April 18th, 2019

HEADCRASH (#72, 1998)

Posted in interview by Thorsten

Headcrash, das erste mal hat mir ein Freund vor zwei oder drei Jahren ihre „Direction of Correctness“ ´Cd ausgeliehen, und ich muß gestehen, daß ich sie weniger gut fand. Ich glaub‘ ich hab‘ da nur ein oder zwei Lieder von gehört und sie dann zurück gegeben. Das war so angesagter Crossover mit Bratgitarren und schrecklich nervenden Synthesizern. Danach habe ich lange nichts mehr davon gehört. – Bis ich vor einiger Zeit ihre neue Cd bekam. Schau da, und plötzlich wart es Licht. Vielleicht ist die Musik immer noch ein bißchen Crossover, aber dafür mitreißend und mit geschickt eingesetzten Keyboards und Synthesizern, die nicht mehr nervend piepen und Staccato-Attacken von sich geben, sondern meistens atmosphärisch im Hintergrund sind. Mit ihrem letzten Album „Lifeboat“ haben sie inzwischen ihr drittes Album veröffentlicht. Unter Anderem spielt auch der ex-Spermbirds Gitarrist Roger Ingenthron bei Headcrash.
Anfang April bot sich dann die Gelegenheit mit den beiden Sängern der Band am Telefon zu sprechen. Der erste Gesprächspartner war Allen Wright, der dann den Telephonhörer an Shane Cooper weitergab. Das Interview fand um kurz nach 10 Uhr morgens statt …

Guten Morgen. Wie geht’s?

Ich bin etwas müde. Wir haben die letzten fünf Tage bis zu acht Stunden geprobt, so daß ich jetzt etwas geschafft bin.

Ihr fangt ja recht früh an …

ja, wir starten immer recht früh, vielleicht nicht ganz wie eine „normale“ Band.

Macht Ihr im Moment eine Promotion – Tour, oder gebt Ihr so die Interviews?

Im Moment geben wir die Interviews teilweise zwischen den Proben. Letzte Woche waren wir auf Promo – Tour, daß war okay. Wenn ich im Moment vielleicht etwas komisch klinge, ist das nur, weil ich glaub‘ ich gerade meine Stimme verliere.

Zu Eurer Biographie. Wenn ich mir die so anschaue, sehe ich, daß sie ziemlich ereignisreich ist, aber im letzten Jahr taucht da doch eine recht große Lücke auf. Was habt Ihr gemacht, nachdem Ihr East/West Rec. verlassen habt?

Nachdem wir East/West verlassen haben passierte bei uns einiges, was uns dazu veranlaßte fast 16 Monate nicht so viel von uns hören zu lassen. Wir haben East/West verlassen weil es bei ihnen einfach nicht gut war. Sie haben uns zwar nicht über den Tisch gezogen oder so, aber es gab Indifferenzen auf beiden Seiten, und zwar schon seit der ersten Platte. Wir sind dann gegangen und hatten Gespräche mit anderen Labels. Im Dez. ’96 waren dann eigentlich noch zwei Konzerte geplant und etwa sieben Stunden vor dem ersten Auftritt sind zwei Leute bei uns ausgestiegen! Das war äußerst beschissen, für uns und für die beiden Clubs die die Gigs aufgestellt hatten. Das gab uns einen ziemlich schlechten Ruf. Wir hatten also auf einen Schlag keinen Drummer und keinen Programmer mehr. Danach saßen wir eine Weile ‚rum, aber beschlossen doch als Band weiterzumachen. Es dauerte eine Zeit bis unser Gitarrist gelernt hatte Sounds zu programmieren, und so haben wir acht oder neun Monate damit verbracht Songs vorzuproduzieren, wobei wir ungefähr 35 bis 40 Stück geschrieben haben, von denen wir letztendlich die besten herausgepickt haben. Und wir hatten auch für über 10 Monate keinen Schlagzeuger, so daß wir nicht großartig proben konnten und wir wollten auch nicht mit einem Drumcomputer auf die Bühne gehen.

Wie habt Ihr denn in dieser Situation Songs geschrieben?

Ähm, unsere Gitarristen haben Drums programmiert und dazu ihre Gitarren aufgenommen. Das Tape davon gaben sie entweder Shane, dem anderen Sänger, oder mir. So daß wir im Studio dazu gesungen haben. Als wir dann aber endlich einen neuen Drummer hatten, haben wir doch wieder viel an den Songs geändert, so daß die Stücke einen live – touch bekamen, den wir eigentlich bei all‘ unseren Stücken und Platten vorher nicht hatten.

Denkst du, daß der Wandel in Eurem Sound von den neuen Bandmitgliedern kommt? Die Musik ist ja im Grunde viel ruhiger geworden.

… ja, ja. Da hat sich viel geändert. Vorher mit dem anderen Programmer, der hat den Song geschrieben und programmiert und hat ihn niemals geändert. Wir haben auch niemals übermäßig viele Songs geschrieben und an ihnen gefeilt. Wir waren sehr viel auf Tour, haben die Songs geschrieben und gleich aufgenommen. Zum Beispiel auf unserer letzten Platte „Overdose on Tradition“, die 14 Songs die dort drauf sind, sind die einzigen Songs die wir zu diesem Zeitpunkt geschrieben haben. Dieses mal hatten wir viel mehr Zeit und unsere Gitarristen, die Musiker sind, haben die Songs geschrieben. Nicht irgendwer der nur ein paar Tasten und Knöpfe drückt. Sie haben die Elektronik mehr in die Songstruktur eingepaßt, so daß es nicht so flach klang wie vorher. In diesem Jahr, oder noch etwas mehr, hatten Shane und ich auch mehr Zeit für die Lyrics, so daß wir auch viel Neues ausprobieren konnten, was wir uns, um ehrlich zu sein, vorher nicht gewagt haben. Das ganze Jahr war ,davon abgesehen, aber ziemlich düster, weil wir keinen Plattenvertrag hatten und nicht wußten ob wir jemals wieder spielen konnten.

Kann man diesen Sound also insgesamt als „erwachsener“ betrachten ?

Oh, ich würde nicht sagen daß wir erwachsen sind, das klingt doch sehr nach einem Klischee. Aber wir haben viel gelernt und hatten viel Zeit zum ‚rumsitzen, Songs schreiben und nachdenken.
Es hat sich doch alles ein wenig geändert, so daß man die neue Platte vielleicht auch als ein Debüt bezeichnen kann. Wenn wir bei den anderen Platten aus dem Studio kamen, waren wir immer etwas geknickt, da die Aufnahmen nie so waren wie sie seien sollten Diesmal waren wir äußerst zufrieden, was vor vier Jahren schon so hätte seien sollen. Dieses Album ist eine Art Neuanfang. Ich meine, ich mag auch einiges der alten Sachen, aber damit war immer viel Negatives verbunden. Diesmal haben wir alles zusammen gemacht, als Team, als eine Art Familie.

Du hast gesagt, daß sich in Euren Texten in der Zeit einiges geändert hat. Ich hab‘ da in eurem Promo – Text einen recht seltsamen Satz über eure Lyrics gelesen : „… a provocative lyrical concept in human relations“; was hat denn das zu bedeuten?

Ja, viele unserer Songs kann man nachvollziehen. Es ist etwas über Menschen und nicht nur, z.B. über Politik, so daß jemand der nicht allzu politisch ist, sich damit überhaupt nicht identifizieren kann. So etwas finde ich ziemlich kacke. Es ist aber auch so, daß jemand der sehr politisch ist, nicht unbedingt sagt, daß dieses doch typisches sanftes Gesinge einer Mainstream Band ist. All die Texte haben mit persönlichen Sachen zu tun, die jeder schon mal erlebt hat. Was jedoch nicht heißt, daß wir über den typischen Liebesquatsch singen. Zum Beispiel in einem Song wie „Time“ geht es um das älter werden und in Kontakt mit deinen Freunden bleiben, und das zu behalten was Du früher mit ihnen erlebt und gelernt hast, und nicht abzuheben und egoistisch zu werden. Viele Leute die ich kennen gelernt habe werden mit zunehmendem Alter vollkommen anders und wollen nicht mehr daran erinnert werden, wie sie früher einmal waren. Das heißt zwar nicht, daß so etwas zwangsläufig eintreten muß, ich meine du kannst auch 50 Jahre alt sein und immer noch in Kontakt mit Deinen alten Freunden stehen und das Leben, abseits von Routine und Arbeit, voll genießen. Solche Dinge wollen wir ‚rüberbringen, und zwar auf eine Art und Weise, die nicht klischeehaft ist. So wie es nicht alle Bands machen, vor allem populäre Bands. Selbst Leute die unsere Musik nicht mögen, z.B. sogar wenn sie solch‘ furchtbare Musik wie „Schlager“ hören, sollten sich vielleicht mit den Texten ein bißchen identifizieren können, z.B. mit Texten die über alte Freundschaften oder so handeln.

Kann man so vielleicht auch den Titel des Albums, „Lifeboat“ ,auslegen?

Ja, das stimmt. Jeder sucht etwas an das er sich klammern kann und womit er „überleben“ kann, wenn man das so sagen will. Das hat auch Parallelen zu unserer Bandgeschichte. Denn Ende ’96 sind wir praktisch „gestorben“, weil wir beinahe vor dem plötzlichen Aus standen, nachdem es vorher so gut lief. Ich meine wir sind getourt, viel rumgekommen und haben eine Menge erlebt. Dadurch das wir von zwei „Freunden“ verarscht wurden, standen wir da und konnten selbst nichts an unserer Situation ändern. Wir haben uns dann an unsere Musik „geklammert“ und es irgendwie geschafft. Das ist z.B. auch ein Grund warum auf dem Album eigentlich nur Stücke sind die uns gefallen, und die wir so aufgenommen haben, ohne daß uns irgendwer großartig gesagt hat, wie es klingen muß. Oftmals hört man ja z.B. von Plattenfirmen, daß sie so etwas bestimmen wollen, aber bei „Lifeboat“ ist das eigentlich nicht so. Die Songs auf der Platte sind eigentlich so ziemlich die die wir ausgewählt haben und die wir unbedingt wollten.

Habt Ihr bei Eurer neuen Plattenvertrag so gesehen dann auch mehr Freiheiten?

Ja, wir können mehr tun und lassen was wir wollen, aber …, sie arbeiten für uns . Es ist ja auch ein recht großes Label. Sie sind sehr bodenständig, aber ich bin ja auch nicht blind, es ist immer noch business, so daß ich sie vielleicht nicht zu meiner Hochzeit einladen würde. Aber wir haben ein gutes Verhältnis zu ihnen und sind vor allem mit unserer eigenen Arbeit sehr zufrieden.

Du hast vorhin etwas über Mainstream Bands gesagt. Würdest Du Headcrash ebenfalls als eine Mainstream Band ansehen?

Nun … , ich wäre blöd‘ wenn ich es unbedingt abstreiten würde. Aber ich würde nicht sagen, daß wir Mainstream sind, im Sinne von Bands wie Stone Temple Pilots oder Metallica. Ich glaube wir haben noch etwas anderes anzubieten. Musikalisch gesehen haben wir einige Songs und Melodien die ins Ohr gehen und so auch als Mainstream angesehen werden könnten, aber wir haben andere Texte, um darauf zurückzukommen, die nicht so klischeehaft sind. Es gibt da so eine Art Standart im Mainstream, der benutzt wird und wenn er angewandt wird, Erfolg verspricht. Wir haben diese Dinge nicht und wir haben auch erst später über sie herausgefunden. Dieses „Blabla“ über das die Leute der Industrie sprechen. Ich glaube das viele der großen Bands diesem folgen. Wir machen das nicht, so daß ich nicht unbedingt von Mainstream sprechen würde. Vielleicht sind wir eher eine „human band“, sechs Leute die Musik machen, Spaß haben und versuchen diesen den Leuten zu vermitteln. Entweder haben die Leute Spaß bei den Live-shows oder sie gehören zu den wenigen Prozent von Musikfans die etwas aus den Inhalten der Texte ziehen. Das ist sogar unser Hauptanliegen, so daß es mir persönlich ziemlich egal ist, ob wir nun vor acht oder achthundert Leuten spielen. Wir haben unseren Spaß und unser Anliegen und wollen das in der Zeit den Zuschauern vermitteln vermitteln.

Könnt Ihr denn von Eurer Musik leben, oder arbeitet Ihr noch nebenher?

Wir haben in diesen 16 Monaten gearbeitet, in ziemlich beschissenen Jobs. Ich meine, ich arbeite immer noch, aber möchte jetzt auch touren. Ich möchte für eine ziemlich lange Zeit unterwegs sein und Musik machen. Wir sind eine Band und haben lang genug herum gesessen. Wir wollen Shows spielen und viele neue Leute treffen, aber auch etliche alte Freunde, die wir lange nicht mehr gesehen haben.

Kommt Ihr dann mit der Musik finanziell über die Runden?

Tja, mehr oder weniger. Es ist zeitweise unterschiedlich. Es ist ziemlich hart als Amerikaner, für Shane und mich, Jobs zu bekommen. Denn Du brauchst eine Arbeitserlaubnis und dann mußt Du auch höhere Steuern bezahlen. Und wir sind auch nicht beim Militär hier oder so, und irgendwie mußt Du dich immer mit echt schlechten Jobs ‚rumschlagen. Aber wenn man eine gute Platte gemacht hat und mit dem Ergebnis seiner Arbeit dann sehr zufrieden ist, wird das Ganze schon kompensiert. Aber abgesehen davon ist es schon hart über die Runden zu kommen.

Wie seit Ihr von den Usa nach Europa, bzw. Deutschland gekommen ?

Shanes Eltern hatten mit dem Schulsystem zu tun und mein Stiefvater war in der Airforce. Und ’91 sind wir dann zurück in die Usa gegangen, wobei ich als erster, von einer Gruppe von Freunden, zurückgekommen bin. Es gefiel mir nicht mehr dort, wohin ich zurückgegangen bin. Als ich hier gelebt habe, habe ich so viele verschiedene Leute in Europa getroffen, von vielen verschiedenen Ländern, die alle unterschiedliche Sichtweisen hatten. In den Staaten trifft man doch für gewöhnlich so ziemlich ähnliche Menschen. Es sind wirklich nette Leute, aber sehr viele haben doch eine teilweise recht eingeschränkte Sichtweise. Denn sie kommen oftmals nicht aus ihrem 90 Meilen umfassenden Umfeld heraus, und das ihr ganzes Leben lang. Es gab da einige Geschichten als ich zurück in Kalifornien war, daß mich einige alte Bekannte fragten, ob es in Deutschland überhaupt Toiletten gibt, oder einer glaubte Deutschland läge in Rußland. Er dachte ich wäre damals hinter dem „eisernen Vorhang“ gewesen. Ich hielt das erst für einen Witz, aber es war ernst gemeint. Shane könnte Dir ähnliche üble Geschichten erzählen, er war im Süden, im sog. „bible Belt“.

Danach konnte ich noch mit dem zweiten Sänger von Headcrash am Telefon sprechen, Shane, den Allen vorher schon einige Male erwähnt hatte.

Hallo.
Hallo, auch meine Stimme ist heute nicht so gut, wegen den ganzen Proben in den letzten Tagen, aber es wird schon klappen.

Wir sprachen noch etwas über den Unterschied zwischen den Usa und Europa, und die vorher schon angesprochenen Probleme, wobei Shane seine Rückkehr nach Europa eine seiner besten Entscheidungen nannte. Danach erzählte er noch darüber wie er und Alan sich durch die Musik kennengelernt hatten, und Headcrash entstand.

Eure erste Ep „Scapegoat“ erschien auf einem Frankfurter Techno Label, „Zoth Ommog“.

Alan und unser Gitarrist Herwig waren in einer Band namens Wedding Tackle, einer Hc Band. Sie kannten ein paar Leute die ein kleines Techno Studio hatten. Und Herwig hatte die Idee Gitarren über einen Technobeat zu legen und fragte Alan ob er mitmachen würde. Und die Leute von dem Studio kannten „Zoth Ommog“, das eigentlich ein Industrial Label ist. Die haben die Ep ‚rausgebracht und die hat sich sehr gut verkauft, 5000 Stück, ohne irgendwelche Promotion. Und als man dann ein Album rausbringen wollte ist man dann zu East/West gekommen, woraufhin dann der Rest der Band dazukam, da es eine Live – Band werden sollte. So ist Headcrash vom Studioprojekt zu einer Live – Band geworden.

Ihr habt ja in einem gewissen Sinne mit Techno und Electronic zu tun, wie würdest Du Eure Musik definieren?

Zu Anfang war es fast ein reines Projekt, alles war elektronisch, der Bass, die Drums …
Aber wir Sänger kommen von der Live – Musik, und seit die Band in dieser Konstellation ist, sind wir davon am Meisten beeinflußt. Ich meine ich respektiere Leute die diese elektronische Musik machen, aber vollkommen synthetische Musik ist nicht mein Ding. Im ersten Jahr als Band hatten wir nicht einmal einen Bassisten, und der Keyboard – Bass hat Allen und mich fast wahnsinnig gemacht. Nach „Overdose on Tradition“ haben wir es dann mit Otto versucht, einem langjährigen Freund von uns, und jetzt, mit seinem Basspiel haben wir die neue Platte gemacht. Vorher hatten wir ein Problem, welches Allen dir ja erklärt hat, denn der Programmer war ein Geschäftsmann. Er hat das Programmierte über alles gestellt und somit den Song gekillt. Ihn hat weniger der Sound interessiert als eingängige Melodien mit Elektroniks, so daß wir mit Crossover bekannt werden sollten. Er hat sich den Songs nicht wie ein Musiker angenähert, sondern mit seinen Synthesizern alles plattgemacht. Jetzt haben wir es andersherum gemacht und die Elektronik unter die Songstruktur gemischt. Nachdem die beiden Geschäftsleute gegangen sind, besteht die Band jetzt nur aus wirklichen Musikern. Daher sind wir jetzt zu 100% eine Live – Band.

Du würdest aber nicht sagen, daß Ihr Crossover macht ?

Nein, daß war eine Idee des Programmierers. Crossover war ’92 / ’93 im Kommen, und da wollte er aufspringen. Wir wollten nie eine Crossover Band sein. Allen und ich machen seit über 10 Jahren Musik und sind nicht Teil eines kleinen, trendy Klischees. Wir wollten nie dazugezählt werden. Wir wurden einfach kategorisiert. Wir haben ein paar solcher Konzerte gespielt und waren auf einigen Kompilations vertreten und sofort dachte jeder wir wären eine dieser Crossover – Hype Bands. Ich habe schon vor 3 Jahren in Interviews gesagt, daß dieser Trend wieder sterben wird. Und ich wollte nicht auf dieser Trendwelle reiten „spring, spring, spring“ und dann wieder nach Hause gehen. Mit solchen Bands wie z.B. H-Blockx wollten wir nie etwas zu tun haben. Wir wollen etwas schaffen und eine Aussage machen und nicht nach dem Ende eines solchen Trends in der Versenkung verschwinden. Das war auch das was East/West mit uns vor hatte, eine Platte dem Trend entsprechend zu machen und danach das Ganze abschreiben. Daher ist der neue Deal auch besser.
Wir wollten mit dem Crossover nie etwas zu tun haben, sondern wir wurden da einfach mehr oder weniger reingestoßen.

Aber ein wenig hat diese Crossover-Welle Euch doch auch geholfen bekannter zu werden …

ja, deshalb haben wir nicht gegen die Konzerte protestiert. Wenn man eine Chance hat zu spielen, protestiert man nicht dagegen. Aber ich habe dieses Zeug nie gemocht. Die Crossover lyrics z.B. haben fast keine Aussage, wobei Allen und ich uns genau um das Gegenteil bemühen. Wir nehmen unsere Texte sehr ernst. Crossover war für mich „here today, gone tomorrow“.
Solche Musik mache ich nicht. Unsere Musik kommt von Herzen und wir wollen nicht nach einer Platte verschwinden. Daher würde ich nie einem solchen Trend folgen.

Okay, was sind Eure Pläne für die Zukunft?

Ich glaube wir werden ein Video und eine Single machen, wie auch bei „Overdose on Tradition“.
Das große Label hilft uns sehr, und wenn wir ein bißchen Antrieb bekommen ist das schon recht gut. Wir hatten jetzt ein düsteres Jahr hinter uns und wir sind jetzt da ‚raus gekommen. Wenn es jetzt nicht klappen sollte, dann wenigstens von unserer Seite aus und von unserem Willen her, und nicht auf Grund irgendeines Programmers, denn die Entscheidungen treffen wir selber. Wir werden jetzt wieder anfangen zu spielen und sehen was die Zukunft bringt.

Danach folgte noch eine längere Diskussion mit Shane über Hc und die Aufsplitterung in verschiedene Szenen, die sich untereinander nicht verstehen. Shane bedauerte dieses sehr, da nur vereinte Kräfte etwas bewegen könnten.
Doch langsam habe ich Blasen an den Fingern vom tippen, und Shane sagte:

„Ich könnte noch fünf Tage darüber sprechen“.
Von daher kürzen wir diesen Teil jetzt rigoros und machen Schluß.

Interview & Text : Peter Rupprecht

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