August 8th, 2019

FAVEZ (#94, 2002)

Posted in interview by Thorsten

from Lausanne Switzerland heißt die neue Platte von Favez. Ich würde diesen Artikel nicht schreiben, wenn ich die Band nicht Klasse fände, und vor allem nicht, wenn die neue Platte schlecht wäre. Nein, sie ist im Gegenteil sogar besser als ihr Vorgänger, Gentlemen start your engines, da auf einem ordentlichen Waschbrett geschrubbt und nicht bei 30° im Schonwaschgang ohne Vorspülen mit Weichspüler en masse. Chris ist der Sänger und auch ein Teil der Gitarrenarbeiterfraktion und hat was zu sagen, basta. Und seit seiner großen Anekdote, was Männer under the influence so machen, sowieso ein gefundenes Fressen für die Trustees im Allgemeinen und mich im Besonderen. Ein Prosit auf die Gemütlichkeit, Daniel.Ok, du fährst also gerade auf Promotour durch Deutschland, damit sich deine neue Platte mehr verkauft. Lassen wir das mal beiseite, wie hat sich dein Umgang und Zugang zu Musik über die Jahre verändert, in den denen du sagen wir semiprofessionel tätig bist?

Bis 1997 haben wir überhaupt nichts realisiert, wir haben nur unsere Musik gemacht und uns um nichts gekümmert. Sicher haben wir hier und da ein paar Shows gespielt, aber wir wußten nicht von einer ‚Hardcore Scene‘ oder auch geschäftlichen Seiten der Sache. Als wir 1998 bei Doghouse und Stickman unterschrieben haben und mit Fireside auf Tour waren, stellten wir fest, daß man auf den Böden andere Leute ganz gut übernachten kann: Bis dahin waren wir wohl davon ausgegangen, daß man nur in einem Nightliner touren könne, weil die Hotels zu teuer wären. Auch wenn wir keine Hardcoreband sind, hat uns diese ‚Welt‘ schon fasziniert.

Aber da muß es doch vorher schon Verbindungen gegeben haben, ihr müßt doch Vorstellungen, sagen wir mal härter, Ideale gehabt haben, die aus einer entsprechenden Szene heraus geformt wurden?

Nein, auf keinen Fall. In der Schweiz ist es schon eine attitude, überhaupt in einer Band zu spielen: Niemand sonst tut dies. Du sitzt nicht in deiner Szene herum und brüllst „wir werden nie bei einem Major unterschreiben„ – das kam viel viel später, 8 Jahre später (lacht). Und selbst das kam jetzt nicht, weil wir idealistischer geworden wären, sondern weil Bands, die wir kennen, um uns herum sind, bei solchen Firmen unterschrieben haben und wieder rausgeschmissen worden sind. Wir haben nicht mit ach so wirklich radikalen, revolutionären Dingen wie Punkrock angefangen (und lacht wieder. Entschuldigen sie bitte, liebe Leserin, dieser Mann besitzt einen gewissen charmanten Humor, den ich im Folgenden entgegen aller derzeitigen Trends nicht mit einem Smilicon zur allgemeinen Erkennung freigeben werde – sagt papstjeverI). Wir sind aber nun einmal in dieser Szene gelandet, auch wenn unsere Musik so nicht klingt und wir auch nichts für die Szene getan haben – Hardcorekids kommen aber zu unseren Shows.

Aber wer bitte macht denn etwas? Wenn es nicht die Bands gäbe und die Leute, die ein Konzert veranstalten, wäre alles nicht mal ansatzweise existent.

Ich habe da einen vielleicht anderen Begriff von „Szene„. Für mich ist das ein lokales Phänomen, wenn sich Leute aus einer Stadt treffen, anfreunden, gewisse Musik mögen und diese gemeinsam anhören und auf einmal mehr Leute von diesem Kern angezogen werden. Und so etwas habe ich für uns nicht erlebt.

Ah die Schweizer Herkunft. Ist das ein Vor- oder ein Nachteil, wenn ihr z.B. hier auf Tour seid? Ist das ein brauchbarer Novelty-Effekt? Oder ist es so geblieben, daß du entweder aus den USA und damit gut oder überhaupt nicht bist?

Wenn eine Band aus dem Ausland stammt, verfügt sie sofort über mehr Credibility, als wenn sie aus dem Inland stammt. Ganz besonders, wenn sie aus den USA kommen. Wen Leute geschluckt haben, daß wir aus der Schweiz kommen, was ein beknacktes Land ist, um daraus zu stammen, kommt der Gedanke, sie sind nicht von hier, also sind sie gut. Wir hatten eine Show, da hat ein Junge uns gefragt, welche von beiden Bands die amerikanische sei, um nach unserem Hinweis darauf, welches es sei, sofort von denen ein Shirt zu kaufen. Warum sind eigentlich per Definition alle lokalen Bands scheiße, das habe ich auch nie verstanden. In den USA ist das zumindest dem Anschein nach ein wenig anders, wo es schon noch local support gibt. Ändert aber nichts daran, daß die Leute in Lausanne wissen, daß man als Schweizer nur einen Finger hat und demzufolge beim Gitarrenspiel Probleme.

Merkwürdig, daß auf der einen Seite so viel Musik aus den Staaten hier geliebt wird, aber mit der gleichen Rage der Rest Amerikas kategorisch abgelehnt wird.

Hoffentlich teilen die Bands, die solche Verehrung erfahren, die Gedanken ihres Publikums über Amerika im Allgemeinen. Man wird doch hoffentlich nicht von einer rechtsgerichteten amerikanischen Band beeinflußt werden, oder?

Da wäre ich mir nicht sicher. Selbst die irokesigsten der Irokesenpunkerbands besitzen ein oftmals nicht nachvollziehbar besetzten Heimat/Herkunftbegriff. Zuerst ist es eine Stadt, sagen wir mal nicht ganz unzufällig Boston, daraus wird aber dann mehr – und immer wieder ist diese Fahne im Spiel.

Du lebst doch eher in dieser imaginären Stadt aus dir und deinen 150 Freunden. Wenn sie sagen, yeah, Boston Massachusetts, dann meinen sie doch eigentlich „hee wir haben diesen coolen Club wo wir alle abhängen„ – hoffentlich zumindest. Trotz allem waren wir mit unserer US Tour diesen Sommer nicht zufrieden, weil alle Bands, von denen wir gedacht hatten…- halt, das stimmt so nicht, einige Leute, von denen wir eine differenzierte Meinung erwartet haben, gerade mit dem WTC, standen nur wie alle anderen fahnenschwingend in der Reihe. Sie wurden von dieser nationalistischen Welle voll mitgenommen, wo wir angenommen hatten, daß sie in ihrer Szene davon weit entfernt wären. Aber auf die ursprüngliche Frage zurückzukommen: Es ist das gleiche. Der eine Depp in deiner Schulklasse mag McDonalds, deshalb ist es ja auch ein Depp, aber du bist der coole Typ, denn du magst Hot Water Music, aber das Resultat bleibt: Du bist von Amerika fasziniert.

Gibt es eigentlich – rein technisch gesprochen – Unterschiede zwischen Bands aus verschiedenen Ländern? Sind im Schnitt Bands aus Land X besser an einem Instrument als aus Land Y?

Natürlich sind französische Bands auf einem technisch schlechteren Level als alle anderen, aber sonst sehe ich da keine Unterschiede.

Sind Produktionen unterschiedlich?

Zum einen hängt das von der Menge an verfügbaren Produzenten ab: Je mehr du hast, desto größer die Chance, daß einer von ihnen wirklich gut ist. Genauso ist das mit allen anderen Positionen. Dennoch ist mir in England aufgefallen, daß fast alle Drummer dort eher schwach spielen, also nicht hart draufknüppeln, sie wollen nicht rocken, sondern nur im Rhythmus bleiben. Wir hatten das mit den Beatles erklärt: Dieser Ringo Starr hat deutlich zu viele Leute beeinflußt. Die Beatles haben garantiert viele Leute beeinflußt, und bei Gesang oder Gitarre geht das gut – aber nicht bei den Drums. So ähnlich wie viele deutsche Bands versuchen, den Toten Hosen Sound hinzubekommen, oder etwa nicht?

Hm ich schaue mir doch keine deutschen Bands an, wer bin ich denn. Die haben doch auch nur einen Finger. Und ihr, mit euerer Band? Bist du ein Künstler, weil du im Rahmen eines künstlerischen Prozesses ein Lied schreibst, oder ein Handwerker, weil du auf der Gitarre gewisse Griffe abrufen kannst?

Wohl schon von allem etwas, aber man kann kein Künstler sein, denn das sind Leute….. die 200 Jahre nach ihrem Tod als solche bezeichnet werden, wenn ihr Werk stehengeblieben ist. Daher gibt es nur sehr wenig Künstler. Die Leute, die die ästhetischen Rahmenbedingungen für ihre Zeit definiert haben und dann eben nach Jahrhunderten als die Verantwortlichen erkannt werden. Als Rockband versuchst du, für dich selbst etwas zu kreieren, während ein Handwerker einen Job für andere abliefert. Du schreibst deine Lieder aber für dich selbst in der Hoffnung, daß andere Leute sie auch mögen. Es ist eine einzigartige Sache, man kann eine solche Band nicht mit irgendwas in der Welt vergleichen.

Hat sich diese Ansicht bei dir in den letzten Jahren gebildet oder verändert?

Es ist für uns sehr viel wichtiger geworden (im Laufe der Zeit), mit den vier Leuten in der Band eine richtige Einheit zu bilden, daß jeder von der Band auch voll repräsentiert wird. Wir sprechen über alles, was wir als Band tun, versuchen, mehr Dinge ohne fremde Hilfe zu erledigen, wir vertreiben unsere Platten in der Schweiz selber.

Gab es Gründe dafür? Gab es Kommunikationsprobleme; denn so klingt die erste Aussage, die ihr jetzt ändern wollt?

Nein, überhaupt nicht. Wir hatten nur festgestellt, daß man eine kleine Sache erschafft, durch einen Prozeß begleitet und sie dann am Ende wegspringt, weg von deinem Einflußbereich; und die ganzen Leute um dich herum sehen eben nur diese letzte Ende. Warum dann die Basis erschaffen, wenn man nicht bis zum Ende dabei sein kann? Das war die Frage. Vom Coverdesign über Interviews, wie man mit den Leuten nach der Show umgeht, alles eben!!

Irgendwann hören alle Bands auf, bis auf die Stones meinetwegen. Kannst du dir vorstellen, wenn das bei euch eintrifft, den kreativen Prozeß wegzulassen und, weil du vielleicht dann gerade wenig Geld hast.

Das geht nicht. Man kann nur wenig Geld haben, wenn man in einer Band ist—

Würdest du dann vielleicht, um deinen Lebensunterhalt zu verdienen, in einer Rockcover Band spielen?

Nein, auf keinen Fall

Aber besser als in einer Fabrik zu arbeiten.

(sehr entschieden) Das glaube ich nicht. Es ist schon sehr sehr hart, wenn du das kreative Element dabei hast, das alles durchzuziehen…

Nur noch die technische Seite: Studiomusiker?

Ich? Ja klar, ich kann ja jeden Akkord spielen. Im Musikbereich arbeiten kann ich mir vostellen, aber nicht Musik spielen, an die man nicht glaubt. Musik hat nur eine Bedeutung, wenn sie persönlich ist; es ist völlig wertlos, wenn das fehlt, dann sind es nur noch Noten.

Mit den Noten könntest du die Miete zahlen?

Das tun auch viele andere Dinge, die nebenbei auch interessanter sind, als in einer Coverband Queenlieder zu spielen.

Etwas anders, wenn eine Snowboardfirma euch fragen würde, ob ihr auf ihrem Betriebsfest in den Bergen spielen würdet, natürlich gegen gutes Geld, wäre das o.k.?

Wir haben erst einmal keine Problem mit ‚corporations‘ – es ist nicht unser Kampf wir sind keine Punkrocker, wir haben alle Converse Schuhe, wir kümmern uns nicht darum. Die Leute sind immer nur Anti-corporate gegenüber der Firma, die gerade in den Medien angeklagt wird, also Nike produzieren in Sewatshops, aber wer hat das gesagt und warum und vor allem wer produziert nicht in Sweathshops. Dann sind die Leute dagegen, aber was für ein Leben müßte man arrangieren, wenn man nicht von diesen Firmen abhängig sein wollte, ohne Auto, Elektronik, allem. Es sieht nicht realistisch aus, anti-corporate sein zu wollen, es sei denn, du bist 17 und wohnst bei denen Eltern. Wenn du 30 bist und dein gesamter Hausstand aus Produkten dieser Firmen besteht sieht die Sache anders aus. Wir sind aber als Band nur einer Form von Firma gegenüber sehr negativ eingestellt und das sind Major Label Plattenfirmen. Sie machen den Rock and Roll kaputt.

Rock and Roll music died the day Hüsker Dü signed to Warner.

Aber Warehouse ist eine super Platte!

Hmm stimmt, man wird ja älter. Heute ist aber nicht mehr so schwarz/weiß, oder? Für jede Größe von Band gibt es auch eine Firma, die die Platten verkauft. Wann ist ein Major ein Major? Wenn Bands aus Steuergründen gesigned oder gedroppt werdem?

Ein Major ist dann ein Major, wenn ihr Personal austauschbar ist. Wenn derjenige, bei dem du unterschreibst., nicht derjenige ist, bei dem du unterschreibst, sondern derjenige, der in der Position ist, bei der unterschrieben wird. Aus diesem Grund sehe ich zum Beispiel Dreamworks als eine Indiefirma, weil man weiß, daß dort nicht irgend jemand arbeitet, sondern die Firma die von Steven Spielberg ist. Es ist eine etwas andere Definition, die ich von „Major„ habe. Musik kann ein sehr guter Business sein, ich mag es Platten zu konsumieren, aber man kann ihn auf eine Art und Weise betreiben, die Geld abwirft, aber Musik nicht zur bloßen Ware degradiert.

Bist du manchmal neidisch? Auf Bands, die einen gut produzierten Akkord spielen und mehr Geld verdienen, als du in deinem ganzen Leben?

Wenn du etwas tun willst, tust du es. Wenn der Punkt ist, daß man mit Musik Geld verdienen möchte, was ein sehr dummer Punkt wäre, weil es unglaublich schwierig ist, dann kann man sein Ding sicher bastardisieren, überproduzieren, mit Profiwerkzeugen ausstatten, damit es richtig slick ist, aber warum willst du das dann spielen wollen, wenn du es nicht magst: wo ist der Punkt? Warum schlechte Musik machen, wenn man doch auch Chemiker sein könnte, was sicher interessanter ist?

Weil Bier besser als Kaffee schmeckt.

Unfug, Bier saugt, Kaffee schmeckt sehr gut. Und du hast nur wenig Spaß als Musiker. Vor der Show bist du nervös, nach der Show fertig, wenn die Shows es nicht rausholen, was dann bitte sonst.

Mehr Frauen?

Wir leben beide mit unseren Freundinnen zusammen, poff.

Kannst du dich an alle Shows noch erinnern, oder weißt du nur noch besondere Ereignisse, als sich der Typ beim zweiten Lied angezündet hat und so was…

An die meisten erinnere ich mich. Während der Show bist du im Schnitt sehr glücklich und danach denkst du, daß es hart war, bis dorthin zu kommen, und das eben gerade die Rückzahlung für die Mühe stattgefunden hat – vielleicht auch für ein paar Leute im Publikum. Und wichtiger wird’s nicht. Mein Stiefvater ist Anwalt, ein recht erfolgreicher zudem, und er fragte mich so um 92 rum, als ich beschloß, Musik zu machen um dies als wichtigsten Punkt in die Mitte meines Lebens zu stellen, was man damit verdienen könne. „Oh, nur sehr wenig„ antwortete ich und wies ihn darauf hin, daß es für mich auch nicht darum gehen würde. Daß das auch nicht mein Ziel sei, sondern ich in meinem Plattenladen arbeiten möchte und Spaß haben will. Er meinte, ob ich nicht vorwärts kommen würde und eine Menge Geld verdienen möchte, ich aber sagte, daß dies nicht mein Ziel sei. So etwas konnte er überhaupt nicht verstehen. Vor 2 oder 3 Jahren hat er den Job geschmissen und meine Mutter erzählte mir, daß er oft davon sprechen würde, daß mein Bruder und ich sehr glücklich mit unserem Leben wären, aber er nie das werden wollte, was er war, sondern eigentlich – halt dich fest – ein Polizist. Hey, er ist mein Stiefvater, ich kann nichts dafür. Er dachte aber immer nur, daß er finanziell und intellektuell so weit wie möglich gehen sollte, wie es nur irgend geht, und daß war sein Fehler.

Zurück zum Konzert als Ereignis. Was braucht man, damit eben einige Leute im Publikum mit diesem Gefühl nach Hause gehen, bei etwas ganz besonderem gewesen zu sein und dadurch sehr inspiriert sind? Braucht man dafür zum Beispiel auch eine gewisse Bühnenshow?

Nicht unbedingt. Es gab ein paar Shows, bei denen ich als Besucher danach sehr beeindruckt gegangen bin, die mich sehr beeinflußt haben. Und zwar dann, wenn es eben nicht vier Typen auf der Bühne sind, die dort jeweils alleine ihre Instrumente spielen, sondern wenn diese Einheit entsteht. Mir ist das zweimal bei Chokebore passiert: ich habe sie insgesamt sechsmal live gesehen und viermal war es gut, und zweimal eben etwas ganz besonderes, auch wenn sie eigentlich ja immer die gleiche Musik gespielt haben

Merkst du beim ersten Lied eueres Sets, daß eine Show gut wird?

So früh nicht, wir fangen ja gemächlich an, aber nach den ersten paar Liedern, die immer gleich sind, geht’s entweder hoch oder wie meistens runter. Wir hatten das unlängst in Zürich, wo es eben sofort abhob und ich das Gefühl hatte, nicht mehr selber zu spielen, es hat sich verselbstständigt, ein sehr sehr geiles Gefühl. Wenn wir die akustischen Shows spielen, ist es einfach nur Musik, aber Rock and Roll hat dieses magische Element. Auch wenn das sehr pubertär klingt, daran glaube ich aber. Man kann es nur mit sexuellen Beziehungen vergleichen, es ist immer gut, aber manchmal ist es unglaublich überwältigend.

Ein Freund von mir meinte nach euerem Konzert im Frankfurter Dreikönigskeller, daß er die Musik ganz gut fand, es ihm aber trotzdem nicht gefiel, weil – besonders in den Pausen zwischen den Liedern – der Sänger sehr arrogant wirkte.

Ah das wird mit öfter vorgeworfen. (stammelnd) als wir vor 12 Jahren anfingen, Shows zu spielen, haben wir natürlich nur unsere Füße angeschaut. Nach einer Zeit merkst du aber, wenn du nichts sagst, und keinen Showman spielst, daß die Leute das Interesse verlieren. Du kannst dein Set enger gestalten, schneller durchspielen, was viele Bands machen, oder du fängst an zu reden, und wenn du mit Leuten in einer Sprache sprichst, die weder deine noch die des Publikums ist, dann wirkt das oft und leicht sehr arrogant, weil du es auch nicht wirklich selber bist, Es ist schwer zu sagen, aber es stört mich auch nicht, also bin ich wohl arrogant!

Vorhin habe ich mit Dolf, unserem Verleger, gesprochen und der meinte, daß er in Lugano die schönsten Menschen gesehen habe: Mann oder Frau, egal., alle seien sehr attraktiv gewesen. Wie kommt’s?

Sie waren keine Schweizer. Spaß beiseite, für die Männer trifft das meiner Meinung nach nicht zu. Ansonsten ist die Theorie, daß es der Schmelztiegel zwischen mediterranem und angelsächsischem Aussehen ist. Jean Luc Godard, unser nationaler Filmheld, meinte, daß es die schönsten Frauen der Welt in Genf und Lausanne gäbe. Das stimmt natürlich völlig… vielleicht hat es auch mit dem Lebenstandard zu tun?

Viele Leute sagen, daß die schönsten Menschen – in unseren europäischen Augen – in Afrika in Eritrea leben, und das kann wohl kaum mit dem Lebensstandard zu tun haben, oder?

Ich weiß es nicht. Aber es wahr! Und Lugano liegt in der Lausanne-Genf-Achse. Der Rest der Schweiz spricht deutsch, ist also nicht zivilisiert, deshalb sind sie auch häßlicher- keine Frage.

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