September 16th, 2019

LEATHER aus #147, 2011

Posted in interview by Jan

„I don’t have a Myspace or a Facebook, so why would LEATHER? We’re a hardcore band. We’re not trying to get „picked up“ by a label, have a million people dig us or anything. We’re just bored, angry Americans. Would Poison Idea have had a Myspace? I kind of doubt it. They’d be too busy doing cool shit like beating people up and snorting pills.“

Interview mit der besten aktuellen Hardcore-Band – LEATHER

Sicherlich gibt es gute Kopien von einem längst vergangenen Sound, sei es Ami-HC, Crust, 77er Punk, Straight Edge, Beatdown, NYC HC, Ska-Punk, Metal-Core, Doom-Sludge-Black-Metal… aber mal was neues, „in diesen Zeiten„? Wenn dich sowas ansatzweise interessiert, dann möchte ich dir die neue Band LEATHER von der amerikanischen Ostküste ans Herz legen. Nach einem Demo wurde hier mit der ganz neuen Single „Anchorite“, erschienen Ende 2010, ein Brett hingelegt, was schwer mit Worten und noch weniger mit Band-Vergleichen zu charakterisieren ist. Irgendwie an der Schnittstelle zwischen Black Flag mit Rollins, Flipper, frühen Avail auf Lookout plus eine Menge Weed und doch, ja, wirklich outstanding eigenständig.

Ich wäre auf die Band mit dem etwas plumpen Bandnamen nie von alleine gekommen, danke an Xmist-Armin für den heißen Tipp, dort ist die Single auch zu bekommen. Alleine der Song „Prince of the Salon“ geht nach einmaligem Hören direkt ins Ohr und macht abhängig… Auf relativ normale Fragen antwortete die komplette Band relativ spannend, viel Spaß.

Matt, du bist der Gitarrist, als ich deine Email bekam, stelle ich fest, dass du auch ein großer Darkthrone-Fan bist, wegen der “Pennsylvanian Hunger”-Adresse?
Matt: Yeah, ich bin der Gitarrist und die email-Adresse, die ist von Brad, unserem Schlagzeuger bei Leather. Darkthrone hingegen war nie etwas für mich.

Brad: Eigentlich war das meine alte Adresse, die dann von u.a. Matts alter Band Birth Control übernommen wurde. Die offizielle Leather email ist havefunstayinghard at gmail.com, eine Referenz auf den Titel eines Artikel im „Muscle & Fitness“ Magazin Mitte der 80er.

Eure neue Single „Anchorite” ist meiner Meinung nach die beste Hardcore-Scheibe der letzten Jahre. Was zur Hölle ist mit dem Song „Prince of the salon“ los, ich hab zwar den Text, aber verstehe null, worum es da geht?
Alex: Lustig, dass du gerade den Song als den etwas konfusen Song ausgewählt hast. Es geht in ihm mehr oder weniger um all die unausstehlichen pseudo-intellektuellen Leute, die man auf Parties, Konzerten und so weiter trifft, die Art von „schlauen“ Menschen, die jede Unterhaltung in einen mentalen Schwanzvergleichs-Wettbewerb drehen wollen. Ich denke, dass jeder, der sich näher mit dem Text beschäftigt, versteht, wobei es da geht.

Brad: Mr. Alex Agran hasst Idioten gleich welcher Art.

Ihr habt bislang nur ein Demo raus gebracht, oder?

Brad: Genau, nur ein Demotape, das wir selbst veröffentlicht haben. Du kannst es auf unserer Webseite herunterladen. Unser guter Freund Artuhr Rizk von Endless Humiliation/War Hungry nahm es mit circa drei Mikros auf. Er versprach uns, nächstes Mal strengt er sich mehr an.

Matt: Das Demo wurde in verschiedenen Sessions aufgenommen, bei der ersten nahmen wir alle Instrumente im Keller meines Hauses live auf, wir proben übrigens auch dort. Danach die Session wurde in Arthurs Schlafzimmer gemacht. Ich erinnere mich daran, wir saßen unten, derweil Alex den Gesang machte und ich hörte ihn da rumschreien und wir hörten Kassetten, die Alex gerade von einem verrückten Fischzug nach Hause brachte. Ich glaube, wir hörten da gerade Nine Inch Nails oder so.

John: Arthur kann ja ruhig versprechen, sich bei der nächsten Aufnahme mehr ins Zeug zu legen, ich werde es nicht tun.

Eure gesamte Musik ist irgendwie ein tolle Mischung aus Black Flag, Flipper und frühe Avail, zumindest erinnert mich der „Prince of the salon“ Song an den Avail-Song „25 years later“, ich schließe daraus, dass ihr alle über 30 seid?
Brad: Keiner von uns ist über 30. Ich bin mit 22 der jüngste, aber ich fühle mich sowieso wie ein alter Mann.

Matt: Avail habe ich nie gehört. Die 82er Demos-Platte von Black Flag ist hingegen einer meiner Lieblingsscheiben. Ich bin 23 und ein alter Mann.

Alex: Dann bin mit 24 Jahren wohl der älteste in der Band, jedoch war es mein fünf Jahre älterer Bruder, der mich wirklich zu der Musik brachte und er war totaler Fan von all dem melodischen und hymnischen Hardcore, Naked Raygun, Lifetime und das ganze. Avail war auf jeden Fall immer präsent bei uns im Haus, obwohl ich eigentlich nur die Ten Inch „Live at the king´s head inn“ mag, es war also nicht ein bewusster Einfluss.

Über das schon angesprochene Demotape fand ich den hübschen Satz „heavy negative-filled noise pollution from Philadelphia“; mich interessiert, was ihr für Musik mögt und was ihr nicht ausstehen könnt?
John: Ich höre fast gar keine aktuelle Musik und kann echt null den angeberischen Müll hören, den meine Kumpels grade von sich geben. Was ich so hörte war Brainbombs, Carnage, Angelcorpse, Volahn, GISM, Sperm of Antichrist, etc. Aber ich hab auch nicht so den Plan. Black Sabbath, Van Halen und Slayer gehen auf jeden Fall immer!

Brad: Ich hasse die meisten aktuellen Bands, denke ich. Auf jeden Fall bin ich in keinster Weise Fan von dem gerade ablaufenden modernen Garage Rock Revival Scheiss. Wir spielten mit Ty Segall auf unserer Tour und dieser Type ist ein totaler Dummkopf und seine Musik ist Scheisse. Er coverte GG Allin und das ist die schlaffste, ekelhafteste Scheiss-Sache, die ich je hörte. Scheiss verfickte Idioten, die auf ihren Ipods herumklicken und sich darüber beschweren, dass sie zu wenig bezahlt bekommen (wir bekamen 20 Dollar). Scheiss auf den Scheiss, fick diese Idioten. Es gibt so viel schlechte Musik heutzutage, aber das ist natürlich nichts neues.

All der gegenwärtige Scheiss, den ich hasse, das ist ja ziemlich einfach und offensichtlich: all den Weicheier-Scheiss aus New York, Los Angeles oder egal wo. Wavves, Vivian Girls, egal was. All den Drecksmist, der es eigentlich nicht wert ist, überhaupt erwähnt zu werden, und an den sich in einem Jahr keiner mehr dran erinnern kann, weil er längst total vergessen ist. Es gilt immer wieder: Always fuck THE BITERS (we got beef). Natürlich gibt‘s auch einige tolle Bands: The Men, Pollution, FNU Ronnies (ihre „Meat“-Maxi ist meiner Meinung nach einer der besten der 2000er Jahre) und so weiter. Ich habe immer viel Poison Idea, Whitehouse, Sleep Chamber, Wipers, so was, gehört. Ich stimme mit John bezüglich Van Halen und Slayer überein, Van Halen waren eine meiner Lieblingsbands, seitdem ich sie zum ersten Mal hörte und Rockmusik entdeckte.

Matt: Brad hat eigentlich alles zu dem Thema gesagt, also, was wir hassen. Ich kann nicht für alle sprechen, aber einige Bands, die ich kürzlich hörte, waren Wrangler Brutes, Wipers, Assfort, Dead Kennedys, Melvins, Halo of Flies, Karp und Jerry’s Kids. Aktuelle Bands, die ich live und auf Platte gerne mochte, waren Condominium, Pygmy Shrews, The Men, Twin Stumps (RIP), Shaved Women, Nomos, FNU Ronnies und Pollution.

Alex: Bin wahrscheinlich derjenige bei uns in der Band, der in Sachen Musik / Bands überhaupt keine Ahnung hat, besonders bei aktuellem Scheiss. Kürzlich hörte ich viel T.S.O.L., Hüsker Dü, Wipers, Can, Brian Eno, Roy Orbison und Prokofiev. Bands, bei denen ich drauf achtete, sie zu live zu sehen in den letzten Jahren, waren Pygmy Shrews und Twin Stumps. Brain Tumors, mit denen wir in St. Paul spielten, war die einzige Band, die ich auf der Tour sah, die mich echt beeindruckte.

Wie kamt ihr zusammen als Band, wart ihr Kumpels auf der Schule oder von der Uni?
Brad: Wir trafen uns alle in oder durch die Temple Uni im Herzen von scheiss Nord-Philly. Es ist ein einfach erbärmlicher Ort, an dem du jedoch manchmal lustigen Scheiss siehst. Der Ort befindet sich im Herzen des Stadtteils, echt ein wahrer Hood, viele Wahnsinnige kommen auf den Campus und verängstigen die Leute. Ich sah mal einen Obdachlosen, der auf die Stufen der Bibliothek kackte. Die Band begann mit Matt und mir, wir jammten einfach. Ich denke, der Song „No Motivation“ war der erste, denn wir je für Leather „geschrieben“ haben.

Eigentlich war unser guter Freund Antoine Willams unser Bassist, aber er musste nach Kalifornien zurückziehen und ist zurzeit wegen Graffiti Sachen etwas „in der Klemme“. Wir fragten Alex, ob er Bock hat, zu singen, das war, glaube ich, als Tony noch Bass spielte, ich bin mir nicht sicher. Nachdem Tony ging, dachte ich sofort an John als Ersatz. Er ist einfach total krass an der Gitarre, wir dachten, er würde auch geil am Bass sein und das stimmte dann auch.

Matt: Obwohl wir uns durch die Schule kennen oder zum ersten Mal trafen, verbrachten wir die meiste Zeit im Süden der Stadt. Vor Leather hießen wir Hot Garbage. Keine Ahnung mehr, was unsere ersten Pläne für die Band waren. Als ich zum ersten Mal mit Alex abhing, das war in der Wohnung von einem Typen, da waren noch andere dort und halt Troy, der Bewohner. Er fiel auf den Boden, weil er einen Anfall bekam, er hatte zu viele Pillen gemixt. Seitdem sind Alex und ich wie Brüder.

Alex: John kenne ich seit der High School, wir sind aus benachbarten Städten außerhalb von Philly. Ich traf Brad und Matt auf dem College und war Fan von ihrer alten Band namens Birth Control. Als sie mich fragten, ob ich für ihre neue Sache nicht singen möchte, kam das zur perfekten Zeit. Ich hatte viel negative Energie gespeichert und konnte sie nicht rauslassen. Hoffentlich kommt Tony bald raus und er kommt in die Stadt zurück und wird mit uns was machen.

John: Wie Alex sagte, wir sind seit Jahren befreundet. Die anderen zwei Idioten trafen wir in der erwähnten Uni, dort verbringe ich auch meine Hauptzeit. Pot rauchen in einem abgewrackten Appartement, nicht zu meinen Kursen gehen und wahrscheinlich von dem College fliegen. Freie Stadt.

Wo genau lebt ihr, was macht ihr so?
Brad: Ich zog gerade nach Port Richmond um. Ich hasse es dort. Da gibt’s nur scheiss Mutanten. Zwar gibt’s die auch dort, wo ich wegzog, aber ich mochte es da besser. Ich vermisse meinen alten Block, wo ich Gras kaufte und einen drauf machte mit den Farbigen. Wir wurden zusammen breit und sie erzählten mir wilde Geschichten. Hinsichtlich dem, was ich mache, ich mache Leather, bin pleite und werde das College vorzeitig verlassen. Fick das Ganze.

Matt: Im Süden der Stadt, in einer kleinen Strasse, mit einem Haufen Familien und alten Leuten. Meine Nachbarn auf beiden Seiten (Wand an Wand) haben nichts gegen die laute Musik aus unserem Keller, in dem wir proben. Die einzige Person, die sich beschwerte, ist eine alte Frau die Strasse gegenüber, die immer ein paar Kommentare ablässt. Sie ist einfach eine elende alte Hexe, die in dem selben Reihenhaus seit 60 Jahren wohnt und soll einfach sterben. Ich unterrichte die sechste Klasse in einer öffentlichen Schule im Südwesten. Ich hasse den Schulbezirk. Er muss wieder aufgebaut werden, nachdem ich auf seine Asche spucken werde.

Alex: Hier ebenfalls im Süden, ziemlich nah bei Matt. Die vergangenen Jahre wachte ich vor dem Morgengrauen auf, um meinen Körper als Bauarbeiter kaputtzumachen, für eine erschreckend geringe Summe Geld als Austausch. Heute versuche ich, einen Job zu kriegen, der mir keinen Herzanfall beschert oder bei dem ich mich durch eine knappe Handbreit gefrorenen Dreck in einem Blizzard durchgraben muss. All das beiseite, mir geht’s trotzdem besser als wahrscheinlich 90 Prozent der Menschheit auf der Welt.

John: Ich lebe in einer scheiss Stadt im Westen, ich meine, eigentlich ist es da ganz okay, ich kann oft von der unerträglichen Großstadt und den wertlosen Arschlöchern, die sich über ihre Strassen schieben, entfliehen. Momentan bin ich Teil eines Tonstudio-Programms im Gemeinschaftscollege hier und arbeite in einem imax Kino.

Wie ist die Szene bei euch, habt ihr da eine Verbindung zu? Die Dead Milkmen spielen ja wieder und sacht mal, die Schluss-Szene in „Rocky I“ spielte doch auch in der Stadt oder?
Brad: Ich habe fast keine Verbindung zu irgendeiner Szene in der Stadt, d.h. außer der, die wir machen. Auf Konzerte gehe ich nur noch, wenn ich dort spiele oder sie selber buche. Ich habe viele Freunde in verschiedenen Ecken, aber ich will nicht Teil einer Gruppe werden. Leather ist eine eigene Sache und ich möchte es so belassen. Wir spielen nicht „bestimmte Gigs„. Rocky ist übrigens ein toller Film. Ein anderer Film, etwas weniger bekannt, ist aber der wirklich beste Philly-Film und zwar Eddie Murphy´s „Trading Places„. Ein exzellenter Kommentar bezüglichen der Rassen- und Klassen-Spannung in der Stadt und Gesellschaft im allgemeinen. Oh, und natürlich Eraserhead, der Scheiss ist echt auch geil

Matt: Die Szene ist fragmentiert. Bestimmte Bands spielen in bestimmten Kreisen und es ist seltsam, wenn es sich vermischt. Manchmal fühlt es sich so an, dass es da Spannungen gibt und das macht auch Sinn. Ach ja, klar, „Trading Places“ ist ein großartiger Film, Dan Aykroyd, wie er im Weihnachtsmann-Kostüm auf diesen Tisch springt und mit der Knarre herumfuchtelt, ist eine der besten Sachen, die ich je sah. Kürzlich sah ich eine Dokumentation über den Drogenkrieg zwischen den Dealern und der hiesigen Polizei, „Louis Theroux: Law and Disorder in Philadelphia„. Dort werden die Bullen wirklich als die Arschlöcher dargestellt, die sie sind.

Alex: Ich gehe in Philly seit 11 oder 12 Jahren auf Konzerte und ich fühlte mich nie einer bestimmten Szene verbunden, das kann auch mehr eine persönliche Sache sein. Wie die anderen schon sagten, es ist sehr fragmentiert, es gibt meines Wissens nicht eine Art gemeinschaftliche Szene hier wie in D.C. oder so. Es gibt eine große Menge Bullshit, aber wo gibt’s das nicht?

John: Ich habe ähnliche Erfahrungen wie Alex gemacht, ich ging, seitdem ich Teenager bin, auf Konzerte, aber versuche, nicht in eine Szene oder einer großen Gruppe von Menschen involviert zu werden. Ich bevorzuge das so. Alles, wo viele mitmachen, ist doch scheisse oder eben diese Gruppenidentität… Ein interessanter Fakt über die Stadt: jeden Sommer kommt eine Horde von Squattern hier hin, als ob es ihr scheiss Mekka wäre, stell dir das mal vor.

Ihr habt im August eine Tour durch den mittleren Westen der Staaten gemacht, wie lief es?
Brad: Großartig. Keine echten Kämpfe zwischen uns oder außerhalb der Band. Wir wurden bezahlt, spielten einige volle Gigs und einige nicht so gut besuchte. Nujon und ich waren die ganze Zeit total drauf. Wir kaufen uns eine acht Unze Gras für zehn Dollar. Lustig war es mit unserem guten Freund Andy von FASHIONABLE IDIOTS RECORDS in Minneapolis. In Chicago aßen wir „Pantera“-Burger in einem Laden namens Kuma. Wir spielten mit diesen abgefuckten Heinis namens „Pirate Punx“ in einer scheiss Kleinstadt in Wisconsin. Kansas City war cool, viele Punks und viele durch geknallte Weirdos. Ein angsteinflößender alter Typ mit einer Perücke machte Fotos von uns. Es gab eine Menge Alkohol und Drogen. Wir campten in Iowa, das war geil. Wir grillen Walmart-Steaks und tranken eine zwölf Dollar 30er Palette High Life Dosen. Verdammtes Amerika Man, bestes Land der Welt.

Matt: Diese Tour war meine erste und eine super Erfahrung. Ich fuhr den Grossteil und wir sind innerhalb von zwei Wochen viel rumgekommen, waren in vielen Orten, in denen ich noch nie war, und ich begegnete Sachen, die ich vorher nicht kante. Wir trafen viele neue Leute. Ich freue mich auf die nächste Tour. Wir spielten drei Konzerte in Ohio, nie wieder.

Alex: Wir sind nicht pleite gegangen und die Band hat sich nicht aufgelöst, ich glaube nicht, das man wirklich mehr als das verlangen kann. Touren kann toll sein, in dem Sinne, dass du erkennst, wie wenig du von dem häuslichen Komfort und Luxus wirklich brauchst. Als ich auf den schmutzigen Fußböden pennte und mich total scheisse ernährte, fühlte ich mich glücklicher als im normalen Leben.
John: Die Tour war exzellent. Jeder Tag war aufregend, und außer, dass ich etwas krank wurde, war alles eine unvergleichliche Erfahrung. Ok, scheiss auf Ohio. Columbus ist ein Schmutzfleck auf der Karte, der so schnell wie möglich ausgelöscht werden sollte.

Mir kommt es so vor, als ob es in den USA unter den HC-Bands eine Art Sport gibt: „Man, ich habe ne Punkband, lass uns Europa machen, egal ob wir nur drei Cover Songs auf einer scheiss myspace Seite habe“, ich kann mir es sonst nicht erklären, warum so viele US-Bands auf Europa-Tour sind. Soll jetzt keine Beleidigung sein und ein Witz, wie schaut es bei euch aus mit solchen Plänen? Manchmal denke ich, ohne Internet war alles besser hinsichtlich einer Entwicklung einer Band: Demotape, lokale Konzerte. Single, mehr lokale Konzerte, vielleicht auch ein Gig in der nächsten Großstadt. Erste Platte. Kleine Tour….Dritte Platte, große Tour. Heute machen es die deutschen Bands so: drei eigene Songs, Deutschland-Tour, haha.
Brad: Es gibt zurzeit keine Pläne, nach Europa zu kommen, natürlich wäre das trotzdem was, was wir alle sehr gerne machen würden. Aber es kostet halt sehr viel Geld und benötigt viel Zeit, all das hat keiner von uns. Ich würde sehr gerne Deutschland irgendwann mal sehen. Ich will den Basic Channel DJ sehen.

Matt: Ich wäre erstaunt, wenn wir es je mit einer Europa-Tour hinbekommen würden. Wir schaffen es ja kaum an der Ostküste.

Alex: Wenn du oder irgendjemand anders uns unsere Europa-Tour „finanzieren“ kann, melde dich. Keine Ahnung, woher wir das Geld nehmen würden, um so etwas zu realisieren.

Ihr habt keine myspace Seite, Absicht? All der ganze facebook-Scheiss hat ja unbestritten Vorteile und ist parallel total nervig.
Brad: Meiner Meinung nach ist es teilweise nützlich. Ich habe keinen Account bei myspace oder facebook, warum sollte es Leather haben? Wir sind eine Hardcore-Band. Wir versuchen nicht, entdeckt zu werden von einem Label, oder das uns Millionen von Leuten hören oder so. Wir sind einfach gelangweilte, angepisste Amis. Würde Poison Idea eine myspace Seite damals gemacht haben? Ich bezweifele es. Sie wären sicherlich damit beschäftigt, coole Sachen zu machen, wie Leute zusammenzuschlagen oder Pillen einzuschmeißen.

Matt: Wir haben eine Homepage und aktualisieren diese kaum. Macht auch keinen Sinn, dass das jemand anders für uns macht. Wer würde sich dafür interessieren und auf ihr surfen? Wenn kümmert so was?

Alex: Computer im allgemeinen gehen mir ziemlich am Arsch vorbei.

Wer steckt hinter eurem Caesar Cuts Label? Was bedeutet der Ausdruck, eine Anspielung auf die Frisur von dem römischen Emperator Cäsar?
Brad: Caesar Cuts veröffentlichte unsere „Anchorite“-Single und ist das Label meines alten Freundes Johnathan Zabrenski. Wir waren seine erste Veröffentlichung, aber ich glaube, er macht weiter. Ich glaube, der Name bezieht sich auf einen Haarschnitt von George Clooney oder irgendeinen anderen dummen Scheiss. Trotzdem schön, er veröffentlichte die Single, du hast davon mehrere tausend Kilometer weit weg erfahren, scheiss also auf den Namen.

Matt: Wir haben noch weitere Veröffentlichungen geplant und diese werden auf anderen Labeln rauskommen. Haltet die Augen und Ohren offen.

Alex: Der Name, ja, das ist die Art von Witzen, für die John Z. lebt.

***

Und hier zogen wir einen Schlussstrich. Ich hab diese schreckliche Floskel, glaube ich, noch nie im Trust geschrieben, aber ich denke, „man wird von dieser Band noch viel hören“…

Interview: Jan Röhlk
Kontakt: havefunstayinghard.net

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