Dezember 31st, 2018

HAMMERHEAD (#165, 2014)

Posted in interview by Jan

„Diesen Authentizitätswahn muss man abstreifen“

Hammerhead sind schon weit länger unterwegs, als wir selbst mit Punk zu tun haben. Songs wie „Ich sauf allein“ oder „Hochhaus“ und Aussagen wie „Ich bin Punk und schmeiß Mülltonnen in Fensterscheiben“ haben Kultstatus und sind schon vor Jahren in den Sprachgebrauch von so einigen Punks übergegangen. Dabei blieb für Außenstehende immer ungeklärt, was eigentlich hinter dem eigenwilligen Hammerhead-Humor steckt. Durch Beschäftigung mit der sagenumworbenen Band, deren Faszination nicht in der Musik allein begründet ist, eröffnen sich nur neue Fragen.

Wir sitzen vor dem Hammerhead-Konzert in der Köpi in Berlin irgendwann zwischen Soundcheck und Einlass am Rande des Konzertraumes Sänger und Texter Tobias Scheiße gegenüber. Er trinkt Bier, raucht und spricht mit unüberhörbar rheinischer Klangfarbe in der Stimme.

Tobias, was bedeuten dir Hammerhead heute im Vergleich zu den 90ern?

Eigentlich ist es genau dasselbe, es macht Spaß. Heute kommen aber mehr Leute auf die Konzerte, so kann ich meine hochintelligenten Texte unters Volk bringen. Früher haben wir viel öfter gespielt, aber oft nur vor 20 Leuten.

Hast du eine Erklärung, warum heute mehr Leute kommen?

Alles, was früher mal da war und was es wieder gibt, gilt heute als Kult. Außerdem passiert in der Punkszene nichts Neues mehr, alles ist so eine regressive Scheiße. (lacht) Die Leute denken: „Gut, gut, da kommen die alten Fettköpfe wieder und dann…“. Außerdem kursieren Geschichten über Hammerhead und je öfter man sie erzählt, desto weniger wahr werden sie. In 20 Jahren erzählt man sich vermutlich, dass wir mit Schweineköpfen auf unser Publikum geworfen hätten. Was ich da immer so höre, stimmt vorne und hinten nicht. Die Leute glauben, jetzt kommt die superduper tolle Punkband. Meinetwegen, sollen sie das glauben.

Kommen heute die gleichen Leute wie damals oder eher Jüngere?

Gestern in Weimar hätte ich die Hälfte gezeugt haben können, das waren so komische junge Crust-Heinis. Ich weiß überhaupt nicht, warum Crust-Heinis auf uns stehen, damit haben wir doch nichts am Hut. Es kommt schon immer darauf an. In Berlin, Köln oder so kommen immer Gesichtsältere, auf dem Dorf oder in Kleinstädten dagegen eher junges Volk.

Es gibt sicher auch Leute, die behaupten, dass du mit über 40 langsam zu alt für den Scheiß bist!

Ja äh, denke ich auch manchmal. Aber mein Gott, Charlie Watts [Schlagzeuger der Rolling Stones, geboren 1941] macht es ja auch noch.

Da ihr 2004 mit Hammerhead aufgehört habt und 2008 wieder angefangen habt, liegt die Vermutung nahe, dass dir ohne Band etwas gefehlt haben muss?

Klar, das Leben kann ja nicht nur aus Arbeit und Wohnung Putzen bestehen. Da muss noch was anderes sein. Ich könnte mir auch nicht vorstellen, in einer anderen Band zu spielen. Mir macht das mit den Leuten und der Musik total viel Spaß. Ich muss mich auch nicht musikalisch ausprobieren. Mein musikalischer Beitrag zu den Liedern ist verschwindend gering, in Prozent ist er gar nicht darstellbar. Ich bin halt nur der Sänger und schreibe die Texte. Ich habe da überhaupt keine Mitsprache.

Deine Texte haben aber einen hohen Anteil an der Außenwirkung von Hammerhead.

Ja klar, ich gebe mir da schon Mühe. Ich habe ja keine Lust auf „1-2-3 Polizei“ oder solche Scheiße. Ich habe immer versucht, Geschichten zu erzählen und baue diese immer schön im Paarreim auf. Das ist mir wichtig.

Endreim muss schon sein bei Punk…

Jeder hat so einen Fundus an Punk-Fetzen-Texten im Kopf, die immer wieder passen. Also wie zum Beispiel „Was soll man machen als Politiker und Christ“ [Razzia – Kriegszustand] oder „dicke Kinder, coole Bullen starren dich an mit stumpfen Blick“ [Canalterror – Bonn-Duell], das fällt einem immer wieder ein und es passt stets.

Wären jüngere Konzertbesucher, die an die Legende Hammerhead glauben, enttäuscht, wenn sie die Wahrheit kennen würden?

Das ist halt so wie bei vielem. Bei Bands die Def Leppard oder Mötley Crüe mögen die Geschichten stimmen. Aber wenn Hammerhead in Lehnin gespielt haben, standen nur dreißig Volltrunkene vor der Bühne. Was die sich am nächsten Morgen zusammengesponnen haben, muss nicht unbedingt stimmen. Oft war es stinklangweilig, dass muss man einfach sagen.

Das Klo ist kaputt, das müssen Hammerhead gewesen sein, wir waren es ja garantiert nicht.“

Genau. Im Osten kamen früher hin und wieder Nazis auf Konzerte. Da hat irgendein Nazi von uns was aufs Maul bekommen, aber es war echt nichts Großes. Letztendlich hieß es dann, Hammerhead hätten die gesamte Kameradschaft West-Vor-Nord-Pommern zusammengeschlagen. Dabei war es lediglich ein Trottel mit einem Onkelz-Shirt. Ich wehre mich natürlich nicht gegen die Geschichten, aber es stimmt halt einfach nicht. (lacht)

Ihr befeuert diese Geschichten doch auch. In eurem Film „Sterbt alle“ von 2006 werden von Außenstehenden viele große Geschichten erzählt, die ihr unkommentiert im Raum stehen lasst.

Ja gut, warum sollen wir den Leuten auch in ihre Erinnerung grätschen? Wenn sie es so empfunden haben, bitteschön. (lacht) Wir bieten nur das Forum. Wenn man einen Film über seine Band macht, ist doch klar, dass man ihn nicht auf die Langweile herunterbricht. Es geht darum, zu unterhalten. Ich finde das Ergebnis sehr gelungen, weil es keine totale Heroisierung der Band ist. Es gibt Aussagen wie „Die Verkäufe hätten besser sein können“ oder man sieht uns in ziemlich erbärmlichen Situationen, wie ich zum Beispiel auf diesem Tisch penne. Es war nicht alles geil. Wenn Agnostic Front einen Film machen würden, sähe der sicher anders aus.

In dem Film ist Armin von X-Mist zu sehen, der sich über dein Verhalten ihm gegenüber auskotzt. Nachdem er 1993 eure erste LP „Stay where the pepper grows“ veröffentlicht hat, riefst du ihn nach wenigen Wochen an, um ihm deine Bankverbindung für den Gewinn zukommen zu lassen. Armin war so sauer, dass er die LP nicht mehr nachgepresst und die Zusammenarbeit beendet hat. 2007 hat er die LP dann doch auf seinem Label wiederveröffentlicht.

Ich kann mich daran nicht mehr erinnern, aber der Anruf mag so stattgefunden haben. Wenn Armin es sagt, glaube ich ihm. Es war aber garantiert nicht ernst gemeint. Er hatte einen Hals, gut okay. Aber ich bin nicht nachtragend, ich bin ja kein Kind. Wir sind ja erwachsene Männer. Das kann man auch klären und dann ist Feierabend. Er hat uns ja nichts Böses getan und wir ihm auch nicht. Dass er ein bisschen sauer war, kann ich aus seiner Sicht verstehen, aber ich habe nicht seinen Hund ermordet. Dieses nachtragende Beleidigtsein kann ich nicht haben.

Siehst du einen Unterschied zwischen dir als Privatperson und dem Menschen, der du auf der Bühne bist?

In der Punkszene sitzen viele dem Irrtum auf, man müsste auf der Bühne immer total authentisch sein. Nur weil man sich jetzt kein Glitzerkostüm anzieht, ist man immer noch auf der Bühne und ist eben (ringt nach Worten) auf der Bühne. Dort stellt man natürlich etwas dar und die Leute interpretieren etwas rein. Natürlich verhalte ich mich nicht immer wie auf Konzerten. Sonst wäre ich ja nie nüchtern, wie sollte ich das machen? Diesen Authentizitätswahn muss man abstreifen. Ich will auf der Bühne keine Leute sehen, die mir irgendwas über ihre Mietprobleme erzählen. Die sollen performen und unterhalten, dafür sind sie da. Ich will da nichts lernen, denn das tue ich aus Büchern, wenn es sein muss.

In Büchern steht ja auch deutlich mehr drin als in einem 37 Sekunden Text über Hochhäuser…

…den man ohnehin nicht versteht. Und was Extinction of Mankind über die Überpopulation zu sagen haben, geht auch an mir vorbei.

Ist das vielleicht das Geheimrezept von Hammerhead, dass es um Unterhaltung geht, während andere versuchen, real zu sein, aber dabei einfach langweilig sind?

Kann sein. Meine Texte sind ja jetzt kein Quatsch. Es geht nicht um „ich habe ein Mädchen gesehen, die sah gut aus, aber leider hat sich mich links liegen gelassen“. Punktexte transportieren ein Gefühl und keine Message als solche. „Wir wollen keine Bullenschweine“ ist natürlich ein geiler Shoutout – wenn man mit sechzehn in seinem Kinderzimmer sitzt und total sauer ist. Aber es taugt nicht als Handlungsanweisung. Ich verstelle mich nicht auf der Bühne, aber ich erzähle natürlich irgendwelchen Quatsch, weil ich ein Mikrofon in der Hand habe. Andere versuchen in der Situation irgendwie ernst zu sein: „Jetzt überlegt doch mal wegen der Gentrifizierung!“ und dann stehen da 300 Leute, die alle stockbesoffen sind. Was soll denn dabei rauskommen?

Ihr kommt aus der Nähe von Bonn. In den 80ern war es die Hauptstadt der fast schon gewohnheitsmäßig von Helmut Kohl regierten Bundesrepublik. Hatte das Hauptstadt Sein auf die Hardcore- und Punkszene in Bonn damals einen Einfluss?

Im Vergleich zu Köln war Bonn immer sehr bürgerlich. In Köln gab es richtige Assos, Schläger halt. Straßenpunks gab es in Bonn auch, aber es war insgesamt viel gesitteter, Bonn ist auch nur ein Kaff mit 300.000 Einwohnern. Es war alles durchaus gemäßigt und nicht so asozial.

In der Punkszene in Washington DC, der US-Hauptstadt, saßen die Eltern von Punks oft im Parlament oder waren Angestellte von Senatoren. War das in Bonn auch so?

Davon weiß ich nichts. Von ein paar Leuten weiß ich, dass die Eltern Mitarbeiter in Instituten waren oder bei Parteien wie der SPD oder der CDU. Aber richtigen Kontakt zu Regierenden oder deren Kindern hatten wir nicht.

Eine andere Parallele, die uns aufgefallen ist, ist dass das Gymnasium Schloss Hagerhof, auf welches zumindest drei von euch gingen, eine Montessori-Schule ist…

… ja heutzutage…

auf jeden Fall eine Privatschule. Viele frühe Punks in Washington gingen auch auf eine liberale Schule in Georgetown und die sagen immer, dass es für sie ein wichtiger Einfluss war. War das bei euch auch so?

Nein. Wir waren auf einem Gymnasium, aber wenn man ehrlich ist, hatte es Sonderschulniveau. Es war keine richtige Privatschule, aber man musste Schulgeld bezahlen, ich weiß es auch nicht mehr so genau. Da waren halt viele krasse Fälle von wohlstandsverwahrlosten Jugendlichen. Bei mir war in der neunten Klasse ein Typ, der war schon 18 und kam mit einem Range Rover in den Unterricht gefahren. In der neunten Klasse hatte ich noch kein Haar am Sack! Das war der Alltag und es war kein Bildungsinstitut, wo man irgendwas mitbekommen hätte. Ich glaube, dafür sind Schulen in Deutschland auch zu normiert.

Hast du dann dein Abi gemacht?

Ja. Willste den Schnitt haben?

Gern…

2,9 (lacht)

Joachim Hiller vom Ox sagte ja mal, dass du klüger seist, als du tust.

Ja, wenn der Joachim das sagt… ich weiß ja nicht, wie das bei ihm ankommt… (zögert)

Es klang ein wenig nach übler Nachrede, wie er es ausgedrückt hat.

Ja, wahrscheinlich schon. Es geht immer um dieses Proll-Image, ich weiß gar nicht, woher wir das eigentlich haben. Was meinen die Leute mit „prollig“? Agnostic Front, Ignite oder die ganzen Metal-Mosh-Bands finde ich prollig. Wir sind keine Prolls.

Als du damals Abi gemacht hast, warst du mit der Band schon ziemlich aktiv. Wäre es nicht eine Option gewesen, pro forma zu studieren, aber eigentlich die Band zu machen?

Ich war sogar eingeschrieben. Um ehrlich zu sein, habe ich aber dieses ganze Prozedere drumherum nicht gerafft, weil ich nie irgendwo hingegangen bin. Dann wurde ich irgendwann exmatrikuliert. Mir war das zu schwierig, ich hätte jemanden gebraucht, der mich an die Hand nimmt und mir zeigt, wie das geht. Ich habe mich nicht so darum gekümmert.

Was hast du studiert?

Ich habe Psychologie, Soziologie und Jura studiert.

Das wäre ziemlich viel zu tun, wenn man das alles durchziehen wollte.

Ja klar. Mir hat keiner gesagt, wo ich hingehen muss und welche Scheine ich brauche. Dann habe ich gesagt, ihr könnt mich am Arsch lecken.

Jetzt hast du ein kleines Umzugsunternehmen. Das klingt ziemlich grundsolide und deutlich anders als dein Leben in den 90ern.

Jetzt bin ich Chef und das ist schwierig. Leuten zu sagen, was sie zu tun haben, ist natürlich etwas anderes, als gesagt zu bekommen, was man zu tun hat. Es ist durchaus ein Konflikt, den kann man leider nicht wegreden.

Ich kenne jemanden, der bei der Bundeswehr verpflichtet war und zum Psychologen musste, weil er es nicht aushielt, in der Hierarchie über anderen zu stehen und Befehle zu geben.

Bundeswehr ist natürlich ein bisschen was anderes. Ich gebe ja keine Befehle und die Leute arbeiten freiwillig. Ich halte mich durchaus für fair. Letztendlich bin ich aber derjenige, der den Leuten sagt, wann sie was zu tun haben. Aber wir sind ja ein freies Land (lacht), wer es nicht mag, kann einen anderen Job machen. Ich versuche es einzuteilen, dass es passt. Ich sauge die Leute nicht aus, zahle ganz gut und glaube, sie haben keinen Grund zu meckern.

Als wir hier gerade in die Köpi kamen, fiel in eurer Gesprächsrunde der Name Nagel [Muff Potter]. Im letzten Trust-Interview vor ein paar Jahren habt ihr erzählt, euch aus den Augen verloren zu haben. Habt ihr heute wieder Kontakt?

Ach, das war ja jetzt nicht böse. Der ist nach Berlin gezogen und dann haben wir uns ein wenig aus den Augen verloren. Da kann man nichts reininterpretieren. Ich poste immer ein Like bei seinen Facebook-Kommentaren, wenn ich sie lustig finde und er bei mir auch.

Das ist ja heute die Art und Weise, wie Freundschaften gehalten werden.

Oder auch Bekanntschaften, sagen wir mal so. Wir waren jetzt nie besonders befreundet. Wir kannten uns sehr gut. Sie haben unsere Platte rausgebracht und wir waren ein paar Mal zusammen auf Tour.

Wir fragen nach ihm, weil Nagel aus unserer Sicht mit seinem Wasted Paper Fanzine damals eine ähnliche Provo-Schiene gefahren hat wie Hammerhead oder speziell du. Du bist damit an vielen Orten angeeckt, Hammerhead waren zeitweise an vielen Orten verhasst, wogegen Nagel und Muff Potter ziemlich beliebt waren. Inwiefern war seine Provokation anders?

Das Wasted Paper und Muff Potter liefen zwar zeitweise parallel, aber das waren zwei Paar verschiedene Schuhe. Er hat bewusst andere Musik gemacht, er war großer Jawbreaker-Fan oder ist es vielleicht immer noch. Sie wollten so einen Sound machen, weil sie das besser fanden. Vielleicht war es ihm auch irgendwann zu doof. Ich meine, ich mache das nicht extra. Ich stelle mich nicht dahin, um Leute zu ärgern. Aber es ist egal, was ich sage. Wenn ich sage „Hi Fans“, wird es als Ultraprovokation aufgefasst. Oder „Schön, dass ihr da seid“ – „Oh, wie ironisch der ist“. Ich kann sagen, was ich will und die Leute fassen es auf, wie sie wollen.

War dieses ganze Provozieren-Ding denn zumindest teilweise auch bewusst? Oder war es eher so ein „ich mache worauf ich Lust habe und wenn die Leute sich deshalb provoziert fühlen, ist mir das scheißegal“?

Mal so, mal so. Ihr geht vermutlich auch schon seit tausend Jahren auf Punkkonzerte und die verlaufen immer nach gewissen Regeln. Durchbricht man sie, fühlen sich viele Leute auf den Schlips getreten und provoziert. Mehr habe ich ja eigentlich nicht gemacht, außer vielleicht irgendwelchen Stuss zu erzählen. Das war jetzt nicht extra um… ja, vielleicht manchmal auch, um die Leute ein wenig zu ärgern. Aber wir sind eine Punkband, da wird man das doch wohl dürfen. Was sollen wir denn sonst machen?

Kann Punk ohne Provokation überhaupt sein beziehungsweise relevant sein?

Weiß nicht, Bad Religion können das… aber ob das eine Punkband ist, sei dahingestellt. Es gibt natürlich einen Haufen schöne Musik. Wer darauf steht, soll es hören. Aber entweder du bist musikalisch total super oder halt nicht. Wenn du musikalisch nicht perfekt bist, macht es halt wenig Spaß, so eine Rumpelband anzuhören, die über die Gentrifizierung singt. Das ist so langweilig wie Ansagen gegen Nazis, schließlich ist das wohl ein Grundkonsens. Wie kann man heutzutage sagen „die scheiß Nazis“? Das wissen wir doch alle. Hier wird heute vermutlich kein Nazi sein und sich melden, weil er sich ausgegrenzt fühlt. (lacht)

Du bist mit Hammerhead schon ziemlich lange unterwegs. Gibt es Sachen, die du rückblickend besser nicht gemacht oder anders gemacht hättest?

(überlegt) Nein, ich sehe keine verpassten Chancen. Es war perfekt so, besser hätten wir es nicht machen können.

Das ist doch eine erfreuliche Aussage. Eine letzte Frage haben wir noch. Hammerhead sind immer eine reine Männerband gewesen. Hätte es auch anders sein können?

Bestimmt… (überlegt) ja, klar. Also wenn es eine Frau geben würde, die ein Instrument so gut wie einer von den anderen spielt. Wenn wir dann so befreundet wären, so wie wir befreundet sind, wäre es sicherlich möglich gewesen. Klar, warum nicht?

Nicht wenige Aufnahmen aus eurem Film erinnern an ein Jungen-Internat auf Klassenfahrt.

Ich vermute, Touren sind fast immer so. Man muss sich ja nur mal mit Tourfahrern unterhalten, die Ami-Bands durch die Gegend fahren. Es ist ein permanentes Gewichse. Das ist bei uns natürlich nicht so, aber bei Ami-Bands halt.

Man hört viele legendäre Geschichten über Puffbesuche.

Genau, zum Beispiel. Aber das haben wir natürlich nie gemacht, um das an dieser Stelle klarzustellen. Wenn fünf Leute zusammen unterwegs sind, die sich gut kennen, entwickelt es natürlich eine gewisse Eigendynamik, aber ich habe das so nie als negativ empfunden.

Interview: Benjamin Schlüter, Jan Tölva

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