Januar 1st, 2014

OVERTHROWN (#159, 04-2013)

Posted in interview by jörg

„Network of Friends“, kein anderer Ausdruck bringt eine gewisse weltweite Verbundenheit in Teilen des Punk / Hardcore besser auf den Punkt. Egal, wie weit man sich auch von seinem zu Hause entfernt, man trifft immer wieder Menschen, die ähnlich fühlen, ähnlich denken und mit denen man sich sehr schnell auf grundlegende Gemeinsamkeiten einigen kann. Ann-Christin und ich sind in Singapur und haben keinen Plan von der Stadt, von dem Land, von dem Ort.

Aber über einen gemeinsamen Freund bekomme ich den Kontakt zu Jay. Wir treffen uns nach einem anstrengenden Tag – er Arbeit im Krankenhaus, wir Reisestrapazen und andere Luxusprobleme – abends auf ein Bier. Und was soll ich sagen, wir verstehen uns von der ersten Sekunde an.

Jay ist Gitarrist bei der singapurischen Hardcore-Band Overthrown. Mit ihm in der Band sind Yusof (Schlagzeug), Hotdog (Bass) und Jay’s jüngerer Bruder Ratchy am Gesang. Als wir im Café sitzen, arabische Spezialitäten geniessen und Säfte probieren, kommen wir schnell auf Themen wie die Szenen in Singapur oder Europa.

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Er erklärt, dass in Singapur fast alles mit Stompin‘ Ground in den 1980ern begann. Sie gehören zu den Pionieren, die im Jahr 1988 anfingen als eine der ersten Hardcore-Bands in Asien. Noch heute zählt Jay sie zu den wichtigsten Einflüssen und sie waren auch 1993 auf dem legendären Sampler „Lion City Hardcore Together At Last“ mit neun weiteren, lokalen Hardcore-Bands. „Wir sind 1994 in die Szene gekommen“, erzählt Jay, „und Overthrown wurde dann 1996 gegründet. Unser Sound war von den bestehenden Bands kaum zu unterscheiden und wir haben sicherlich nicht irgendetwas Neues begonnen. Wir klangen halt wie eine typische 90er Jahre Hardcore-Band, die stark von Madball, Strife und Earth Crisis beeinflusst wurde. Stompin‘ Ground waren zu diesem Zeitpunkt schon eine weit progressivere Band im Vergleich zu ihren Anfängen. Verrücktere Schlagzeug-Rhythmen, mehr Gitarrensoli und groovendere Bassläufe als andere Hardcore-Bands zu der Zeit.“

Stompin‘ Ground haben 2012 ihre Single „We Set The Pace“ wiederveröffentlicht und ich erkenne kaum Parallelen zu dem wuchtigen, direkten Sound von Overthrown. Dieser erinnert tatsächlich stark an Madball. Wir scherzen etwas, dass ihre Musik definitiv mehr nach New York oder Bosten klingt als nach Washington DC. „Wir bevorzugen den leicht progressiveren Sound im Vergleich zu den punkigeren 80er Hardcore-Sound“, grinst Jay uns an. „Dann ist die Frage ja einfach zu beantworten, wenn ihr zwischen Agnostic Front und Minor Threat wählen müsstet“, kontere ich. „AF, ganz sicher!“ Das merkt man auch auf der aktuellen CD „As it is“, die mit einer Polizei-Sirene und direkt mit einem Gitarrenbrett anfängt.

Aber wir waren bei den Anfängen. Was sind in Singapur Beweggründe eine Band zu starten? „Wir waren Musikliebhaber und Konzertbesucher. Hardcore war unsere grosse Liebe. Dabei hatten wir am Anfang gar nicht beabsichtigt live zu spielen und eigene Songs zu schreiben. Wir haben es genossen Coversongs zu spielen und nicht ernsthaft über eigene Musik nachgedacht. Die Anfänge waren also eher gemeinsames Jammen.“ Doch die Band wandelte sich und entwickelt sich weiter. „Bis in die späten 1990er mussten wir mit ansehen, wie viele gute lokale Bands sich auflösten oder in Richtung experimentelle Musik abdrifteten. Hardcore wurde schwieriger musikalisch zu definieren und es wirkte alles irgendwie im Arsch. Für uns war es wichtig diesen alten Hardcore aufrechtzuhalten und nicht irgendeinen Subgenre-Kram, der sich zwar Hardcore nannte, für uns aber nichts damit zu tun hatte.“

Diese Veränderung besingt die Band auch im Song „Reset the Pace“ (Our Last Defense CD), wo es heisst, dass „Hardcore no longer from the heart“ sei und „some even don’t know the roots“. Welche Veränderungen habt ihr konkret bemerkt? „Als wir anfingen war Hardcore in Singapur schon recht weit entwickelt. Die Kids haben weltweit ihren Kram bestellt und das war sicherlich die beste Zeit für die lokale Hardcore-Szene. Auf Konzerten waren 300 bis 500 Personen. Alle trugen schon T-Shirts von US-Hardcore Bands. „Reset the Pace“ wurde erst um 2005 geschrieben. Wir wurden da inspiriert von Stompin‘ Ground’s „We Set the Pace“ EP. Sie haben diese Single gemacht, als Hardcore noch nicht angekommen, noch nicht verankert war. Als wir „Reset the Pace“ veröffentlichten, waren die Ideen und die Identifikation mit Hardcore fast verschwunden. In der Zeit von 2004-2006 boomten Emocore, Screamo und Typen, die sich nur über den Style definierten, aber dennoch sich selbst Hardcore nannten. Hautenge Jeans, Mascara und Frauenhaarschnitte waren die Kernpunkte von dem, was deren Hardcore war. Wir hatten das Gefühl den Kids wieder beizubringen, worum es im „real hardcore“ ging.“

„Was ist denn wahrer Hardcore?“, möchte ich wissen. Hardcore ist definitiv mehr als Style, aber gerade die Emo und später Screamo Ecke haben ja auch z.B. Diskussionen um Geschlechteridentitäten und –rollenbilder in der Szene ermöglicht. „Wahrer Hardcore bedeutet für mich vor allem die 1990er Zeit, als die Musik und der Lifestyle noch für sich selbst gesprochen haben. Eben von der Strasse kommend. Und ein Image ist nicht der Grund, ein Teil dieser Szene zu sein.“ In all den Jahren haben Overthrown erst zwei Alben veröffentlicht. Das erste in 2008 (Our Last Defense) und das zweite im Jahr 2012 (As It Is). Dazu kommen noch ein paar Demos und EPs, doch im Vergleich zum Output einer durchschnittlichen Hardcore-Band aus Europa oder den Staaten ist das sehr wenig. „Das stimmt. Das liegt sicherlich daran, dass wir keine Vollzeit-Band sind und nicht ausgiebig touren. Alle von uns haben Jobs, auf den unsere Priorität liegt. Die braucht es einfach, um hier zu überleben. Und ein anderes Problem ist: viele Leute wissen gar nicht, dass es Hardcore in Südostasien gibt. Wir haben hier eigentlich eine ganz annehmbare und ordentliche Szene und das Aufnehmen von Songs ist eigentlich nie das Problem.“

Die Mitglieder von Overthrown sind Krankenpfleger, Feuerwehrmänner und Facharbeiter. Jay lacht: „Ja, das ist es, was wir in der Realität tun.“ Wie schwer ist es in einer solchen Konstellation – Familie und Freunde kommen zu den Berufen noch hinzu – auf Tour zu gehen? Jay wiegelt ab und lässt das nicht als Entschuldigung durchgehen. „Es ist natürlich schwieriger mit Vollzeit-Jobs auf Tour zu gehen, aber es ist möglich, solange man die Leidenschaft dafür hat. Klar können wir nicht das ganze Jahr über touren. Das Maximum sind 14-Tage am Stück oder Wochenendshows. Aber das reicht voll und ganz. Viele grossartige Hardcore-Bands aus der Region können nicht einmal das tun. Die meisten spielen nur Shows in der Heimat und gehen alle Jubeljahre mal für eine handvoll Konzerte in ein Nachbarland.“

Trotz dieser Schwierigkeiten haben sich die Jungs dennoch im Jahr 2012 einen Traum erfüllt und auf einem anderen Kontinent getourt. Aus den Philippinen bin ich eher gewohnt, dass die Leute sehr gerne in den USA spielen würden, doch Overthrown waren in Europa unterwegs und spielen in 2013 gleich noch mal hier. Warum Europa und nicht die USA? „Wir müssen auf jeden Fall noch mal in den USA spielen. Aber den Ausschlag für Europa gab, dass viele unserer europäischen Freunde erzählten, dass sie bei ihren Touren in den USA das Gefühl hatten, die Kids dort kümmern sich wenig um ausländische Bands, während in Europa Bands von überall willkommen geheissen werden. Egal ob gross oder klein, das Level des Interesses eine Band mal auszuchecken ist in Europa definitiv höher. Der Hauptgrund nach Europa zu kommen war allerdings, dass wir dort sehr viele Freunde haben. So war es viel einfacher.“

Wie waren denn Eure Impressionen von der Europa-Tour? Jay erzählt, dass er anfangs skeptisch war, wie die Kids reagieren würden. Viele Freunde hatten ihm erzählt, dass die Konzertgänger/innen in Europa sehr reserviert auf Bands reagieren. Overthrown hingegen hatten Bilder aus Youtube-Videos vor Augen, die riesige Moshpits und wildes Publikum zeigen. Die Wahrheit lag dann irgendwo dazwischen, doch sie waren sehr zufrieden. „Bei unseren Konzerten war eigentlich immer was los und die Kids haben getanzt“, sagt er uns.

Aber der Hauptunterschied sei vor allem die Grösse der Szene. Sogar in kleinen Orten in der Schweiz oder in Osteuropa seien immer viele Leute gekommen. In den Niederlanden haben sie sogar mit Negative Approach spielen können und bekamen ein sehr gutes Feedback von den Besucher/innen. In Indonesien oder in den Philippinen ist die Insellage ein grosses Problem für Bands, die touren wollen. Nur wenige schaffen es im eigenen Land zu touren, von Konzerten in Nachbarländern erst gar nicht zu sprechen, weil immer Flüge gebucht werden müssen. Von Singapur kommt man über eine Brücke mit dem Bus nach Malaysia, mit Fliegern oder Booten nach Indonesien. Zudem ist das Einkommen in dem Stadtstaat durchschnittlich höher, vergleichbar mit europäischen Staaten wie Deutschland oder Frankreich. Jay nickt: „Wir spielen sehr häufig in Südostasien für Wochenendshows. Es ist viel einfacher, da die Ziele nicht weit und die Reisekosten viel geringer sind. Wir müssen allerdings noch nach China und in die Philippinen, aber das werden wir in Kürze nachholen. Für Japan und Korea sehe ich da keine Chancen, haha.“

Warum nicht auch nach Japan und Korea, möchte ich wissen, schliesslich hat der furchtbar-schmalzige K-Pop, also koreanischer Pop, doch Singapur und Länder wie Thailand und die Philippinen schon längst eingenommen: „Wir sind einfach keine Amerikaner!“ In vielen asiatischen Ländern ist ein Prinzip wichtig, nie das Gesicht zu verlieren. Für Berliner-Schnodderfressen, unfreundliche Westfalen, meckernde Schwaben oder stoische Ostfriesen mag das irritierend wirken, doch diese Art vorsichtig (wenn überhaupt) Kritik zu üben, ist verbreitet und man merkt das auch in der Punk-/Hardcore-Szene. Solange niemand das Gesicht verliert, begegnet man dem/der anderen immer mit einem Minimum an Respekt. Wobei es ja auch unter den Trust-Leser/innen einige Zartbesaitete gibt, die sich über Reviews oder Interviewfragen aufregen sollen. Nichtsdestotrotz, politische Kritik wird häufig eher vage formuliert.

Wie sieht es mit den Texten von Overthrown aus, welche Bedeutung haben sie in diesem Kontext? „Hardcore bedeutet für mich, das Auszusprechen, was in meinen Gedanken kreist. Und auch, dass man Meinungen sagt, die andere vielleicht nicht aussprechen. Aber es stimmt auch, dass Personen in der Szene sehr sensibel reagieren können, vor allem wenn es um interne Dinge geht. Hingegen sind uns politische Texte sehr wichtig. Sie können jemanden sehr positiv beeinflussen. Die meisten Menschen bilden sich ja nicht notwendigerweise mehr in Schulen, mit Fernsehern, Büchern, Radios oder Zeitungen weiter, weil im Mainstream nicht unbedingt die Wahrheit über politische Angelegenheiten wiedergegeben wird. Punks haben dadurch manchmal mehr Wissen und bessere Ansichten als Politiker. Also, manchmal findet sich die Wahrheit in Hardcore / Punk Musik.“

Ein wenig muss ich schmunzeln. Von wem ist noch mal das Zitat, dass sich die Wahrheit auf dem Boden eines Bierglases finden lässt? Singapur ist – wenn man es mit Ländern wie Indonesien, den USA oder auch Deutschland vergleicht – relativ klein. Es scheint, als kenne jeder jeden. Als wir mit Jay durch die Stadt gehen, bleibt er einige Male stehen und grüsst Personen. Das erinnert mich immer an die Zeit in Münster. Jay erzählt uns die Anekdote, wie eine Exfreundin sich mal bei ihm darüber beschwert habe, dass er so viele Leute kennen würde. Das hätte sie irgendwie genervt. Doch es ist nicht nur die kleine Szene, oder vielleicht auch nur ein paar Zufälle auf der Strasse, denn auf der anderen Seite besitzt Singapur viele verschiedene Subszenen, sei es eine lebendige Skinhead-Kultur, die sich auf die britischen Wurzeln Ende der 1970er beruft, eine Skater-Szene, eine Hardcore-Szene etc.

Wie ist es in so einer Stadt zu leben? „Singapur ist wirklich das kleinste Land der Welt, hahaha. Daraus zu schliessen, dass wir die winzigste Szene der Welt haben, ist auch richtig. Aber wenn man mal von der Grösse absieht, haben wir viele Bands, denn fast jede/r im Mosh-Pit spielt in einer eigenen Band. Die Kids hier haben sich weiterentwickelt. Leider bleiben viele von ihnen nicht länger als zwei oder drei Jahre in der Szene. Dadurch siehst du halt immer wieder neue Gesichter, aber uns stört das nicht, denn es hält die Szene auch lebendig. Im Moment gibt es viele grossartige alte Bands wie The Jabs, Obscure, Bloody Rejects, Gen69, The Bois, Cesspit, FullPledge Munkees, Rancour, Plainsunset, Ossuary, aber auch neue Bands wie Straight Forward, Collide, Reverse, Tipping Point, 2FOLD, Avanlanche, A Town In Fear, um nur ein paar zu nennen. Alle erwähnten Bands spielen Hardcore, Punk, Oi, Ska oder Metal/Screamo.“

„Wenn wir schon mal bei Singapur sind, was würdest du über die Stadt sagen?“ Jay lacht: „Singapore is a FINE city! „Fine“ steht dabei für beide Bedeutungen des Wortes. Du kannst bestraft werden (get a fine) für Spucken, Kaugummi kauen, Müll wegwerfen und es wartet sogar die Todesstrafe auf Drogenhandel. Es gibt sogar noch die Prügelstrafe für Vandalismus.“ Er berichtet darüber, dass in dem Land immer noch die Prügelstrafe aktiv ist und was es heisst, sie zu bekommen. Denn die Peitschenhiebe, die man erhält, sind nicht einfach wegzustecken. Viele werden schon nach einem oder zwei Schlägen ohnmächtig vor Schmerz. Mit einem gewissen Respekt erzählt er von einem Skinhead, der über zehn Schläge ohne Pause über sich hat ergehen lassen und dadurch zu einer Art Szene-Held wurde, dem nun alle mit Respekt begegnen. „Dennoch, wenn man alles zusammennimmt ist es hier nicht so schlecht. Wir leben hier in einem der fortschrittlichsten Länder der Welt und auf jeden Fall in einem der saubersten. Jede/r spricht hier Englisch. Die Gesetze sind hier sehr hart, aber es macht das Land auch nett und vor allem sicherer.“

Eine sehr realistische Einschätzung. Und die guten Seiten? „Das wichtigste hier ist Geld, Freunde und Familie. Die besten drei Plätze Sentosa Island, Clarke Quay und die Orchard Road rund um das Rathaus.“ Als würde ihn Familie, Freunde, Overthrown und der Job als Krankenpfleger nicht genug auslasten, hat Jay Reconstrux Booking gegründet und organisiert Shows von Bands aus dem Ausland, die nach Singapur kommen. Darunter auch Acts wie Comeback Kid, No Turning Back, Sick Of It All oder Youth of Today.

Er finanziert diese Shows, die meistens Verlustgeschäfte sind, mit Konzerten von Muse oder anderen Indie-Bands, die er ebenfalls in den Stadtstaat holt. Wie ist die Unterstützung in der Szene? Das klingt doch super, oder gibt es Neider? „Die Leute, die wissen wie Dinge funktionieren, geben ihre Unterstützung und finden nicht, dass es Sellout ist. Leute, die glauben, dass ich Geld mit den Hardcore-Shows mache, denken das Gegenteil. Einige von denen boykottieren die Shows und schreiben Stuss im Internet. Mich interessiert das relativ wenig, denn ich weiss was ich tue und solange ich die Eintrittspreise niedrig halte, denke ich, ich tue das Richtige. Einige der Leute vergleichen die Ticketpreise dann mit lokalen DIY/Punk/Crust-Shows, die natürlich nur den halben Preis nehmen müssen. So ignorant können Menschen halt sein. Ich denke, Bands die auf Tour kommen verdienen einen ordentlichen Laden, eine Backline, Pennplätze und vernünftigen Transport. Leute, die noch nie auf Tour waren, können das nicht zu schätzen wissen.

Wenn Bands danach fragen, heisst es nicht unbedingt, dass sie Rockstars sind. Diese Bands sind einmal um den Erdball gereist und man kann nicht verlangen, dass sie ihren Standard komplett aufgeben. So ist es offensichtlich, dass Ticketpreise höher sein müssen als bei regulären Shows mit lokalen Bands, da wir immer noch zusehen müssen, zumindest den Break-Even zu erlangen und mit plus minus null rauszukommen. Auf dieser Art und Weise fühlen die Bands die Wertschätzung und die Leute auf der Show erfahren eine gute Atmosphäre. Ich würde mich schämen, wenn die Bands zurück in ihre Länder reisen und diese Szene nur mit negativen Erlebnissen in Verbindung bringen. Ich meine, sie teilen die Erfahrungen mit ihren Familien und Freunden zu Hause. Für mich gut, denn die Bands, die ich organisiert habe, sind immer zufrieden und erzählen Gutes über ihre Erlebnisse. Wenn es anders wäre, würde ich nicht so häufig Shows organisieren.“

Erst später ergänzt er, dass es natürlich auch bei den Bands Unterschiede gibt. Zum Beispiel fände er es merkwürdig, wenn Bands in Singapur nicht das lokale Essen probieren, sondern lieber zu den landesüblichen Fastfood-Ketten gehen. Oder sich darüber wundern, was es in den singapurischen Seven-Eleven-Shops an Produkten gibt. Dennoch, im Grossen und Ganzen seien seine Erfahrung durchweg positiv. Dazu passt, dass auf dem letzten Album „As it is“ viele Gastsänger zu Wort kommen. Wie seid ihr in den Kontakt gekommen? Wie war es für euch ein Album aufzunehmen mit so vielen Bekannten der internationalen Hardcore-Szene, wie Death Before Dishonor, Restraint, Straight Forward, Shortfuse, No Turning Back, Down to Nothing oder Ling Ly Chee? „Einige waren für die CD geplant, andere eher zufällig. Während unseres Aufnahmeprozesses spielten einige der Bands hier und so haben wir sie einfach mal nach Gastgesang angefragt. Sie haben cool reagiert und wir haben sie die Tracks einspielen lassen, während sie hier für ihre Shows waren. Andere wiederum nahmen sie in ihrer Heimat auf und haben uns die Tonspuren per Email geschickt. Für uns ist es eine Ehre sie auf der CD zu haben und es beweist für mich auch die wahre Existenz des weltweiten Hardcore-Netzwerks.“

Schöne Schlussworte!

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Nach zwei netten Abenden, die wir in unterschiedlichen Locations herum gehangen und gequatscht haben, fuhren Ann und ich im Anschluss weiter nach Malaysia. Overthrown werde ich auf jeden Fall im Sommer 2013 sehen. Wer mehr über den singapurischen Teil des Hardcore-Netzwerkes wissen will, kann sich direkt an die Band wenden: overthrown@gmail.com

Mika Reckordt

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