Januar 13th, 2020

NAMHAMMANIT aus #135, 2009

Posted in interview by Jan

„Und wie das halt so ist, mit revolutionären Idealen, kannst du sie heut bei ALDI kaufen und mit Karte zahlen“…

Interview mit N`AM HAMMANIT

Die Band ohne Namen kommt aus Köln und hat Mitte 2008 in Eigenregie ihre erste Veröffentlichung herausgebracht. Zwei Songs davon waren auf Fanzine-Beilagen-CDs zu hören und besonders der Song „Der Kühlschrank von Che Guevara war revolutionär“ hat mich wirklich total umgehauen, sau gut, kann man auf der myspace Seite nachhören. Also, mir hat es gefallen, deshalb wollte ich ein Interview machen. Bevor es wieder heißt, „der Jan vom Trust interviewt wieder nur seine Leute aus Köln“… nein, ich kenne keinen von der Band. Sie hätte genauso gut aus Leipzig oder Augsburg kommen können, mich hat dieser Song echt geschockt, das restliche Material geht auch okay, daher kommt das…

Ich finde das immer interessant zu wissen, aus welcher Stadt eine Band kommt. Und da die Band nun mal aus Köln kommt, genau wie ich nicht, aber aus dem Rheinland, geht’s hier nun auch u.a. darum. Ich bin sehr gespannt, was aus der Band wird, macht mal nen Konzert mit denen. Per E-Mail führte ich mit dem Sänger Andi ein Chat-Interview, also nicht (wie sonst von mir öfters gemacht) „hier, da sind 15 Fragen, tschö mit ö“, sondern immer eine Frage von mir, dann seine Antwort, dann konnte jeder auf den Beitrag des anderen eingehen usw.

Das hatte ich mal in einem Interview mit Armin Xmist fürs Razorcake Magazin ausprobiert, und das klappt auch gut – wenn der Interviewpartner mindestens jeden oder doch jeden zweiten Tag seine Mails checkt. Auch hier klappte es, natürlich ist das ganze Verfahren etwas langwieriger, aber ich glaube, mit diesen E-Mail-Chat-Dingern (das hier ist also mein erstes fürs Trust) ist das eine gute Sache: es ist ein Kompromiss zwischen der live-Spontaneität und dem überlegteren Geschreibe in Emails. Ein live-Ding war mir dieses Mal leider nicht möglich.

Hey Andi, schön dass du Zeit für dieses Chat-E-mail-Interview fürs Trust hast. Ihr seid ja auf diversen Bezahl-CD-Samplern vertreten gewesen, gut so, so bin ich überhaupt auf euch aufmerksam geworden… habt ihr das selber bezahlt, weil nen Label habt ihr doch noch nicht oder?
Tach auch. Also folgendes… Wir haben ja nicht mal einen Namen, ein Label auch nicht, also müssen wir alles selber in die Hand nehmen und die Sampler sind eine gute Möglichkeit sich einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. Die Kontakte gab‘s vorher nicht und dementsprechend mussten wir die Kosten natürlich selber tragen. Die einzige Möglichkeit das ganze erschwinglich zu machen war die kürzesten Lieder unterzubringen. Mit zusammen knapp 2 Minuten geht das schon.

Stimmt, das macht Sinn, die zwei Songs, die ich von den zwei CD-Beilagen kenne, „Der Kühlschrank von Che Guevara war revolutionär“ und den von der Plastic Bombe sind echt schön kurze Punkbrecher, aufs wesentliche reduziert. Wollt ihr die Promoaktiviäten auf andere Hefte noch ausdehnen, Wahrschauer, Spex, ha? Gerade der „Kühlschrank“-Song hat mich total umgehauen, das war nach langer langer Zeit mal wieder ne echte Neuentdeckung für mich auf diesen ansonsten meistens fürchterlichen Beilagen-Samplern… ist das deine Stimme, worum geht‘s in dem Song, ich konnte leider keinen Text finden?
Ja wir sind noch mit einem Lied auf dem Taugenix-Sampler. Dem Print-Zine von Nix Gut, dem DeutschPunkLabel. Damit soll aber dann auch erst mal Schluss sein. Das ganze ist ja ein Fass ohne Boden und anstatt Werbung zu schalten haben wir uns dazu entschieden unsere Lieder unterzubringen. Yes. I am the singer of the band. Das Lied ist über den Kühlschrank von Che Guevara und der war halt revolutionär. Das ganze ist als Gegending zu dem Che Guevara Kult zu sehen, der ja seit Rage against the maschine wieder sein Unwesen treibt. Wie halt die Fresse von dem Kerl vermarktet werden und Inhalte auf der Strecke bleiben. „Und wie das halt so ist mit revolutionären Idealen, kannst du sie heut bei ALDI kaufen und mit Karte zahlen.“ Die Texte kommen im übrigen als Gratis Beilage zu unserer CD.

Ah, genau, im Kapitalismus wird alles zu Ware, auch die Gegenkultur. Apropos CD, auf eurer myspace-Seite kann man jetzt eine kaufen, 12 Songs für 8 Euro… ist das eure Debüt CD?
Yeap. 12 Lieder (+ 1 Bonus) für 6€ + 2€ Porto und Verpackung. Verschenken können wir sie leider nicht. Der Preis deckt noch nicht mal die Produktionskosten. Aus kapitalistischer Sicht ist das ganze eh fürn Arsch und eher idealistisch zu sehen.

Überlegt ihr noch nach nem neuen Bandnamen oder lasst ihr den erstmal so? Klingt ja für nicht-deutschsprachige fast schon wieder exotisch.
Der Name steht. Wir heißen seit dem es uns gibt N’AM HAMMANIT und das wird auch so bleiben. Leute, die uns auf Konzerten gesehen haben, waren auch meist irritiert und haben ihn erst verstanden, nachdem man ihn ausgesprochen hat. So haben also auch deutschsprachige schon Probleme damit. Genauso soll es sein. Den englischsprachigen Bands mit denen wir gespielt haben zu erklären das der Name bedeutet, das wir keinen haben, lässt ihn als ein bisschen einfallslos erscheinen. Andererseits hast du natürlich Recht, dass er ohne die Bedeutung zu kennen exotisch wirkt.

Das ist ja immer so eine Sache, manche Bandnamen klingen auf Englisch halt total „cool“ und „punkig“, wenn sie so auf deutsch heißen würden, wäre es direkt „voll peinlich“, was weiß ich, MDC – Millions of Dead Cops klingt voll radikal, Millionen Toter Bullen wäre wohl direkt peinlich. Vielleicht hört sich The Band without a name … ach nee, ist schon gut so. Ihr habt euch ja aus den mächtigen Bluthusten rekrutiert, was ist aus denen geworden, als ich im Rheinland wohnte, musste ich immer schmunzeln, wenn ich den Namen gelesen habe… das war doch mehr hardcorig orientiert oder? War das bewusst, dass ihr für schnellen Punkrock ungewohnte Instrumente verwenden wolltet, also ihr habt ne (schön anzuhörende) Mandoline dabei und eine „live Triangel“? Geil! Bei der Band, wo ich mitspiele, hatten wir mal ein live-Regenrohr dabei, zur Triangel haben es wir nie geschafft, perfektes Punkinstrument eigentlich, man muss wenig können oder machen und kann dabei schön Bier trinken?
Die mächtigen Bluthusten gibt es nach mehreren Anläufen nicht mehr und ja das war die Richtung HardcorePunk. Als sie sich das erste Mal getrennt haben, kamen der Schlagzeuger und der Bassist auf mich zu und haben gefragt, ob wir nicht zusammen weitermachen wollen. Ich habe Bluthusten im letzten Jahr desöfteren gefahren und habe dann zum Setende hin mit den beiden „Staatsfeind“ zum, muss wohl sagen, schlechtesten gegeben. Die Bands, in denen ich vorher gespielt habe, waren Sachen, die nicht aus dem Proberaum rausgekommen sind und daher hat die Frage mich schon ein wenig überrascht, allein da ich bis dato noch nie ein Lied geschrieben hatte.

So, um dann jetzt den Bogen zu unserer Instrumentalisierung zu schlagen muss ich wohl mit dem ersten Lied anfangen, das geschrieben wurde. Das Lied hieß dann logischerweise „Nr. 1“ und fängt mit einem Folk-Thema an. Und da lag das mit der Mandoline auf der Hand. Nach und nach sind noch ein paar weitere Lieder entstanden wo die Mandoline Sinn ergibt (unter anderem der Bonussong). So lief das dann ein paar Jahre bis sich unsere Wege und die unseres Schlagzeugers getrennt haben. Da kam die Idee, die schon länger im Schrank lag, auf mit einem Schlagzeugcomputer weiterzumachen.

Irgendwie war das für uns relativ plausibel mit einem stets motivierten Schlagzeuger weiterzumachen. Ja, und dann kam Heino mit der Triangel um die Ecke und hat gefragt, ob wir nicht einen Triangelspieler gebrauchen können. Das konnten wir. Alleine um uns mit dem Computer noch als Rock´n´Roll Formation zu sehen. Dann kam noch ein kleiner Teddy hinter nem Miniaturschlagzeug dazu und das sind wir nun. Sag das mit dem wenig können müssen und dem Bier trinken aber bitte nicht weiter.

Ok, bleibt unter uns. Habt ihr innerhalb der Band eine Art Konsensband, die ihr alle gut findet?
Ne. Eine Band hammanit. Wir sind alle mit den gleichen (Deutsch-) Punksachen groß geworden, der eine früher, der andere später. So beschwert sich halt wirklich keiner, wenn einer was hören will. Sachen die nicht gehen, gibt‘s ne Menge, das ist aber, wenn Pop oder Reggae oder su jett, aber nen Favoriten nicht.

Ihr seid eine Band aus Köln, die seit 2003 Kölschpunk machen… wie steht ihr oder besser gefragt, wie seht ihr das mit dem berühmten Kölner Lokalpatriotismus? Ich kenne das als ex-Leverkusener selber, die Rheinländer sind immer so „weltoffen“ und ach so tolerant in ihrem scheiss katholischen Verein, dabei ist das dieses weltoffene oft (nicht immer) total oberflächlich… Mein Eindruck ist, dass Bands aus dem Rheinland zumindest in Sachen Selbstvertrauen keinen Mangel haben, was oftmals oder manchmal arrogant rüberkommt, so von wegen „Ah, Köln, dat Herz von der Welt schlägt hier, wir sind so eine super Stadt“ blabla… keine Ahnung, macht davon irgendwas Sinn für dich, wie siehst du das oder hast du nur positive Erfahrungen mit Kölle am Rhing?
Das mit Leverkusen tut mir leid. Aber jetzt mal Ernst bei Seite. Der Vollständigkeit halber muss ich sagen, das wir zu 66 % Immigranten sind. Zwar aus dem Einzugsgebiet, aber halt keine gebürtigen Kölner. Was an sich auch scheissegal ist. Köln ist eh eine Einwanderungsstadt. Mit der Weltoffenheit das stimmt, die wird hier GROSS geschrieben. Wäre aber auch (touristisch) blöd, was anderes zu behaupten. Da Köln ja seit dem Mittelalter eine Tourismus Metropole ist, würde man sich ja sonst die Kundschaft vergraulen. Und Lokalpatriotismus ist ja kein Rheinisches Phänomen.

Das hast du ja wirklich überall. In Berlin läuft ja auch jeder zweite mit nem Berlin T-Shirt rum oder hat nen Bären irgendwo drauf. Wahrscheinlich werden sogar in Reda-Wiedenbrück Sachen gekauft. Und hier ist das halt diese Cologne Scheisse. Ein passendes Lied haben SUPERNICHTS geschrieben…. „Scheisse Alaaf“… „Seitdem ich hier wohne, nervt er mich schon der Kult um Colon. Ich scheiss auf Colon und die Scheisse vom Dom“. Also ich mag die Stadt, aber sich dauernd auf den Dom zu berufen und seine gute Laune zu betonen, nervt auf Dauer. Was genauso nervt, sind Leute die dauernd betonen, wie Scheisse es hier ist. Hier ist auch nicht alles Scheisse, was stinkt. Ich glaube, die wenigsten werden gezwungen, hier zu wohnen und Bärlin ist ja auch ein toller T-Shirt-Druck. Oder Reda-Wiedenbrück… Apropos. Arrogant sein kann man auch als Immigrant, aber auch das wiederum können andere auch ganz gut.

Ha ha, ok, eins zu null für dich mit dem Leverkusen-Konter. Yo, okay, also ein distanziertes Verhältnis hat ja auch Sinn, aber alles mies machen kann wiederum auch nix, stimmt. Seid ihr schon oft in Köln aufgetreten und wo oder darf´s auch mal außerhalb des Rheinlands sein? Ihr seid ja mit eurem „synthetischen Menschen“ am Schlagzeug – so Alienfilm-Style – relativ unabhängig von technischen Voraussetzungen und könntet ihr überall spielen, unter der Brücke, auf der Brücke usw.?
Die meisten Auftritte waren in Köln (Sonic Ballroom, Blue Shell, Wagenplatz) und im Umland. Letztes Jahr haben wir es bis nach Frankfurt a. M. geschafft und Anfang diesen Jahres haben wir in Bremen gespielt. Es ist also nicht so, das wir was gegen rumreisen hätten. Das auf der Brücke spielen ist zwar ne gute Idee, haben hier schließlich genug davon, aber technisch sind wir mit dem elektronischen Schlagzeug leider sehr abhängig. Wir sind natürlich im Vorteil was den Transport angeht. Dummerweise brauchen das Ding und die Gitarren Strom.

Und ne gute PA brauchen wir auch noch und die hammanit. Abgesehen davon sind die Gehwege äußerst schmal. Tatsächlich haben hier regelmäßig Konzerte unter der Mülheimer Brücke stattgefunden, da gabs allerdings beim letzten Versuch wohl Probleme mit dem Amt für Ordnung. Es ist schon einfacher sich ins gemachte Nest zu setzen, einen Verstärker mitzubringen, den Drummer in die vorhandene PA zu stöpseln und loszulegen. Wir halten das trotzdem mal im Auge.

Echt, wie lange gab‘s denn die Brücken-Konzerte? Und wo wart ihr in Frankfurt, ich wohne ja da, hab euch aber vor einem Jahr nicht gekannt, was nicht heißt, das ich nur dahin gehe, wo ich die Bands kenne, aber…
Die Brückenkonzerte gab‘s, meine ich, schon als ich hier ankam und das ist jetzt 8 Jahre her. Wohl eher länger. In Frankfurt haben wir in der Raumstation Rödelheim gespielt.

Du hast eben schon ein paar der Auftrittsorte von euch in Köln erwähnt, wie findest du generell die „Auftrittsmöglichkeiten-Szene“? Ich denke mal, dass ist in Köln trotz Millionenstadt und Umland nicht so aufgesplittert, wie z.B. in Berlin, wo es für jede Verselbstständigung von Punk ne eigene Szene gibt, also für die 77er Punks deren drei Länden, 4 HC-Läden, 30 Crustkneipen-Teile etc. Was ist so das Programm der Läden bzw. welches Klientel wird da bedient und wo geht ihr am liebsten hin? Also, wat hamma denn da, Bauwagenplatz ist doch mehr so crust oder? Sonic Ballroom der klassische HC-Punk, Gebäude 9 für die größeren Punkdinger und sonst so Indie-Zeug… Kulturbunker Mühlheim war ich zu selten, um mir da nen Bild machen zu können und diese Schnapsfarbrik ist relativ neu oder? Wieso hat so eine Stadt wie Köln kein AZ oder ist das der Bauwagenplatz bzw. reichen die schon vorhandenen ähnlichen Läden wie AZ Leverkusen, AJZ Wermelskirchen oder AK 47 in Düsseldorf?
Nein. Eine Aufsplitterung wie in Berlin gibt es hier nicht. Was aber halt an den mangelnden Orten liegt. Wenn du mal einfach in eine Punkkneipe willst, gibt‘s eigentlich nur den Ballroom. Das wiederum ist aber auch nicht mehr so, wie es vor ein paar Jahren war, da dort fast täglich Konzerte sind. Und die wenigsten davon sind „klassische“ Punkkonzerte. Das mit der HC-Punk Kneipe würde ich so nicht unterschreiben. Einen Katzenwurf davon entfernt gibt‘s den Underground, der aber nicht nur von mir gemieden wird. Was mich schon die eine oder andere Band gekostet hat.

Im Gebäude 9 spielen seltenst interessante Bands. Die Wagenplätze und die Schnapsfabrik machen dann Bands, die ansonsten in einem AZ spielen würden. Das ist dann DIY HC und Punk, aber auch eher sporadisch. Es muss halt auch immer Leute geben, die bereit sind für lau Getränke zu verkaufen, aufzubauen, abzubauen, aufzuräumen,… (haben wir übrigens unterwegs auch als Hauptgrund gehört, warum Läden, die bestehen, vor dem Aus sind). Aber es gibt regelmäßig Kneipe. Warum diese Stadt kein AZ ist ganz einfach erklärt. Die Stadt möchte keins. Es gab in den letzten Jahren einige kurzzeitige Besetzungen, die aber auch recht schnell wieder geräumt wurden.

Unser Triangelspieler wohnt in einem Wohnprojekt für Punks (das tatsächlich städtisch ist; aus den 90er) und die haben im Moment ähnlichen Trouble. Der Rauswurf zieht sich wahrscheinlich noch was hin (was mit Erscheinen des Heftes aber schon hinfällig sein kann). Zum Rauswurf gab es einen Wisch, dass die Stadt keine Punks mehr möchte Punkt Also soviel dann noch mal zu der Weltoffenheit und Toleranz hier. Das AZ Leverkusen, das AK 47, das AJZ Wermelskirchen, das Juz Brühl,… sind zwar schöne Läden, aber teilweise schlecht mit dem ÖPNV zu erreichen oder du gehst schon wieder, bevor das Konzert zu Ende ist, um die Bahn noch zu kriegen. Leverkusen ist natürlich nicht weit, aber wie der Name sagt, liegt das im Umland. Köln ist ein weißer Fleck auf der AZ Karte.

Gibt’s das Trash Chic eigentlich noch und wie ist diese neue Kneipe in Mühlheim, Limes? Ich hörte auch mal was von HC-Konzerten auf einer Kegelbahn???
Die Kneipen, die du aufzählst (und die alte Schnapsfabrik), sind komischerweise alle auf der schäl sick (der zu unrecht verunglimpften rechten Rheinseite, die bis vor ein paar Jahren doch recht jungfräulich war, was Weggehmöglichkeiten betrifft). Ja, das Trash Chic gibt‘s noch (inkl. einer guten vegetarischen Essensauswahl), über das Limes kann ich nichts sagen, war ich noch nicht und die Kegelbahnkonzerte sind im Lamäng, einer doch punkrock-untypischen Eckkneipe in Kalk-Gremberg. Die war vorher am Ebertplatz und ist vor einiger Zeit umgezogen. Die Konzerte sind auch sehr klein und gemütlich. Das Trash Chic hat ja auch mal Konzerte auf seiner Kegelbahn gemacht. Im Lamäng scheinen die Nachbarn was lärmunempfindlicher zu sein.

Die Bandszene in Köln ist ja auch relativ vielfältig, von Punkrock a la Dr. Sommer und Supernichts über die klassischen HC-Bands wie Asiflash, The Schöne Hubätz, Radioactive Toys (gibt’s die eigentlich noch?) über Noiserock von Confused, Riot Grrl Punk von ZOSCH!, die Horrorpunk-Bands von Fiendforce (Crimson Ghosts, The Other) hin zu Grind-Death-Metal von World Downfall… gibt’s nen Zusammenhalt unter den Bands verschiedener Punk-Genres oder kochen da alle ihr eigenes Süppchen?
Mit den Bands muss ich aus meiner bescheidenen Meinung heraus sagen, das da generell jeder sein eigens Süppchen kocht. Es gibt auch Überschneidungen, das da mal Punk- und Hardcorebands zusammenspielen. Meist siehst du aber auf nem Hardcore- (o.a.) Konzert andere Leute als auf nem Punk-Konzert. Sonst… Asiflash sind Nachbarn. Die Hubätz und die Toys haben vor Jahren öfter mit Bluthusten rumgeturnt. Die Toys siehst du aber heute wegen nem Umzug leider nur noch selten. Und der Crimson Ghosts Gitarrist hat uns in seinem Castketcase Studio aufgenommen. So gibt‘s natürlich schon Kontakte über die Genres hinaus.

Kurze Fragen, kurze Antworten am Ende bitte… Fanzines – bald tot oder immer noch wichtig oder immer schon Nischenprodukt?
Als Print immer noch wichtig, Klos werden ja auch nicht abgeschafft.

Lieblingswitz?
Wir gehen zum Lachen in den Keller und das wegen strikter Brandschutzmaßnahmen immer schön einer nach dem anderen.

Bestes Kölsch?
Gaffel und Gilden.

Zukunftspläne von eurer Band?
Kann man heutzutage etwa die Zukunft planen… Ett kütt wie kütt.

Interview: Jan
Kontakt: www.Myspace.com/namhammanit

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