Januar 17th, 2019

KLAUS WALTER (#164, 2014)

Posted in interview by Jan

Zupfengeigenhansel oder Can:
The Fall Klaus Walter.

Es ist verrückt, auch im Jahr 2014, über gute Musik-Schreiber nachzudenken. Aus meiner Sicht gibt es weltweit vielleicht sechs Autoren, die dies besonders gut über Musik und Politik schreiben (konnten). Klar, einige der amerikanischen und britischen Pioniere: Greil Marcus, Greg Shaw (u.a. Who put the Bomp! Fanzine) und Simon Frith (Sound effects: Youth, Leisure and the Politics of Rock‘n’Roll, 1983). Und dann natürlich Klaus Walter und Diedrich Diederichsen und Roger Behrens.

Die Texte der genannten sind qualitativ toll zu lesen. Es ist kein Popkultur- Rhabarber, bei dem banales mit Zitat-Referenzen mächtig aufgeblasen wird. Aber ist es auch nicht „untheoretisches“ Schreiben. Jeder setzt in individueller Akzentuierung Musik in den Kontext mit Politik und zeichnet somit nach eigenen Vorlieben das „Big picture“. Als Leser fühle ich mich angenehm inspiriert, gerade weil nicht immer ähnliche Geschmäcker vorhanden sind. Man erkennt ganz neue Perspektiven. Und es ist doch so: Es gibt leider so wenig Schreiber, über Musik, mit einem interessanten Geschmack, aber politisch aufgeweckt, ausgehfreudig, aber dann nicht nur „Fun Fun Fun“ im Sinne.

Und bei vielen Musik-Schreibern – ist klar, bei mir natürlich nicht – entsteht irgendwann die unschöne Neigung, die eigene ästhetische Haltung zu übertreiben nach dem Motto „Wenn doch alle Welt nur John Coltrane und John Zorn goutieren würde!!! Ja dann wäre der Kapitalismus bald Geschichte“. Klar. Als ob der Rammstein hörende aktive Gewerkschaftler weniger progressiver wäre als der Young Marble Giants-Bootlegs sammelnde Plattenidiot. Ich denke, wer sich nur mit Musik beschäftigt (und sei die auch noch so erlesen ausgewählt) und das „big picture“ (was immer das genau meint) außen vor lässt, der hat doch am Ende nix verstanden. Er wird dann auch noch nicht mal mehr über Musik, seine angeblicher Kernkompetenzbereich, interessant schreiben können. Echt jetzt. Weil wenn dem nicht so wäre, dann wären ja die meisten Musikzeitschriften super gut! Genug der Vorrede.

Kommen wir zu Klaus Walter. Schätze, ich muss erst begründen, warum und wieso das ganze hier. Weil: Ich bin Fan. Sowohl von seinem Radio- als auch von seinem publizistischen Output (speziell auch der Beitrag im „Emo“-Buch aus dem Ventil Verlag, nice one there). Und es ist ja dann doch auch so: Ich schreibe für ein Fanzine. Deshalb dieses Interview. Klaus Walter ist Jahrgang 1955. Er lebt in Frankfurt am Main und ist seit Mitte der 70er als Autor und DJ in den Themenfeldern Popkultur, Fußball und Politik tätig. In den 80er Redakteur bei der Zeitschrift Pflasterstrand, seit 1984 Radio-DJ beim Hessischen Rundfunk. Seine Sendung wurde 2008 eingestellt. Wir kommen darauf zu sprechen.

Seitdem arbeitet Klaus als Redakteur und Moderator bei dem Internetradio ByteFM. Außerdem arbeitet er für verschiedene Radiostationen, u.a. für das Deutschlandradio Kultur und den WDR. Zudem macht er den „Zündfunk Nachtmix“ beim Bayerischen Rundfunk. Als Autor ist er tätig für u.a. Spex, Die Zeit, Süddeutsche Zeitung, taz, Spiegel Online, Jungle World und Konkret. Seit den 90er gibt Klaus Workshops und Seminare zum Themenfeld Pop und Radio, zuletzt Lehraufträge an der Universität Paderborn sowie derzeit an der Goethe-Universität Frankfurt.

Als Jahrgang 1978 bin ich nicht ganz von Anfang an bei seinen HR-Sendungen dabei gewesen. Jedoch: mir gefallen die alten Playlisten. Und seine aktuellen ByteFM-Sendungen finde ich sehr schön, er hat einfach auch diese Stimme…Das Trust und Klaus Walter, man traf sich schon mal. Früher, Popkomm, Köln, ihr wisst schon: die magischen 90er Jahre der alten dezent ergrauten Trust- Honoren/innen, beim Mexikaner und natürlich am Messe-Stand.

Als Ende 2008 unser SST Special in der Ausgabe # 133 erschien, sprach Klaus mit Stone über das Label für ByteFM in der Hamburger Redaktion, entsprechende Musik wurde auch gespielt, sehr schöne Sendung, wir danken. [0, siehe Anmerkungen am Ende] In Frankfurt begegnete ich Klaus bei der Diskussion nach der Kino-Vorführung von „Punk im Dschungel“. Oder draußen bei der Podiumsdiskussion mit u.a. Sasha Grey zu „Porno und Pop“. Jetzt trafen wir uns zu einem Plausch bei herrlichstem Sonnenschein, Apfelwein und Bier in einem netten Café in Frankfurt bezüglich Radio, Hippies, Punk und natürlich u.a. auch Krautrock. Leider vergaß ich, Klaus zu einer seiner Lieblingsbands, The Fall, zu befragen, so erklärt sich dann nun auch der obige Untertitel.

Klaus, willkommen zum Interview.
Guten Tag.
Viele kennen deinen Namen durchs Radio. Der Anfang deiner publizistischen Tätigkeit war aber bei der Zeitschrift „Pflasterstrand“, Anfang der 80er. Das war ein linkes Stadtmagazin für Frankfurt, kann man sagen, das war so was wie ein Fanzine?
Nein. Der „Pflasterstrand“ kommt, wie du sagst, aus der undogmatischen Sponti-Linken, die Zeitschrift war ein Produkt des Wandels der radikalen, zum Teil militanten Linken. Was man damals auch alternative Bewegungen nannte. Man kann die Zeitschrift auch als Resultat der Niederlage von militanten linken Konzepten und Praxen bezeichnen, 1977 mit den Toten der RAF in Stammheim. Zu der Zeit gab es einen Generationenumbruch, der auch einherging mit dem Aufkommen vom Punk: die linke Militanz-Phase war zu Ende und der „Pflasterstrand“ spielte dann eine gewisse Rolle als Sammelbecken von seltsamen Bewegungen aller Art. Für mich war das super, ich konnte schreiben, was ich wollte.
Waren das dann diese „Neuen Sozialen Bewegungen“, also das Ende derselben?
Genau, der Ausläufer. Ich war dort dann einige Jahre Redakteur, es war ein schöner Freiraum.
Dort hast du ja dann den legendären Satz geschrieben, „dass sich an der Misere des Radios nichts ändern wird, wenn nicht John Peel, Diedrich Diederichsen oder ich selbst eine Chance bekommen“. Wie kamst du dann zum Radio und deiner Sendung „Der Ball ist rund“ bei dem Hessischen Rundfunk (HR)? Dort hast du 1984 angefangen, lief das parallel?
Schreiben und Radio machen lief gleichzeitig, es gab damals bei mir auch keinen Masterplan. Ich war Anfang der 80er so Mitte zwanzig und man probierte sich halt aus in vielen Bereichen. Einige Freunde und ich legten auch auf als DJ, erst im Gallus, später dann in der Batschkapp. Diese Auflegereihe „Idiot Ballroom“ war unsere Idee.
Ach, die war von euch?
Genau.
Die Reihe gibt es ja immer noch.
Ja, wenngleich in völlig anderer Form, das hat mit dem, was wir wollten und machten, nix zu tun. Also, man hat einfach damals was gemacht, DIY eben, und genau aus der Haltung entstand auch mein Artikel. Ich fuhr damals Taxi, um Geld zu verdienen, mit Schreiben ging das damals natürlich nicht. Und im Taxi hatte ich maximal nen Kassettenrekorder, meistens aber nicht und dann konnte ich nur Radio hören, eben den Musikkanal HR3. Ich habe mich andauernd über die Musiksendungen aufgeregt und dann für den „Pflasterstrand“ eine wüste Polemik geschrieben und am Ende war dann diese flapsige Schlusspointe, du hast ja eben das Zitat gesagt. Freunde und Kollegen, die Kontakt zum HR hatten, erzählten mir, dass mein Text dort wie eine Bombe eingeschlagen wäre und die Redakteure sich den Text gegenseitig um die Ohren hauen würden. Ich habe auch viel auf der persönliche Ebene kritisiert und polemisiert…
Der alte Trick.
Heute würde das nicht mehr funktionieren, aber 1984 ging das. Die haben mich dann eingeladen, zum Gespräch. Der Chef von HR3 meinte damals, ich solle doch mal ne Probesendung machen, wenn ich schon alles besser weiß. Heute vollkommen undenkbar!!!
Vielleicht auch, weil es eventuell gar keinen mehr stören würde, wenn er persönlich attackiert wird?
Das eher weniger, nein, es liegt einfach daran: Heute ist das Radio, das Sprechen im Radio, total formatiert. Ich hatte zu Beginn überhaupt keine Sprechausbildung. Meine Probesendungen, wenn du die heute anhören würdest, du würdest dich totlachen, das ginge überhaupt nicht, mit so jemandem wie mir weiterzumachen und dem dann sogar noch ne eigene Sendung zu geben!
Aber du warst sicher auch aufgeregt?
Auch, aber die ersten Sendungen waren nicht live. Der Punkt war eher, dass ich meine Radio-Beiträge fürs Schreiben formuliert habe und das dann am Mikro vorlas: endlose Relativ-Sätze und Anspielungen… Das hatte mit Radio-Moderation wenig zu tun. (lacht)
Also total gut ans Medium angepasst?
Genau, null. (lacht) Durch glückliche Zufälle gab es dann Resonanz auf diese Sendungen, dann hieß es, „Mach noch eine“ und dann noch eine und bald hatte ich jede Woche eine feste Sendung auf HR3.
Und die hieß „Der Ball ist rund“.
Genau, aber nochmal, wie ich zu dieser Sendung kam, das wäre heute nicht mehr möglich.
Du spieltest ja einen total geilen Mix, ein Auszug aus einer alten Playliste: Violent Femmes, Suicide, Dexy’s Midnight Runners folgten auf The Fall und Roxy Music und…
Roxy Music eher nicht, weil es die zur der Zeit nicht gab bzw. die Version, die es gab, war nicht interessant, sonst stimmt so der Mix, ja.
Du wusstest da ja schon von den amerikanischen und britischen Musik-Radio-Pionieren, Rodney Bigenheimer mit KROQ in Los Angeles und John Peel mit BBC Radio 1 in London?
Ja, klar.
Der bayrische Zündfunk galt in den 80er ja auch als fortschrittliche Bastion, ich weiß nicht, ob es heute noch so ist.
Für den Zündfunk arbeite ich heute noch regelmäßig, so ein- bis zwei Mal im Monat mache ich da eine Sendung. Und du hast recht, den Zündfunk mit seiner Ausrichtung, den gab es damals schon. Und die Leute, die heute da arbeiten, Karl Bruckmeiner und Thomas Meinecke, die waren damals… [1]
Ach, da kommen die her, Thomas Meinecke hatte doch diese Zeitschrift „Mode und Verzweiflung“ in den 80er?
Genau.
Ganz kurz noch: „DT 64“ war dieses DDR-Jugendradio?
Genau, aber damit hatte ich nix mit zu tun.
Schon klar. Ich erzählte einigen Leuten, dass ich heute Klaus Walter, den „John Peel von Deutschland bzw. Hessen“, interviewe. Was denkst du?
Das ist natürlich sehr schmeichelhaft, aber trifft natürlich überhaupt nicht die Tatsachen. John Peel war strukturell allein schon so unglaublich einflussreich, seine Sendungen liefen ja auf dem National Radio…
Tja, wärst du auf dem BBC gewesen…?
Genau. (lacht) Nee, der Vergleich hinkt vorne und hinten: Peel hatte schon quantitativ eine ganz andere Position, damit einhergehend auch eine viel größere Verbreitung und viel mehr Sendezeit, teilweise sendete er ja täglich für einige Stunden.
Und auf Englisch.
Genau, die Verbreitung lief interessanterweise auch viel über die Soldatensender. Du kannst auf einer Deutschlandkarte nach Besatzungszonen die Hörer der damaligen Radio-Sender nachzeichnen. Du kannst genau sagen, wo AFN [2] und wo BFBS [3] dominierte. Viele interessante Musiker wie Frank Spilker, Bernd Begemann, Bernadette LaHengst und Blumfeld kommen ursprünglich aus der Region Ostwestfalen und sind später nach Hamburg oder Berlin gezogen. Die sind alle total von den britischen Radiosendern geprägt, das weiß ich von denen persönlich und ich bin halt AFN, das ist eine völlig andere Prägung. (lacht)
Einige Kumpels meinten auch „Ja, der Klaus, die Radio-Stimme meiner 80er-Jugend“…
Das freut mich natürlich, aber es ist auch viel den damaligen Umständen geschuldet, heute wäre das auch unmöglich. Du musst einfach auch sehen: damals gab es fast nix. Das Radio hatte eine ganz andere Bedeutung, weil es das einzige Medium war, das über neue Musik informierte und auch am schnellsten war. Als ich anfing…
Aber es gab doch schon die englischen Wochenzeitschriften am Bahnhof und auch deutsche Musikhefte?
Stimmt, aber da konntest du die Musik ja nicht hören.
Äh, stimmt, sorry… (lacht)
Macht nix, es war nur so, als ich begann, da gab es kein Privatradio und kein MTV das wichtig war.
MTV gab es ja doch seit 1981?
Ja klar, aber das war noch nicht wichtig, später kamen dann erst Formate wie „120 Minutes“. Zu der Zeit, über die wir reden, 1984, da gab es sehr wenige Musik-Medien und der HR hatte das Monopol… 1989 haben die neuen Privatradios die Hörfunk-Landschaft total verändert, weil sie sehr erfolgreich waren. Die Öffentlich-Rechtlichen versuchten dann, sich den Privaten anzupassen.
Hast du dich eigentlich als „Künstler“ verstanden, also, im Radio Musik aufzulegen, zu moderieren?
Nein, eher als Autor, das sehe ich auch heute noch so.
Weil ich finde, das moderierte Auflegen im Radio, das ist schon eine Kunst-Form.
Ja, das kann man vielleicht so sagen…
Man kann da ja sehr viel falsch machen.
Stimmt, habe ich ja auch.
Okay. (lacht) Du hast gesagt, die Entstehung der privaten Sender war ein großer Einschnitt. Das Internet hat ja dann auch noch mal viel geändert?
Ja, natürlich, das ist ja … (Schweigen)
Es kommen noch spannendere Fragen. (lacht)
Nee, passt, also, durch das Internet holen wir uns ja die Musik, völlig klar, du hast unmittelbaren Zugriff und das dauert nur eine Sekunde. Das wirft natürlich die Frage nach der Rolle des Radios und des Moderators auf. Es gibt ja die „Gatekeeper“-Funktion des Radio-Moderators.
Gatekeeper?
Na ja, das der Radio-Moderator alles vorsortiert, den Hörern bestimmte Türen öffnet oder schließt, also er in der Lage ist, Richtungen vorzuzeichnen, „Hört euch das und das mal an“. So hatte ich zumindest meine Rolle damals gesehen. Heute ist das allerdings völlig obsolet. Für jüngere Hörer ist der Gedanke, das jemand im Radio ihnen eine Tür weist, total fremd, die suchen sich selber ihr Zeug. Bei ByteFM findet meiner Meinung nach noch nicht genug Reflexion darüber statt. Manche Kollegen agieren noch zu sehr im alten Muster, so als ob sie noch im Besitz des „coolen Wissens“ wären und die anderen nicht.
Das hört man wahrscheinlich auch dann in den Sendungen?
Generell ist die Reflexion noch nicht so weit, wie sie eigentlich sein müsste.
Du hast mal in einem Interview gesagt, dass dich es reizt, „im Radio die Verbindung von Destiny’s Child zu Blumfeld herzustellen“.
Oh je, habe ich das gesagt?
So sagt es das Internet. Ich finde das eine schöne Bandbreite. Deine Vielseitigkeit wurde aber leider nicht gewürdigt und deine Sendung trotz großer Proteste vor einigen Jahren vom Hessischen Rundfunk eingestellt. Bist du deswegen immer noch angepisst?
Oh je…
Oder konntest du deinen Ärger in deinen Sendungen für ByteFM kanalisieren? [4]
In einer entscheidenden Hinsicht konnte ich es nicht, in ökonomischer Hinsicht. Ich habe meine Sendungen bei HR3 mit Begeisterung und Enthusiasmus gemacht, aber eben auch für Geld. Es wurde nicht übermäßig, aber eben doch ordentlich bezahlt.
Verstehe, das war mir vor dem Interview nicht klar.
Ja und ByteFM mache ich nur noch aus Begeisterung; wir bekommen zwar gute Kritiken und Preise…
Spex-Leser Radio des Jahres…
Den Online-Grimm-Award und und und, aber wir haben es leider noch nicht geschafft, eine langfristige Finanzierungsbasis zu schaffen. Aber das ist alles auch echt der Treppenwitz der Mediengeschichte. Bei ByteFM sind viele Figuren wie ich, die Jahrzehnte lang öffentlich-rechtliche Sendungen hatten und jetzt, teilweise im fortgeschrittenen Alter, findet bei uns eine Re-Amateurisierung statt. Zurück zum DIY und Praktikantenstatus. Und der Grund ist, dass bei den öffentlich-rechtlichen Sendern nicht mehr genügend Freiräume für gute Musiksendungen existieren. Ich verdiene mein Geld – wie etliche andere Kollegen – mit Brotjobs bei den Öffentlich-Rechtlichen, aber dort ist man dann eher unterfordert und tobt sich dann „for free“ bei Byte aus. Eigentlich absurd. [5]
Du machst dort klasse Sendungen wie „Was ist Musik“ und neuerdings „Vierundzwanzig Sieben – Die Woche im Pop“. Müsst ihr da keine Kompromisse machen?
Es gibt eine gewisse Steuerung und Kontrolle, das schon, damit soll zum Beispiel verhindert werden, dass jetzt mittags von zwölf bis vierzehn Uhr nur Death Metal am Stück läuft. (lacht) Okay, aber sonst gibt es viele Freiräume. Ich vermisse zurzeit eine gute Sendung Richtung Avantgarde. Ich würde echt gerne auch eine intelligente Death-Metal-Sendung hören, obwohl ich davon keine Ahnung habe bzw. gerade deshalb, weil ich davon keine Ahnung habe. Ich höre gerne Experten zu, die mir helfen, so etwas zu verstehen. Es gibt zurzeit auch keine tolle HipHop-Sendung, die mir verständlich macht, warum Jay-Z so groß ist, aber andere mit viel besserem Flow eben nicht. Was war jetzt deine Frage nochmal? (lacht)
Ob ihr Kompromisse machen müsst? (lacht)
Einmal hatte ich mit einem Tagesredakteur eine kleine Auseinandersetzung. Er meinte, dass ich tagsüber nicht das 27 Minuten-Stück von Pharoah Sanders spielen könnte. Das war jetzt in fünfeinhalb Jahren der einzige minimale Konflikt, also nicht der Rede wert.
Radio X, das freie Amateurradio in Frankfurt, hat dich nie gelockt, so nach dem Motto „Ich scheiß auf den HR und gehe jetzt zum totalen Hobbyfunk“?
Nein.
Zu großer Amateur-Rückschritt?
Ich wurde diverse Male als Gast eingeladen bei verschiedenen Sendungen, das war cool. Aber Radio X hat halt null Reichweite. ByteFM hat jetzt auch nicht eine Bombenreichweite, aber es ist, theoretisch zumindest, weltweit hörbar und hat gute Treffgenauigkeiten: die Leute, die es hören sollen, die hören es, weil sie interessiert und belastbar sind.
Schön. (lacht)
Wirklich.
Ja, „belastbar“, gut gesagt.
Und das ist bei Radio X eben ganz anders.
Ist eigentlich die Männerdominanz in der Pop-Radio-Szene so wie überall in der Popkultur?
Wir haben jetzt nicht gezählt, aber das Verhältnis ist so sechzig zu vierzig, also Männer und Frauen, d.h es gibt einen Männerüberschuss, aber er ist nicht so krass wie sonst.
Stimmt, sonst ist ja eher neunzig zu zehn.
Im Pop-Radio achten sie halt auf so Paritäten.
Wir wollen natürlich wissen, was in all den Jahrzehnten dein schönste Erlebnis beim Radio war, aber eigentlich wollen wir ja viel mehr hören, was dein peinlichstes war?
Mein peinlichstes?
Ja, so total betrunken auf Sendung gehen oder so?
Richtig betrunken war ich nie, aber wenn du nachts sendest, dann bist auch nicht total nüchtern und das war immer sehr schön. Peinlich…Die Cocks in Stained Satin [6] kamen mal ins Studio, als ich noch ganz frisch dabei war. Und die haben versucht, mich in Verlegenheit zu bringen. Die kamen betrunken ins Studio und waren so prollig drauf, „Ey, der Klaus Walter, der hat die Hose offen“. Ich weiß nicht, ob du dich erinnern kannst, wie die damals drauf waren?
Nein, zu jung, keine Ahnung.
Das war halt alles so trashig besoffen.
Ich kann es mir ganz gut vorstellen. Da freut man sich, wenn es dann so kommt, was?
Es war vor allen auch einfach nicht lustig. Aber ich war nicht cool genug. Ich wusste nicht, wie ich reagieren sollte. Das würde ich heute ganz anders machen. Es wäre mir heute vor allem erst mal viel egaler, so nach dem Motto „so what“. Damals hingegen war es für mich eine echte Zwickmühle, weil ich mich auch vor den anderen Redakteuren verteidigen musste, warum ich solche Deppen ins Studio eingeladen habe. Und ich war ja auch erst ein Jahr dabei. Das war komisch und nicht cool. Heute würde ich sofort sagen „Danke Jungs, das wars, tschüss“!
Aber man will ja dann auch nicht als „spießig“ erscheinen?
Genau, aber es war halt so dieses pubertäre Verhalten, das mich verunsicherte.
Verstehe.
Oder ganz furchtbar war auch mein Versuch, die Poor Righteous Teachers zu interviewen. Das war eine ziemlich harte „Nation of Islam“-HipHop-Crew, drei Typen und ich weiß echt nicht, ob die stoned beim Interview oder einfach nur völlig desinteressiert waren, aber die haben echt auf jede Frage nur ein Wort geantwortet.
Wie J Mascis?
Au ja, den hab ich auch mal getroffen, aber nicht live fürs Radio interviewt.
Der soll ja auch sehr wortkarg sein, meinte Stone.
Das kann man so sagen.
Ich würde gerne hier einen Schnitt machen und auf deine publizistischen Tätigkeiten zu sprechen kommen. Du schreibst für die Spex, Jungle World, taz, Intro und…
Intro nicht mehr.
Ok, deine Besprechung aus der taz von der letzten Goldene Zitronen Platte, „Lenin“, die gefiel mir sehr. Ich schätze, du bist dann eher kein Strassenjungs-Fan, sondern der späten intellektuellen Zitronen?
Strassenjungs?
Na ja, so von wegen „sicher nicht“, sollte nen Witz sein, sorry. (lacht)
Aber du meinst nicht die aus Frankfurt?
Klar. (lacht)
Ich verstehe. (lacht) Die Strassenjungs mochte ich nie, die hatten auch für mich nichts mit Punk tun. Außerdem hat Jörg Brombach da mitgespielt.
Der mir natürlich nix sagt.
Der Chef von HR3!
Echt?
Ja.
Oh, peinlich, sorry. Wirklich?
Der hat für kurze Zeit da mitgespielt, ja. Er ist seit langer Zeit CDU-Mitglied und eben der Chef von HR3, der macht dort u.a. das „Hessenquiz“.
Ah, ja? Nee, es klingelt nicht, tut mir leid.
Soviel dann zu den Strassenjungs.
Geil.
Bei den Zitronen finde ich es einfach bewundernswert, wie die sich über die Jahre entwickelt haben. Die haben sich immer wieder gefragt, was sie da gerade machen, warum sie das machen, und wie man sich verändern kann. Also wie sie den bestehenden Verhältnissen etwas entgegensetzen können. Dieses Einlassen auf das Bestehende mit dem Willen, sich zu verändern, da finde ich schon, dass sie in Deutschland die einzigen sind, die das über einen so langen Zeitraum machen.
EA 80?
Ja, gut, die verfolge ich zu wenig. Aber den Preis, den die Zitronen zahlen müssen, ist der einer relativ überschaubaren Popularität, wenn man es jetzt mal vergleicht mit Bands, die damals auch am Start waren; die Toten Hosen zum Beispiel, das ist ja ein gigantischer Unterschied.
Deine Rezension in der Spex von April 2013 zu „Bröselmaschine“ versus „Can“ fand ich klasse. Es gab in den letzten Jahre eine Renaissance von Krautrock, auch im Trust hatten wir Faust und Michael Rother drin. Aber man vergisst, dass bei dieser nachträglichen Würdigung auch sehr viel Esoterik-Ballast mitgeschleppt wurde, das hattest du so schön notiert, kannst du uns das noch mal sagen?
Also, der Aufhänger waren zwei Compilations, eine war zu Conny Plank und …
Wer ist das noch mal, ich kriege den immer nie ins Bild, sorry?
Er ist ein Kölner Produzent. Er hat dort in seinem Studio unglaubliche viele Alben produziert und war der Stichwortgeber für meinen Text. Plank ist weltweit geachtet, er wird verehrt für etwas ganz Bestimmtes, eben zum Beispiel die Can- oder Rother-Produktionen, Neu! und das sind alles Leute bzw. Bands, die auch international sehr geschätzt werden. Die zu besprechende Retrospektive begann dann mit einem Text, in dem stand, dass Conny Plank immer die Neugier auszeichnete, das er jeder Musik etwas abgewinnen konnte, ob es nun Zupfengeigenhansel oder Can waren. Das klingt so schön tolerant, aber es gab sehr viele gute Gründe, Zupfengeigenhansel zu hassen und Can eben nicht. Und diese Abgrenzung tauchte in der Spätrezeption nicht mehr auf. Die zweite Compilation war von Soul Jazz Records über deren zweite Folge zu „Teutonischer Kraut“.
Ja, das war der schöne Satz zu Bröselmaschine.
Genau, die Bröselmaschine und Can, das ist völlig zusammenhangslos! Die beiden auf einem Sampler zu vereinen, das ist ungefähr so, als würde man sagen „Ach wie toll die 70er in England waren, das war so klasse, die Sex Pistols, The Clash, Barclay James Harvest und Genesis!“, so ungefähr als Vergleich. Da wurden halt Bands aus völlig verschiedenen Ecken zusammen unter einen Hut gesteckt, die damals nichts miteinander gemein hatten. Ich meine, klar, so der Blick von außen, von England auf Deutschland, da macht es erst mal Sinn, dass man Sergius Golowin und Bröselmaschine eine gewisse schillernde Entrücktheit, vielleicht eine „German Strangeness“ unterstellt; eben das die Briten sagen „Guckt mal, die verrückten Deutschen, was die da machen“. Aber für diejenigen, die das alles halbwegs biografisch mitbekommen haben, also, das war schoneine wichtige Entscheidung, ob man Can oder eben Bröselmaschine hörte.
2005 erschien das Buch „Plattenspieler” von Frank Witzel, dir und Thomas Meineke; 2009 kam die Fortsetzung „Die Bundesrepublik Deutschland“. Ich kenne nur den Teil eins, der hat mir gut gefallen, wie wurden die Bücher aufgenommen?
Das erste Buch gut, es hat uns auch sehr vergnügliche Lesereisen beschert. Das war ein großer Spaß, auch vom Prozedere her. Einige Leute haben das Strukturprinzip des Buches nicht so ganz verstanden. Die Idee dafür kam von Frank Witzel, den wiederum kannten Thomas und ich nicht. Frank kannte uns vom hören oder lesen und er stellte fest, dass wir alle drei Jahrgang 1955 sind. Man könnte sich ja mal zusammensetzen und einfach drauf los reden und das Tonband läuft mit. Das wurde auch gemacht und dann auch eins zu eins transkribiert. Es wurden für das Buch bestimmte Passagen ausgewählt, aber es wurde sonst nicht redigiert. Damit sind wir dann auf Tour gegangen und haben das dann so vorgelesen, lustig war das. Die zweite Folge ist dann nicht mehr so gut angekommen.
Wird es einen dritten Teil geben?
Ich denke nicht, das hat sich erschöpft.
Kommen wir mal auf Frankfurt zu sprechen. Viele denken da direkt an die Frankfurter Schule. Und deine „Dialektik der Aufklärung“ schreibst du ja gerade, „Die Geschichte Frankfurter Subkulturen“?
Nun ja…
Frankfurt ist ja eine Stadt mit einem bemerkenswert schlechten Ruf. Dann wiederum: Adorno, die Studi-Proteste in den 60er, die Gründung der Grünen in den 70er, Startbahnwest-Demos in den 80er und tolle Musik von Der Durstige Mann und Tankard.
Oh Mann, ja, Der Durstige Mann, da ist doch einer kürzlich gestorben oder?
Du meinst Bernd?
Was, Bernd ist tot?
Ja, das war 2009, da gab es im „Elfer“ eine Reunion vom Durstigen Mann.
Scheiße, das gibt es doch gar nicht. Aber ich meine nicht Bernd, da war kürzlich einer Anfang diesen oder Ende letzten Jahres verstorben…
Also, Oskar gibt es noch, Eric Hysteric hatten wir vor Jahren interviewt.
Nee, ich meine nen anderen, so ein kleinerer, der hatte auch so einen Szenenamen.
Nicht der „Elvis“? [7]
Nein, mit dem bin ich bei Facebook befreundet. Bernd ist tot, Mist. War es ein natürlicher Tod? Der war doch höchstens Anfang 50.
Ich glaube, es war ein Herzanfall. [8]
Scheiße.
Ja.
Also, ja, die Subkulturen in Frankfurt.
Genau, etwas doofe Überleitung.
Passt schon.
Ok, dann erzähl doch mal, was hast du vor mit deinem Buch?
Ich habe mir das viele Jahre vorgenommen, so eine Historie der Frankfurter Subkulturen zu schreiben. Ich bin aber in der letzten Zeit wieder davon abgekommen. Es gibt so viele „Oral History“-Bücher, jetzt auch wieder zwei zu Berlin, Techno und dem Sound nach der Wende. Ich habe vieles gesammelt und zahlreiche Dateien am Rechner, schrecke aber vor der Arbeit zurück. Wenn ein Verlag jetzt einen guten Vorschuss zahlen würde, das wäre was anderes, aber so ins Blaue hinein, das kann ich mir nicht leisten.
Verstehe. Total bescheuerte Frage nun, lass mich kurz erklären: ich bin vor acht Jahren aus Leverkusen nach Frankfurt gezogen, ich wusste vorher echt nicht, dass die Böhsen Onkelz (BO) aus Frankfurt kommen, aus Hessen schon, aber mehr nicht. Ich habe die auch früher in der Schule nie gehört, weil cool weil verboten, ich komme aus einer Toten Hosen-Sozialisation Anfang der 90er, es war völlig klar, das die BO rechts waren und man die nicht hörte. So, nun die Frage: hast du die damals live gesehen?
Nee, habe ich nicht, aber das ist nur Zufall gewesen. Die waren ja zu Anfang Punks und ich ging auf viele Punk-Konzerte zu der Zeit.
Genau, ganz am Anfang waren die Punks.
Ich erlebte die Bandleute recht früh, aber ohne wahrzunehmen, dass es die Böhsen Onkelz waren. Ende der 70er bzw. Anfang der 80er gab es immer einen Flohmarkt an der Mainbrücke Eiserner Steg. Da waren dann immer Schlägereien, erst zwischen Hippies und Punks und später dann zwischen Punks und Skins. Die Onkelz waren mit die ersten Punks in Frankfurt, so junge Proll-Punks. Und die haben halt alles sehr beim Wort genommen. Punks waren gegen Hippies, das war der Feind, also prügelte man sich als Punk mit den Hippies. In Frankfurt waren die Hippies die Generation Cohn-Bendit und Joschka Fischer, die waren für die Punks dann der Feind: Die Onkelz und ihr Umfeld haben halt eine sehr vereinfachte Abgrenzungslogik.
Unterkomplex?
Genau, die haben total unterkomplexe Abgrenzungslogik gefahren und das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Die dachten „Wir sind Punks, das da sind die Hippies, die sind links, also sind wir rechts“. Die Hippies um Fischer und Bendit waren aber keine, auf die man einfach drauf hauen konnte und die dann sagen „Hier ist meine andere Backe“, die haben auch zurück gehauen. Und all das hat sich dann schnell sehr ungut entwickelt, die Onkelz dachten dann „Ok, ihr seid alle New Wave und Punk, also grenzen wir uns auch davon auch ab und werden Skins“, rechte Skins; und dann kamen ja schon die Songs wie „Türkenfotze kahl rasiert“. Die hatten halt auch eine Fangemeinde, die das alles beim Wort genommen hatte, das sehe ich nach wie vor streng: die Onkelz haben die Fans bekommen, die sie hundert Prozent verdient haben. Als die Mauer noch stand, da waren sie schon beliebt im Osten und die Onkelz haben bewusst in Kauf genommen, dass ihre Fans Nazis waren und diese Fans haben den Onkelz wiederum ihre Häuschen finanziert. [9]
Du hast einen sehr interessanten Text dazu geschrieben, wie in den 70er die Zeit in Frankfurt war. Du hast ja beides miterlebt, erst die Hippies im besetzten Frankfurter Westend und dann, wie die Punks und Hippies aufeinander prallten. Wie schon geschildert, es gab gegenseitige Ressentiments…
Die Onkelz spielen da auch eine Rolle, wie schon erwähnt.
Wo erschien noch mal dein Text dazu, in der Frankfurter Rundschau?
Ach, ich habe den x-mal verwendet, der Artikel war eigentlich die Keimzelle für das Buch, das ich dann doch nicht schreiben werde. (lacht) Es waren halt in Frankfurt in den 70er diese subkulturellen Kämpfe um Vorherrschaft, um Hegemonie: die früheren Frankfurter Spontis haben ihre subkulturelle Hegemonie schnell in echte politische Macht umgemünzt, als die Grünen entstanden. Es war faszinierend zu sehen, wie schnell Fischer, der ja nicht nur Steine, sondern auch noch ganz andere Sachen warf, ganz fix seine subkulturelle Vormachtstellung als Vorteil in der staatstragenden Politik umwandelte. Ich hab das ja selber miterlebt, ich kannte die ja alle.
Krass, echt?
Ja klar, man bewegte sich in den gleichen WGs etc., ich war da eher so was wie der junge Upstart.
Du warst jünger, du 18 und die…?
Zehn Jahre älter, aber das war auf jeden Fall ein sehr spannendes Milieu, die 70er Hippie-Zeit in Frankfurt.
Kannst du es zeitlich genauer eingrenzen?
Das war so um 1973 oder 1974 herum, 1974 war ich achtzehn und es war eine super interessante Zeit für einen Spät-Teenager in Frankfurt. Die Polit-Hippie-Szene war absolut das attraktivste, wo man hinwollte. Die besetzten Häuser im Westend, das kann man sich heute nicht mehr vorstellen.
Du meinst das gleiche Westend, also da, wo es heute unbezahlbar ist, zu wohnen?
Genau, das ist heute auch echt unvorstellbar, wie es damals 1972 da aussah. Einerseits gab es schon die Bankentürme, aber da gab es auch diese herrschaftlichen Altbauten-Häuser und bei jedem zwanzigsten hingen rote und schwarze Fahnen raus, die waren alle besetzt, da warenbestimmt zwanzig Häuser.
Wow.
Die ganze Bockenhenheimer Landstraße war besetzt! (lacht)
Von dir! (lacht)
Genau.(lacht) Ich hatte in diesen Häusern auch so unglaubliche Initiationserlebnisse. Da gab es zum Beispiel das Studentenwohnheim an der Bockenheimer Warte und gegenüber, auf dem Hausdach, da standen riesige Boxen, es war so ein wunderschöner Tag wie heute, und es lief dann laut Jimi Hendrix aus den Boxen, da war ich fünfzehn, das war unglaublich toll! Es gab viele Parties und Straßenfeste der Häuser, man hörte laute Musik durchs halbe Westend, es gab sehr attraktive Frauen und Drogen.
Aha! (lacht)
Es war ja so. (lacht) Ich komme aus einem spießigen Vorort von Frankfurt, aus Schwanheim, und wenn man da raus wollte, dann war diese Polit-Hippie-Szene das beste, da wollte man automatisch hin. 1977 änderte sich vieles. Einerseits gab es eine Radikalisierung der Linken, die Bewaffnung, RAF, 2. Juni und es spitzte sich zu auf die Gewaltfrage. Und die Protagonisten wurden Ende der 70er langsam dreißig. Bis dreißig konntest du damals von den staatlichen Leistungen und Bafög leben, wenn du im besetzten Haus gewohnt hast. Die staatliche Repression wurde stärker und diese ganze Lebensform fiel dann so um 1977 in sich zusammen.
Und dann kam von außen noch Punk dazu.
Richtig, da gibt es leider einen guten Song von einer Scheissband, der auf meine Lage zutraf: „Born in the fifties“ von The Police. Ich war zu alt für Punk, aber zu jung für Hippie, trotzdem hat mein Jahrgang eigentlich zwei Sozialisationen gemacht: erst die Woodstock-Rock-Linke …
Die Doors liebe ich, da rennst du bei mir offene Türen ein.
Wobei die Doors auch nicht unproblematisch sind.
Oder Janis Joplin.
Auf jeden Fall, ich kam ich dann 1977 durch Punk wieder neu zu Musik. Es war total interessant, dann wieder den New Music Express zu lesen, obwohl ich mit zweiundzwanzig oder dreiundzwanzig dafür eigentlich auch schon zu alt war. Und ich hab dann gemerkt, wie die selben Leute, die vor wenigen Jahren noch militant gegen den Staat waren, wie die sich dann sehr schnell anpassten und in Frankfurt zu einem großen Machtfaktor in der Stadt wurden. Die Grünen wurden gegründet, die bekamen dann schnell Macht erst auf Bundes- und dann auf Europarlaments-Ebene.
Jutta Ditfurth gilt ja als sich treu gebliebene Frankfurter Öko-Radikale von „damals“?
Ja gut, die ist sich treu geblieben, wobei das auch immer so ein zweifelhafter Begriff ist. Aber sie hat sich immer schon etwas selbst marginalisiert, sie gründete Splitterparteien, die für mich immer etwa sehr sektenhaftes hatten und sie wirkte meistens mit ihrem Kumpel Manfred Zieran – war es ihr Lebensgefährte, ich weiß es gerade nicht –… auf jeden Fall, sie wirkte doch sehr solitär.
Es gibt diese drei Theorien, wann Punk als musikalischer Genre-Gattungsbegriff zum ersten Mal auftaucht, welche stimmt deiner Meinung nach: Als Name des New Yorker Punk Magazines Mitte der 70er, im Booklet des „Nuggets“-Garagensampler von 1972 oder auf einem Konzertflyer von Suicide 1970?
Das ist mir absolut egal, vor allem deswegen, weil jeder dieser Punkbegriffe etwas ganz anderes bedeutet. Ich habe den „Nuggets“-Sampler kürzlich als Reissue noch mal durchgeblättert, und was die da unter Punk verstehen, das ist ja wieder was ganz anders, als das, was Suicide darunter verstanden, übrigens eine Band, die ich sehr liebe.
Echt?
Unglaublich tolle Band, ja,
Ich finde die auch gut. Gibt’s die eigentlich wieder oder immer noch?
Die gab es jetzt nie nicht, ihr Einfluss auf mich war enorm. Das Problem bei diesen verschiedenen Punkversionen ist eben, dass bei ihnen der Punk 1966 was anderes bedeuten muss als der von 1970, der sich wiederum von dem von 1977 unterscheiden muss, der wieder ganz anders als der heutige sein muss. Und daraus wird ein Schuh, wenn man da nicht gewisse Kontinuitäten sieht. Aber was die Toten Hosen 2013 machen, also, wenn das Punk ist, dann Punk mein Arsch. [10]
Got it. (lacht) Was hältst du eigentlich von der Diederichsen Theorie, dass früher ein bestimmter ästhetischer Geschmack noch zu bestimmten ethischen Konsequenzen führte? Zum Beispiel: wer in den 80er Fugazi hörte, war automatisch…
Veganer.
Ja, undogmatisch links. (lacht)
Es war eher ein identitäres Konzept, ja.
Und heute könnte der Fugazi-Fan locker CSU wählen. Denkst du, an dieser Theorie ist was dran?
Na ja, was es auf jeden Fall mehr gibt, ist die Pluralisierung der Lebensstile. Und damit eine Entkoppelung von kulturellen Vorlieben, doofes Wort jetzt auch, von dem kulturellem Geschmack und den politischen-moralischen Lebensweisen. Ich habe heute gelesen, dass eines der wenigen erfolgreichen Zeitschriftenprojekte der letzten zehn Jahre „Business Punk“ ist.
Das macht… eigentlich total Sinn.
Genau. Ulf Poschardt hat ja gesagt: „Wer Pop ernst nehmen will, muss FDP wählen“. Ich mache gerade bei Facebook eine interessante Erfahrung. Ich bin da erst seit eineinhalb Jahren, da gibt es so richtige Brit-Pop-Connaisseure…
So Lads?
Nee, keine Lads, so echte Connaisseure des Brit-Pops, die kennen die letzte B-Seite des Postcard Labels von der 1981 Orange Juice. Die haben einerseits einen interessanten Geschmack, aber das verknüpfen sie mit einem super elitären und herablassenden FDP-Stil. Die lesen oder schreiben für die WELT, sind Pop-Kenner, aber gleichzeitig stramm rechts-liberal, das fällt mir so zu deiner Frage ein. Was auf jeden Fall obsolet ist, du erwähntest Diedrichsen, „The Kids are allright“, nein, „they are not“. Und das kann man auch angesichts der Geschichte der Onkelz wunderbar sehen.
Man ist ja trotz seiner publizistischen Tätigkeiten in alternativen (Mainstream-) Medien auch Teil der Kulturindustrie. Würdest du dich als Poplinker bezeichnen, um diesen 80er Begriff aufnehmen?
Ich habe nix dagegen.
Vielleicht kannst du diese Haltung für jüngere wie mich noch mal erklären? Was war dieses „We don´t need this fascist groove thang“-Heaven 17-Ding? [11]
Das entstand im berühmten Pop-Sommer 1982, na ja, zumindest kam es da sehr plakativ hoch. „Elegant rebels in cheap hotels“, das war so ein Heaven 17-Begriff. Die Haltung „Pop-Linke“ war eine Zeitlang sehr tauglich, speziell in Abgrenzung zur alten Linken. Das war auch der Hintergrund dafür: die alten Linken sahen in der Popkultur ausschließlich einen totalen Verblendungszusammenhang, Kommerz, Verdummung und Kulturimperialismus. Diese eingeengte Sicht, dass alles an Popkultur falsch ist, das war eben schon immer auch falsch, aber erst recht dann in einer Zeit, in der die Politisierung von jungen Leuten extrem über Produkte der Kulturindustrie lief. Was ich bin, das verdanke ich der Pop-Musik, überspitzt gesagt, zumindest warPop-Musik wichtig als Einstieg. Ich komme aus einer Zeit, wo es noch einen Generationenkonflikt gab, d.h. ich habe mich durch die Pop-Musik auch klar gegenüber meinem Vater abgegrenzt. Deshalb kam dieser Begriff „Pop-Linke“ u.a. auf, als Markierung gegenüber den traditionellen Linken, die das nicht kapierten.
Mich würde mal interessieren, ob du irgendwie „neidisch“ auf die anderen oft genannten Leute bist, wenn es um links-theoretische Popmusik-Autoren geht. Du bist bekannt, aber in dieser hoch Feuilleton-akademischen Szene sind es fast immer andere Namen, die fallen, frühere Chefredakteure einer Berliner Musik-Zeitschrift…
Das liegt daran, dass ich einfach nie so viel geschrieben habe.
Ich finde halt, du schreibst so toll und deshalb wundere ich mich…
Was schon stimmt und was ich Nachhinein bedauere: ich hatte nie eine Hauspostille. Also kein Hausblatt, ich schrieb eine Zeitlang für die Frankfurter Rundschau, aber dann lief es dort sowieso schon schwierig und ich hatte immer Stress mit den Redakteuren, die nix verstanden von Pop; aber so was ähnliches, das wäre gut gewesen. In den 80er hatte ich ein Angebot für die Stelle als Spex-Redakteur.
Ja cool, für Köln dann?
Genau.
Das wäre es doch eigentlich gewesen?
Nee, ich war biographisch zu alt, mit dreiunddreißig oder vierunddreißig. Ich hätte umziehen müssen und meine ganze Arbeit war hier in Frankfurt beim HR, nö, das war okay, das nicht zu machen. Schon eher dagegen…ach…
Du musst dich jetzt auch nicht selbst hyper kritisieren, ich wollte nur mal kurz fragen.
Ja, okay dann belassen wir es dabei.
Es gibt einen weiteren Begriff aus den 80er, „Anti-Rockismus“. Das war der Versuch, bei dem Schreiben über Musik das geniale männliche Künstler-Boheme-Genie zu dekonstruieren. Das man halt keine gängigen Formate macht, die so eine Sicht auf „Männer machen Geschichte“ unterstützt, keine Studio-Besuche und Home Stories. Die Strategie ist aber gescheitert, wenn man heute sieht, dass alle Musik-Redaktionen zu neunzig Prozent aus Männern bestehen, mit der schönen Ausnahme von ByteFM natürlich. Und die Berichterstattung wieder total falsch auf „das männliche Pop-Genie“ zielt. Was denkst du?
Ich würde hier auch die Pluralisierung der Lebensstile anführen. Es kam dann auch die Erkenntnis einer völlig veränderten Marktsituation hinzu, nämlich, dass vor allen männliche Menschen nicht mit vierzig Jahren aufhören, sich für Musik zu interessieren und Platten weiterhin kaufen. Die meisten Plattenkäufer sind ja über 40…Wenn ich dann im Bahnhofskiosk stehe, kaufe ich mir auch gerne ne „Mojo“, aber du siehst an der ungeheuren Auswahl, dass es nun für jede Lebenswelt entsprechende Medien gibt und irgendwo bei dieser Ausdehnung ist dann der dreissig Jahre alte Rockismus-Diskurs versandet.
Gut erklärt, danke. Die Ursache für „Anti-Rockismus“ ist ja weiterhin total aktuell.
Ja klar. Aber vielleicht muss diese Debatte für jede historische Konstellation und auch Generation neu geklärt werden. Wenn du zum Beispiel siehst, was die Gebrüder Gallagher für eine Position in England haben, da müsstest du eigentlich ständig dran sägen, aber gleichzeitig entsteht dort das Bedürfnis der Medien, dass sie Oasis als neue Beatles aufbauen…
Du hast im Rahmen der Ausstellung „Glam! The performance of Style“ in der Schirn Kunsthalle Frankfurt auch einen DJ-Abend bestritten, „Glam ohne Rock – Sound & Vision“. Schöne Bowie-Referenz übrigens. Was fasziniert dich an Glam, war es der Soundtrack deiner Jugend?
Nein, Glam war in meiner damaligen Sozialisation „verboten“, das war Kommerz!!! Ich habe Glam also erst im Nachhinein verstanden und später erst geliebt, ich war damals mehr so Prog-Rock und so ein Scheiß, shame on me. Irgendwie war es aber auch eine Klassenfrage, es gab halt einfach eine klare Klassendistinktion: Ich bin jetzt nicht aus der Oberklasse, aber ich war halt auf dem Gymnasium und da hat man eher King Crimson und Van der Graaf Generator oder so gehört, anstelle von Sweet und Slade. David Bowie, der war so… na ja, mal so und mal so. (lacht)
Verstehe. (lacht) Ich muss bei Glam immer direkt an die New York Dolls denken, ist das der verfälschte Blick eines Spätgeborenen?
Ja, ich denke schon. Die New York Dolls waren damals schon „after the fact“.
Echt?
Ich denke, dass die New York Dolls zu ihren Lebzeiten – ok, einige leben ja teilweise noch – aber jetzt zu ihren Hochzeiten in den 70er in Deutschland so gut wie gar nicht rezipiert wurden. Das kam alles später durch den Umweg über Punk. Sie wurden also eher nach-rezipiert. Das ist so ähnlich, wie es bei Big Star von Alex Chilton lief. Wenn damals in Deutschland fünfhundert Leute ne Big Star Platte hatten, dann wären es viele gewesen, aber später sagen dann alle „Ich war dabei“.
Vier kurze Fragen am Ende. AC/DC oder Kiss?
Oh Gott, AC/DC.
Kann man sagen, dass dein „Teeange kicks“ von Neil Young & Crazy Horse mit „Cowgirl in the sand“ kommt?
Wo hast du denn das her?
Dieses Internet.
Was das Internet alles weiß, was ich nicht weiß.
Du, gib da einfach Klaus Walter ein…(lacht) [12]
Und dann kommt „Cowgirl in the sand“? (lacht) Neil Young, ja, wichtig!
Der bester Song mit Radio im Songtitel ist „Do you remember Rock´n´Roll Radio“?
Nee.
„Video killed the Radio-star“?
Nein, „Can´t live without my radio“ von LL Cool J. [13]
Hast du doch einen Gruß an unsere Leser?
Super, dass es das Trust noch gibt. Und danke für die klugen und sorgfältig recherchierten Fragen, ernsthaft, vor allen über Dinge, die ich noch nie gehört habe.
Danke für das schöne Gespräch, Klaus.

Interview: Jan Röhlk
Kontakt: byte.fm/sendung/was-ist-musik

Anmerkungen

0 Vgl. byte.fm/sendung/was-ist-musik/2008-12-14, u.a. mit Saccharine Trust, Alter Natives, Sylvia Juncosa, Universal Congress Of, Blind Idiot God, Lawndale, Grant Hart.

1 Meinecke ist von der Band F.S.K., Bruckmaier initiierte die ersten Poetry Slams in Deutschland.

2 American Forces Network (AFN).

3 British Forces Broadcasting Service (BFBS).

4 ByteFM ist ein Musik-Internetradiosender aus Hamburg, gegründet Anfang 2008. Keine computergenerierte Musikrotation und keine Werbung. Auf der Webseite von ByteFM finden sich alle Playlisten der Sendungen von Klaus (inklusive Übersichtstexte zu den Sende-Schwerpunkten).

5 Vgl. den Protestbrief von 2008 auf derballistrund.org: „Als Begründung für die Einstellung heißt es, HR3 müsse sein Programm mehr auf die Mitte und den Mainstream fokussieren… So sind wir als Gebührenzahler auf ein Internetradio angewiesen, wenn wir kompetentes und engagiertes Autoren-Radio hören wollen. Während die Öffentlich-Rechtlichen solche Programme in mitternächtliche Nischen abschieben oder gleich ganz abschaffen. Wozu zahlt man da noch Gebühren?“.

6 Cocks in Stained Satin war eine 80er Jahre Frankfurter HC-Punk Band, X-Mist Records Veröffentlichung Nummer zwei, direkt nach der Spermbirds/Walter Elf Split-Single, CISS: Welcome To The Trasherdome LP. Tja, „Hands down“: ich hörte mal den Bandnamen. Aber bevor ich nach Frankfurt zog, wusste ich nicht, dass die Band aus Deutschland ist. Noch viel peinlicher: ich wusste bis letztes Jahr selbstverständlich nicht, was die Anspielung im Titel bedeuten sollte, hier, „Welcome to the Pleasuredome“, Platte von Frankie goes to Hollywood…

7 Markus Monoton ist am 24.03.2013 verstorben. Er war Sänger beim Durstigen Mann.

8 Bernd ist an Lungenkrebs gestorben. Er trommelte bei den CISS, der durstige Mann u.a.

9 Der erste BO-Auftritt war im JUZ Bockenheim 1981. Pikant: Das JUZ wurde Ende der 80er zum Schauplatz vieler HC-Punk-Konzerte. Es wurde 2008 von der Initiative „Faites votre jeux“ besetzt, ein Jahr später geräumt. Die Initiative bekam als neuen Ort das ehemalige Polizeigefängnis „Klapperfeld“ zugesprochen, das nun für linkspolitische Info-Veranstaltungen und Konzerte genutzt wird.

10 „Fürs Erste ist nicht damit zu rechnen, dass Deutschlands größte Partei ihren Wahlsieg mit einem Gassenhauer der Goldenen Zitronen feiert“, so Klaus zur Sendung zum neuen Album der Zitronen (Vgl. byte.fm/sendung/was-ist-musik/2013-09-29).

11 Vgl. Jungle World # 46 von 2011, Klaus Walter: „In der Auslaufrille von „I’m your money“, der zweiten Single von Heaven 17, steht zu lesen: „Better luck next time, J. H. Jnr.“. Die erste Single der Band aus Sheffield beschäftigte sich 1981 mit Ronald Reagans Amtsantritt. „We don’t need this fascist groove thang“ war visionär, weil zum ersten Mal „fascist“ mit „groove“ kombiniert wurde und weil H 17 erkannten, dass ein ehemaliger Hollywood-Schauspieler die passende Führerfigur sein müsste, um einen Paradigmenwechsel durchzusetzen. Heute wissen wir, dass mit Reagans Präsidentschaft der Stimmungshegemonie des liberalen Post-Hippie-Establishments ein Ende bereitet wurde. Die Dead Kennedys ersetzten daraufhin ihren Hippie-Diss „California über alles“ durch das angemessenere „We’ve got a bigger problem now“. Heute können wir Reagans autoritär-konservativen Rollback-Groove als Vorboten der „kalifornischen Ideologie“ erkennen, die in den Neunzigern die Glücksversprechen der New Economy zu einer kompakten Heilslehre kapitalistischer Selfmade-Utopien bündelte. Der J.H.Jnr., dem Heaven 17 mehr Glück beim nächsten Mal wünschen, ist John Hinckley. Seine Kugeln trafen den Präsidenten, brachten ihn aber nicht um. Als selbstinszenierte „elegant rebels in cheap hotels“ wurden H 17 zu Protagonisten einer kurzlebigen Popstrategie. „Subversion durch Affirmation“ sollte zu Beginn der Achtziger gleich zwei Feinde mit einer Klappe schlagen: als stilpolitische Maßnahme gegen ökopazifistische Saturiertheit und Kunstfeindlichkeit, politpolitisch gegen den reaktionären Backlash, der sich in Gestalt des Thatcherismus über Großbritannien legte und der in der BRD als »geistig moralische Erneuerung«, Kohls Lebenswerk, in die Geschichte eingehen sollte.

12 Vielleicht habe ich etwas aus dem Kontext aus dem Interview mit Klaus auf satt.org zitiert: „Ewige Lieblingsbands und – platten? Klaus Walter: Nichts ist für die Ewigkeit. Meine derzeitigen Cowboy-Top 5: Sly & The Family Stone: Spaced Cowboy, Prefab Sprout: Cowboy Dreams, Neil Young & Crazy Horse: Cowgirl in the sand, Thin Lizzy: Cowboy Song, World Standard: Cowboys don’t cry“. Und weil es so schön war und ich just heute eine alte Spex (# 1, 1999) im Sperrmüll entdeckte, zur Abrundung noch die Jahrescharts von Klaus 1998 . Lange: 1. Rhythm & Sound w/Tikiman: Showcase, 2. Rufus Wainwright: Dito, 3. Herbert With Dani Siciliano: Around the House, 4. Beck: Mutations, 5. Gang Starr: Moment of Truth, 6. Pole: Pole 1, 7. Stella: Extralife, 8. The Halo Benders: The Rebels Not in, 9. Lauryn Hill: The Miseducation Of…, 10. God Speed You Black Emperor: F?A??, 11. T:Model Ford: You Better Keep Still.
12. Guz: Starquick, 13. Plastikman: Consumed, 14. Console: Rocket in My Pocket, 15. Dub Narcotic Soundsystem: Out Of Your Mind. Kurze: 1. Rialto: Monday Morning 5.19, 2. Hole: Celebrity Skin, 3. Fluxion: Atios, 4. Chris Butler: The Devil Glinch (long version), 5. Aretha Franklin:A Rose Is Still A Rose, 6. 4 Hero: Planetaria, 7. R.L. Burnside: It´s Bad You Know, 8. Eddie Flashin Fowlkes: Deep Pit, 9. Money Mark: May be I´m Dead (inkl. Remix), 10. Superstolk 2000: Was kostet die Welt, 11. Pulp: A Little Soul/Cocaine Socialism, 12. Zimt: U.O.A.A., 13. X:Ecutioners: Turntableist Anthem, 14. Porter Ricks: Spoil, 15. Madonna: Substitute For Love

13 Zum anfixen einige Auszüge von schönen Playlisten von „Was ist Musik“. Jede Sendung wird zu einem bestimmten Schwerpunkt zusammengestellt, deren Hintergrund Klaus erklärt. Die Anlässe können neue Bücher, Jubiläen, Todesnachrichten etc. sein. Manchmal sind Gäste dabei. Manchmal gehen die Sendungen drei Stunden lang. Playliste der Sendung „Am Tag als Margaret Thatcher starb“ vom 14.4.13 u.a. mit Juliane Werding, Leatherface, Judy Garland, The Beat, The Specials, Elvis Costello, Crass. Playliste „Motherfucker“ vom 28.10.12 u.a. mit Prince & The New Power Generation, Public Enemy, Elvis Presley, Charles Mingus, Brian Ritchie, Sun Ra, Jefferson Airplane, Nick Cave & The Bad Seeds. Playliste „Kaut of Time“ vom 30.10.2011 u.a. mit Kraftwerk, Can, Holger Czukay, Jah Wobble, The Fall, Ciccone Youth, Neu! Playliste „Dub liegt in der Luft“vom 31.05.09 u.a. mit Dubblestandart Ft. Lee Scratch Perry, The Upsetters, King Tubby, Dub Pistols. Playliste „Über Sex kann man nur auf Englisch singen“ vom 20.04.08 u.a. mit Tocotronic, Lassie Singers, Lesbians On Ecstasy, Chicks On Speed, Peaches, Melvins, The Leather Nun, Yeastie Girlz, Le Tigre.

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