei dem ganzen Output bestimmte Bands sehr schätzt? „Ich finde sehr viel von Sylvia Juncosa gut, die Leaving Trains und Painted Willie. SST hatten einen enormen Output, ja, aber es war auch viel vernachlässigbarer Kram dabei, und, ich hab‘s vergessen, Soundgarden waren so großartig, wir spielten mit ihnen mehrmals, da kamen vielleicht 50 Leute.“ Dave Chandler antwortet auf seine persönlichen Favoriten auf SST noch: „Klar, Black Flag, Minutemen, Meat Puppets und Saccharine Trust! Sie gibt’s ja wieder. Wenn ich nur zwei Bands nennen müsste, dann die Minutemen und Meat Puppets.“

Ein neues Label – so Dave und Wino – ist auch nicht in Sicht, überhaupt scheint es bei Saint Vitus meiner Meinung nach zwei Ebenen zu geben, die alte 80er Zeit und heute 2010, die Renaissance von Doom Metal. Wie sieht Wino das, die 80er und heute? Und wie war es mit den Konzerten in den USA und Europa, gab es Unterschiede? Mir kommt es so vor, dass Saint Vitus trotz der großen 80er Jahre Euro-Touren (von denen es ja ein ganz cooles live Album aus einem Club in Bayern gibt, vor einiger Zeit auf Southern Lord erschienen) doch all die Jahre eher ein Geheimtipp war und durch die neuere Doomwelle wieder entdeckt wurde.

„Damals in Los Angeles in den 80er traten wir vor 50 Leuten auf, bei Touren in Europa dann direkt vor 500 Leuten, deshalb würde ich sagen „Europe people got „it“ earlier… Unser Fokus lag deshalb immer auf Europa. Wobei auch die USA „es“ langsam versteht, und darüber sind wir sehr glücklich, dass wir dort jetzt gute Konzerte spielen. Wir dachten halt, die haben uns vergessen, aber verdammt, USA ist halt unser eigenes Land, und wir können uns nicht nur auf Europa konzentrieren. Unsere drei Ostküsten-Konzerte waren klasse. 2009 war für mich musikalisch ein tolles Jahr, persönlich scheisse, aber klar, du bringst viele Opfer, so zu leben, ich kann nur das, auf Tour sein etc. Ich empfinde es auch als Pflicht, die Band ist eine sehr emotionale intensive, fast spirituelle Sache für mich…“

Discharge war in ihrer Message ja eher direkt, die von Saint Vitus ist ja eher dunkler? „The Hidden Hand war politischer, das war ja während der Zeit, als Bush Präsident war, wir hassten den Motherfucker, ich hab Obama gewählt, weil einfach irgendwas passieren musste. Saint Vitus ist sehr emotional, intensiv, für mich auf jeden Fall…“ .

Würde Wino der These zu stimmen, dass es für die Band 2010 eine Art „Second Coming“ gibt? „Unsere Musik wird gerade wiederentdeckt, ja. Deshalb kommen auch mehr jüngere Fans, das hat auch mit dem Internet zu tun. Oder auch damit, dass die Kids wirklich into Music sind; wenn eine Band auf einem fünf Seiten langen Artikel im Rolling Stone ein T-Shirt von Misfits oder St. Vitus anhat, dann schauen die Kids nach…“ Gab es dann auch vermehrt Interesse größerer Metal-Labels? „Nicht wirklich, Rodney ist ein guter Manager, er schaut nach guten Deals für uns, mal sehen, was geht. Er gibt sich wirklich sehr viel Mühe. Wir sind schon speziell, ich glaube, nicht sehr Mainstream geeignet.“

Am Ende geht es natürlich noch um die großen Themen, Wino erzählte, dass er von KISS den Song „She“ mag, bei AC/DC eher zu „Ride on“ (Wino: „Den Song mit den empty botttles, wie heißt der noch mal?“) oder „Beating around the bush“ tendiert und überhaupt lieber Beatles hört. Ein normaler Tag in seinem Leben in Philadelphia sieht nach der Scheidung von seiner Frau relativ lässig aus, aufstehen, was trinken, mit dem Motorrad cruisen. Die Scheidung war schlimm für ihn, er war allein erziehender Vater, da seine Frau mehr verdiente als er und arbeiten ging, jetzt gibt’s gerichtlichen Streit, und er kann die Kinder nicht mehr sehen und somit auch nicht mehr zum Kindergarten bringen. Wir machten noch einen losen Interview-Termin für das Roadburn-Festival aus, ein eventuelles Interview mit seiner anderen Band Shrinebuilder (das verhinderte dann der Vulkanausbruch…). Zur Zeit der Niederschrift dieses Textes ist Wino ja solo unterwegs in Europa, ist bestimmt auch klasse!

Am Ende, was ist Winos Botschaft für junge Bands? „You have to be ready to sacrifice, if you wanna do it. Plus: Get a good fucking lawyer…“. Und ich möchte schließen mit einem dritten und letzten Zitat aus dem älteren Wino Interview aus Ausgabe # 80, all die weil es einfach so gut passt: „Im Grunde genommen war meine Philosophie von Anfang an, dass ich die Begabung (gift) habe, Musik spielen zu können, zu sprechen, zu denken, Musik zu schreiben. Du musst realisieren, dass diese Begabung wie eine Pflicht ist. Ich bin hier, um das Geschenk der Musik anderen Menschen zu geben. Wenn meine Musik jemand anders glücklich machen, jemandem helfen kann oder sein Leben auf eine positive Weise beeinflusst, dann ist das etwas, was mich froh macht. Ich muss meine Füße auf dem Boden behalten und in einem positiven mentalen Zustand sein, um etwas schaffen zu können. Das tue ich. Nichts mehr, als zu versuchen, hart zu arbeiten und so glücklich wie möglich zu sein.

Es ist nicht immer leicht, glücklich zu sein. Manche Leute suchen ihr ganzes Leben nach einem kleinen Strahl von etwas, was sie glücklich macht. Drogen waren das viele Jahre für mich. Viele Jahre war ich nicht froh, wenn ich nicht wirklich drauf war. Es wurde irgendwann zu viel. Die Drogen brachten mich nicht gut drauf, sondern sie zogen mich runter. Ich merkte, dass ich diesen Geisteszustand nicht brauche, um glücklich zu sein. Mich macht es glücklich, wenn Leute über unsere Musik reden wollen. Meine Musik hat mich hierher, nach Europa gebracht. Die Leute sind interessiert, sie mögen die Platte, sie wollen mit mir darüber reden… Ich bin hier, um das Wort zu verbreiten. Es ist wie eine Botschaft. Es geht alles um Arbeit. Die Arbeit hört für mich nicht auf. Wir spielen den Gig, wir beladen den Van, und wenn ich wieder zuhause bin, fange ich an zu arbeiten. Aber das ist okay, denn was sonst wäre da, weißt du?”

Text: Jan Röhlk
Kontakt: myspace.com/stvitus

Fussnoten

1. Saint Vitus Dance: „So you think you know What’s going on inside her head You think she wants your money But it’s you she wants instead When you think about the things That she did long ago It breaks your heart, but deep down Boy, you don’t want her to go You really look so shattering You feel you want to die Just because of the one mistake Of telling you a lie If I were you I’d try again And try to make amends She only thinks of you, you know I’m talking as a friend“.

2. Living Backwards: „I’ve been gone forever Lost in my own Zone Wandering a wasteland Trapped here all alone No one here to help me No one even cares So I became the ruler of the land of despair Tried to catch the fast lane But I was left behind Now I’m only chasing The colors in my mind Dreams were made for mortals None were left for me So I’m living backwards The past is all I see The past is all I see“.

3. Born too late: „Every time I’m on the street People laugh and point at me They talk about my length of hair And the out of date clothes I wear They say I look like the living dead They say I can’t have much in my head They say my songs are much too slow But they don’t know the things I know I know I don’t belog And there’s nothing I can do I was born too late And I’ll never be like you In my life things never change To everybody I seem strange But in my world now something’s died So I just stare with these insane eyes I know I don’t belog And there’s nothing that I can do I was born too late And I’ll never be like you“.

4. Ein Hörbeispiel zum Debütwerk und der SST Records # 22 – Saint Vitus -Saint Vitus (1984) – gibt’s auf dem wunderschönen SST-Tribute Blog (heretoblast.blogspot.com/2008/07/sst-022-saint-vitus-saint-vitus.html). Dazu steht: „…Though i have to admit that Wino was the better vocalist for Vitus, if you haven’t checked out what Saint Vitus is all about then now it’s the time!“

5. Auf dem guten alten Goodbadmusic-Blog aus der Schweiz gibt es Hörbeispiele zur zweiten LP (http://www.goodbadmusic.com/2009/07/30/saint-vitus-hallows-victim-lp-sst-usa-1985/, die letzte mit dem original Sänger Scott Reagers), beinahe interessanter sind die dortigen Kommentare, so z.B. dieser hier: „…If you ever have a chance to pick it up, try to find one of the very last issues of German HOWL-magazine from the early 90’s – it does have the definitive feature article on the band – a GREAT read, written by one Andreas Bartl who incidentally is now running the toally sucky nationwide German TV channels Sat1/Pro7 (I have misplaced all my copies of HOWL, but I think Saint Vitus were on the cover of that one.)…“

6. In einem Kommentar zu einem Saint Vitus live Video von 1984 ( mit Scott live London, Ontario in Canada, 20.12.1984. als Vorband für Black Flag, goodbadmusic.com/2008/08/12/saint-vitus-live-december-1984-video-footage) steht: „It was not uncommon for Vitus to play gigs with the likes of fellow SST-ers like Flag, Descendents, Minutemen and Husker Du. One time, in fact, they were all on the same bill! Saw these dudes many times back in the day in the Redondo, Torrance area of LA. The Tom’s Thirsty Club bar (Thirsty and Miserable 12-inch cover) still stands today — a fab place on Artesia in Redondo!“

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