Dezember 7th, 2016

Kolumnen (#64, 06-1997)

Posted in kolumne by Jan

Unglaublich, das ich mal nicht am letzen Drücker sitze und das Ding hier schreibe, immerhin fang ich jetzt schon mal im Vorfeld damit an. Deshalb bleibt mir auch die Zeit so Schnickschnack zu erwähnen wie: Wahnsinn, die letze Ausgabe des TRUST bestand aus über 441.500 (in Worten: Vier-hundereiunvierzigtausenfünfhundert) Zeichen.

Das ist fast eine halbe Million – aber darauf will ich jetzt nicht hängen bleiben. Neulich hatte ich in einer Kneipe (mehr dazu später) folgendes aufgeschnappt: Er zu ihm „Na, wie geht’s?“ Er: „Gas geben!“ Das ist die Antwort überhaupt! So scheisse und gleichzeitig (wenn man drüber nachdenkt) auch gar nicht so verkehrt. Scheisse in dem Sinne das es keine Antwort auf die Frage nach dem eigenen Wohlbefinden ist und nicht verkehrt weil sie eigentlich (also die Antwort) genau das auf den Punkt bringt was hier läuft. Egal ob in dieser Gesellschaft, der Politik, der Wirtschaft oder eben auch der Szene oder dem Musikbusiness. Keiner weiß wohin es gehen soll und warum, aber alle – die noch können – machen wie die Ir-ren. Rennen wir (ich bin jetzt wieder bei der „Szene“) dann doch auf das lang ersehnte Loch zu? Setzt die Gesundschrumpfung ein? Beruhigend zu sehen das ein großer Textilmailorder aus dem Schwarzwald in seinem letzen Katalog u.a. Sick of it All, Slapshot und diverse andere „Hardcore“-Band-Shirts für zehn Märker verschleuderte.(natürlich nicht gut für den Mailorder) Das könnte doch was bedeuten? Zumindest das alle Kids genügend shrits haben…

Auf der anderen Seite ging auch ein „Shell to Hell“ shirt für sehr billig raus – aber das ist vielleicht ja auch nicht so aktuell. In jedem Fall muß Musik wieder zum Hobby werden und die ganzen selbsternannten Berufsmusiker sollen sich verpissen. Also, jetzt sucht sich jede/r aus ob sie/er weiter einfach „Gas gibt“ oder vielleicht mal auf die Bremse geht und sich besinnt. Während ihr euch besinnt muß ich euch mal von oben erwähnter Kneipe erzählen, es gibt nämlich seit Anfang des Jahres wieder (oder auch zum ersten mal seit langem) wieder eine tolle Bar in hier in der Stadt. So wie eine Bar sein muß, Musik nur im Hintergrund (meistens jedenfalls, hin und wieder ist dann doch so ein scheiss DJ da der meint er müßte lauter machen was eh keinen interessiert… aber ich sage dem Wirt immer – no DJ’s) sehr liebevoll eingerichtet, optimale Größe, nette Servicemenschen – also einfach Atmosphäre.

Warum ich das erwähne, wo es doch in deiner Stadt 20 solcher Läden gibt? Na weil ich immer noch viel Zeit in meiner Heimatstadt – Augsburg – verbringe und für Augsburg ist das was besonderes. (genauso wie das es jetzt hier Falafel gibt, aber das ist eine andere Geschichte) Ich hoffe dort ändert sich nichts und sie können sich halten. Und? Schon besonnen ob du das rechte oder mittlere Pedal benutzt? Dann mach ich mir einfach noch ein paar mehr Gedanken zu was anderem. Das Fanzine-Treffen findet ja leider dieses Jahr nicht statt, schade eigentlich aber verständlich. Also Folge daraus – und nicht nur daraus – wird sich ergeben das jedes Einzelne zine seinen Kram macht und selbst letzte Reste von einer nicht vorhandenen „Szene“ zerbröseln, nicht mal aus Absicht, einfach so, weil jeder so mit sich selbst bzw. mit seinem zine beschäftigt ist. Deshalb besteht kein Bedarf mehr an „Gemeinschaft“, also vielleicht besteht der ja noch, aber er wird grade nicht gebraucht oder man hat keine Zeit für, weil ja jeder sein „eigenes“ zine macht und einige machen ihre eigene cd dazu, dann fangen jetzt die großen zines auch an ihre eigenen Konzerte zu machen und es wird immer mehr ein Nebeneinander als ein Miteinander.

Ich will das jetzt auch gar nicht weiter werten – denn auch bei uns ist es nicht anders. Also auf einen Fanzine-Kongress (oder wie auch immer das heissen könnte) hätte ich schon Lust, aber viel mehr? Immerhin machen wir ja auch sechs Hefte pro Jahr und mehrere Treffen und den ganzen Quatsch – und was soll ich sagen, wir haben Spass und es passiert was. Ähnlich scheint es auch bei anderen zu laufen – also prima. Ich wollte das nur mal schon jetzt gesagt haben, nicht das es dann wenn es soweit ist heißt „das konnten wir ja damals nicht wissen“. Denkt da mal alle drüber nach – wenn ihr eure Entscheidung getroffen habt. Derweil ist mir dann noch folgendes aufgefallen. Als Beispiel, das alles überall nach den gleichen Schemen abläuft: Der Fritzenkötter sortiert die medialen Begleiter des Kanzlers bei Staatsbesuchen. Dann stand neulich in einem großen Nachrichtenmagazin, ich zitiere: „Als seien Kanzlerreisen eine Privatveranstaltung des Patriarchen, wird der Spiegel traditionell vom Mitflug in der Kanzlermaschine ausgeschlossen.“

Da aber natürlich der Spiegel meint bei der Asien-Pazifik-Reise des Kanzler nicht fehlen zu dürfen (was eigentlich auch berechtigt ist, denn wer soll sonst schon deren politischen Unsinn dokumentieren) flog ein Spiegel Mann voraus. Das ist ungefähr so, wie wenn eine Fanziner von der großen Agentur/Plattenfirma/was auch immer nicht auf die Gästeliste gesetzt wird und dann selber Eintritt bezahlt. An sich kein großer Vorgang, kann ja jeder selbst entscheiden ob er dann sagt: „Na dann halt nicht“ oder eben einfach Interesse da ist und der Eintritt bezahlt wird. Und dann schreibt der Fanziner bei dem Livereview, oder als Einleitung „Als seien ______-Konzerte ein Privatveranstaltung der ______-Agentur wurden wir ausgeschlossen“. Und dann wie scheisse das doch ist das alle anderen Medienvertreter durften, nur das kleine Zine nicht, etc.pp. Abgesehen davon ist so eine Reise natürlich eine Riesengeldverschwendung und ob man da dann wirklich einen Journalisten hinschicken muß ist wieder ein anderes Thema. Alles nicht so wichtig, wenn du bis jetzt nicht meinen Punkt hast, dann überleg dir weiter was nun is, Gas geben oder Bremsen. Derweil schreib ich mal noch was ab (ich geb das wenigstens zu – obwohl das meiste abgeschrieben wird – fragt mal die die es wissen müssen…) das ich grad gestern gelesen habe und das genausogut von mir hätte sein können. So muß ich’s mir aber nicht selber zusammenformulieren. Hier also ein paar Brocken, zusammenhangslos erscheinend, aber von enormen Gehalt.

>Der angeblich mündige Wähler ist apathisch, desorientiert und ein Gefangener irrational vorgefaßter Meinungen. Das politische Urteil des Durchschnittsbürgers folgt im Grunde nur gefühlsbetonten Impulsen. Diese Inkompetenz und Ignoranz nützt die Machtelite der Berufspolitiker schamlos aus um ihre persönlichen Interessen zielstrebig zu verfolgen. Das Gemeinwohl ist dieser Kaste gleichgültig.

>Es herrscht eine vermeintlich repräsentative Demokratie, in der egoistische Politiker den ohnehin diffusen Volkswillen beharrlich mißachten.

>Die Komplexität aller Probleme, von der Arbeitslosigkeit bis zu den Völkerwanderungen der Gegenwart, überfordert sämtliche Parteien. Die Politik reagiert ensprechend ratlos und zwar entweder mit gefährlichen Vereinfachungen, oder meistens indem sie gar nichts mehr unternimmt.

>Die Parlamente beschränken sich auf Kleinstentscheidungen, dringende Aufgaben, wie die Umweltsanierung, die Bekämpfung der Kriminalität oder die Lösung der Finanzkrise der öffentlichen Haushalte werden verschleppt und vertagt.

>Das einzige was am Ende noch funktioniert, ist die Blockade jeder Veränderung.

Im Volksmunde „Wasserkopf“ genannt. Der Wasserkopf muß weg, genauso wie Subventionen weg müssen, aber erklär das mal denen die es betrifft. Ok, jetzt habt ihr aber genügend Zeit gehabt euch zu Entscheiden. Eine Entscheidung kann ich euch ganz leicht abnehmen, kommt alle im August zu dem Trust-Abend in der Kölner Kantine – das wird Klasse! Wir sehen uns dort.

Prost!

(Dolf)

So. Jetzt hab ich den Salat. Der geneigte Leser wird sich erinnern, wie überzeugt ich in meinem letzten Beitrag zum Thema Hasso herumschwadroniert habe, moderner Mensch und so, unabhängig von äußeren Strukturen und so. Tja. Kaum war das Heft im Druck, habe ich einen Vertrag als corporate slave angenommen. Redakteur. Keine Namen, keine Gratiswerbung. Interessante neue Erfahrung. Persönlich, meine ich. Wie läßt sich der ganze Wust von hehren Idealen, den ich ja bisher mit mir herumgeschleppt hab, in der knallharten Arbeitswelt des Jahres 1997 unterbringen? Was wird letztendlich gewinnen, die schwarze Flagge der Anarchie oder die nackte Angst um die Rente? So was läßt sich sehr schön belabern, solange man nicht drinsteckt, in den bösen corporate Strukturen. Warum ich das hier ausbreite, ganz nebenbei? Weil ich mich nach wie vor unheimlich wichtig nehme.

So kennt und liebt ihr mich ja. Und weil ich mich immer, zumindest in meiner Zeit auf der Bühne und in der als Hassobändiger, immer als so ne Art Beispiel-Punk gesehen habe. Nicht die Art Punk, die im Zap, sondern die im Trust propagiert wird. Obwohl es immer noch ne Menge Leute gibt, die das verwechseln. Der Marsch durch die Institutionen, Teil siebzehn. Der Blutzoll, den ihr, arme, unschuldige Leser für meine Eskapaden bezahlen müßt, ist der, daß ihr diesmal zur Gänze auf meine Plattenkritiken verzichten müßt (Nur dieses eine Mal!). Aber diesen Vorgang kennt ihr ja zur Genüge: Wir hier basteln uns unaufhörlich neue Trips zurecht, und ihr müßt die Suppe auslöffeln. Nicht zuletzt auf dem Trust-Mitarbeiter-Konvent neulich in Karlsruhe (an anderer Stelle mehr davon) kam ich zur Überzeugung, daß dieses Magazin hier in Wirklichkeit so eine Art kollektives Ego-Zine darstellt.

Jeder macht, was er will. Anarchistische Buchstabensuppe. Eines der letzten Refugien kreativer Freiheit. Genug gejubelt. Was mir darüberhinaus am Herzen liegt, ist die korrekte Verwendung des Cyberspace. Eine kurze Umfrage in unserer Mitarbeiterrunde neulich ergab, daß nur 10% von uns keinen Zugang zum Internet haben. Unsere Trust-Homepage (www.planetsound.com/media/trust) erfreut sich erstaunlicher Besucherzahlen. Der PC etabliert sich also auch bei Punks zuhause neben dem Plattenspieler als wichtige Freizeitmaschine. (Neu auf dem Plattenteller: Lard: pure chewing satisfaction und Chemical Brothers: dig your own hole) Bei mir – und anderen – läuft er inzwischen fast den ganzen Tag. Was andererseits auch erschreckende Auswir-kungen auf die Telefonrechnung hat. Ein Bereich, der bisher im Trust ebenfalls keine Erwähnung fand, ist das weite Feld der Offline-Aktivitäten.

Das heißt: Computer ist an, aber Telefon ist aus. Kein Internet, sondern Multimedia. Es gibt inzwischen ne Menge Punks, die nicht mehr an der Gitarre, sondern am Monitor Musik machen. Und die nicht nur in SciFi- und anderer Schundliteratur die unendlichen Weiten der künstlichen Realität erforschen, sondern ebenso in nächteverschlingend komplexen Computerspielen. Da hatte ich doch neulich ein ausgedehntes Gespräch zum Thema Command & Conquer? Bei mir haben diese interaktiven Bildschirmschoner inzwischen den Fernseher verdrängt. Urban mindscape. 1400 central european time. Ich geh‘ jetzt raus an die Sonne.

Ja, wir hatten Redaktionstreffen in K-ruhe – alles toll, war ja klar, oder? Ich meine, wie oft kommt man in die Lage, eine Stunde im Nieselregen vor Klaus N. Fricks Tür zu stehen – und dabei zu trinken? Ja, Karlsruhe ist eine Reise wert, leider habe ich zu spät vom Chaostag in K-ruhe mitbekommen, das wär doch mal lustig gewesen, Klaus berichtete von 16jährigen Punkern, die meinten, daß früher alles besser gewesen sein.

Das steht man dann und wundert sich. Ein paar Tage später – war gerade in einem dieser verlängerten Wochenenden mal in London gewesen, um einen sehr sehr guten, alten Freund zu besuchen, der dort auch gerade urlaubsmäßig verweilte. Ohne hier in Details gehen zu wollen: Kennst Du das, wenn gewisse Werte, die für Dich so unumstößlich feststehen wie nur irgend etwas, auf einmal untergraben werden – dieses plumpe Gefühl im Magen, irgendwie würde man vielleicht jetzt am Liebsten flennen, aber das nützt bekanntermaßen wenig, also läßt man es – als ob einem alles, was man selber ist und woran man glauben mag, weggenommen wird?

Die Suche nach einer passenden Erklärung, das Greifen nach vollkommen schwachsinnigen Rechtfertigungsversuchen, die eigentlich die andere Person sagen müsste, man sie aber ihr quasi soufflieren möchte. Dieses Zittern, als ob man der einzige Mensch weit und breit auf dieser Erde sei, diese fürchterliche, dumpfe Einsamkeit. Und die Hoffnung, daß es doch alles gar nicht so war, wie es war, die Flucht quasi in eine zugedöste Sphäre. Ja – es mag eben noch gewisse Dinge geben, die man (ich-Du?) investiert und für die mußt Du später eben doppelt bezahlen. Verdammt – dieses Fanzine heißt Trust, und ich mag mit dem deutschen Wort dafür immer noch eine Menge anfangen wollen, aber der Schmerz, wenn eben dieses Vertrauen verletzt wird, der gibt einem schon zu denken, inwieweit dieses Aufbäumen überhaupt sinnvoll ist. Das ist es sicherlich, und zwar mindestens mal aus dem Grund, um an sich selbst zu diagnostizieren, daß man noch lebt.

Carsten hat im letzten Blurr sich so geil über London ausgekotzt, daher verweise ich bezüglich dieser Stadt, in der ich jetzt sehr lange nicht mehr war, auf sein Heft – die Deppen da lassen Dich dort echt ausbluten. Ende.

(fritz)

trapped…!?

so, da sitze ich nun an einem siemens-nixdorf computer und versuche trotz aller hemmungen eine kolumne für´s trust zu schreiben. warum eigentlich? vielleicht weil es mir immer wichtiger wird viel mit anderen leuten zu teilen, mich zu öffnen, weil ich genau das so verdammt lange nicht gemacht habe und mir die konsequenzen meines verhaltens jetzt deutlicher sind als je zuvor.

wie dem auch sei. komisch jetzt etwas zu schrei-ben, wo mich ja niemand kennt. gut, vielleicht erstmal dazu, ich bin jobst und mach so seit vier jahren mehr oder weniger was für´s trust. das soll an „information“ über mich erstmal reichen, da es wirklich scheißegal ist, wie alt ich bin und was ich sonst mache, denn das werdet ihr ja dann schon irgendwie mitkriegen.

ich glaube ehrlich gesagt auch, daß ich seit dem letzten trust-treffen in karlsruhe ein ganz anderes verhältnis zum heft entwickelt habe, jetzt wo ich viele leute „kennengelernt“ habe und das ganze, so pathetisch es klingt, doch irgendwie als „familie“ sehe. was natürlich in keinster weise meint, daß alle, die hier im heft mitschreiben, ähnlich denken, ganz im gegenteil… aber genau das hat mich auch fasziniert. Und ehrlich gesagt kommt mir das bei keinem anderen fanzine so extrem vor wie im trust und das ist verdammt gut, daß es so ist.

Hmm, genug lob an uns selbst, aber das wollte ich mal loswerden. mit leuten umzugehen ist wahrscheinlich das schwierigste was wir tun, was wohl letztendlich damit zusammenhängt, daß alle andere ansprüche an letztlich alles haben und die anerkennung dieser verschiedenheit bei so verdammt vielen leuten ganz einfach nicht da ist, nicht gewollt ist, nicht mal eingesehn wird. damit meine ich mit keiner weise irgendso eine platte toleranz-geschichte. toleranz hat wohl immer auch etwas mit gleichgültigkeit zu tun. akzeptanz hingegen bedeutet für mich viel mehr und zu akzeptanz gehört auch viel mehr kraft, es gehört dazu „fehler“ anderer anzuerkennen und nicht bloß zu verurteilen, es gehört dazu eigene denkstrukturen ständig zu hinterfragen, es gehört dazu zu erkennen, daß es eine „wahrheit“ nicht geben kann (nicht einmal die eigene, d.h. es gibt viele „wahrheiten“, aber gleichzeitig auch keine, es gibt kein gegeneinander von „wahrheiten“, sondern höchstens ein nebeneinander und selbst das ist meiner meinung eine zu vereinfachte erklärung). und akzeptanz bedeutet für mich letztendlich auch eben nicht alles zu tolerieren und somit eben auch keine gleichgültigkeit zu haben. und genauso bedeutet es, was noch viel grundlegender ist, sich selbst als unvollkommen, lernfähig, fehlerhaft anzuerkennen, ohne daß nur negativ zu bewerten und in völlig destruktives selbstmitleid zu verfallen, daß natürlich verständlich ist, aber NICHTS bringt.

tja, wahrscheinlich steckt hinter all dem letztendlich auch wieder so ein „think positive“- gedanke, der irgendwie schon in so vielen trust-kolumen in letzter zeit mehr oder weniger offen aufgetaucht ist. diese akzeptanz nicht aufbringen zu wollen erschreckt mich und macht mir tierisch angst. dieses nicht-anerkennen von andersheit, daß in der „szene“ wirklich kein bißchen anders ist als in der bösen, bösen gesellschaft. und genau das hemmt auch noch die eigene andersartigkeit zu akzeptieren und damit meine ich jetzt nicht nur die andersartigkeit von anderen menschen, sondern genauso, oder vielleicht insbesondere, auch die andersartigkeit bzw. verschiedenheit in uns selbst. und das wirklich anzuerkennen oder zu akzeptieren ist schwieriger als es sich anhört und es gehört viel eigene kraft dazu.

aber vielleicht ist das auch alles unfug. denkt mal darüber nach, wenn ihr lust habt. ich hoffe so sehr, bald einen eigenen e-mail an-schluß zu haben, aber das hat damit ja auch nichts zu tun. außerdem muß ich noch erwähnen, daß kurt vonnegut ein genie ist. lesen ist geil. punk ist verdammt noch mal mehr als musik, aber das wißt ihr ja schon…oder? o.k., vielleicht reicht das auch erstmal. laßt es euch gutgehen.

(Jobst)

Frank’s Private Collection

Alkohol-Erlebnisse die 1.: Das es manchmal zu Schwierigkeiten führen kann, besoffen Fahrrad zu fahren, war mir schon geraume Zeit klar. Neulich allerdings, ich wollte gerade nach Hause (Alkohollevel 4 Bier, also nicht allzu viel), hatte doch tatsächlich einer meiner Mitmenschen wesentlich größere Alkoholprobleme als ich. Nichts ahnend bog ich in die Südendstraße (bei mir um die Ecke) ein. Natürlich benutzte ich den Radweg, wie es sich für gesetzestreue Bürger gehört, hatte aber leider wie üblich keine Beleuchtung am Fahrrad. Kaum war ich um die Ecke und hatte wieder freie Sicht, da schwankt doch tatsächlich so eine Gestalt auf den Radweg und stößt mich, undefinierbare Töne ausstoßend, vom Rad. Kaum hatte ich mich, auf dem Boden liegend, von dem Schock erholt, kommt doch der Typ („gut“ gekleidet mit Anzug und Trenchcoat) auf mich zu und schreit mich an.

Kurze Zeit spielt ich mit dem Gedanken dem Typ ein’s auf die Mütze zuhauen, bemerkte allerdings noch rechtzeitig wie voll der war (Merke: Besoffene schlägt man nicht!!). So fragte ich ihn einfach nur (allerdings recht unhöflich: „Hey Arschloch, was soll den das?“) nach seinen Beweggründen, worauf er irgendwas von sich gab, was man beim besten Willen nicht verstehen konnte, wenn man nicht ebenfalls 3 Promille hat. Also beschloß ich erst einmal mein Fahrrad zu überprüfen. Dabei machte ich mir allerdings die Hände schmutzig und da sonst kein Lumpen in der Nähe war, packte ich den Typ doch mal schnell am Kragen. So konnte ich mir an seinem „feinen“ Stoff die Hände abwischen und er hat zumindest etwas worüber er sich morgens wundern konnte. Der bekam, es dann aber doch mit der Angst zutun, riß sich los und machte sich aus dem Staub.

Im nachhinein frage ich mich immer noch, was denn mit dem Typ los war. Irgendwie sah er so aus, als hätte er gerade seinen Managerposten verloren. Schon wieder ein Arbeitsloser mehr. Vielleicht kann sich der Typ ja als Polizist bewerben. Immer hin hat er ja schon das Gespür für Ungesetzmäßigkeiten. Er hat ja gleich erkannt, daß man nachts ohne Licht nicht Fahr-rad fahren kann. Er neigt zur Gewalt (vom Fahrrad stoßen) und ist feige (wegrennen), ergo sind alle Voraussetzungen für einen „guten“ Polizisten gegeben und Polizisten brauchen wir bestimmt noch ein paar. Überhaupt könnte man bestimmt die Arbeitslosenquote senken, wenn man noch mehr Polizisten einstellt. Da könnte man es sogar auf ein Reduzierung der Quote um 50% bis in’s Jahr 2000 schaffen und die Gesetzte könnten noch besser überwacht werden.

Ich sollte mich unbedingt für die Bundestagswahl aufstellen lassen. Am besten ich mache dann als Kanzler die ganze Trustmannschaft zu Ministern. Schließlich können wir alle ja so effektiv diskutieren, wie wir beim Redaktionstreffen in Karlsruhe gesehen haben und vor allem fallen wir uns nicht so oft in’s Wort („Einspruch“, würde Fritz jetzt sagen).

Ob es im Bundestag wohl Bier zum Mittagstisch gibt?

(Frank)

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