Mai 28th, 2020

12 XU Scheiß Indie aus # 194, 2019

Posted in interview by Jan

Einer der Vorteile den das Internet mit sich bringt, ist die Verbreitung von guter Musik bzw. muss der Musikkonsument nicht mehr die Mühen und das Geld aufbringen, um im Plattenladen seines Vertrauens, nach den neuesten Veröffentlichungen fündig zu werden. Wobei für wählerische Musiknerds, die Plattenläden oder Mailorder in ihrem Sortiment, oftmals gar nicht so gut ausgestattet sind, bzw. ist es fast schon unmöglich das ein Anbieter alles auf Lager hat, nach was es einen sehnt und so bestellt man oft viele einzelne Platten, bei verschiedenen Mailordern. Die überteuerten Vinylpreise tragen zu dieser Situation nicht unbedingt positiv bei und so ist es für mich nur verständlich, wenn immer mehr Leute ihre Musik aus dem Netz saugen.

Ich finde auch die Idee dahinter, dass Musik ein Allgemeingut sein sollte, nicht unbedingt für verwerflich. Desweiterem finde ich auch Bands nicht wirklich cool oder unterstützenswert, die nur noch wegen ihrer hohen Gagenpreise oder ihrem Merchandiseverkäufen existieren. Das letztendlich auch zahlreiche, kommerzielle Promo und Marketingagenturen, Vertriebe, Labels usw., vom Kuchen etwas abhaben wollen und auf den Zug aufsprangen, um ihre strikten, auf Vermarktungsmechanismen geprägten Vorsätze zu Geld zu verwandeln, war vermutlich nur eine Frage der Zeit. Spotify und Co. tragen nur noch zusätzlich zu einer einseitigen und oberflächlichen Wahrnehmung des Musikkonsums bei. Womit der Unterschied zwischen Radio und MTV-Konsumenten und einem vom Kommerz gleichgeschalteten Internetuser, nicht mehr zu existieren scheint. ABER wer sich die Mühe macht etwas länger und ausgiebiger durch das Internet zu surfen, wird früher oder später auch ein paar coole Musikblogs entdecken. Mir hat es vor allem die Blogseite 12XU Scheiß Indie!“ angetan, wo ich in den letzten Monaten, teilweise die für mich heißesten Veröffentlichungen ausfindig machen konnte.

Besonders für Freunde von krachigen Postpunk und Noise, scheint diese Seite, ein wahres Eldorado zu sein. Und mir ist es durchaus bewusst, dass es ungewohnt ist, einen Betreiber einer Musikblogseite zu interviewen, denn die meisten Interviewpartner in Fanzines bestehen eben nun mal aus Bands oder Labels. Weil sich das Musikkonsumverhalten in den letzten Jahren aber weiterentwickelt hat und Andreas, der Macher hinter der Blogseite 12XU – Scheiß Indie!, einen guten Musikgeschmack besitzt, bzw. er über diesen guten Riecher nach dem geilen, heißen, neuen Scheiß verfügt und er darüber hinaus, sein Herz am richtigen Fleck zu tragen scheint, (siehe Scheiß Manifest), empfand ich die Idee für dieses Interview für sehr interessant. Und letztendlich hatte Andreas auch einiges zu Sagen.

*

Scheißmanifest
V. 0.2.1

Ein Erklärungsversuch in wirren Sätzen. Warum saugt Musik so, wie wurde Indie Rock zu Scheiß Indie und warum mache ich das hier?

Disclaimer: Aus Erfahrungswerten muss ich darauf hinweisen, dass der folgende Text mit hoher Wahrscheinlichkeit ein gewisses Maß an Dummheit, Subjektivität, Abschweifungen und Intoleranz enthält.

Ist noch nicht so lange her, da hat Hype Machine mal ’nen ganzen Haufen Musikblogs aus dem Index geworfen. Hat sich herausgestellt, dass einige zum Teil sehr populäre Postingbuden ein abgekartetes Spiel führten um besagter Hypemaschine mal etwas unlautere Hilfestellung zu geben. Leute aus Promoagenturen schlichen sich – vielleicht unbemerkt, vermutlich aber mit voller Kenntnis der Blogbetreiber, eventuell im Austausch gegen Bares oder andere Gefälligkeiten – als Autoren bei gleich einer Vielzahl von Blogs ein, um dort gleichzeitig die von ihnen betreuten Acts zu posten und damit jede noch so uninteressante 08/15-Combo aus ihrem Gehege in die Hypem-Charts zu äh… Hypen.

Eins dieser Blogs/Magazine dessen Namen ich hier nicht nennen werde, hat sich dann auch noch den Fauxpas erlaubt, eine grenzdebile Stellungname zu veröffentlichen. Inzwischen ist das den Leuten wohl selbst peinlich geworden, ich finde den Artikel in seiner ursprünglichen Form jedenfalls nicht wieder. ”Ja, das stimmt, dass bei uns Vertreter von Promoagenturen schreiben“, so oder so ähnlich lautete die hauchdünne Argumentation ”aber es ist doch ganz normal wenn in Musikblogs auch Blogger mit Musikbusiness-Hintergrund vertreten sind und bei uns posten sie nur Zeug das sie auch persönlich gut finden“. Günstiger Zufall, wenn‘s gerade die eigenen Klienten sind. Es ist doch immer wieder spaßig zu beobachten, wenn sich so Idioten selbst ein Messer in den Bauch rammen.

Die Geschehnisse machten aber mal wieder deutlich, wie unterwandert viele Musikblogs und Onlinemagazine von einer Marketingmaschine sind, einer Art mittelständischen ”Indie“-Industrie, die nicht viel besser ist als die großen Medienkonzerne.

Schon vor Jahren, als Facebook und Twitter noch Geheimtipps waren und als Musikblogs noch etwas populärer waren als heute, fing ein kleiner Investorengoldrausch an und Leute kamen auf die idee, dass man aus diesen trendigen Contentschleudern sicher auch ein paar Dollars oder Euros rausquetschen kann. Viele bekannte ”Indie“-Blogs und -magazine sind schon lange von größeren Investoren und Medienbuden geschluckt worden, auch wenn die Macher das wohlwissend nicht an die große Glocke hängen. Stereogum gehört z.B. zu Spin Media, Drowned in Sound ist irgendwie mit der Künstlermanagement-Firma Silentway Ltd. verwoben, Gorilla vs. Bear gehört zur Townsquare Media Group. Pitchfork, früher einmal unabhängig, gehört inzwischen zum Condé Nast Medienimperium (GQ, Vanity Fair, Vogue) und dem lukrativen Deal ging schon eine längere Entwicklung hin zu einer auffällig kommerzielleren Ausrichtung voraus. Und das alles ist nur die Spitze des Eisbergs. Kein Wunder also, dass die heutige Indielandschaft einfach nur zielgruppenorientiert und klickoptimiert erscheint. Was populär in Blogs und Sozialen Medien ist, wird zu einem viel zu großen Teil von den Promoabteilungen einer Art ”Musikindustrie light“ gesteuert und gleichgeschaltet.

Auch unabhängige Blogger, habe ich den Eindruck, versuchen zunehmend etwas Kohle raus zu quetschen. Ist natürlich auch ihr gutes Recht das zu versuchen, aber das gipfelt dann halt fast unvermeidlich in Kompromissen und Optimierungen zulasten des Inhalts. Schleichend wird dann die zu postende Musik immer mehr nach ihrer Massenwirkung als nach persönlichem Geschmack und Qualität ausgewählt. Die Headlines werden schön Suchmaschinenoptimiert. Promo-Tonträger und -downloads nimmt man gerne an und postet das Zeug dann auch brav damit man bloß nicht in Ungnade fällt. Das ist aus meiner Sicht der derzeitige Stand der Dinge in Sachen Musikblogs und symptomatisch für die ganze Indie-Kultur.

Ebenfalls ein Faktor ist m.E. aber auch die zurecht belächelte Hipsterkultur. In diesen angesagten Kreisen ist Musik ein Lifestyleprodukt geworden, gleichwertig mit deiner viel zu großen Sonenbrille, dem ganzen knallbunten Fummel den du am Leib trägst und deinem Fixie-Bike, dass du immer den Berg hochschieben musst, weil dir ein Rad mit Gangschaltung viel zu uncool ist. Ein einfaches Ziel für gerissene Marketingspacken und mit einer der Gründe dafür, dass sogenannter Indierock häufig kaum noch von aalglatter Top40-Mucke zu unterscheiden ist. Man muss halt die Zielgruppe erweitern, wenn man den Kiddies dieses ach so hippe Zeug verkaufen will. Dann kann sich Lieschen von nebenann auch mal voll Indie fühlen und sich doch zu einer großen und hippen Gruppe zugehörig fühlen.

Das Internet mit all seinen Versprechen von demokratischer, organischer Selektion hat auf ganzer Linie versagt wenn‘s um Musik geht (und natürlich nicht nur da). Business as usual, mit dem einzigen Unterschied, dass jetzt digitale Downloads und Streamingservices die Rolle der physischen Tonträger übernehmen.

Dieser ganze Sch*** war für mich der Hauptgrund, dieses Blog zu starten. Als süchtiger Konsument von zahlreichen Musikpublikationen wurde ich immer frustrierter, es gab und gibt nur wenige Blogs und Magazine, die noch einen haupt- oder nebensächlichen Fokus auf die Untergrundszenen in den von mir geliebten Nischen legen, und die wenigen die es gab waren fast allesamt englischsprachig. Im deutschsprachigen Raum klaffte da einfach ’ne riesige Lücke und ich war so dreist da mal kopfüber rein zu springen.

Hätte ich 12XU gestartet, wenn es schon so 2-3 relevante Blogs in dieser speziellen Nische gegeben hätte? Vermutlich nicht. Schaut euch doch mal diesen Text an, der ist scheiße. Schreiben ist nicht mein größtes Talent. Hätte jemand schon dasselbe in besser gemacht, hätten mich beißende Selbstzweifel garantiert daran gehindert, mich da noch zwischen zu zwängen. Ich bin so ein Mensch. Ständig besorgt und unsicher. Unter fremden Menschen werde ich nervös. Nach jeder Zeit unter Menschen muss ich erst mal wieder ’ne Weile allein sein um klarzukommen. Äußerlich bin ich in etwa so Punk wie ’ne Birkenstocksandale. Was sollte so ein Hansel wie ich denn da noch beitragen? Alles was ich als Blogger zu bieten habe ist eine große Leidenschaft für Melodien und unangepassten, oft schrägen, manchmal extremen Lärm. Und wer kümmert sich darum, wenn ich’s nicht selber mache?

Ich hoffe aber dass bald wieder mehr ähnlich gesinnte Leute das Ruder in die Hand nehmen, einfach mal was Webmäßiges starten, die Blogwelt um eine interessante Facette bereichern und sehen wohin die Reise führt. Vielleicht ermutigt das ja den einen oder anderen dazu. Man braucht zwar einen langen Atem, die Leserschaft entwickelt sich langsam. Aber wenn auch nur eine Handvoll Leute was damit anfangen können und ein paar tolle Bands entdecken, war es das schon wert. Wir brauchen dringend mehr DIY-mäßige Blogs, die abseits von wirtschaftlichen Interessen ihr eigenes Ding machen.

Darüber hinaus hoffe ich darauf, dass die aktuelle Web- und Social Media-Blase endlich mal platzt, Facebook irgendwann pleite geht und die ganzen Marketingspacken an Boden verlieren. Dass sich Leute wieder ihr Internet selbst bauen. Dass neue Communities entstehen die wirklich einen sinnvollen Austausch ermöglichen, auf Plattformen, die nicht auf die Werbeindustrie angewiesen und von ihr gelenkt sind. Nur ein naiver Traum?

*

Deine Blogseite heißt: 12XU – SCHEIß INDIE! Was macht für dich Indiemusik so hassenswert? Bzw. gibt es für dich auch gute Indiebands, oder worin liegt für dich der Unterschied zwischen schlechter und guter Indie-Musik?
Ich habe keineswegs etwas gegen „Indie“-Bands und -Musik. Mit „Scheiß Indie“ wollte ich seinerzeit (vor gut fünf Jahren, als ich 12XU gestartet hab), einen generellen Frust über den Lauf der Dinge, die Art wie sich der „Indie“-Begriff über die Jahre gewandelt, hat Ausdruck verleihen. Es war ja eh schon immer ein zweigleisiger Begriff, der einerseits für Musik stand, die außerhalb der etablierten Label- und Vertriebsstrukturen veröffentlicht wurde. Für mich stand „Indie Rock“ in seinen vielfaltigen musikalischen Ausformungen aber auch immer für Gegenkultur, in dessen Zentrum jederzeit der Geist des Punk wehte. Die erste Definition ist heute eh obsolet. Es gibt heute durchaus Popstars die auf einem Label veröffentlichen, das rein oberflächlich gesehen „Indie“, also nicht den circa dreieinhalb großen Medienkonzernen zugehörig ist.

Gleichzeitig sind die größeren Indielabels immer professioneller in ihrer Vermarktung geworden und decken weitgehend Felder ab, die früher mal im Spartenprogramm der Majorlabels stattgefunden hätten. Parallel dazu hat sich der Indie-Begriff auch musikalisch bis zur kompletten Bedeutungslosigkeit ausgedehnt. So viele Bands und Solomusiker nennen sich „Indie“, deren Musik ich kaum vom Schema F der aktuellen Popmusik unterscheiden kann. Mit dem in diesem Zusammenhang standardmäßig verwendeten Begriff „Indie Pop“, kann man mich inzwischen verjagen. Der gehört, wie natürlich auch „Indie Rock“ oder, nun ja… Emo(core) zu den verbannten Begriffen. Heute rede ich stattdessen wieder häufiger von Punk, der ja eh immer der Kern von allem guten Indierock war.

Bleiben wir noch bei dem weitläufigen Begriff „Indie“. Denn der erste Satz, deiner sehr lesenswerten und überzeugenden Einleitung: „Scheißmanifest“ lautet: Warum saugt Musik so, wie wurde Indie Rock zu Scheiß Indie und warum mache ich das hier? Lass uns auf diese Frage weiter eingehen, was hat dazu geführt das aus Indie Rock, Scheiß Indie wurde?
Ich denke das hat zum Teil wirtschaftliche Gründe. Die schrumpfenden Auflagen der traditionellen Musikpresse und die Umstellung auf ausschließlich werbefinanzierte Webpräsenzen hat dort zu einem massiven Druck geführt, eine breitere Zielgruppe anzusprechen. Dann gab es Entwicklungen wie den Poptimismus, dessen grundlegendem Gedanken ich durchaus zustimmen kann: Dass die Musikpresse sich Jahrzehnte lang fast ausschließlich mit Rockmusik beschäftigt hat und damit implizierte, dass dem Rock’n’Roll fernstehende Genres generell weniger künstlerisch wertvoll seien.

Der Poptimismus wollte daher erreichen, dass auch mit anderen Musikgenres und im speziellen der verlachten Popmusik eine gleichwertige kritische Auseinandersetzung stattfindet. Was dann aber wirklich im Zuge des Poptimismus geschah ist – verstärkt durch den erwähnten wirtschaftlichen Druck – dass viele der etablierten Magazine ihrem ursprünglichen Kernpublikum den Rücken zuwandten. Anstelle der geforderten Offenheit sehe ich eine zunehmende Kommerzialisierung, von der natürlich auch die Musikszenen nicht unberührt bleiben.

Anderseits gab es schon in den 80ern zahlreiche Bands, die unter dem Begriff „Indie“ verkauft wurden, wie z.B. The Pixies oder Sonic Youth die ebenso zum Mainstream wechselten. Also diese kommerzielle Entwicklung ist nicht wirklich Neu. Erkennst du dennoch Unterschiede zu der heutigen Zeit?
Ich persönlich versuche mich nicht davon beeinflussen zu lassen, auf welchem Label eine Band veröffentlicht und wie viele Platten sie verkauft. Künstlern deren Musik ich mag wünsche ich es doch, von möglichst vielen Leuten gehört zu werden. Gerade bei diesen älteren Bands ist für mich eher interessant: Reißt mich ihre Musik heute noch mit? Die von dir genannten Sonic Youth sind ein gutes Beispiel als eine der wenigen Bands, die mit einem Majordeal offensichtlich ganz gut gefahren sind und dabei ihre künstlerische Integrität bewahrt haben. „Goo“ und „Dirty“ sind für mich immer noch faszinierende Alben, die zur Zeit ihres größten kommerziellen Erfolges erschienen sind. Dabei hat es sicher auch nicht geschadet, dass Gitarrenlärm zu der Zeit sehr angesagt war.

Welche Blogseiten arbeiten derzeit besonders stark mit den Promoabteilungen der Mainstreamindustrie zusammen?
Um das mit Sicherheit sagen zu können, müsste ich ja mal bei denen mitgearbeitet haben. Ich habe auch keine Lust hier allzu viel öffentliches Bashing zu betreiben, daher sag ich nur so viel: Ich finde es erschreckend, wie viele einstmals von mir geschätzte (überwiegend Online)-Publikationen heute inhaltlich kaum wiedererkennbar sind. Irgendwie findet man überall die gleichen Künstler wieder und die Auswahl deckt sich mehr oder weniger mit den Promo-Mails, die mein Spamfilter nicht aussortiert hat. Ich würde auch nicht jedem dieser Blogs und Magazine eine aktive Zusammenarbeit unterstellen wollen, da ich selbst ja nicht hinter die Kulissen blicken kann. Der geballte Einfluss der Promobranche ist aber dennoch eindeutig. Es liegt die Vermutung nahe, dass sich die meisten Blogger ihr Futter aus den Mailverteilern der Promofirmen holen, anstatt selbst nach interessanter Musik zu suchen. Es ist also eher Faulheit, die ich ihnen unterstellen würde.

Im Punk-Business verhält sich das leider nicht grundliegend anders, wo es genauso Agenturen oder Bands gibt, die darauf aus sind, möglichst viel Geld zu erwirtschaften. Oder Fanzines die wegen einer neuen Veröffentlichung und den daraus resultierenden Werbeanzeigen, ein Interview führen oder bei noch höheren Geldbeträgen, Bands auf ihre Titelseite nehmen. Was hältst du von solchen Zines oder Bands?
Ich möchte selbst nicht vor so einer Entscheidung stehen. Manchem „Hochglanz-Zine“ hält so etwas vielleicht die Bude am Laufen und die Kohle wird wiederum in die Berichterstattung über unbekanntere Bands investiert. Oder auch nicht. Ich selbst würde lieber aufhören als mit solchen Kompromissen zu fahren. Aber als nichtkommerzieller Blogger stehe ich dafür natürlich unter einem anderen wirtschaftlichen Druck: Arbeiten gehen und Geld verdienen, damit ich mein Blog weiter machen kann.
Im Scheiß Manifest gehst du auch auf die deines Erachtens zu recht belächelte Hipsterkultur ein. Wobei ich dir ausnahmslos zustimmen muss.

Manchmal habe ich gar den Eindruck, dass große Teile der Jugend noch nie so konsumorientiert waren, wie zu der heutigen Zeit. Woher denkst du, kommt dieses gegenseitige Messen am Materialismus? Oder was geht dir an den Hipstern, am meisten auf die Nerven?

Diesen Teil im Manifest sollte ich vielleicht mal etwas ändern. Ich bin gar nicht so sicher, ob es „den“ Hipstertypen überhaupt gibt. Der Typ mit den bunten Klamotten stellt sich vielleicht ja als ganz sympathischer Mensch mit einem starken Interesse für Mode heraus. Was mich stört ist nicht zwangsläufig dieser Mensch, sondern das Ausmaß in dem Hersteller von Konsumgütern ihren Krempel mithilfe von Musik und anderen (sub-)kulturellen Errungenschaften vermarkten, die mit solchem Kommerz eigentlich ja nicht vereinbar sein sollten.

Und welche Webportale, Bands, Labels etc. stinken deines Erachtens, derzeit an meisten nach Hipstertum?
Da halte ich’s jetzt mal wie mit dem Blog: Ich beschäftige mich lieber damit über Dinge zu reden die ich gut finde. Was mich zum Bloggen bewogen hat, war nicht die Masse an Blogs und Zines die mir am Arsch vorbei gehen, sondern ein Mangel an solchen die es nicht tun. Aber du kannst im Web ja mal nach sowas wie „Top 20 music blogs“ suchen. Da sind immer so einige dieser Kandidaten bei.

Hörst du selber noch physische Tonträger?
Das hab ich mir weitgehend abgewöhnt. Vor über zehn Jahren hab ich aus einer finanziellen Not heraus meine Plattensammlung verkauft und bin seitdem überwiegend digital unterwegs. Erst im letzten Jahr hab ich mir wieder einen Plattenspieler zugelegt und der dient hauptsächlich zum digitalisieren von altem Krempel, der anders nicht zu bekommen ist.

Bei den oftmals überteuerten Vinylpreisen, kann ich es gut nachvollziehen, wenn Leute vermehrt die Musik aus dem Netz saugen. Wie stehst du zu der Preispolitik im Vinylsektor?
Die Preise sind brutal. Als ich selbst noch neues Vinyl gekauft hab, waren so 10-15 € ein typischer Preis für eine Punk LP. Heute ist es häufig das Doppelte. Für mich ein klarer Grund, nicht mehr aktiv Platten zu sammeln. Da sind die (digitalen) Bandcamp-Preise doch deutlich humaner und machen es mir rein finanziell erst möglich, die ganze Musik fürs Blog zu besorgen. Was Filesharing und so angeht: Manche Leute haben einfach nicht viel Geld. Denen würde ich da auch nichts übel nehmen. Ich sag immer: Investiere den Betrag den du dir leisten kannst in die Musik die du liebst. So einfach.

Du gräbst so manche Perle aus dem unendlich weit erscheinenden Netz des Internet-Meeres. Wie verläuft deine Suche und wie viel Zeit verbringst du durchschnittlich in der Woche auf der Suche nach dem geilen, heißen, neuen Scheiß?
Typischer Weise geht da jede Woche ein voller Tag dafür drauf. Meine Quellen sind nichts Außergewöhnliches. Andere Blogs und HypeMachine natürlich, aber mit der Zeit ist vor allem der Bandcamp-Feed zur ergiebigsten Quelle für interessante Releases geworden. Ich folge auf Bandcamp einigen hundert Leuten und bin daher auch ein paar Stunden beschäftigt, mich da durch zu wühlen. Was ich auschecke und was nicht, geht da vor allem nach Gefühl. Metal-Schriftzug auf’m Cover? Kein Interesse. Bei Hypem beachte ich nichts was mehr als fünf Likes hat.

Aus Erfahrung weiß ich, dass sich selten was Interessantes dahinter verbirgt, dass ich nicht schon anderswo gesehen hätte. Dann versuche ich noch, die für meine Nische relevanten Labels im Auge zu behalten. Hier und da ist auch mal ’ne Musikeinreichung dabei. Die meisten davon lehne ich ab und Einreichungen nehmen natürlich ebenfalls Zeit in Anspruch, aber ich finde es wichtig dass Bands und kleine Labels sich direkt an mich wenden können. Um mich vor dem Promospam zu retten hab ich auf ein Kontaktformular umgestellt. Für Bands und Labels macht das kaum zusätzliche Arbeit, verhindert aber dass ich in allen möglichen Promoverteilern lande.

Auf was legst du Wert bei deinen geposteten, auserwählten Bands? Gibt es irgendwelche Kriterien, die dir besonders wichtig sind?
Dass sie mir gefallen. Punkt. Ich bin ja kein Musikjournalist, der sich auch um Musik abseits seiner eigenen Interessen kümmern müsste. Ich poste auch keine Verrisse von Platten. Das würde nur Zeit stehlen die ich lieber den Platten widme, die ich gut finde.

Sehr gut finde ich an deiner Blogseite, das du Abseits von den gängigen und oftmals auch überschätzten Punkbands aufzeigst, das sich im tiefen Underground, die meist noch viel geileren Bands befinden, welche in den meisten Fanzines, Mailordern, Szene-Webportalen etc. meist nicht mal ihre Erwähnung finden. Hast du manchmal das Gefühl, das dein Auftrag genau darin liegen würde, die Leuten da draußen Aufmerksam zu machen, auf den geilen Scheiß, den sie noch nicht kennen?
Exakt! Das ist die einzige Daseinsberechtigung für 12XU. Hätten sich schon ein paar andere Leute darum gekümmert, die vermutlich auch deutlich begabtere Schreiber wären als ich, dann würde ich meine Kräfte vermutlich in andere Musikdinge, wie z.B. DJing stecken. Aber aktuell sehe ich meine Berufung darin, den Leuten obskure Bands unter die Nase zu halten.

Was waren für dich die besten zehn aktuellen Bands/Platten der letzten Jahre?
Okay… ich hab mal einige von den Platten der letzten zehn Jahre rausgepickt, die bei mir den größten Eindruck hinterlassen haben. Eine definitive Liste würde ich eh nie zusammen kriegen. Oder es wären dann eher fünfzig als zehn Platten. 😉

UV Race – UV Race (2009)
Royal Headache – S/T (2011)
Lower – Walk On Heads EP (2012)
Woolen Men – Woolen Men (2012)
Banque Allemande – Willst du Chinese sein musst Du die ekeligen Sachen essen (2013)
Iceage – You’re Nothing (2013)
Spray Paint – Punters On A Barge (2015)
Radioactivity – Silent Kill (2015)
Neo Neos – Neo Neo Neo Neo Neo Neo Neos (2016)
Behavior – Bitter Bitter (2017)

Ich finde heutzutage fällt es durch Bandcamp, Soundcloud, Facebook oder Youtube relativ leicht, neue, geile Undergroundbands zu entdecken. Vorausgesetzt man gräbt sich etwas tiefer durch das Netz und verfällt nicht gleich in Hysterie, wenn die ein oder andere Band gepusht und gehypt wird, um sie somit künstlich in den Vordergrund zu drängen. Obwohl die Quellen zum Underground definitiv vorhanden sind, habe ich nach wie vor den Anschein, als wären die meisten Musikkonsumenten immer noch sehr Mainstreamgesteuert. Woher denkst du, kommt diese oberflächliche Interesse und Haltung?
Ich glaube viele Menschen haben einfach nicht mehr die Zeit und die Nerven, sich mit so etwas zu beschäftigen. Vergleiche ich die Welt von heute, mit der von z.B. in den 90ern, habe ich den Eindruck dass die meisten Menschen mehr arbeiten, für kleinere Gehälter und versuchen sich angesichts steigender Lebenshaltungskosten über Wasser zu halten. Eigentlich ja total verständlich, dass viele lieber einfache Zerstreuung suchen, die ohne großen Aufwand auf Knopfdruck funktioniert. Ich kann diese Verhaltensweisen und die Ängste dahinter, nur allzu gut verstehen. Ich selbst kann wegen einer psychischen Erkrankung nur bedingt einer normalen Erwerbstätigkeit nachgehen und weiß nicht, wie ich in Zukunft über Wasser bleiben soll.

Da will man sich doch nicht in seiner Freizeit, mit diesen komischen Punkmusikern auseinandersetzen, die einen konstant an hässliche Realitäten erinnern. Gut, ich ticke da wohl etwas anders. Außerdem ist die Punkszene älter geworden. Klar machen da nach wie vor auch junge Leute, sehr geiles Zeug, aber es lässt sich nicht von der Hand weisen, dass der Altersschnitt steigt. Punk und der Rock’n’Roll im allgemeinen sind nicht tot, aber sie werden alt. Das Zeug interessiert vor allem alte Leute und unverbesserliche Musiknerds. Man könnte sagen, Punk geht den Weg des Jazz. Der ist auch noch lange nicht tot, entwickelt sich weiter, aber das Publikum ist fraglos kleiner als in den Dreißigern. Viele der alten Punks haben Familien und ganz andere Sorgen. Und es wäre auch etwas albern zu erwarten dass die Kids jetzt die Musik ihrer Eltern geil finden. So hat das noch nie funktioniert.

Bisher kenne ich mich mit der Inbetriebnahme von Webseiten gar nicht aus. Überlege mir aber schon länger, meine Oldie-Reviews, incl. Text und am besten mit YouTube-Mitschnitt im Web (sowie im Buchformat im Stile des Trust oder Flex!-Buches) zu veröffentlichen. Wie viel Zeit benötigt es eine Blogspotseite wie 12 XU – SCHEIß INDIE! ins Netz zu stellen? Wie viel Know How, wird dafür benötigt? Ist das arg kompliziert als total unerfahrener Laie? Und welche Kosten fallen dabei an?
Eigentlich null bis wenig und das wenige, kann man sich schnell aneignen. Das einfachste ist natürlich, sich einen kostenlosen Account bei den etablierten Diensten wie blogger.com, wordpress.com, tumblr, etc. anzulegen. Vorausgesetzt man kann auf eine eigene Domain verzichten und mag seinen Lesern die Werbung zumuten, durch die das ganze finanziert wird. Wer das nicht will besorgt sich halt ein bisschen Webspace, der dieser Tage sehr kostengünstig zu bekommen ist. Darauf lässt man ein sogenanntes Content Management System laufen.

Für Blogs ist da WordPress am beliebtesten, das man nicht mit dem Dienst wordpress.com verwechseln sollte. WordPress ist ein CMS und wordpress.com ist lediglich ein Freemium-Dienst der Firma Automattic, die hinter der Entwicklung der freien Software WordPress steckt. Inzwischen gibt es aber auch einige alternative, oft schlankere Systeme für Blogger, von denen bisher aber keines so richtig Fuß gefasst hat. Sehr beliebt ist auch noch Drupal, das aber einen breiteren Fokus hat und tendenziell etwas weniger für Blogger geeignet ist. Ebenso kann man auch mit WordPress nicht nur Blogs sondern auch ganz andere Arten schicker Webseiten bauen. Aber man merkt es ihm immer noch an, dass es sich ursprünglich mal um ein System für Blogger handelte.

Du brauchst also etwas Webspace der Code in der Programmiersprache PHP ausführen kann und mindestens eine SQL Datenbank zur Verfügung stellt. Das ist heute Standard und kostet nicht viel. Die meisten Content Management Systeme laufen damit. Wenn du zum ersten mal ein Blog oder eine Webseite aufsetzt kann das schon etwas einschüchternd wirken, aber es braucht gar nicht so viel Know How und alle wichtigen Infos sind nur eine Suchanfrage entfernt. Hat man sich das angeeignet, dauert es nur fünf Minuten ein funktionierendes WordPress, Drupal, etc. aufzusetzen.

Das aussehen der Website wird traditionell durch vorgefertigte, mal mehr, mal weniger anpassbare Themes bestimmt. Die verschiedenen CMS bieten aber auch zunehmend vom Theme unabhängige Anpassungsmöglichkeiten an, für die man ebenfalls kein PHP und CSS sprechen muss. Manche Themes kosten Geld. Das zu bezahlen kann sich manchmal lohnen, oft aber auch nicht. Ein Mittelweg wäre noch, einen kostenpflichtigen Account bei einer Blogplattform wie wordpress.com oder medium.com zu besorgen. Das kostet typischerweise zwischen fünf und zehn Euronen im Monat und dafür bekommt man ein vorinstalliertes CMS, eine werbefreie Website und ’ne eigene Domain. Um technische Dinge muss man sich dann gar nicht kümmern.

Und wie schaffst du es, damit auch ein paar Leute auf deine Blogseite aufmerksam werden?
Ich hab einfach angefangen und die Leute kamen halt mit der Zeit. Man braucht einfach Geduld. Natürlich wird einem Nischenblog wie 12XU nicht sofort die Tür eingerannt. In einem guten Monat kriegt das Blog um die 1000 unique visits. In der Praxis ist das weniger als wonach es klingt. Wenn’s mir um die Leserzahlen ginge, würde ich sicher keinen verdammten Punkblog machen.

Wo fängt bei Blogspotseiten eigentlich die Illegalität an? Weil es gibt auch zahlreiche Seiten, wo du ganze Alben herunterladen kannst. Auf deiner Seite verweist du hingegen, auf diverse Bandcamp-Einträge.
Ohne jetzt irgendwem sagen zu wollen was er zu tun oder lassen hat: Legal ist das in den meisten Fällen nicht, Musik zum Download anzubieten. Man kann natürlich die Bands oder Labels um Erlaubnis bitten, aber ich glaube kaum dass das jemand macht. Lange vor meiner Zeit als Blogger war das Uploaden von Musik aber die einzige Möglichkeit, ein Musikblog mit passender Beschallung zu versehen. Die meisten kleinen Labels und Künstler haben’s toleriert wenn einzelne Songs hochgeladen wurden, weil das halt auch ganz gute Promo ist. Heutzutage sind aber 99% der Szene auf Bandcamp oder Soundcloud zu finden, was für Blogger natürlich weniger Kopfschmerzen bezüglich der rechtlichen Situation bereitet. Wer Downloads anbietet riskiert halt die Löschung seines Blogs (die Dienstleister haben da recht unterschiedliche Policies) und tendenziell kostspielige Abmahnungen.

Welchen Stellenwert besitzen für dich klassische Printmedien, wie Fanzines oder Bücher? Liest du noch Fanzines aus Papier, oder greifst du vordergründig im Netz auf die Webzines zurück? Und wo siehst du die Zukunft, der Fanzines versus der Berichterstattung über neue Musik?
Ich selbst greife nur noch selten zu irgendwelchen Zines, auch weil ich etwas außerhalb der großen Szenemotropolen lebe und mir einfach die Beschaffung zu lästig ist. Von den einschlägigen „Bahnhofs-Zines“, seid ihr mir eigentlich noch am sympathischsten und für eine längere Bahnfart schau ich doch ganz gerne mal ins Trust. Das war´s dann aber auch. Zines wird es natürlich so lange geben wie Leute sie schreiben und lesen wollen. Weißt du noch wie tot Vinyl in den 90ern erschien? Hätte mir vor ein paar Jahren jemand gesagt, dass die Kids in 2018 wieder Vinyl oder Tapes kaufen werden, hätte ich ihn für bekloppt erklärt. Dieses Jahr gab es in den Vereinigten Staaten einen Lieferengpass für CDs. Am Ende ist es halt doch die Entscheidung der Menschen und nicht irgendeiner Industrie, ob ein Medium tot ist.

Welche Bands hatten einen besonders starken Einfluss, auf deine musikalische Entwicklung?
Au weia, jetzt wird´s peinlich. Als junger Teenager mochte ich Queen und DJ Bobo. Als älterer Teenager waren es eher Kyuss und das ganze Alternative Rock-Gedöns der späten 90er. Bitte lasst mich am Leben, jeder muss mal irgendwo anfangen. Heute ist es überwiegend älterer Krempel, ohne den ich mir kein Leben vorstellen könnte. Wire sollte ja aufgrund des Blogtitels klar sein. Außerdem haben mich – neben vielen anderen Bands – auch Mission Of Burma, Wipers, Leatherface, Big Black, Hüsker Dü und der halbe Dischord-Katalog, zu unterschiedlichen Zeiten massiv geprägt.

Spielst du selber auch in einer Band? Oder bist du neben deiner Blogseite, noch anderweitig aktiv?
Ich habe nie in einer Band gespielt und ich glaube das ist auch gut so. Früher hatte ich mal ein Blog über Japanische Filme (kein Anime!!). Das war ganz ehrlich nicht so gut und wurde auch schnell wieder aufgegeben. Die alte Seite ist immer noch online weil ich zu verpeilt bin, dem Hoster den Vertrag zu kündigen.

Für Leute die schon seit ein paar Jahrzehnten Punk, Hardcore, Indie oder Artverwandtes hören, fällt es manchmal schwer, noch etwas grundliegend Neues zu entdecken und es übertünscht einen oft das Gefühl, als hätte man das meiste schon mal irgendwo gehört. Obwohl bei genaueren Hinhören, eben doch sehr viele, geile neue Releases erscheinen. Wie wichtig ist dir Innovativität und welche Entwicklungen finden derzeit im Underground statt?
In der Tat leben wir nicht in einer Zeit, in der Punk und Noise großartig ihren Horizont erweitern. Ich glaube diese Zeiten kommen auch nicht wieder. Wenn ein Musikgenre erwachsen wird, wurden die meisten Wege schon beschritten und es wird schwer ihm weitere Facetten zu entlocken, ohne dass die Polizei vor der Tür steht und meint das sei ja kein Punk mehr. Vielleicht haben die Beamten auch Recht. Aber Punk steht auch nicht still. Er findet immer wieder neue und kreative Wege, seine vielfältige Vergangenheit für die Gegenwart zu interpretieren. Die nächste Revolution wird ausbleiben. Aber wer das Geschehen aufmerksam beobachtet, wird Zeuge einer konstanten Evolution.

Gibt es derzeit Bands, Labels, Zines etc. die den musikalischen Undergroundgeist auf den Punkt treffen? Oder anders gefragt, gibt es deines Erachtens derzeit musikalische Strömungen bzw. Bands oder Labels etc. die stellvertretend für die Gegenwart stehen?
Von den deutschen Labels sticht zur Zeit Erste Theke Tonträger einfach heraus. Was da erscheint ist eigentlich immer geil. Im Garagenbereich sind die US-Labels Neck Chop Records und Total Punk Records gerade ziemlich unfehlbar. Und das britische Drunken Sailor Records hat in den letzten paar Jahren einen beneidenswerten Katalog angesammelt.

Welche Blogspotseiten, kannst du uns ansonsten ans Herz legen?
Viele meiner Lieblingsblogs sind inzwischen nicht mehr aktiv. Get Bent war das beste Garagenblog, Staticfraction die beste Addresse für Noise Rock und Sonic Masala kümmerte sich zuverlässig, um die australische Szene. Ein Überbleibsel aus alten Zeiten und immer noch ziemlich gut, ist Gimme Tinnitus. Hierzulande ist RRRSoundZ von mir hoch geschätzt, gerade weil die musikalische Ausrichtung etwas abweichend von meiner eigenen ist. Da gibt’s dann auch mal Zeug aus Industrial, (Neo-)Kraut, Synthwave oder experimenteller Elektronik zu hören. Außerdem schaue ich immer gerne bei Ack Ack Ack oder Manierenversagen vorbei. Ein relativ neuer Favorit ist das spanische Blog Retratando Voces. Der Typ dahinter hat neuerdings auch ein Label und gerade ein sehr geiles Album von Cubano Vale veröffentlicht.

Noch ein abschließendes Wort oder Lebensmotto:
Heute ist der start your own fucking music blog day. Macht euer eigenes Blog. Es ist auch scheißegal ob ich das gut finde.

(bela)

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