Oktober 12th, 2018

MARC GÄRTNER (#170, 2015)

Posted in interview by Jan

Substance > Style. Punkrock und Fotografie: Im Gebet mit Pater Marc Gärtner

„Fluch und Segen des Punkrock-Fotografen ist, dass er vom Rest der Welt ignoriert wird. Es ist am Ende egal, ob da jemand Fotos macht oder nicht. Zum einen ist das befreiend: man kann machen, was man will, lassen, was man nicht will, und wenn man Mist baut, dann stört es auch keinen. Auf der anderen Seite heißt es aber auch, dass auch gute Arbeit meistens ignoriert wird, oder eher, man wird schon zur Kenntnis genommen aber das war es dann auch. Etwas Lob und Anerkennung ist schön und gut, aber sobald man mehr erwartet, werden einem die Türen wieder schnell vor der Nase zugeschlagen.“

Von Ed Colver ist dieses Backcover-Foto des „Hardcore California“-Buches gemacht, der Stagediver in der Rolle rückwärts nach vorne, in Vans und mit Wasted Youth-Aufnäher auf der Jeans, das wäre so mein „favorite Punk shot“. Ich bin sicher, dass bald ein Bild von Marc Gärtner für zukünftige Teenager diese Rolle spielen wird. Marc ist Zine-Macher und Fotograf auf Punk-Konzerten, oft im Rheinland, gerne auch Deutschlandweit und auch die USA kennen ihn. Muss ich wirklich über einen der besten aktuellen Fotografen von Deutschland noch viele Worte verlieren? Der just mit seinem eigenem Foto-Fanzine voll durchstartet? Zwei Nummern von dem Punxelated-Fanzine sind schon erschienen und beide geil!

Der End-dreißiger Bonner kommt ursprünglich aus Burscheid in der Nähe von Leverkusen. Wir beide machten zusammen Abi und erlebten in Sachen Punkrock einiges zusammen. Meine Güte, nach meinem Führerschein war meine erste Autofahrt zu Pennywise 1997 nach Köln, neben Marc waren noch drei andere in der Karre und die Rückfahrt…Ach, lassen wir das. Oder wie wir 1997 bei Descendents in Essen vor ausverkaufter Türe standen, nur um dann 2010 bei Descendents in London dabei zu sein, doch der heisere Milo brach das Konzert nach 4 Songs ab…Interessiert doch keinen! Queers live 95 in Köln! Marky Ramone mit Jet Bumpers als Vorband live 1997 in Köln…Ach ja, schön war die Zeit!

Aber das ganze Rhabarber soll euch nicht von diesem Gespräch abschrecken, es geht um Fragen zu Punk, HC, natürlich seinem Fotozine, seiner online-Foto-Galerie und dem fotografieren allgemein. Marc veröffentlichte bislang u.a. im New Noise Magazine, OXZ, Maximum Rock’n’Roll, Visions Magazin, Razorcake, Trust, Plastic-Bomb und arbeitete u.a. mit Stageload, Fat Wreck Cords, Insubordination Records und The Fest zusammen. Alles weitere dann in unserem Gespräch, in dem es auch um Marcs sonstigen umtriebigen Support der HC-Punk-Szene geht, jedoch auch u.a. noch die Ramones, die Humpa-Jugend, Coca Cola, die Ramones, Camus, DRI, das rothaarige Mädchen und Marc Renton eine Rolle spielen.

Marc!
Jan!?

Erzähl doch mal, wie ging das mit dir und Punkrock los?
Ich und Punkrock? Angefangen, Musik zu hören, habe ich vergleichsweise spät. Es begann mit dem, was Anfang der 90er populäre Rockmusik war. Nirvana, Metallica, Guns’n’Roses. Der Soundtrack fürs Freibad 1992. Über die Toten Hosen und Ramones dann zu Punk gekommen. Gerade rechtzeitig für den Epitaph/Fat Boom, so dass NOFX, Bad Religion und Lagwagon mit meine ersten Konzertbesuche waren.

Echt, das erste Konzert ever von dir war NOFX? Oder war es das erste Punkrock-Konzert?
Reinkultur 1994 war mein erstes Konzert. Mit NOFX und Sick of it all. Mit der verdammten Straßenbahn nach Bonn. Nachts um eins hat uns mein Vater mich und ein paar Freunde vor der SPD-Zentrale abgeholt.

Das sind ja alles Bands, die viele Jahre später noch mal auftauchen, vor deiner Linse. Die Liebe zum Pop-Punk war da schon ausgeprägt, obwohl, du hast ja immer auch total verschiedenes gehört, auch die guten alten D.R.I.?
Bestimmt sind 80 Prozent der Musik, die ich höre, Punk. Davon wieder 80 Prozent eher melodische Varianten. Der Rest fängt irgendwo bei Indie-Rock an und hört bei Grindcore auf. Je weiter es von Punk entfernt ist, umso wählerischer wird es natürlich. D.R.I. ist definitiv eine meiner Lieblingsbands. Der Auftritt 2002 in Wermelskirchen ist auch eine meiner besten Konzerterfahrungen.

Also eher frühe Ramones als frühe Gang Green?
Ja. Frühe Ramones über alles. So ganz streng sehe ich das auch nicht. Punk und Hardcore gehen ja ziemlich nahtlos ineinander über. In unserem gemeinsamen Bekanntenkreis wurde zum Beispiel viel NYHC gehört, nur von mir nicht. Und ganz poppige Sachen oder weinerlichen Kram mag ich auch nicht. Schnell, dumm, lustig, melodisch – das ist so mein Ding.

Komm, du magst es doch auch mal ein bisschen „schlauer“, warst du nicht mal ´nem bei Fugazi-Konzi in Amsterdam?
Ich war in Amsterdam, ein Wochenende mit zwei Freundinnen. Der Konzertbesuch war Zufall, einfach vor Ort in nem Veranstaltungskalender gesehen. Und viel von Fugazi kannte ich zu dem Zeitpunkt auch nicht, außer „Ich bin der Sohn vom Arzt“.

Geil, dieGlocken der Revolution“! Meine Güte!
Der Sohn vom Arzt“ ist von 4 Blonde Nonnen, ein fürchterliches Lost & Found Bandprojekt.

Oh je, ganz verdrängt. Man fängt ja normalerweise im Punk als begeisterter Fan an und irgendwann stellt man vielleicht fest „Moment! Was die machen, das kann ich auch, es ist sogar erwünscht, „get on the stage“. Würdest du sagen, da gab es bei dir einen Break, Motto „Alles klar, ich misch jetzt mit“? Du hattest als großer Jet Bumpers-Fan die Seite von denen gestaltet…
Es gibt tatsächlich so einen Break, aber der kam viel viel später. Wie gesagt, ich habe mit fünfzehn angefangen, Punk zu hören, die meisten Leute starten dann ihre aktive Zeit, gründen Bands, schreiben Zines, machen Konzerte usw. Du hast das so gemacht. Ich war zwar oft bei diesen Sachen anwesend, war aber Zuschauer. Wenn jemand gefragt hat, ob ich mal zehn Minuten an der Kasse helfe, dann habe ich das getan; oder wenn jemand nen Fahrer brauchte, damit man sich auf dem Konzert in Köln betrinken kann, dann bin ich gefahren. Das war es dann aber auch. Für meinen 25ten Geburtstag habe ich es dann geschafft, mit ein paar Leuten eine Coverband zu gründen, um auf meiner Feier zu spielen. Hat Spaß gemacht, auch wenn ich ungefähr so gut Bass spiele, wie ein dressierter Affe, aber das reicht ja, um Social Distortion-Songs zu covern. Wir sind vier Mal aufgetreten, dann war das auch erledigt. Davor hatte ich für die Jet Bumpers ne Webseite gebastelt. Die ist immer noch online. Mit dem original 2004 Design. Die Grafiken sind schön in MS Paint gemacht….aber die Downloads sind noch aktuell (jetbumpers.com).

Ok, also die Coverband war ein erster Schritt, dann die Jet Bumpers-Seite und du hattest auch sehr früh schon ein online-Tagebuch-Blog. Wie bist du dann immer weiter abgerutscht in den Aktivisten-Status? In deinem online-Tagebuch hattest du ja auch immer Konzertberichte. Du hast das Fotografieren ja durch Zufall gefunden.
Ich würde weder die Band noch die Jet Bumpers-Seite als riesige Schritte bezeichnen. Außer vielleicht, dass ich mal überhaupt was gemacht habe. Das gilt auch für den Blog. Wobei ich das Wort da gar nicht kannte, ich habe es immer als Online-Tagebuch bezeichnet. Mit Punk hatte das keine besondere Beziehung. Das war persönliches und triviales. Tagebuch halt. Klar, Musik und Konzerte sind Teil meines Alltags und waren dann auch Teil des Tagebuches. Für Leute, die mich nicht kennen, war das bestimmt nicht wirklich interessant. Der entscheidende Schritt war dann, dass ich mir ne „richtige“ Kamera gekauft habe. Ende 2005. Und – das ist vielleicht wichtiger, als die Technik – dann auch angefangen habe, mich „richtig“ mit Fotografie zu beschäftigen. Konzerte zu fotografieren kam dann ganz natürlich dazu. Das Interessante hier war an sich, daß ich gar keine Geschichte mit Fotografie hatte. Eine Kamera für Urlaubsfotos gab es schon, aber nie irgendeinen ernsthaften Zugang.

Ich habe in der Schule nie einen Fotokurs belegt, nie eine Dunkelkammer betreten, nie Bildbände gelesen. Klassischer Selberlerner. Recht schnell habe ich festgestellt, dass mir das unheimlich viel Spaß macht und habe nen sehr großen Enthusiasmus entwickelt. Dann wurden immer mehr Konzerte besucht und mehr Fotos gemacht, so lernt man schnell immer neue Menschen kennen, das führt höchstens zu noch mehr Konzerten usw… Das wurde mit der Zeit immer mehr und war der Schwenk vom (passiven) Zuschauer zum Aktivisten. Ein Jahr später habe ich dann auch angefangen, selbst Shows zu veranstalten. Die konnte man dann nicht nur ebenfalls ablichten, man lernt so natürlich auch Bands nochmal viel besser kennen. Aus dem geschriebenen Text des online-Tagebuchs wurde dann irgendwann ein fast reines Bilder hochladen. Und so tanzt man dann auf verschiedenen Hochzeiten.

Was meinst du mit „richtig mit Fotografie beschäftigen“? Was fasziniert dich ganz generell an der Fotografie?
Das meint nicht nur einfach drauf los und Bilder machen, sondern die Grundlagen lernen, versuchen, warum etwas wie aussieht. Das sollte an sich dazu gehören. Aber man kann halt auch einfach Kamera auf Auto und abdrücken. So wie man Punk machen kann, ohne Noten zu lernen. Ich habe viel im Internet gelesen und mir nen Buch gekauft und bin dann losgezogen. Letztlich ist auch viel Trial-and-error dabei. Die frühen Fotos sehen entsprechend fürchterlich aus, wenn man so zurückblickt. Was mich fasziniert? Keine Ahnung. Es macht Spaß. Tief in irgendwelche Kunsttheorien bin ich nie eingestiegen.

Wie kam der Schritt von deiner Online-Galerie zu deinem Foto-Fanzine Punxilated?
Punxelated bitte – mit „e“. Um ehrlich zu sein, ist die Karriere als Punk-Fotograf eher kurz und fruchtlos. Klar, man hat seine Webseite und hoffentlich Leute, denen das gefällt. Dann landen Bilder auch mal in Zines/Zeitschriften/auf Platten etc. Das ist alles schön und gut. Das Zine ist letztlich der Versuch, die Bilder nochmal in einem anderen Medium, in anderer Zusammenstellung, zu präsentieren. Wichtig war mir dabei, dass es um meine Arbeit geht. Deswegen ist es auch zu 100 Prozent mein Zine. Ich habe nicht nur die Bilder gemacht, sondern auch alle Texte geschrieben, das Layout gebastelt, Eigenverlag, Selbstvertrieb und auch den Kredit für die Druckkosten habe ich selbst aufgenommen. DIY bis zur letzten Konsequenz. Wenn man sich das ansieht, dann merkt man auch, dass ich besser fotografieren und schreiben kann als layouten – von den mangelnden Fähigkeiten als Geschäftsmann mal ganz abgesehen.

DIY ist irgendwie auch so ne ambivalente Sache: man hat die totale Kontrolle, gut, aber man steht sich ja aufgrund eigener Perfektionismus-Ansprüche selber im Weg oder? Hättest du gerne, dass noch jemand mitmischt, so „Do-it-together“?
Perfektionist bin ich zum Glück nicht. Es gibt noch viel am Heft zu verbessern. Aber viel habe ich auch schon richtig gemacht. Der wichtige Schritt war, überhaupt seinen Arsch hoch zu kriegen und das durch zu ziehen. Ich hätte jetzt kein Problem damit, mit anderen was gemeinsam zu machen, aber das wäre dann ein anderes Projekt.

Es ist doch eigentlich komisch, dass man jetzt, mit Mitte / Ende 30, hinter den Punk-Kulissen mitmischt, wie du schon sagtest, die meisten Aktivisten sind ja eher jünger. Ich denke mir manchmal, dass es auch im Punk so eine Leistungskonkurrenz gibt, so „Ich bin aktiver für die Szene als du“. Du hattest in der # 1 so prägnant die Vor- und Nachteile eines Punkrock-Fotographen zusammengefasst, kannst du uns das nochmal wiedergeben?
Hmm, ich wüsste jetzt, ehrlich gesagt, von keinen „He’s more punk than me“-Hahnenkämpfen in meinem Bekanntenkreis. Ich freue mich über jeden, der regelmäßig bei Konzerten auftaucht und einfach Sachen unterstützt. Einen egalitären Zirkel an Leuten, die dies und das und auch noch jenes machen, kann ich nicht erkennen. Weder unter Fans, noch unter Veranstaltern, Fotografen und Zine-Menschen. Ich würde auch sofort weglaufen, wenn das jemals wichtig würde. Ganz kurz gesprochen: Fluch und Segen des Punkrock-Fotografen ist, dass er vom Rest der Welt ignoriert wird. Es ist am Ende egal, ob da jemand Fotos macht oder nicht. Zum Einen ist das befreiend: man kann machen, was man will, lassen, was man nicht will und wenn man Mist baut, dann stört es auch keinen. Auf der anderen Seite heißt es aber, dass auch gute Arbeit meistens ignoriert wird, oder eher, man wird schon zur Kenntnis genommen, aber das war es dann auch. Etwas Lob und Anerkennung ist schön und gut, aber sobald man mehr erwartet, werden einem die Türen wieder schnell vor der Nase zugeschlagen.

Du hast zu den Punxelated-Ausgaben auch immer zweitägige Release-Parties im „Bla“ in Bonn gemacht. Wie liefen die Parties?
Bei der ersten Ausgabe war ein Konzert, bei der zweiten dann zwei. Lief ganz okay, würde ich sagen. Aber die Idee dahinter, erstens Zine unter die Leute bringen und damit zweitens zugleich schon einen ordentlichen Teil der Auflage loszuwerden, das hat nicht so recht funktioniert. Vielen Besuchern war das Heft total egal, haben nicht mal ihr gratis Exemplar mitgenommen.

Wie hoch ist eigentlich deine Auflage? Planst du nen Coffee-Table-Book?
1000 bei #1, 700 bei #2. Gegenfrage: warum immer dieses Verlangen nach nem Coffee-Table-Book? Ich mag keinen Kaffee. Und ja, klar, „Buch“ hat aus nicht nachvollziehbaren Gründen eine höhere Wertigkeit als „Heft/Zine“, aber ansonsten sehe ich gar keinen Grund, für ein Hardcover den zehnfachen Preis nehmen zu müssen.

Coffee-Table ist wohl deswegen: Fotografie gleich Kunst gleich dort ist diese hochwertige Bildbände-Kultur halt Standard. Davon abgesehen: deine geilen Fotos wirken halt noch geiler, wenn groß, gutes Papier; es würde ja auch völlig reichen, es so wie das „Got to land somewhere“-Buch zu machen.
Fotografie gleich Kunst“, da will ich Einspruch erheben. Fotografie ist ein Sammelbegriff für völlig unterschiedliche Tätigkeiten und Konzepte. Allen gemeinsam ist, dass es was mit ner Kamera und Licht zu tun hat, und am Ende Bilder raus kommen. Aber nicht alles davon ist „gleich Kunst“. Ich tue mich schwer damit, meine Bilder von Scheißbands als Kunst zu bezeichnen. Es ist vielmehr ein dokumentarischer Ansatz. Im Wesentlichen bilde ich ab, was (hauptsächlich) auf Konzerten passiert, aber ich erschaffe das Konzert nicht, ich gebe der Band keine Anweisungen, dekoriere nicht den Saal oder steuere das Licht. Die Bühne ist kein Studio, in dem ich alle Aspekte unter Kontrolle habe. Und na ja, Punk ist doch auch keine Kunst. Ja ja, ich weiß, Vivien Westwood blablabla. Für mich ist der hochwertige Bildband das Gegenstück zu Rockstar-Scheiße. Style over Substance. Die Bilder müssen gut sein und Emotionen wecken, sie sollen ansprechend präsentiert werden, ich glaube, dass alles leistet mein Zine. Völlig ohne Hardcover und Ledereinband. „Got to land somewhere“ kostet bei euch 23 Euro, als Softcover dann schon nur noch 14 Euro, mein Zine 6,50 Euro inkl. Versand.

Gut gebrüllt, Löwe! Das man Punk tatsächlich als Kunst, eben als Nachfolger von Dadaismus sehen kann, ist ja auch eine gar nicht so weit hergeholte These. Und mit dem Argument „Ich erschaff da nichts neues“, da könntest du aber alles und jeden „delegitimieren“, also keiner schafft doch was neues im luftleeren Raum, schon gar nicht nach 40 Jahren Punk? Ich verstehe deinen Ansatz, aber man muss sich da auch nicht „klein machen“. Vivienne Westwood schön und gut, aber Raymond Pettibon, Jamie Reid oder Gee Vaucher, das ist doch schon Kunst.
Wo hast Du bitte dieses „Es ist keine Kunst, weil es nichts neues ist!“- Argument raus gelesen? Das ist gar nicht mein Punkt (inhaltlich gebe ich dir aber wohl Recht. Neuheit alleine ist kein Qualitätsmerkmal). Ich würde auch nicht behaupten, dass meine Fotografie dadurch weniger Wert hat, wenn sie keine Kunst ist. Ich wollte eher verdeutlichen, dass da kein ausgeklügeltes Konzept hinter steckt. Ich gehe auf Konzerte und mache da Bilder. Das wars im Grunde auch schon. Und die Bilder, die ich mache, kann ich noch nicht einmal 100 Prozent so gestalten, wie ich es mir wünsche, weil ich mit den (bzw. gegen die) Gegebenheiten arbeiten muss, die es nunmal vor Ort gibt. Dieser Kontrollverlust ist aber nicht Teil eines Konzeptes (und auch nicht durch bessere Technik zu überwinden).

Kunst steht für mich aber schon dafür, dass man Dinge bewusst und vorsätzlich macht. Ich denke, Musik und Fotografie sind sich in der Beziehung sehr ähnlich, dass beide dann richtig gut sind, wenn sie etwas Entscheidendes treffen. Bei Musik nenne ich das jetzt Mal „Songwriting“. Da müssen Emotionen geweckt werden, Energie rüber kommen, es muss die Leute ansprechen und mitnehmen. Und Sachen, die sehr ähnlich klingen, können dann trotzdem scheiße sein, wenn das Songwriting nur leicht daneben liegt. Fotografie ist da nicht anders. Auch hier ist es dann gut, wenn man genau im richtigen Moment auf den Auslöser drückt, die passende Perspektive hat und etwas ablichtet, dass die Leute anspricht und bewegt. Ist man nur etwas daneben oder zu spät, dann ist das Bild auf einmal Ausschuss. In beiden Fällen spielt übrigens technische Perfektion nur eine untergeordnete Rolle.

Sag mal, deine fotografischen Skills und das Punxelated Zine wurden zu recht total gefeiert. Kalle Stille schrieb im Ox: „Hier ist jedes einzelne Foto ein kleines Meisterwerk, das Leuten wie mir nahelegt, die eigene Kamera auf einem Onlineportal zu verhökern, weil ich unwürdig bin, obwohl ich den produzierten Ausschuß nicht kenne”. Und unser Dolf notierte: „Hard to believe, but almost all the photos are great.”. Ich vermute, das reichliche Lob für die zwei Ausgaben ging runter wie Öl? Hattest du das so in der Form erwartet?
Ich war schon so selbstbewusst, dass ich gutes Feedback erwartet habe. Und selbst wenn man etwas nicht deswegen macht, um gelobt zu werden, so freut sich doch jeder, der etwas veröffentlicht, über gute Kritik. Wer etwas anderes behauptet, der macht sich was vor. Und ich hatte ja schon jahrelange Erfahrung damit, dass Leute die Bilder sehen und kommentieren. Fast alle Rückmeldungen waren auch sehr positiv. Das Review von Kalle, also, ich habe ihn nicht bezahlt oder bestochen, besser geht es ja gar nicht. Der Mann hat eine Zukunft als Jubelperser sicher!

Einzig San Francisco übte Kritik an der Bandauswahl im Punxelated # 1, das Maximum RocknRoll schrieb also: „His photos mostly capture the live floundering of once-relevant punk bands whose activities are really just a tremendous bore compared to those of new punk bands. Most of the bands featured hail from the passe pop-punk set, who continue to embarrass themselves live. As I said, this photographer’s skills are undeniable, but it’s a tremendous disappointment that he’s not documenting current groups“. Seltsam, weil es waren ja nicht nur Oldie-Kapellen dabei. Arschlecken oder beschäftigt dich so was länger?
Die Kritik vom MRR, im ersten Moment habe ich sie nicht so richtig verstanden und dachte mir, die spinnen doch. Ist ja auch irgendwie ne Ehre, im MRR verrissen zu werden. Als ich dann nochmal drüber nachgedacht habe, muss ich zugeben, dass sie zu einem Teil vielleicht gerechtfertigt ist, es sind viele „alte“ Bands dabei. Aber halt auch viele neue oder gegenwärtige. Nach einhelliger Meinung sind die Bilder von Punch die eindrucksvollsten in der #1 und das ist keine alte abgehalfterte Pop-Punk-Band. Was mich eher überrascht hat, war, das fast nie etwas zum Stil oder Ansatz des Heftes gesagt wurde. Ich habe ja keine Ahnung von Design, Layout oder Fanzine-Machen. Dazu kam quasi null Feedback. Auch das wirklich gar keine Werbung drin ist, scheint vielen Leuten gar nicht aufgefallen zu sein. Geht doch mal hin und zählt die Seiten, die nur aus Anzeigen bestehen, im Ox, Plastic Bomb oder meinetwegen auch Trust. Das ist schon ein Unterschied, den der eine oder andere hätte merken können. Übrigens sind die Descendents zwar die Titelstory, aber auf dem Cover ist halt Marcel von Sniffing Glue. So richtig alter Pop Punk sind die ja auch nicht.

Du hast mit bestimmten Bands über die Jahre mehr gemacht, anfangs viel mit den Spermbirds, wie hast du die kennengelernt?
Spermbirds habe ich einmal fotografiert und denen den Link geschickt. Dann hat es sich durch Zufall ergeben, dass ich die Jungs mal vor einer Show angequatscht habe. Sie haben sich an die anderen Aufnahmen erinnert und dann durfte/sollte ich gleich wieder ran. Und so bin ich dann zum Haus- und Hoffotografen* geworden (*natürlich nie ein Haus oder Hof fotografiert).

Du warst auch Hammerhead-Tourbegleiter, überhaupt bist du viele Touren mitgefahren, in Europa und USA; da warst du ja bei dem Insubordination Fest an der Ostküste und The Fest in Flordia. Wie hast du das Touren erlebt?
Wenn man Bands kennt und die Zeit und das Interesse hat, dann fragt man eben schonmal, ob man irgendwo mitfahren kann. Oder man fährt richtig offiziell mit – als Fahrer, Mercher etc. Ich bin, wie gesagt, ab und zu mit Hammerhead unterwegs, habe zum Beispiel Touren der Dopmines und Off With Their Heads gefahren und erst diesen Sommer eine Woche mit Masked Intruder verbracht. Tour ist schon so eine eigene Welt. Mal mehr, mal weniger. Als Fotograf hat man hier die Gelegenheit, andere Einblicke zu gewinnen, eben abseits der Bühne. Es gilt, das richtige Maß zu finden: was ist es wert, festgehalten zu werden? Was ist banal? Wo sind die Grenzen der Privatheit, die man respektieren sollte?

Wie stark verändert man eine Situation, wenn man eine Kamera drauf richtet? Während eines Konzertes ist das nicht so dramatisch, das ist eben halt “Show”, dafür da, gesehen zu werden. Aber gilt das auch, wenn man sich an einer Autobahnraststätte mit Mineralwasser die Zähne putzt? Ganz viel Zeit ist aber auch langweilig. Autobahnen sehen alle gleich aus und je länger die Tour, umso wichtiger werden andere Dinge, damit man nicht verrückt dabei wird. Die beste Tour war vielleicht, als wir einfach einer Band eine Woche lang mit ein paar Freunden hinterhergefahren sind. Da war man gleichzeitig auf Tour, aber trotzdem nur Fan. Fast alle meine Urlaube sind mehr oder weniger Konzertreisen. Oft wird ein größeres Event als Anlass genommen (zum Beispiel The Fest in Florida) und dann baut man den Urlaub drum herum.

Gerne auch mit weiteren Konzerten. Wenn man Glück hat, dann kann man drei Festivals in zwei Wochen mitnehmen. Und die Einzel-Shows, die noch dazwischen stattfinden. So habe ich Teile der US-Ostküste und Kanadas bereist. Ich glaube, für Bands ist touren in Europa einfacher, es gibt meist Fressen, Freigetränke, Pennplätze. In den USA ist das keine Selbstverständlichkeit. Dafür gibt es mehr improvisierte Shows, in Kellern, Hinterhöfen und sonstwo. Und die USA sind riesig und unheimlich Auto-Fixiert. Da habe ich mich noch immer nicht dran gewöhnt. Auch die ganzen Stadtbilder sind anders. Das Insubordination Fest 2007 war meine erste richtige Konzertreise. Und mein erster Trip über den großen Teich. Es war super und hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die Symbiose aus Musik und Fotografie hat da wunderbar funktioniert. Hinterher war mir klar: das ist es, das will ich machen. Es war, als hatte ich endlich etwas gefunden, von dem ich nicht wusste, dass ich es immer gesucht habe. Die Pop-Punk Community hat es auch in den Folgejahren zum Highlight meines Jahres gemacht. Leider fand es dieses Jahr nicht statt (bzw. nur eine einzelne Show).

Was war eigentlich das für ne geile Aktion in Kiel, das Netz schrieb: „Im Café haben Marc Gärtner und Jan ML eine Ecke zum Fotografieren eingerichtet. Mittels Fotodrucker werden die Biester sofort ausgedruckt und gegen 50 Cent erhält man ‘ne Kopie.“
Photo-Booth nennt sich so was. Auf verschiedenen Festivals habe ich quasi ein kleines Studio aufgebaut, zwei Blitze, irgendeinen Hintergrund und dann macht man von den Besuchern Bilder. Gerne mit albernen Verkleidungen. Und je höher der Alkoholpegel steigt, umso „interessanter“ werden die Aufnahmen. Ist an sich harmloser Unfug. Sowas gibts hier fast bei jeder zweiten Hochzeit mittlerweile. Mit einem kleinen Fotodrucker kann man dann direkt vor Ort die Bilder den Leuten in die Hand drücken.

Als Nicht-Trinker bist du ja „ein gerne genommenen Fahrer“, hast du da nie das Gefühl, dass du irgendwie ausgenutzt wirst?
Natürlich wurde das dauernd von Leuten ausgenutzt. Nicht zuletzt von Ihnen, Herr R.! Im Moment habe ich kein eigenes Auto und nutze daher viel den ÖPNV, seitdem fühle ich mich nicht mehr so ausgenutzt. Ich bin oft auch alleine unterwegs. Viel zu oft eigentlich. Wobei, mittlerweile bin ich so viel herumgekommen, dass ich fast immer irgendwenn kenne. Egal, ob nun Band, Publikum, Fahrer, Veranstalter oder andere Fotografen. Es kommt oft vor, dass ich in der Fremde mehr Personen kenne als daheim. Das ist schon manchmal echt strange.

Dein Hauptradius für Konzerte, kann man da sagen, das ist ab Bonn bis Ruhrpott? Wie viel Konzerte besuchst du so im Schnitt monatlich?
Glücklicherweise findet in Köln viel statt, das ist leicht erreichbar. So oft bin ich gar nicht im Ruhrgebiet, dafür ab und an in den Niederlanden oder Belgien. Da gibt es kein festes Muster. Rekord dürften so zwanzig Konzerte im Monat sein. Gibt aber auch Phasen, wo man zwei Monate gar nix besucht.

Verändert sich nicht ein wenig die ursprüngliche Freude an einem Konzert, fühlt es sich nicht sogar nach Arbeit an, so „Man macht sein Hobby als Berufung, dadurch wird es allerdings zum Beruf und das ist ja dann Arbeit und nicht mehr etwas, in dem man total aufgeht wie früher“?
Es ist eben nicht mein Beruf. Also unterliegt es auch nicht den Zwängen der Lohnarbeit. Wenn ich keinen Bock habe, dann packe ich die Kamera auch weg und dann gibt es keine Bilder von dem Abend. Aus genau diesen Gründen habe ich es bisher auch immer abgelehnt, Fotografie vom Hobby in ein Gewerbe umzuändern. Oft sagen mir andere Fotografen, dass sie von der Musik gar nichts mehr mitkriegen, wenn sie fotografieren. Das ist mir auch schon passiert, aber meistens habe ich gar kein Problem damit, trotzdem abzufeiern. Man steht ohnehin in der ersten Reihe/im Graben/auf der Seite und ist nah dran am Geschehen und das ist an sich der beste Ort. Wenn die Musik keinen Spaß mehr machen würde, dann wäre das ganz schnell vorbei.

Sind diese Backstage-Einblicke bei alten Jugend-Helden nicht auch ambivalent? 1995 waren wir bei den Queers in Köln, es war ausgeschlossen, dass man als 17jähriger Joe King kennenlernt, nur 16 Jahre später unterhalte ich mich mit dem länger vor dem Wild at Heart in Berlin und du hängst locker in New York bei den Queers backstage ab (oder so). Kann natürlich geil laufen, dass der genauso toll ist, wie man immer dachte, dass er ist, kann aber auch ganz anders sein, wie waren da deine Erfahrungen?
Glücklicherweise war ich nie jemand, der Stars angehimmelt hat. Daher werde ich auch nicht nervös, wenn ich dann auf einmal vor „Punkrockberühmtheiten” stehe. Es hilft, daß ich hauptsächlich simple Sachen höre, da kommt man nicht auf die Idee, ganz tiefe Interpretationen anzustellen, die dann auf einmal zerplatzen, wenn man die Leute kennen lernt. Und unter uns, wie toll kann jemand schon sein, der Songs schreibt wie “I can’t stop farting”? Gerade im Punkbereich sind sich Künstler und Zuschauer ja doch sehr nah.

Wenn du deine drei geilsten Bilder von dir in all den Jahren benennen würdest, welche wären das? Hast du generell eigentlich ein bestimmtes Lieblings-Punk-Foto, von du sagen würdest, dass dort genau das, was Punk für dich bedeutet, abgebildet ist?
So ein Foto gibt es nicht. Punk ist zu vielschichtig, um auf eine Aufnahme runter gebrochen zu werden. Ich selbst seh ja auch nicht so aus, von irgendwelchen Band-Shirts mal abgesehen. Mein Lieblingsfoto ist vielleicht eine Publikumsaufnahme vom Insubfest 2007.. Kleiner Club, alle Leute gehen total ab. Wie durch Zufall sind die Gesichter und Körperhaltungen alle ganz ausgeprägt und es sieht so aus, als würde eine riesige Gruppensexorgie dort stattfinden. Vielleicht ist auch nur lustig für mich, weil ich fast jeden auf dem Bild kenne. Überhaupt mag ich Bilder von Zuschauern, das sind genau die Emotionen, die man sucht, die man selbst erlebt.

Hast du Idole im Bereich Punkrock-Fotografie? Gibt es ein Punk-Foto-Buch, dass dir total gefällt und welche aktuellen Punk-Fotografen findest du gut?
Keine Idole, keine speziellen Vorbilder, keine riesige Bildband-Sammlung. Ich definiere, was ich mache, nicht über andere. Ich habe auch erst hinterher angefangen, solche Bücher zu kaufen, nachdem ich selbst damit begonnen habe, Bands zu fotografieren. Irgendwie komme ich mir blöd vor, wenn ich jetzt einzelne Leute raus picken und loben oder kritisieren soll. Wenn überhaupt, dann war das „Fodido e Xerocado“-Fotozine von Mateus Mondini eine entscheidende Inspiration fürs Punxelated.

Kriegst du eigentlich für die Verwendung deiner Bilder zumindest dann immer das Belegexemplar? Gab es auch mal Kohle, da war doch diese erfreuliche Bezahlung von WIZO und da war noch das Fanzine aus Duisburg, die deine Bilder abdruckten, bei denen die Quelle dann größer war als das eigentliche Bildmotiv?
Es gibt Medienpartner (was für ein Begriff!), bei denen erhält man ganz selbstverständlich ein Belegexemplar, ganz automatisch. Es gibt andere, die verstehen noch nicht einmal, wie man überhaupt auf die Idee kommen kann, danach zu fragen. Dann muss man sich die CDs von dem Fatten Label halt selbst kaufen. Geld? Findet quasi nicht statt. Ganz vereinzelt gibt es mal etwas. Kann man völlig vernachlässigen. Es würde bestimmt mehr werden, wenn man sich aktiv darum bemüht, aus dem Ganzen einen Wirtschaftsbetrieb zu machen. Was aber ja nicht gewollt ist. Ach ja, diese Plastic Bomb-Geschichte. Bilder von Sniffing Glue oder so im AZ Mülheim. Nur um das klar zu stellen: ich habe überhaupt kein Problem damit, dass die die verwendet haben. Nur so wurden einfach die Versionen von der Webseite genommen, und da ist halt ein sichtbares Wasserzeichen drauf. Das sah im Druck dann schon doof aus. Eine kurze E-Mail hätte ja gereicht und sie hätten die Dateien haben können. Ich kenn die Leute ja auch und im Plastic Bomb sind ja häufiger Fotos von mir. Wie war noch dieser Spruch? „Das kannste schon so machen – aber dann isses halt Scheiße”.

Poser gibt es überall, eben auch bei den Punk-Konzerten-Fotographen – was da alles an Technik manchmal aufgefahren wird. Ich könnte mir vorstellen, dass je größer die Konzerte und Festivals werden, um so mehr trifft man solche Technik-Nazis?
Ehrlich gesagt ist das doch scheißegal. Manche Leute haben halt Spaß an der Technik, andere nutzen sie nur als Werkzeug. Das gibt es bei Autos, bei Computern, bei Bands. Was am Ende zählt, ist aber, dass die Band gut klingt, der Computer rechnet und das Auto fährt. Beim Fotografen muss ein gutes Bild raus kommen. Egal, ob mit drei Profikameras oder dem Smartphone. Unter den richtigen Bedingungen und mit nem fähigen Nutzer machen heute alle Geräte gute Fotos. Ich finde, das Thema wird total übertrieben. Leute sehen eine dicke Kamera und denken sich alles mögliche dazu. Dabei ist das nur ein Stück Technik.

Meine Kamera ist auch groß und schwarz, aber auch von 2007 und ungefähr vier Generationen hinter dem aktuellen Stand. Da würde jeder Technik-Nazi drüber lachen. Und bei Bands ist es doch genauso: da muss es unbedingt dieser Verstärker und jene Gitarre und all diese Effektgeräte sein. Oft werde ich gefragt, warum ich so ne teure Kamera mit zum Konzert nehme, aber das zwei Meter weiter der Boxenturm das x-fache kostet, wird dann überhaupt nicht wahrgenommen. Die Leute sehen ja auch nur einen Teil. Also klar, ich habe eine ordentliche Kamera, aber die ist auch nur ein Stück meiner Ausrüstung. Da sind Objektive, der Blitz usw. Wenn ich den ganzen Foto-Kram auf einen Haufen lege, dann ist die Kamera am Ende nur ein Teil unter vielen. Das sieht aber keiner. Von Computern, Festplatten, Photoshop soll schon gar nicht die Rede sein. Wenn man das ordentlich macht, dann hängt da noch ein ganzer Rattenschwanz an Logistik und Aufwand dran. Das interessiert aber niemanden, die denken nur „dicke Kamera”.

Hast du nen Lieblingsobjektiv und wenn ja, warum genau das? Nutzt du mehrere Kameras mit unterschiedlichen Objektiven, um alles immer einsatzbereit zu haben?
Einige Objektive kommen schon viel häufiger zum Einsatz, aber alle haben ihre Berechtigung. Einen Liebling habe ich dabei nicht, das sind Werkzeuge. Mehrere Kameras, ja, das kommt vor, wenn man zum Beispiel nur die Erlaubnis hat, wenige Songs zu fotografieren. Da muss man dann schnell sein. Dagegen spricht, dass man das Ganze halt mitschleppen muss. Schonmal zwölf Stunden Festival mit zehn Kilo Tasche über der Schulter gemacht? Seit diesem Jahr kommt auch eine kleinere Systemkamera zum Einsatz, die ist besser dafür geeignet, sie immer dabei zu haben und perfekt, um das Geschehen auch abseits der Bühne festzuhalten.

Was war das (un)coolste Konzert zum fotografieren?
Ich glaube, das eine Mal, wo ich eine große Arena-Show fotografiert habe, das war der größte Mist. Okay, es war die Vorband der Vorband. Kanonenfutter. Die stehen noch nicht mal auf dem Poster und spielen eine Stunde, bevor es offiziell losgeht. Man wird von der Arena-Security extra von draußen in den Graben geführt. Die ganze Bühne ist bedeckt mit Scheinwerfern und Pyro und nichts davon ist im Einsatz für die Vorband. Stattdessen ganz schwaches Licht und vor lauter Scheinwerfern kann man die Band aus dem Graben gar nicht sehen.

Von den paar tausend Leuten in der Halle sieht man natürlich auch nix, weil dunkel. Ich versteh ja, dass der Abend für den Headliner gedacht ist, das ist deren Show und die wollen selbst gut aussehen, aber das war schon ein interessanter Einblick, wie es ganz unten in der Nahrungskette der Rockbranche aussieht. Das coolste? Cool sind immer die, wo man selbst der größte Fan ist und mit einem ganzen Saal Gleichgesinnter ausrastet. Und was Fotos angeht: eine große Show mit guten Lichteffekten ist schon mal eine gern gesehen Abwechslung zum Baustrahler im AZ Schimmelkotze. Das Schlimmste ist übrigens nicht, wenn das Bier alle ist, sondern wenn Nebelmaschinen zum Einsatz kommen.

Deine Foto von dem Sloppy Seconds-Gig in den Staaten sind der Hammer, du bist mit einem Trampolin von der Bühne gedivt, weißt du noch, bei welchem Stück?
Da sie „Germany“ nicht gespielt haben, dachte ich mir, „Janie is a Nazi“ ist der richtige Song zum stagediven.

Es war in Anbetracht deiner Softdrink-Vorlieben unvermeidlich, dass ich bei deinem „Things On The Ground”-Foto-Projekt das Bild einer Cola-Flasche am besten fand. Bock, was zu diesem Projekt zu erzählen?
Eines Tages bin ich zur Kneipe an der Ecke gegangen und auf dem Weg fiel mein Blick auf den Boden vor mir. Da lagen ganz unterschiedliche Dinge herum. Papier, Tannenzapfen, Glas, die hatte niemand dort absichtlich plaziert, aber sie waren halt da. Dann habe ich einfach angefangen, davon Fotos zu machen. Völlig ohne weitere Eingriffe, so wie ich sie gefunden habe. „Things on the ground“ war dann zwei Tage später eine Webseite. Das Projekt ist eingeschlafen, sollte ich mal wieder was machen.

Was sind deine drei Lieblingskonzert-Orte (fürs fotografieren)?
Orte, an denen ich mich wohlfühle, sind das AJZ Bahndamm in Wermelskirchen, dieser nicht offizielle Ort, den man nicht nennen soll, in der Stadt mit der großen Kirche neben McDonalds und komische belgische Jugendzentren.

Es gibt ja nur wenige Bands, die Ramones-Punk mit einer eher für HC-typischen Sozialkritik verbinden, Screeching Weasel waren so etwas für eine gewisse Zeit. Also, Pop-Punk in der guten alten Descendents-Ramones-Lookout-Schule ist klasse, aber thematisch ja irgendwie überschaubar. Was waren deine Lieblings-Pop-Punk-Bands in den 90er, was sind sie heute? Muss Pop-Punk immer „dumb“ sein, um gut zu sein?
Hältst Du SW wirklich für eine Vorzeige-Sozialkritik-Band? So habe ich die nie wahrgenommen. Zumindest waren sie meilenweit von politischen Bands wie Propagandhi oder …but alive entfernt. Aber sie waren schon eine der großen Pop-Punk-Bands der 90er. Zusammen mit den üblichen Verdächtigen, wie The Queers oder Groovie Ghoulies. Persönliche Favoriten waren aber auch die Jet Bumpers aus Rock City Solingen, die mir zeigten, dass so was auch in Deutschland möglich ist. Aktuelle Bands, die ich schätze, sind zum Beispiel the Hextalls aus Kanada, House Boat aus NYC, The Dopamines aus Ohio oder The Ergs! aus New Jersey (RIP). Einige davon sind bewusst „dumb”, andere sind relativ smart. Und nein, Pop-Punk ist in der Summe weder klüger noch dümmer als Punk insgesamt. Pop-Punk ist glücklicherweise auch nicht in den 90er stehen geblieben.

Jetzt war ja SW doch wichtig für uns beide; du hast auch mal den SW-Gitarrist John Jughead mit seiner Band Even in Blackouts kennengelernt. Es gab ja im Hause SW vor einigen Jahren den Texas-Vorfall, wo Ben Weasel ne Frau auf der Bühne geboxt hatte, dann löste sich die Band auf, flog von Fat Wreck runter, es gab Beef mit Fat Mike, das 20 Jahre Jubiläum von SW musste verschoben werden, pro und contra Ben Weasel. Ich fand das sehr merkwürdig, auch, wie stumpf sich Joe King mit Ben solidarisierte, so Motto „Ey komm, die bitch hats verdient, dass man ihr eine langt“. Das Ben Weasel nen ziemliches Arschloch ist, das war ja auch nicht unbekannt. Was denkst du zu diesem ganzen Komplex Weasel-Jugehead-Reunion-Texas?
Weasel-Jughead: Tja, mal wieder ne Band, wo man sich hinterher um Markennamen und Rechte und so was streitet. Ich finde so was ja immer unschön, egal, ob bei den Dead Kennedys, Black Flag oder Screeching Weasel. Internas kenne ich hier aber nicht. Nun ist SW halt ganz allleine Bens Projekt. Die letzten Veröffentlichungen fand ich nicht so überzeugend. Aktuell arbeitet er wohl an einer Rock-Oper. Texas: Ja, also, da ist so ungefähr alles doof gelaufen, was doof laufen kann. Einschließlich der Scheiß-Prügelaktion, der hysterischen Reaktionen, die Rechthaberei auf allen Seiten, die theatralische Opferrolle. Letztendlich war das doch total aufgeblasen. Als hätte die Welt keine größeren Sorgen. Ben Weasel hat es jedenfalls geschafft, seine Reputation völlig in den Sand zu setzen. Dabei gab es zwischendurch sogar eine Zeit, wo er offen und freundlich zu den Fans war. Schade für ihn, weil er an sich ne Chance gehabt hätte, eine große Fangemeinde an sich zu binden. Und Joe Queer? Wie gesagt: „I can’t stop farting“.

Du bist auch bekannt für deine Ernährung, die hauptsächlich aus Pommes und Cola besteht. Hast du das mal analysiert, wie das so kam?
Kurzfassung: Ich kann es nicht erklären. Das geht weiter zurück, als ich mich an meine Kindheit erinnern kann. Schon seit ich ein kleiner Junge bin, esse/trinke ich nur ganz wenige Sachen und habe ein Problem damit, neues Essen zu probieren. Daher bleibt der Speiseplan relativ konstant und schmal. Pommes gehören dazu und sind leicht überall erhältlich, also konsumiert man viel davon. Cola schmeckt und kann in der Öffentlichkeit getrunken werden, ohne schief angesehen zu werden.

Es gibt den Trend zur Coke Zero, kann ja wohl nix? Jedoch Cola-Vanille, lecker.
Zu Hause trinke ich nur noch Coke Zero (Midlifecrisis, abnehmen wollen und so) und da normale Cola hier in der Gastronomie fast kaum noch zu finden ist, trinke ich de facto viel Fritz Cola. Aber wenn Cola, dann normale Coca Cola. Nix Vanille! Und auch bitte kein Eis oder Zitrone. Pur oder gar nicht.

Pepsi sucks, right?
Coke > Helene Fischer > Ebola > Pepsi.

Woher kommt deine Abneigung gegen Alk, Drogen, Rauchen?
Ich habe gar keine bewusste Abneigung gegen Alk, Drogen, Rauchen. Wie oben schon gesagt, ich habe ein Problem damit, neue Dinge zu probieren. Und so habe ich einfach nie angefangen, Bier, Wein und Schnaps zu konsumieren, also kein Alk. Tabak und Drogen entsprechend. Rauchen scheint mir auch echt nicht attraktiv zu sein. Insgesamt bin ich auch eher ein „nüchterner“ Typ. Drogenexzesse wären untypisch für mich.

Und du bist Fan von dem Film „Trainspotting”, ich finde den ja auch total geil, überrascht nur, weil es da ja nur um Drogen und Absturz geht, was magst du an dem Film?
Abgefahrene Typen, krasse Szenen, Sprüche, Dialoge. Ist doch ein Top-Film. Wenn ich nur Filme gut finden darf, die von Dingen handeln, die man selbst auch tut, also, das wäre ein langweiliges Programm. Dann müssten alle Filme in Bonn oder Leverkusen spielen und…. Ach, nein, das ist so schon schlimm genug.

Wie kam es eigentlich, dass du der Fanclub-Leiter der Humppajugend wurdest?
Turbojugend-Logo genommen. In Humppajugend-Logo umgewandelt. Auf T-Shirts gedruckt. Aufs Konzert gefahren und der Band gefiel das Ganze. Vermutlich eine der drei besten Ideen, die ich je hatte.

Du hast viele Konzerte im Bonner Bla unter dem Banner „Stupid and Loud Shows” veranstaltet. Wie das kam, das erzählst du auf deiner Seite: „Ein Freund hat Konzerte fürs „Bla“ in Bonn gebucht und ich hab ihn immer genervt: „Mach doch diese Band, mach doch mal jene”. Irgendwann hatte er die Schnauze voll davon und meinte „Mach doch selber”. Hab ich dann dummerweise auch! Was ich mache: Hauptsächlich Punk und Hardcore. Doch wenn mir eine Band gefällt, ist alles drin, von Indie-Pop bis Grindcore. Kein Ska. Keine Faschos. Kein Bollo-Metalcore oder Poserscheisse“. Zurzeit machst du einen Hiatus, was war dein (un)geilstes Konzert?
Na ja, man verliert zwischendurch die Lust und Laune, weil Konzerte immer mal wieder doof laufen, man am Ende draufzahlt und die Arbeit nicht gewürdigt wird. Und ein paar Monate später kommt dann doch wieder ne Band auf Tour, die man unbedingt machen will und man fängt wieder an. Beschissen sind alle die, wo ne geile Band vor zehn Leuten spielt. Das geilste? Off With Their Heads und Deny Everything 2010.

Wie ist eigentlich die Punk-Szene so in Bonn? Es gab ja die ganz geile DVD vor zwei Jahren.
Ich glaube, ich kenne „die Szene” nicht. In Bonn ist nicht viel los. Den Film hab ich, ehrlich gesagt, noch gar nicht gesehen.

Du präferierst die Ramones – wie kamst du zu ihnen, welcher Song, welche Platte, was geht gar nicht, warum waren die live 1995 in der Biskuithalle so beschissen?
Ich hab das Konzert in guter Erinnerung. An viel kann ich mich aber nicht mehr erinnern, das ist zwanzig Jahre her. Aber ich war jung und sah meine Lieblingsband. Außerdem habe ich beim zweiten Song gleich einen Schlag vor den Kopf bekommen und stand den Rest des Abends hinten. Egal, war geil. Beste Band halt. Die ersten Alben sind unfuckwithable. „Road to Ruin“ allzeit Lieblingsplatte. Dee Dee hat mit seiner Rap-Platte sogar das gleichzeitig beste und schlechteste Album aller Zeiten gemacht.

Laut deiner Homepage magst du keine Ideologien. Wie meinst du das, so hier „keine Extremisten, bürgerliche Mitte”-OHL-mässig?
Mehr so „kritisches Denken statt vorgegebener Antworten”-Bad Religion-mässig.

Da fällt mir auch deine klasse Idee für eine Spass-faschistische Ramones-Coverband ein, das war die immer noch blendende Idee, Ramones-Songs zu covern und textlich immer schön gegen Ausländer, ich muss immer noch grinsen, als du das mal scherzhaft erzähltest, mit „I don ́t wanna walk around with jews”…
Die Idee ist so Titanic-Hauptsache-Hitler-Auf-Dem-Heftcover-Humor meets Ramones Lyrics. „Somebody put someone in my camp”, „Sheena is a National Sozialist“. Bandname dann „The Himmlers”. Ist natürlich eine völlige Drecksidee.

Dein Lieblingsautor ist Camus. Kam das durch den guten alte Gymi-Philo-Kurs?
Puh, ich glaube, das kam unabhängig davon. „Der Fremde“ ist mein Lieblingsbuch, kann mich mit dem Protagonisten ganz gut identifizieren.

Du hast nen Ski-Team trainiert, jobst im Hotel und promovierst ja auch noch in Philosophie – klappt das alles?
Skiteam vor ein paar Jahren ausgestiegen. Promotion ist eine Totgeburt. Hoteljob wird hoffentlich die nächsten 30 Jahre die Miete zahlen.

Nicht wenige non-Profit-Punk-Aktivisten haben das Problem, das sie nach vielen geilen Jahren irgendwann ausgebrannt sind, weil nichts weitergeht. Man beginnt ohne Plan, aus purer Freude, macht und tut, es klappt mit Band/Fanzine/Label/Konzertgruppe und die ersten Jahre sind absolut euphorisch. Kippt das irgendwann, ist das vielleicht gerade bei dir so? Möglicherweise in die Richtung „Alles schön und gut, aber irgendwie…ich gebe Bands umsonst Fotos, die die dann verwenden, um ihre Platte zu betouren und eigentlich leben die ganz okay vom Punk und ich bin froh, wenn ich nicht zu viel draufzahlen, hmh, geiler wäre es ja schon, davon leben zu können würden wollen müssten“. Wenn jetzt der Mäzen ankommt und dir 10 000 Euro monatlich zahlt dafür, dass du genauso weitermachst wie bisher, dann würde man das ja natürlich direkt ablehnen wegen Kommerz und so, haha; du beschreibst ja selber die Crux, dass man irgendwie nicht weiterkommt.
Also, ich kann damit kein Geld verdienen. Alle Überlegungen in die Richtung sind Unsinn. Das gilt ja auch für die Bands. Als Veranstalter weiß ich ja, was da gezahlt wird. Wie sollen Bands da noch einen Fotografen bezahlen? Für die meisten Leute ist das halt Hobby und wird auch nie mehr sein. Man muss es halt so organisieren, dass es sich dauerhaft machen lässt. Aber das ist ja genau die Entscheidung, wenn man das DIY macht. Mir fallen aus sieben Jahren jetzt auch nur zwei Fälle ein, wo sichtbar mehr Geld im Spiel war und man sich fragte, warum es jetzt ein Problem ist, da mal fünfzig Euro abzudrücken. Insbesondere, wenn man sieht, was gute fotografische Dienstleistungen auf dem regulären Markt kosten. Und na ja, nach einigen Jahren stellt sich schon eine gewisse Beruhigung ein. Man hat alles schon mal gemacht, gesehen, erreicht und die Euphorie lässt nach. Dann muss man sich halt neue Herausforderungen suchen oder auch mal damit abfinden, dass bestimmte Dinge auch an Grenzen stoßen. Der Mäzen darf sich übrigens gerne bei mir melden, wir finden dann schon eine Lösung, die für alle Parteien akzeptabel ist.

Man lernt durch den Punk-Aktivismus sehr schnell sehr viele alte und neue Leute kennen, plötzlich ist man Teil dieses internationalen „Network of Friends“, aber gerade der Begriff Freundschaft wird oft falsch verwendet, machen wir uns doch nix vor: ob als Konzertmacher, Label, Schreiber, Fotograf, man ist für die Band in erster Linie das Mittel zum Zweck. Die finden einen nicht geil, weil man nett ist, die finden es primär geil, weil man was für die tut, wenn man dann noch nett ist, cool, aber wenn man nichts mehr für sie tut, dann ist meistens auch der Kontakt weg. Freunde? Ich weiß nicht. Du machst Fotos von Band X, Band X findet dich natürlich super (ok, sind ja auch gute Fotos), aber ist man dann direkt Freunde?
Im Deutschen ist der Begriff „Freund“ so stark beladen. Da passt er vielleicht nicht hundert Prozent. Was sind die Alternativen? „Bekannte“? „Mitstreiter”? Aber ehrlich gesagt kann ich gut damit leben, auch von „Freunden” zu sprechen. Das mag vor allem daran liegen, dass ich dieses Mittel-Zweck Verhältnis so nicht erlebe. In erster Linie bin ich bei Veranstaltungen, weil ich selbst Fan bin, ich treffe die anderen Fans/die Band als Fan usw. Klar nehmen mich Leute auch aus Fotograf wahr, aber nicht unbedingt als Business-Partner. Sind wir mal ganz offen: niemand zahlt für Fotos, das ist ein nettes Ding, was Leute schätzen, aber der Kontakt ist nicht in erster Linie auf einer geschäftlichen Ebene. Ich bin auch selten Angestellter von Veranstaltern, Band oder wem auch immer. Da gibt es also auch nix, was zerstört werden kann.

Auch wenn meine Fotos öfter Mal in Fanzines (print oder online) erscheinen, so gibt es fast keine Fälle, wo ich im Auftrag von X da bin. Gar nicht mal, weil ich das ablehne, sondern weil es diese Struktur im DIY Bereich nicht gibt. Große Magazine schicken vielleicht Reporter und Fotografen los, um Material von Stars zu bekommen. Punk-Fanzines suchen ein halbes Jahr, nachdem sie ein Interview gemacht haben, verzweifelt kurzfristig noch nach Bildmaterial (was ich übrigens für einen Fehler halte). Klar, das gibt es auch, dass man wirklich nur geduldet wird, weil jemand wirklich Bilder haben will. Das sehe ich aber als Ausnahme. Im Gegenteil, ich denke schon, dass ich „Freunde“ gefunden habe. Jedenfalls gibt es Leute, die mich in ihre Häuser mitnehmen und mir ne Couch zum pennen anbieten, eine Mitfahrgelegenheit geben oder mit denen man regelmäßig übers Netz in Kontakt steht. Leute, die ähnliche Interessen haben und ähnliche Werte und ein ähnliches Leben führen. Es gibt Leute, neben denen ich schon in einem halben Dutzend Länder gestanden und gemeinsam mitgesungen habe.

Ich danke dir sehr für das Interview. EH!

Interview: Jan Röhlk
Kontakt: marc-gaertner.de

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