März 12th, 2007

JELLO BIAFRA (#112, 08-2005)

Posted in interview by andreas

Da gibt es tatsächlich mal ein Konzert, um dessen Besuch mich Freunde und Bekannte beneiden: Dass Jello Biafra live zusammen mit einer Band auftritt, ist ein höchst seltenes Ereignis – so selten, dass die wenigen Menschen, die ein solches Konzert gesehen haben, meist so alt sind, dass sie noch die Dead Kennedys miterlebt haben.

Aber seit den späten Achtzigern hat sich der Frontmann der vielleicht einflussreichsten Hardcore-Punk-Band der Musikgeschichte rar gemacht. An diesem Abend, an Halloween 2004, soll es mal wieder so weit sein. Anlass ist der 25. Geburtstag seines Labels Alternative Tentacles, das zudem mit der 300. Veröffentlichung zusammenfällt – und dabei handelt es sich um das tolle Album von Biafra zusammen mit den Melvins, „Never Breathe What You Can’t See“. Die Bellray, Slim Cessna’s Auto Club, die Fleshies und Comets On Fire spielen aus diesem Anlass im Slim’s in San Francisco.

Der Höhepunkt aber ist ein Auftritt von Biafra gemeinsam mit den Melvins sowie Adam Jones von Tool. Das Konzert ist grossartig, die Band spielt einen guten Teil des neuen Albums (ausgerechnet „Islamic Bomb“ leider nicht) sowie einige wenige Songs der Dead Kennedys, darunter „Holiday In Cambodia“ und „California über Alles“. So würde man sich auch einen guten Dead Kennedys Auftritt vorstellen.

Anschliessend einen Interview-Termin mit Biafra zu bekommen, ist nicht gerade einfach – der Mann ist schlichtweg viel zu beschäftigt. Am Telefon ginge es, aber warum sollte ich mit dem Sänger telefonieren, wenn ich schon mal in San Francisco bin? Aber dann scheint das Interview plötzlich auch für Biafra wichtig zu werden, er lässt mir Artikel über die politische und wirtschaftliche Situation in Deutschland zukommen (zu der Zeit war Opel ein wichtiges Thema), über die er gerne reden würde.

Am letzten Abend in San Francisco, eine gute Woche nach der US-Wahl, klappt es dann endlich. Biafra fährt mit einem altersschwachen japanischen Cabrio vor, wir gehen essen und setzen uns dann zu einem knapp anderthalbstündigen Gespräch hin. Es hätte auch noch mehr werden können, wäre mein Bandmaterial nicht zu Ende gewesen.

Noch immer ist es dem Sänger wichtig, über die Dead Kennedys zu reden, seine Sicht zu verbreiten, zumal er bisher alle Prozesse aus mehr oder minder fadenscheinigen Gründen verloren hat. Klar, der Mann ist verbittert, aber wer wäre das an seiner Stelle nicht? Trotzdem sollte es hier nicht nur um den Streit mit seinen ehemaligen Bandkollegen gehen; das hatten wir schliesslich vor ein paar Jahren schon ausführlich im Heft. Stattdessen wollte ich mich vor allem auf die Geschichte von AT konzentrieren.

***

Fangen wir doch einfach mal mit dem Label an. Heute ist es relativ einfach, ein eigenes Label zu machen. Aber 1979 sah das ganz anders aus. Bands wie The Clash oder Sex Pistols waren auf grossen Plattenfirmen, aber ihr habt dann eure Platten selber herausgebracht.

Jello: Es gab einige Bands vor uns, die ihre 7″s selbst veröffentlicht haben, manchmal sogar eine LP. Aber es war sehr schwer. So schwer, dass damals in Los Angeles etliche Bands eine Benefiz-Show spielten, damit die Band The Plugs ihr Album veröffentlichen konnten, das sie live in einer Nacht aufgenommen hatten. Niemand hatte das Geld für ein Album, aber die Bands wussten, dass es der Szene helfen würde, wenn irgendjemand eine Platte veröffentlicht hätte. Damals arbeiteten die Leute zusammen.

Heute, nach Nirvana und vor allem Green Day, gibt es viel mehr Leute mit einer reichen Familie, die ein Label starten wollen. Einige tun das aus den falschen Gründen, die starten ein Label und suchen dann nach Bands. Sie wollen unbedingt eine Platte machen, aber sie haben keine Vision. Bei uns waren die Gründe genau umgekehrt. Es gab genügend Bands, aber keine Labels. Ich habe damals einige der besten Bands meines Lebens gesehen: die Avengers, Screamers, Dils, Sleepers, Negative Trend und viele mehr, die kein vernünftiges Album hatten, auf denen ihre Musik dokumentiert war.

Das war für mich als Plattensammler eine grausige Vorstellung, weshalb ich damals dachte, dass ich, sollte ich je Geld haben, es definitiv in Musik stecken würde. Als dann das erste Geld für „Fresh Fruits From Rotting Vegetables“ reinkam, starteten wir Alternative Tentacles richtig. Ursprünglich war das nur ein Name auf der ersten Version der „California über Alles“ Single, die wir selber veröffentlichten.

Der Name kam zurück, und wir veröffentlichten „Let Them Eat Jellybeans“ – mit der Platte wollten wir ein Interesse in Europa für den amerikanischen Underground wecken. Das war damals nicht vorhanden. Zehn Jahre später allerdings wirkte „Let Them Eat Jellybeans“ ein bisschen zu gut, Alice Donut kamen damals von einer Europa-Tour wieder und beschwerten sich, dass sie überall nur mit anderen amerikanischen Bands spielten. Die Promoter packten nicht eine einheimische Band dazu. Das war allerdings auch nicht, was ich mir vorstellte. Auf lange Sicht war damals mein Plan, ausserhalb der typischen Unterhaltungsindustrie zu arbeiten.

Man kann die nicht bekämpfen, wir werden sie nie stoppen, aber wir können sie umgehen. Wir können bestehen, ohne uns kümmern zu müssen, was sie tun, und dabei eine Plattform für die Bands bieten, die kein Interesse an Major-Labels oder der corporate punk industry haben, sondern nur ihre Musik auf ihre Weise spielen wollen.

Hast du Bands wie The Clash denn damals gehasst? Oder mochtest du die Musik, aber wolltest nicht ihren Weg gehen?

Jello: Vermutlich das Zweite. Ich mag The Clash, auch wenn sie für mich ein Modell dafür waren, wie man als politische Punk-Band nicht sein sein sollte. Als The Clash zum ersten Mal in die USA kamen, nachdem „Give ‚Em Enough Rope“ erschienen war, leugnete Joe Strummer, dass sie eine Punk-Band oder eine politische Band waren – nur, um ihr Major-Label zufrieden zu stellen und möglichst viele Platten zu verkaufen. Ausserdem waren sie ja von Anfang an bei einem Major-Label und wurden gleich als „Helden“ verkauft.

Es reichte nicht aus, ein Rockstar zu sein, man musste gleich ein Held sein. „Che Guevara with guitars, but owned and operated by Sony“. Ich mochte die Musik, aber letztlich ist es bei ihnen wie später bei Rage Against The Machine. Das Sony-Logo auf dem Album wirkt für mich so wie „Holiday In Cambodia“ in einer Levi’s-Werbung. Als würde man das McDonald’s-Logo auf die Mona Lisa sprühen.

War die Szene damals stärker verbunden als heute? Wenn ich da an andere Labels wie Dischord oder Touch And Go denke…

Jello: In gewisser Weise versuchten wir zusammenzuarbeiten. Aber damals gab es elektronische Kommunikation ja noch nicht, also konnten wir nur Briefe schreiben oder manchmal telefonieren. Deshalb war Maximum Rock’n’Roll so wichtig, weil sie versuchten, Verbindungen herzustellen, und sich anschauten, wie die Szene in anderen Städten oder anderen Ländern war. Als Plattensammler schrieben wir natürlich Briefe an Bands in Finnland oder so, bis wir einen Tauschpartner fanden, der uns mit neuer Musik versorgen konnte.

Vermisst du das? Ist das heute zu einfach geworden, gibt es zu viele Bands?

Jello: Ich habe viel zu wenig Zeit, mit meinen alten Freunden zu korrespondieren, zumal viele von ihnen auch ihr Interesse an Musik verloren haben. Ausserdem muss ich mich zu sehr um Alternative Tentacles und meine Bands kümmern. Ich bin also bestimmt kein Experte mehr, was in Deutschland zurzeit passiert – wenn ich denn je einer war.

Mich überrascht allerdings, wie viele Bands uns bis heute ihre Demos schicken; vor allem aus Italien. Ich kenne manchmal also den absoluten Underground, aber habe keine Ahnung von den bekannteren Sachen.

Was waren für dich in 25 Jahren Label-Geschichte die grössten Enttäuschungen? Ist je eine Band zu einem Major-Label gegangen? Lassen wir mal die Dead Kennedys aussen vor dabei.

Jello: Grotus sind nach einer Platte zu einem Major-Label gegangen, was sie kaputt gemacht hat. Es bricht mein Herz, wenn Bands mit Sternen in den Augen zu einer grossen Firma gehen und dann so abgezogen werden, dass sie anschliessend nichtmal mehr Musik miteinander machen wollen, die Bands auflösen oder überhaupt keine Musik mehr machen wollen.

Das ist einigen sehr talentierten Gruppen passiert. Ich hatte gehofft, dass Steel Pole Bathtub ihre Major-Label-Erfahrung besser überstehen würden. Bei Grotus war es so, dass sie ihr Album aufnahmen, aber London Records anderthalb Jahre lang einfach vergassen, die Platte zu veröffentlichen.

Das Label zwang sie, ihren Underground-Booker zugunsten einer grossen Firma aufzugeben, die ihnen vier Shows in zwei Jahren besorgte. Die Bandmitglieder arbeiteten weiter in ihren normalen Jobs und warteten darauf, dass irgendwas passierte. Irgendwann gaben sie einfach auf. Mich verärgert dagegen eher, wenn ich Leute als Freunde ansehe und die mir dann den Rücken zuwenden und schlecht über uns reden. Das ist das Schlimmste.

Welche „Politik“ verfolgst du bei dem Label? Was können Bands erwarten, was erwartest du von ihnen?

Jello: Wichtig ist, ehrlich zu sein. AT hat einen bekannten Namen, aber wir sind nicht so gross, wie man denken mag. Vor allem in Europa sind wir nicht annähernd so gross, wie wir mal waren. Das müssen Bands verstehen. Es gibt nur eine bestimmte Summe Geld, die wir ihnen für die Aufnahmen geben können.

Wir haben zwei Leute die Promo machen, und wir haben Mordam als Vertrieb. Für einige Bands ist das genug, für andere nicht. Ich würde niemals behaupten, dass eine Band automatisch bekannter wird, bloss weil sie bei uns ist. Das funktioniert für keine Band auf keinem Label mehr. In jüngster Zeit haben wir viel mit Künstlern gearbeitet, die schon woanders Platten veröffentlicht haben. Die wissen bereits, was passiert und wo die Grenzen sind. Meine grösste überraschung war, als Toxic Narcotic zu uns kamen, deren Sänger schon lange sein Label Rodent Popsicle betreibt.

Warum sollten sie ihr eigenes Label verlassen, um auf Alternative Tentacles zu sein? Der Sänger sagte, dass er einfach nicht mehr die Zeit habe und den Stress nicht mehr wolle, eine Band zu machen, ein Label zu betreiben und dann noch mit der eigenen Band auf dem eigenen Label zu sein. Es ist aber schon überraschend, wie wenig selbst grosse Indie-Label für ihre eigenen Bands tun. Die kümmern sich nicht mal darum, ein bisschen Promo zu machen, wenn die Band auf Tour ist. Die Bands sind schon froh, wenn jemand ein wenig tut und weiss, was sie auf Tour brauchen.

Bist du deiner Politik in all den Jahren treu geblieben? Oder gab es im Laufe der Zeit Einstellungen, die du ändern musstest?

Jello: Tim Yohannon und Maximum Rock’n’Roll haben mich schon vor Jahren als „sell-out“ beschimpft, bloss weil ich bereit war, mit grösseren Einkaufsketten zu arbeiten. Dafür gab es aber auch einen guten Grund: Man kann nicht darauf warten, dass die Leute zu einem kommen, man muss schon auf sie zugehen. Ich komme aus einem kleinen Ort, wo es in der ganzen Gegend keinen coolen Underground-Plattenladen gab. Deswegen weiss ich sehr genau, was es bedeutet, ein Junge in einem Kaff mit einer beschissenen Ladenkette zu sein und dort Musik kaufen zu wollen. Wenn die dort eine meiner Platten finden und die mit nach Hause nehmen, ist das doch nicht schlecht.

Damals wurde mir das vorgeworfen, obwohl die gleichen Leute heute kein Problem damit haben, wenn ihre Sachen in den gleichen Läden stehen. Anfangs wollte ich nicht mal T-Shirts mit unserem Logo oder unseren Bands drucken, weil ich die Idee, dass jemand dafür zahlt, für uns zu werben, bizarr fand. Aber dann tauchten so viele Bootlegs auf, dass Winston Smith sich aufregte, weil er um seine Ideen und damit auch um Einnahmen betrogen wurde. Also haben wir angefangen, T-Shirts zu machen.

Nun, mit einem Dead Kennedys T-Shirt bekennt man sich ja auch als Fan einer Band. Würde man eins von McDonald’s tragen ist das ein wenig anders.

Jello: Offensichtlich sind Band-Shirts heutzutage viel wichtiger für die Identität der Leute. Als ich ein Teenager war, trug kaum jemand solche Shirts. Zum einen waren sie schwer zu bekommen, zum anderen hat man sich nicht darüber definiert, was für Musik man mochte. Ausserdem waren das die letzten Jahre des Vietnam-Kriegs, Watergate passierte, Nixon musste aufhören – damals haben die Leute eher ihre politische Identität präsentiert.

Das waren noch Zeiten, wo man als Hippie mit langen Haaren die Leute schrecken konnte. Ein wenig später war das bereits schal geworden, was mich damals sehr frustrierte. Endlich war ich alt genug, um all die wilden Sachen zu tun, die die Hippies in den Sechzigern vorgemacht haben, aber plötzlich war das verschwunden. Aber wenig später passierte Punk und ich kapierte, dass ich nicht zu spät geboren wurde, sondern genau zum richtigen Zeitpunkt.

Lass uns doch mal über musikalische Identität reden. Alternative Tentacles scheint genau das abzulehnen.

Jello: Was uns nicht unbedingt geholfen hat, unsere finanzielle Situation im Laufe der Jahre zu verbessern. Es gibt keinen AT-Sound in der Art wie ihn Fat Wreck, Epitaph oder Amphetamine Reptile haben. Andererseits war es mir immer wichtig, ein Label zu führen, dass alle möglichen Musikstile präsentiert. Von wirklich heftigem Zeugs wie dem neuen Ludicra Album bis hin zu den seltsamsten Formen von Country wie bei Slim Cessna.

Ich schätze mal, dass du kein country-Fan bist, aber du warst von deren Live-Show bei der Halloween-Show sehr begeistert. Was ein anderer Punkt ist, den ich für wichtig halte: Wir wollen Bands haben, die live richtig gut sind. Dazu muss die Musik besonders sein, die Songs sollen gut sein, und die Band vielleicht noch etwas seltsam wie bei den God Bullies, Phantom Limbs oder Fleshies.

Lehnst du also ab, Bands unter Vertrag zu nehmen, die so ähnlich klingt wie andere Bands, die du schon veröffentlichst?

Jello: Es gibt Leute, die behaupten, dass No Means No und Victim’s Family sehr ähnlich sind, zumal die Bands gut befreundet sind und sehr oft zusammen gespielt haben. Andererseits sind beide Gruppen so grossartig, wie hätte ich da Nein sagen können? Allerdings fand ich die ähnlichkeit ohnehin nie so gross. Aber wir hätten danach auch zu den „Fat Wreck of math rock“ werden können.

Jede Band in der Welt, die auch nur ein bisschen wie No Means No oder Victim’s Family klingt, hat sich bei uns beworben – teilweise mit Briefen, in denen so was stand wie „Hey, wir klingen genauso wie die beiden Bands. Warum bringt ihr unsere Sachen nicht auch raus?“. Das Lustige ist, dass nun Leute behaupten, sie seien so seltsam wie Wesley Willis und dessen auf unserem Label sein wollen. Natürlich ist niemand so wie Wesley Willis.

Hast du denn je bereut, dass du Bands nicht gemacht hast? Fat Wreck und Epitaph stehen finanziell sicherlich besser da als AT.

Jello: Darüber hinaus stammen sie allerdings auch aus reichen Familien. Aber natürlich sind sie auch gute Geschäftsleute, die wissen, wie man solch ein Label führt. Ich wüsste keine Band, mit denen wir so weit gekommen wären. Dexter von The Offspring und ich waren gute Bekannte. Wir haben Offspring zweimal abgelehnt, bevor sie gross wurden, weil wir einfach keinen Platz für sie hatten. Andererseits wären wir auch nie in der Lage gewesen, acht Millionen Offspring-Alben zu verkaufen. Für sie war es besser, zu Epitaph zu gehen.

Auch die Dwarves haben mehrfach angefragt, aber ich bin lieber ein Freund der Band als ein Geschäftspartner. Mit Gwar haben wir sehr früh geredet, aber ich habe ihnen deutlich gemacht, was wir können und was nicht. Sie sind dann zu Metal Blade gegangen, wo sie mehr Geld für ihre Ideen bekamen. Um auf den Punkt zurückzukommen, was mir wichtig ist: gute Texte natürlich.

Viele dieser Bands, die über „Sex, Drugs and Rock’n’Roll“ singen, sind auch die Leute, die erwarten, dass wir ihnen einen Van oder Tickets nach Europa kaufen. Darüber hinaus müssen Bands auf unserem Label sein wollen. Ich biete nicht für Gruppen – sobald Bands dieses Spielchen anfangen, sind sie es ohnehin nicht wert, mit ihnen zu arbeiten. Ausserdem müssen wir zu dem Zeitpunkt Geld übrig haben. Deshalb haben wir überhaupt mit No Means No gearbeitet. Ich hatte grad etwas Geld, und da kam das „Sex Mad“-Demo rein.

Du veröffentlichst auch all diese Spoken Word Sachen, was der finanziellen Situation des Labels sicherlich nicht gut tut, aber dir sehr wichtig zu sein scheint.

Jello: Doch, doch, die Spoken Words Sachen finanzieren sich durchaus selbst. Noam Chomsky oder Mumia Abu Jamal werden bestimmt nie fordern, dass sie einen neuen Tour-Van brauchen, mehr Toursupport oder Tickets nach Europa. Darüber hinaus sind unsere Spoken Word Alben sehr politisch und nicht sehr poetisch. Ich möchte so was wie „audio brain food“ von Leuten, die mich selbst inspirieren, anbieten. Für mich war es immer wichtig, dass System zu sabotieren und die Regierung zu bekämpfen. Das ist Teil des Geistes hinter Punk.

Und es gibt sehr viele Menschen, die ähnliche Ideen haben, aber nichts mit Punk als Musik zu tun haben. Winston Smith sieht nun wirklich nicht wie ein Punk aus, er wirkte schon immer wie ein Hippie oder ein Biker. Selbst in den Zeiten, wo man bestimmt keine Bärte bei Punk-Shows sah, war er da. Das Gleiche gilt für Leute wie Noam Chomsky, Howard Zinn oder Angela Davies, die bestimmt mehr „punk spirit“ haben als viele Punk-Bands.

Aber nicht sehr viele Punks werden sich politische Spoken Word Alben anhören.

Jello: Das ist mir bei allen Sachen egal, wer sich das anhört. Wir machen keine Sachen ausschliesslich für Punks, sondern für jeden, der sich dafür interessiert. Irgendso ein uraltes Musikmagazin, „Trouser Press“, hat sich vor vielen Jahren in der Kritik zu „Plastic Surgery Disasters“ beschwert, dass ich keine „Sympathien für den gemeinen Menschen“ hätte. Vielleicht ist das so, vielleicht mach ich keine Sachen für den Durchschnittsbürger, die können sich Springsteen anhören. Meine Platten sind für Leute, die genauso seltsam sind wie ich. Vielleicht inspiriert sie das so sehr, dass sie etwas machen, was mich hinterher beeindruckt.

Dann lass uns doch mal auf die Dead Kennedys zu sprechen kommen – die wichtigste Band auf deinem Label…

Jello: …schliesslich ist das ja auch meine Band…

…und sicherlich auch die enttäuschendste Erfahrung, die du je gemacht hast.

Jello: Ja, das ist definitiv das Ekligste, was ich je in meinem Leben erlebt habe. Ich bereue nicht, was für Musik wir machen. Ich schäme mich nicht für unsere Musik und den Einfluss, den wir ausgeübt haben. Aber diese drei Typen sind mir sehr peinlich. Sie sind das absolute Gegenteil von dem geworden, wofür wir gestanden haben. Dann rennen sie zu teuren Anwälten, die vorher schon Bands wie Boston, Santana oder Journey – wahren Vertretern der Punk Ethik – vertreten haben, lügen über mich und verklagen mich bis heute.

Und das nur, weil ich unsere alten Prinzipien verteidige. Ich bin schockiert, dass die Leute glauben können, es hätte dieses Levi’s-Angebot nie gegeben. Das gab es sehr wohl; ich habe Zuhause die Papiere, die das beweisen können. Und ich erinnere mich sehr gut daran, dass Ray (East Bay Ray, der Gitarrist, Anm. d. Verf.) mich anrief und mir drohte, dass ich Probleme kriegen würde, wenn ich nicht zustimme. 200.000 Dollar hätten Levi’s geboten.

Anschliessend ging Klaus (Klaus Flouride, der Bassist, Anm. d. Verf.) zu zwei meiner besten Freunde, damit die mich überzeugen, dass ich dem Angebot zustimmte. Er traute sich nicht, direkt zu mir zu kommen. Ich habe ihn also darauf angesprochen und ihm gesagt, dass ich hinterher die Scheisse abbekomme, die sie anrichten. Daraufhin schlug er vor, dass wir sagen, wir würden die Hälfte des Geldes spenden, aber tatsächlich nur fünf Prozent für wohltätige Zwecke geben und den Rest behalten. Ich wurde krank, als ich das hörte. Keiner von ihnen ist arm, das muss ich betonen. Und wenn der ein oder andere zu viel Geld für Drogen ausgegeben hat, ist das nicht mein Problem.

Wenn sich eine Band auflöst, bin ich auch als Label nicht verantwortlich, dass die Mitglieder selbst 15 Jahre später keinen Job annehmen müssen, sondern immer Zuhause bleiben können. Wer mehr Geld braucht, soll halt arbeiten gehen. Angesichts von Rays Gier überrascht es mich, dass er nie Banker oder Börsenmakler geworden ist. Sowohl Klaus als auch Ray sind gut genug im Studio, so dass sie heute die Position von Steve Albini haben könnten. Aber dafür waren sie zu faul.

Was ist denn der aktuelle Stand? Der Rechtsstreit ist vorbei?

Jello: Ich habe zunächst einmal aufgegeben, aber es fühlt sich an, als wäre ich mit der Mafia verheiratet. Sie lassen mich nicht wissen, was mit dem Geld passiert, ich habe kein Mitspracherecht, wenn es darum geht, was wir mit den Alben machen. Ich habe keine Kopien von den DVDs oder dem Live-Album, ich müsste sie schon im Laden kaufen. Ausserdem konnte ich nicht verhindern, dass sie mit meinem Foto für irgendwelche Reunion-Shows werben.

Im Moment versuchen sie, mich aus dieser „Ex-Mitglieder-Partnerschaft“ zu werfen, so dass sie mich nie wieder bezahlen müssen. Der Grund: Ich habe es nicht geschafft, die Wiederveröffentlichungen zu bewerben.

Deshalb solle ich davon auch nicht profitieren – offenbar so lange nicht, bis ich sage, dass ich froh bin, dass sie mich verklagt haben, dass man sich unbedingt die Reunion-Shows angucken müsse und dass ich diese Live-CD toll finde. Ray behauptet, dass die Message der Band sei, selbstständig zu denken. Aber wenn ich das tue, werd ich wieder verklagt. Sie führen die Band genauso wie George Bushs Freunde sich im Irak benehmen.

Ist das Album mit den Melvins eine Reaktion auf diese ganzen Sachen? Bei der Hälfte der Lieder auf der Platte hast du auch die Musik geschrieben – eine Fähigkeit, die dir der Rest der Dead Kennedys abstreiten wollen.

Jello: Das Interessante ist doch, dass es diese Reunion nun seit drei Jahren gibt, aber sie es bis heute nicht geschafft haben, auch nur ein einziges Lied selbst zu schreiben. Die Melvins kamen zu mir und fragten mich, ob sie nicht als Backing Band für Shows mit Dead Kennedys Songs fungieren könnten. Aber für mich heisst Punk nicht, alte Bands zu sehen, die nur alte Lieder spielen.

Ich möchte überraschungen, Abenteuer und Musik, die heutzutage etwas bedeutet. Ausserdem kann ich immer noch ein paar gute Lieder schreiben, und da es seit längerem keine Kollaboration mehr gegeben hat, wollte ich mit ihnen neues Zeugs spielen. Das Problem war, dass wir alle aktive Künstler mit vollem Terminkalender sind, weshalb es so lange dauerte, diese Platte zu verwirklichen. Aber jetzt ist es geschafft.

Live gab es dann aber schon ein paar Dead Kennedys Lieder.

Jello: Das war die Idee der Melvins, ich hätte nur neue Lieder bringen wollen. Aber ich schätze, das Publikum war darüber sehr glücklich, ein paar der alten Songs zu hören.

Hattest du keinen Spass daran, „Holiday In Cambodia“ oder „California über Alles“ zu singen?

Jello: „California über Alles“ ist ja insofern ein neues Lied, weil ich einen neuen Text über Schwarzenegger geschrieben hab: „Steroids for the master race, so you can all have my face“. „Holiday In Cambodia“ war natürlich immer ein grossartiger Live-Song, weil er sehr theatralisch ist. Das Lied war immer mein Favorit unter all den Dead-Kennedys-Songs, was auch noch ein Grund ist, ihn nicht für irgendeine Werbung zu nutzen.

Wollt ihr denn nun auf Tour gehen?

Jello: Ich wüsste nicht, wie das funktionieren sollte, weil wir alle unsere eigenen Tourpläne haben. Zudem ist jetzt auch noch Adam Jones von Tool in der Band, und der hat weitere Verpflichtungen. Er hat in letzter Zeit nur noch geprobt, weil Tool ebenfalls neue Songs üben und er unsere Lieder lernen musste. Also muss man mal sehen. Ausserdem mag ich es, auf der Bühne aktiv zu sein, aber ich bin weder Iggy Pop noch Henry Rollins, so dass ich solch eine Show nicht jeden Abend hinlegen könnte.

Also weiss ich nicht, ob ich einer dieser Langweiler-Sänger werde, die nur am Mikro stehen, damit ich 40 Konzerte hintereinander überlebe, oder ob wir weniger Konzerte mit freien Tagen dazwischen haben sollten, um das Ganze etwas wilder zu gestalten. Das würde ich natürlich bevorzugen, immerhin sind wahnsinnige Frontmänner heutzutage eine verlorene Kunst. Man sieht so etwas heute nicht mehr so oft. Hank von Turbo Negro macht das vielleicht noch, John von den Fleshies oder Hopeless von den Phantom Limbs. Das war’s dann aber auch fast schon.

In Europa war das ja nie so wichtig, aber ich mag ein wenig Theater mit meinem Rock. Ich gucke mir auch lieber Alice Cooper mit dem vollen Theaterprogramm an als irgendso eine langweilige Band. Wobei ich niemals so etwas wie Alice Cooper machen wollte, mit Requisiten, Schauspielern und Schlangen.

Ich wollte die Show lieber auf einem „Street Level“ halten ohne all das Getöse. Ein bisschen das, was Iggy Pop gemacht hat, aber mit meinen eigenen Elementen. Aber das ist eine gute Frage, was Europäer lieber sehen wollen. Eine Band mit mir, die relativ viele Shows spielt, aber wo ich mich nicht so viel bewege, oder weniger Shows, die aber intensiver und extremer sind.

Gute Frage, viele Leute in Europa hatten nie die Chance, dich live mit einer Band zu sehen. Und eine Menge Leute würden genau das, extrem gerne tun.

Jello: Das ist mir bewusst, dass es da viel Interesse gibt. Aber umso wichtiger ist es, keine schlechte Show zu spielen.

Schmerzt das Knie, das dir Punks bei einer Show in Berkeley kaputt getreten haben, noch?

Jello: Natürlich. Interessanterweise schmerzte am nächsten Tag nicht dieses Knie, sondern das andere. Wenn ich die Chance hätte, mehr zu trainieren, würde ich vermutlich in einer besseren Verfassung sein und solch eine Tour auch überleben. Aber die Halloween-Show war so grossartig, dass ich das gerne tun würde.

Wann hast du denn davor das letzte Mal live gespielt?

Jello: Ich habe bereits eine Silvester-Show mit den Melvins gespielt. Ausserdem gab es ein paar Gastauftritte bei den Melvins, wo wir einige Lieder gespielt haben, auf der Ministry-Tour haben wir ein paar Lard-Lieder gebracht. Die Chancen für eine Lard-Tour stehen momentan übrigens besser denn je, auch wenn ich nicht glaube, dass daraus jemals was wird. Al Jourgensen will halt in den grossen Stadien spielen, mit dem ganzen Licht und riesigen Anlagen und so. Ausserdem braucht er einen Tourbus und all das.

Das würde aber bedeuten, dass wir mit grossen Promotern arbeiten und horrende Eintrittspreise verlangen müssen, was ich nicht möchte. Wir müssen also einen Mittelweg finden, bei dem Al seinen Tourbus kriegt, wir gut genug klingen, aber all das vermeiden, was ich nicht mag. Und ob das klappt, müssen wir sehen. Aber wir haben zuletzt sehr viel darüber geredet.

Al hat sogar mal gesagt, dass er am liebsten Ministry, die Revolting Cocks, mich mit den Melvins, Lard und Thrill Kill Kult zusammen auf Tour hätte und wir eine gigantische Show machen würden, bei der nie die Musik endet, sondern nur die Musiker wechseln. Das wäre ein interessanter Versuch, aber logistisch kaum zu schaffen.

Was für Pläne hast du denn konkret? Welche Kollaborationen stehen nun an?

Jello: Es gibt ein paar mehr Lieder mit den Melvins, was entweder eine lange EP oder ein zweites Album ergeben würde. Adam Jones und Al Jourgensen wollen ausserdem noch Remixe machen. Al hat ausserdem vor zwei Jahren ein neues Lard-Album angekündigt, aber es wäre vielleicht hilfreich, wenn wir das erst einmal aufnehmen würden. Wir haben noch nicht mal Lieder geschrieben, was allerdings ohnehin passiert, bevor ich die Songs überhaupt kenne.

Einige werden auch direkt im Studio geschrieben, weshalb Ministry unglaubliche Summen im Studio verschwenden. Mein Einfluss bei Lard ist jedenfalls eher gering – beim letzten Album hatte ich 15 Lieder geschrieben, von denen Al 12 ablehnte. Ich finde aber immer noch, dass die gut sind.

Und andere Projekte?

Jello: Ich habe eine Weile mit einer englischen Band namens The Heads gearbeitet, aber wir sind mit den Sachen nie in ein Studio gegangen. Die Musik war sehr gut, vielleicht schaffen wir es ja noch, die Lieder aufzunehmen. Und natürlich klingt die Musik ganz und gar nicht wie meine andere Sachen. Darauf bin ich sehr stolz, dass keine zwei Biafra- oder Dead-Kennedys-Alben gleich klingen. Selbst die Lard-Sachen unterscheiden sich. Und das soll auch so bleiben. Deswegen war ich gar nicht so traurig, als sich die Dead Kennedys auflösten.

Wir schienen damals noch Freunde zu sein, wir hatten etwas Tolles in den acht Jahren zuvor geschaffen, wir hörten auf, bevor wir gesaugt haben, und man merkte, dass die anderen ihr Interesse verloren. Ich hätte gern noch ein weiteres Album aufgenommen und durch die kommunistischen Länder und Japan touren wollen. Aber abgesehen davon war ich auch durch. Vielleicht hätten wir uns wiederholt, wenn wir noch eine Weile weitergemacht hätten.

Du bist also noch immer stolz auf eure Alben?

Jello: Absolut. Ansonsten würde ich mich nicht so sehr darüber aufregen, wie die Band ruiniert wird. Das waren mit die besten Sachen, die ich je gemacht habe, das lässt sich nicht leugnen. Es ist vielleicht etwas überraschend, dass ich es in all den Jahren nicht geschafft habe, eine eigene Band auf die Beine zu stellen. Das lag wohl an all den Spoken-Word-Sachen, die mir wichtig wurden.

Diese Geschichte ist auf gewisse Weise wichtiger als alles andere, was ich mache. Nach den ganzen Kollaborationen wollte ich mich ursprünglich eine Weile zurückziehen, um ein paar komplexere Sachen für eine eigene Band zu schreiben. Aber dann musste ich feststellen, dass ich mich zu lange versteckt hatte. Die Musiker, die ich dafür haben wollte, waren entweder so erfolgreich mit ihren eigenen Sachen geworden, dass sie keine Zeit mehr hatten, oder waren komplett verschwunden.

Andererseits wollte ich auch keine Anzeige in Zeitungen setzen, um mir dann 50 bis 100 Gitarristen anzuhören, die entweder einen Dead-Kennedys-Klon erwarteten oder auf das grosse Geld hofften. Lustig ist, dass zwei tolle Gitarristen, die ich komplett vergessen hatte, nach der Halloween-Show zu mir kamen und das Konzert lobten. Man weiss also nie, was passiert.

Hast du je daran gedacht, selber ein Instrument zu lernen?

Jello: Was würde das bringen? Ich kann ein wenig Gitarre spielen, und die ersten Dead-Kennedys-Songs brachte ich den anderen Bandmitglieder auf einer Gitarre bei. Aber dann sagte Klaus irgendwann, dass ich ihnen die Sachen einfach vorsingen sollte, das könnte ich schliesslich gut genug.

Das ermöglichte mir auch, kompliziertere Lieder zu schreiben, ohne fürchten zu müssen, sie niemals auf einer Gitarre spielen zu können. Ich bin für alles, wofür ich meine Hände benutzen muss, und für Maschinen zu untalentiert. Ich kann mein Auto nicht selbst reparieren, ich kann keinen Computer benutzen, und mit Instrumenten war ich auch nicht besonders gut.

Kommen wir zum letzten Themenkomplex – die Politik. Während der Halloween-Show hast du erwähnt, dass es ohnehin keinen Unterschied macht, ob Bush oder Kerry gewählt werden würden. Nun ist es also Bush geworden. Du siehst ihn nicht als das schlimmere übel an?

Jello: Doch, das ist er bestimmt. Aber ich weigere mich, das kleinere von zwei übel zu unterstützen, insbesondere wo Kerry genügend Gelegenheiten hatte, den Krieg abzulehnen und anzukündigen, dass er die Truppen aus dem Irak zurückziehen würde. In einer dieser inszenierten Fernseh-Debatten hat ihm der Moderator sein berühmtes Vietnam-Zitat vorgehalten. „Unsere jungen Männer sterben für einen Fehler.“

Aber er lehnte ab, dass das auch für den Irak gilt. Da wusste ich, dass er genau so schlimm ist, wie ich es befürchtet hatte. Die Welt wird nun in eine besonders gefährliche Phase eintreten: Ein fürchterlicher Präsident wird in seiner zweiten Amtszeit noch schlimmere Dinge tun als in seiner ersten – siehe Nixon oder Reagan. Bush wird vermutlich noch mehr Kriege starten, Europa noch mehr da reinziehen und corporations über alles stellen.

Dann kommt die Globalisierung im amerikanischen Stil: Gewerkschaften in Deutschland müssen eine Einschränkung ihrer Rechte und Lohnkürzungen hinnehmen, weil ansonsten die Firmen aus Deutschland wegziehen. Eigentlich überrascht es mich ja, dass es so lange in Deutschland gedauert hat, bis das passiert – woanders waren die Firmen schneller. „Aber nun müsst ihr auch all die Vergünstigungen aufgeben, für die ihr 100 Jahre gekämpft habt, weil wir sonst nach China ziehen.“

Wenn die deutschen Arbeiter diesen Kampf verlieren, wird auch der Rest der Welt verlieren. Ich weiss nicht, wie viele Leute das wissen, aber es ging Bushs innerem Kreis nie darum, den Irak zu befreien, sondern ihn zu erobern. Sie wollen dort 14 Militärbasen und die grösste amerikanische Botschaft, die es je gegeben hat, aufbauen. 3000 Amerikaner sollen dort arbeiten.

Von dort wollen sie sich in Richtung Iran und vielleicht auch nach Saudi-Arabien ausbreiten. Ein Teil davon ist religiös motiviert. Aber es geht auch um Gier und Macht. Paul Wolfowitz (ehemaliger Vize-Verteidigungsminister unter Bush und designierter Weltbank-Präsident, Anm. d. Verf.) hat immer gesagt, dass er die Allierten als „potenzielle Gegner“ ansehen würden, die es davon abzuhalten gelten, „eine wichtigere globale Rolle“ zu spielen. Und Invasionen sollten „ein normales Mittel der Weltpolitik“ sein.

Einer der bedeutendsten Gegner ist Deutschland, weil Deutschland genügend Geld und Macht hat, dass es ein Mitspracherecht hat. Wenn die USA also den Nahen Osten erobern, hätte die Regierung die öl-Versorgung und damit auch die Wirtschaft Europas an den Eiern. Die USA wollen Deutschland, Frankreich, China und Japan erwürgen. Ich fürchte ja, dass es irgendwann einen Dritten Weltkrieg gibt, bei dem sich die USA und Europa, verbündet mit dem Mittleren Osten, gegenüberstehen.

***

Interview: Dietmar Stork

Links (2015):
Wikipedia
Alternative Tentacles Records
Discogs

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