Februar 23rd, 2019

ISTUKAS OVER DISNEYLAND (#157, 2012)

Posted in interview by Jan

Punk in den Philippinen ist keine neue Erscheinung. Seit Ende der 1970er Jahre – als Howlin‘ Dave als Radiomoderator in den Philippinen britischen Punk über den Äther jagte – gibt es eine lebendige, kleine Szene, die heutzutage sehr facettenreich ist. Es gibt professionelle Strukturen um Musik aufzunehmen, D.I.Y.-Konzertgruppen, einen Platten- bzw. CD-Shop in Manila, viele großartige Fanzines und eine Bandbreite an guten – sowie schlechten – Bands. Und auch wenn Punk in Asien – wie in der Dokumentation Punk im Dschungel – zum Teil als etwas obskur dargestellt wird, muss ich gestehen, für mich ist Pinoy Punk weit weniger exotisch als Punk aus semi-demokratischen Enklaven wie Bayern.

Als ich vor einigen Jahren das erste Mal in das Land reiste, hätte ich nicht erwartet, dass mich über die Jahre eine lange Freundschaft mit einigen Personen in den Philippinen verbinden würde. Francis J. David ist einer dieser guten Freunde. Über Myspace – für die Jüngeren; das war mal ein „soziales Netzwerk“ auf dem sich Bands vorstellen konnten, bevor alle zu Facebook gerannt sind – knüpfte ich erste lose Kontakte zu ihm, dem Sänger der Band Istukas Over Disneyland (IOD) und Labelmacher (Love From Hate Records). Er lud mich damals nach längerem Email-Wechsel nach Pampanga zu seinen Eltern ein, wo er zu der Zeit noch wohnte, und wir besuchten eine großartige Show in der Nachbarprovinz Bulacan, bei der schätzungsweise 25 Bands auftraten, darunter viele großartige Punk- und Hardcore-Bands aus der Region und der Hauptstadt Manila (Trust #133).

Seitdem reise ich regelmäßig in die Philippinen und jedes Mal treffe ich mich mit Francis. Im November 2011 gelang es mir dann auch endlich einmal seine Band Istukas Over Disneyland live zu sehen. Wütender Punkrock mit politischen Texten und einer unglaublichen DIY-Attitüde, die einfach ins Trust passt. Sie haben in den letzten beiden Jahren zwei Split-7inches mit Eskapo (USA) und R.M.B. (Frankreich) aufgenommen und dazu viele Sampler-Beiträge (u.a. zum Swingkid #4) eingespielt.

Doch wie fing eigentlich alles an?
„Im Mai 2012 hatten wir unseren 18. Geburtstag. Ich weiß es gar nicht mehr genau, wann und warum es angefangen hat. Ich denke, ich war eifersüchtig auf ein paar Freunde, die ihre eigene Band gestartet hatten und 1994 ihren ersten Gig in San Fernando (Provinz Pampanga, ca. zwei Stunden nördlich der Hauptstadt Region Manila) gespielt haben.“ Heute sind Istukas Over Disneyland neben Bad Omen – einer Streetpunk-Band aus Manila – eine der ältesten Bands, die immer noch regelmäßig live spielen und Alben aufnehmen. Trotz diverser Veränderungen im Line-Up betont Francis, dass er „immer noch glücklich [ist] mit dem, was wir tun“.

Während man sich sehr jung schon zusammen raufte, dauerte es relativ lange, bis die ersten Aufnahmen im Kasten waren. „Die ersten sieben Jahre haben wir uns dem Covern von Songs von unseren Lieblingsbands aus dem Westen gewidmet. Als wir angefangen sind im Jahr 2001 unsere eigenen Songs aufzunehmen, habe ich zu mir gesagt, dass wir das, was wir in diesen sieben Jahren verpasst haben, aufholen werden.“ Seitdem wirkt die Band fast rastlos, nimmt für philippinische Verhältnisse viele Songs auf, vor allem wenn man bedenkt, dass die Band nicht mehr an einem Ort wohnt, viele Beruf und Kinder vereinbaren müssen und Aufnahmestudios in den Philippinen nicht an jeder Ecke zu finden sind. Francis zum Beispiel arbeitet in einem Call Center – die Philippinen sind neben Indien der größter Anbieter von sogenannten Business Process Outsourcing – und zwar in der Nachtschicht.

Daher ist es manchmal auch einfacher, Songs zu covern, was sie bis heute nicht komplett aufgegeben haben. So zum Beispiel einen Song der philippinischen Band „Trash“ oder zuletzt eine Version von „MS Pascow“ von Pascow, allerdings mit einem Text in Pampangeno. Auch wenn der Name es vermuten lässt, „wir haben tatsächlich keine Songs von den Dickies gespielt. Den Namen hat mein Cousin mir vorgeschlagen und ich mochte ihn. Ich hätte nie gedacht, dass die Dickies ein Album mit dem Namen haben und, ja, er war auch noch von uns falsch geschrieben.“

In der Anfangszeit war der Sound wesentlich langsamer. Geprägt wurden I.O.D. von britischen Oi- und Streetpunk-Bands, wie „The Business, Angelic Upstarts, UK Subs, Rezillos, The Partisans und anderen. Ich habe Punk Rock durch Sampler wie Strength Thru Oi!, Oi Chartbusters, Punk and Disorderly und anderen entdeckt. Ich weiß zwar nicht mehr, was der erste Song war, den ich geschrieben habe, aber ich kann dir versichern, er ist nicht gut.“

Von dem doch recht schlichten Streetpunk des ersten Albums haben sich Istukas Over Disneyland allerdings sehr schnell entfernt. Heute spielen sie eine Art von aggressivem Hardcore-Punk, die Francis manchmal ironisch in Anlehnung an die Anfänge mit Anarch-Oi umschreibt. „Der Hauptgrund für die Stiländerungen waren Besetzungswechsel. Die neuen Mitglieder der Band haben ihre eigenen Einflüsse mitgebracht und die meisten waren oder sind in den Szenen aktiv, deren Musik ich auch höre. Und klar, ich liebe es Punk/Oi zu hören. Als ich mich mehr mit Hardcore beschäftigt habe, habe ich nicht diesen New York Hardcore Kram gehört, sondern viel mehr Hardcore aus obskuren Ländern, von denen ich niemals zuvor gedacht hätte, dass dort Punk existiert. Das hat für mich auch dazu geführt, dass ich mich mehr mit den anderen Ländern beschäftigt habe. In meiner Meinung, die Szene in diesen Ländern sind echter, aufrichtiger, herzlicher als in den westlichen Ländern.“

Trotzdem ist die philippinische Szene generell in den letzten Jahren eher von US-amerikanischem Punk/Hardcore geprägt worden. Das hat zum einen etwas mit der US-Kolonialgeschichte zu tun; die Philippinen waren von 1898 an die erste Kolonie der USA. Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts waren wichtige Militärbasen – von denen u.a. maßgeblich der Vietnam Krieg durchgeführt wurde – unweit der Heimatprovinz von Francis beheimatet. Heute sind Hollywood-Filme, Shopping Malls und FastFood a la McDonalds Teil der philippinischen Kultur. Das hat auch auf die Punks abgefärbt. „Nennen wir es koloniale Mentalität. Ich gebe zu, auch ich habe auf die Szene in Amerika geschaut, oder nenn es die Szene der westlichen Welt, weil Punk in den Regionen weiter entwickelt ist, verglichen mit den Philippinen. Aber ich habe bemerkt, dass wir unsere eigene Szene haben, also warum nicht darauf schauen? Heutzutage ist es – wenn Du in Nachtschichten arbeitest und das günstigste Flugticket findest – möglich in Südostasien zu reisen. Das ist einer unserer Träume, als Band im Ausland zu spielen und nicht als Tourist sich dort aufhalten. Ich würde mich sehr freuen, einige meiner alten Brieffreunde zu treffen und zu erfahren, wie Punk in ihrem Land ist. Ich würde liebend gerne mit Tank Girl und Rai Ko Ris in Nepal spielen oder mit Carburetor Dung in Malaysia, mit Low Fat in Bangkok oder SMZB in China. Früher habe ich diese Bands hauptsächlich in Fanzines aufgestöbert, aber das Internet hat es heutzutage stark vereinfacht.“

Durch seine internationalen Kontakte gab es bisher zwei Split-Singles auf Vinyl. Die erste war mit Eskapo aus Kalifornien. Eskapo bestanden aus vier Filipinos, die in den USA lebten und dennoch regelmäßig in ihre Heimat zurückreisten, um Konzerte zu spielen. Die zweite Single war mit der französischen Streetpunkband R.A.B.. Beide sind nur auf Vinyl erschienen, sodass mich die Bedeutung des Mediums Vinyl interessierte. „Es ist beliebt bei Menschen, die so etwas sammeln und sich eine Leidenschaft daraus machen. Die meisten Menschen kaufen hier allerdings CDs, weil sie einfacher zu bekommen sind, nur ein paar Leute kaufen Vinyl.“

Die meisten Bands in den Philippinen singen auf Englisch. Zwar gab es in den 1980ern und aktuell immer wieder Bands, die ihre Texte in Tagalog oder Cebuano, den beiden wichtigsten Landessprachen, singen, aber Englisch ist, ebenso wie in Fanzines, die vorherrschende Sprache. „Unsere Texte waren zuerst auch auf Englisch, doch als wir unsere zweite CD „O Guinu“ veröffentlichten, entschieden wir uns, auf Tagalog und in unserem regionalen Dialekt Pampango zu singen. Als ich Bands aus Südamerika gehört habe, brachten die mich dazu, in meiner Sprache zu singen und das ist wesentlich besser, als die üblichen englischen Texte. Es macht es eigenständiger. Ich erinnere mich an die alten Bands in den 1990ern, als sie in Tagalog gesungen haben. Es gab dann diesen Hype, dass singen auf Tagalog „baduy“ ist und so schrieben alles auf einmal Songs auf Englisch auf den nächsten Alben.“ Baduy ist ein Tagalog-Wort, das Geringschätzung ausdrückt.

Textlich stehen vor allem ökonomische und soziale Probleme des Landes und der Menschen im Vordergrund. „Ich schreibe Songs über das, was ich sehe und was ich um mich herum fühle. Die Philippinen haben große ökonomische Probleme und ich weiß nicht warum, aber immer wenn Amerika in einer Krise ist, dann bluten die Philippinen mit. Und klar, die sozialen Probleme in den Philippinen sind groß. Nimm nur das Beispiel des Mordes an Jason von Aggressive Dog Attack vor wenigen Tagen. Er wurde in Paranaque totgeschlagen.“

Ich bin geschockt. Bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht, dass unser gemeinsamer Freund Jason tot ist. Francis und ich hatten vorher noch im Laufe des Interviews viel gewitzelt, doch in diesem Moment spüre ich einen schweren Klos im Hals. Ich habe Jason mehrfach in den Philippinen getroffen und als sehr sympathischen und umgänglichen Menschen kennengelernt. Er hatte mich zweimal auf längeren Busfahrten begleitet und wir hatten über Musik in Europa und den Philippinen geredet. Der Sänger von der gemeinsamen Band Aggressive Dog Attack (ADA), Boi, berichtete später, dass ein Hilfsarbeiter ihn in einem persönlichen Streit umgebracht hat. Jasons Onkel war Besitzer eines Busunternehmens in Cavite, im Süden der Hauptstadtregion Manila. Er arbeitete als Mechaniker in dem Unternehmen und deckte krumme Geschäfte auf, die Fahrer und Ticketkontrolleure taten. Ein ehemaliger Soldat, der als Ticketkontrolleur in der Firma arbeitete, tötete ihn dann mit fünf Stichen, davon einer ins Herz.
Francis hatte im November 2011 noch auf einem Konzert als Schlagzeuger bei ADA ausgeholfen. „Jason hat mir damals gesagt: „Spiel einfach und hab Deinen Spaß!“ Gestern habe ich sein Photo heruntergeladen und schreibe gerade Gedanken und Erinnerungen über ihn für die nächste Ausgabe meines Eksena-Fanzines.“

Auch wenn der Mörder in diesem Fall gefasst und bereits im Gefängnis sitzt, Kriminalität ist in den Philippinen ein Problem. Zum einen aus wirtschaftlicher Not, zum andere auch aus politischen Motiven. Die philippinische Menschenrechtsorganisation Karapatan (Gerechtigkeit) zählte alleine in den Jahren 2001 bis 2010 über 1.200 politisch motivierte Morde an Linken, Gewerkschaftler/innen, Menschenrechts- und Umwelt-Aktivist/innen und sogar Geistlichen.

„Ein anderes Beispiel, als mein Vater mich im Krankenhaus in Quezon City besuchen wollte, bat ich ihn nicht alleine zu reisen, da die Kriminalitätsrate in Quezon City sehr hoch ist. Man kann kaum ausgehen in der Nacht. Ja, und in diesem Kontext ist die Band politisch, im Rahmen dessen, was wir fühlen und natürlich ist somit auch dieses Interview schon politisch. Ein DIY-Band ist ja großartig und bedeutet, dass du keine Scheiße von Niemanden akzeptierst und du das machst, worauf du Lust hast. Wir haben sicherlich weniger Privilegien als Bands aus dem Westen, aber wir finden unsere Wege um Konzerte, Fanzines, Alben, Blogs, Webseiten zu produzieren, weil es halt DIY ist. Ich sage Dir, Du musst Sachen zusammenbringen, wenn Du hier in den Philippinen überleben willst.“

In den Philippinen gibt es zwei große Lager der organisierten Linken. Die einen gehören eher zu einer dogmatischen Gruppe Maoist/innen, die zum Teil den bewaffneten Kampf unterstützen (geführt von der New People’s Army, NPA) und sich deutlich gegen die jetzige und vorherige Regierung stellen. Zum anderen einen moderateren linken Flügel, der versucht im Rahmen der gesetzlichen Rahmenbedingungen zu agieren und der sich in den 1990ern von der dogmatischen Linken abgespalten hat. Ihr Ansatz ist, dass es in den Philippinen gute Gesetze gibt, deren mangelnde Umsetzung aber für Menschenrechtsverletzungen und soziale Ungleichheit sorgen. Doch die Linke ist nicht nur aufgrund der politischen Differenzen seit den 1990ern gespalten. Ab Anfang der 1980er Jahre hatte es im revolutionären Kampf gegen die Diktatur „interne Säuberungsaktionen“ gegeben, denen viele Linke zum Opfer fielen. Noch heute ist das Verhältnis der beiden Seiten von Misstrauen und in Teilen Hass geprägt. Wie wirken diese Rahmenbedingungen auf die Punkrock-Szene?

„Ich denke, es ist solange ein Thema, wie die Menschen für das, woran sie glauben, kämpfen. Solange wird die Rivalität immer da sein. Menschen hassen Menschen. Ich habe einmal einen Text über dieses Thema geschrieben, aber ihn aber anschließend wieder verworfen. Bands wie Anti Suck-System, Minority Blocks, Class Struggle und die Label wie Dirty Shoes Records und Bulacan Core Records haben diese Themen aber durchaus aufgegriffen.“

Er beeilt sich aber schnell nachzuschieben, dass er wisse, dass „einige Leute aus der Szene sich mit dem Thema [der Spaltung der Linken] beschäftigen, aber das Augenmerk liegt auf der Musik und nicht dem Kampf. Rommel von Dirty Shoes Records ist einer der nettesten Typen, die ich kenne und er spricht offen über das Thema, aber nicht wenn wir zusammen herumhängen. Bands aus Baliuag und Bulacan (nördlich von Manila) haben Verbindungen zu der radikalen Linken und du merkst es in ihren Texten, wie bei Anti-Suck System, Tartars oder bei den alten Minority Blocks, die Menschen auffordern sich der New People’s Army anzuschließen. Aber diese Songs unterstütze ich nicht. Ich erinnere mich an den GBH Song, in dem es heißt: „Where are your leaders when you need them most?“ Ich denke, die NPA sollte ihre Anführer, die in den Niederlanden im Exil sitzen, das fragen, wenn sie in den Bergen festsitzen und kämpfen.“

Der revolutionäre Kampf ist also – wie man es auch in der RAF-Lobpreisung einiger Deutschpunkbands hören kann – auch für Punks in den Philippinen reizvoll. Gerade Mittelschichtskids und Kinder aus gutbürgerlichem Hause haben sich – so meine Erfahrung in der deutschen Provinz – gerne weit aus dem Fenster gelehnt, um dann wenige Jahre später ein biederes Leben zu führen. Welche Rolle haben diese Mittelschichtskids in den Philippinen?„Das sind wir von Deutschland oder den Amerikanern beeinflusst, sodass Leute über 25 wieder zurück ins „normale Leben“ gehen, Kinder und einen Job bekommen und ein anderes Leben starten. Wobei meine Frage dann ist: „Was ist ein normales Leben“? Hör Dir mal den Song von Prayer of Endurance mit dem Namen „Parameter“ an. Ich zolle den Leuten meinen Respekt, die immer noch das Lieben, was sie bis heute tun.“

Mit Have Heart, No Turning Back oder Vitamin X haben zuletzt einige internationale Punk und Hardcore-Bands auch aus den USA und Europa in den Philippinen Konzerte gegeben. Häufig im Rahmen von größeren, globalen Touren. Welche Rolle spielen diese Konzerte für die Szene in den Philippinen? „Wir laden sie ein, hier zu spielen. Du weißt, wie gastfreundlich Filipin@s sind und wir können die Leute einfach nicht da lassen, wo sie sind. Ich muss gestehen, wann immer eine Band aus dem Ausland hier spielt, versuchen wir ihnen das Gefühl zu geben, zu Hause zu sein. Emman vom Label Delusion of Terror sagt jeder Band, die hier tourt, sie sollten nicht viel erwarten, da die meisten Veranstalter sie nicht bezahlen können. Sie können einfach nur Konzerte für sie veranstalten. Aber klar, sollten lokale Bands Priorität haben und ich bedauere es, wann immer diese Bands keinen Vorrang haben wegen irgendwelchen ausländischen Bands.“

Die meisten ausländischen Bands kommen auch nur für ein Konzert nach Manila, nur wenige spielen in der Provinz oder mehrere Konzerte in den Philippinen. Neben Manila haben auch die anderen beiden Millionenmetropolen Cebu und Davao vitale Szenen mit vielen Bands, Konzerten und Fanzines. Auch in den an Manila angrenzenden Provinzen wie Cavite, Laguna oder Bulacan gibt es größere Szenen. Francis selbst arbeitet und lebt zwar in Manila, ist aber gefühlt in jeder freien Minute in Pampanga, um sich mit seiner Band zu treffen oder Konzerte zu organisieren.

„Ich weiß nicht, ob wir es eine „Szene“ in Pampanga nennen können, aber es gibt einige Bands im Underground, die Punk, Hardcore oder Ska spielen. Leider gibt es keine regelmäßigen Konzerte und leider habe ich auch wenige neue Bands in letzter Zeit gesehen. Aber vielleicht proben einige oder spielen in anderen Teilen der Provinz Pampanga. Aktive Bands sind auf jeden Fall Tres Luse, Tomador Crew, Feeble, Marcos Cronies Conspiracy, F.A.G. und Carma. Manila hat halt die aktivste Szene in den Philippinen. Aber Punk ist auch regional stark, wie in den Visayas [Inselgruppe im Zentrum des Landes], auf der Insel Negros in der Stadt Bacolod, in Cebu City oder auf Leyte. In Mindanao [Insel im Süden des Landes] gibt es in Iligan City, Bukidnon, Cagayan De Oro und Surigao eine Szene. Bei uns in San Fernando gibt es ein lokales Aufnahmestudio, aber es ist zu teuer. Und in Angeles City gibt es auch eines, aber ich habe es noch nicht ausprobiert. Die meisten Bands nehmen für ihre Demos die Songs auf normalen Kassettenrekordern auf oder mit Handys und Videokameras. Wir nehmen mittlerweile im Positivity Recording Studio in Makati [Manila] auf.“

Vieles an Kontakten läuft über Mobiltelephone und Internet, vor allem was Werbung für Konzerte angeht. Wie sieht es generell mit Touren in einem Inselstaat aus? „Wir haben bisher nur im September 2009 ein Konzert in Cebu spielen können. Wir würden sehr gerne mehr im Süden spielen, um die Szene kennenzulernen, aber das ist Zukunftsmusik. Drück die Daumen! Ansonsten war ich in Bacolod in 2011 und habe mir ein Konzert mit Bands aus Cebu angesehen, die das erste Mal in Bacolod [Nachbarinsel] gespielt haben.“

Wenn sie live spielen, war auch zuletzt der Song „MS Pascow“ im Gepäck. „Wir lieben diesen Song, vor allem unserer Gitarrist Marly. Witzig war, dass viele Leute aus Deutschland das Video mochten und die Jungs von Pascow sehen konnten, wie wir den Song malträtierten, haha.“ Wenn er nicht MS Pascow singt, dann hört er auf langen Busfahrten (unfreiwillig) auch Tom Jones aus den Boxen, was ihn der Spitznamen „Pinoy Tom Jones“ eingebracht hat. Auf die Frage nach seinem Lieblingssong des Amerikaners entgegnet er nur: „Du bist doch bekloppt! Es ist natürlich “Sex bomb”, hahaha.“
Wer mehr wissen will, sollte den lieben Francis einfach kontaktieren:

Love from Hate…
Blk. 6 Lot. 21 Ph. 1
St. Jude Village
San Fernando 2000 Pampanga,
The Philippines
email: lugudmua@yahoo.com or visit http://istukasoverdisneyland.webs.com

Text/Interview: Mika Reckordt

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