Dezember 3rd, 2019

TRUST # 199 (December/January) is out now! sorry sold out

Posted in news by Dolf

Der Inhalt diesmal:
Interviews/Geschichten mit:

Partei der Humanisten, Bremencore-Special, The Coathangers, Boss Ross Effect, Flipper und Rauchen

Wie gewohnt gibts natürlich ehrliche Reviews von Platten, Zines und Büchern sowie ausgesuchte Tourtermine, geile Konzertfotos und oberschlaue Kolumnen – jedes Heft ein graphisches Gesamtkunstwerk!

Das Heft kann auch per Paypal bestellt werden. Das ist einfach, jedoch fallen ein paar Cent Transaktionskosten an.

Aktuelles Trust (Versand: Inland)

Aktuelles Trust (Versand: Ausland)

Januar 22nd, 2020

THE MONTESAS (#138, 2009)

Posted in interview by Thorsten

Anwesend:
Marcel Bontempti
Ira Lee
Maria Mariachi
Judy Belafonte

Die Montesas sind überaus herzliche Musiker. Die elegant gekleideten Mitglieder sind höflich, charmant und zuvorkommen und ich bin auch sofort mit ihnen warm geworden und hätte gerne die gesamte Nacht mit ihnen verbracht. Zum Abschluss boten sie mir sogar eine kleine Life- Performance im Hotelzimmer dar.

Januar 22nd, 2020

EXITS TO FREEWAYS (#139, 2009)

Posted in interview by Thorsten

Wie die Autobahn bei Maschen:

Angesichts verschiedener, nicht ausschließlich glücklicher, Gründe, erscheint dieser Text lange nach der Veröffentlichung jenes Albums, das den Anstoß für selbigen Text gab. „Spilling Drinks, Spelling Names“, so der Titel besagten Albums, erschien ein Jahr vor dem Zeitpunkt der Niederschrift dieser Worte. Das Interview selbst führte ich im März. Danach gab es wieder mal allerhand anderes zu tun, dessen Priorität sich aus den Eigentumsverhältnissen im Lande ableitet. Exits To Freeways (Spread Like Veins On The Back Of My Hand), die Band, um die es geht, gibt es derweil immer noch. Ungerührt machen die drei Hamburger ihr Ding. Ohne sich allzu große Illusionen über das zu machen, was sie mit ihrer Musik „erreichen“ können, tun sie, was sie wollen: „wer so blöd ist sich von irgendeiner „szene“ irgendwas vorschreiben zu lassen, ist selbst schuld“, heißt es in einem Interview.

Januar 22nd, 2020

WASTED TIME (#138, 2009)

Posted in interview by Thorsten

“I also believe in being aware of what’s going on around you, despite the new boring trend in American punk where it seems that people are encouraged to be dumb and unaware because it’s „punk“ or some shit. I encourage the trend to a certain extent though, in hopes of them all eventually being weeded out or having such short attention spans that they eventually fuck off and do something else.”

Interview mit Mark von WASTED TIME

Januar 19th, 2020

DIE FREMDEN aus #152, 2012

Posted in interview by Jan

DIE FREMDEN gründeten sich 1989 in Göttingen, 1993 erschien ihr Debüt mit dem vulliminösen Titel ‚Schmerz und warum Sinne und Sucht uns Zauber, Musik, Liebe und Tod lehrten die Fremden‘. 1994 zogen die Bandmitglieder nach Berlin. Ihr zweites Album ‚Dilemma‘ nahmen Die Fremden auf dem Landhaus der Ton Steine Scherben in Fresenhagen auf. Darüber hinaus hatten sie den Ruf eines äußerst intensiven Live Acts. Doch ihr Sound galt wohl als zu undefinierbar und so waren DIE FREMDEN für die Punkszene und dem Mainstream gleichermaßen zu wenig konform und tendierten daher zu einem Geheimtipp. Und in der Tat waren sie eine total außergewöhnliche Band.

Januar 19th, 2020

REAGAN YOUTH aus # 183, 2017

Posted in interview by Jan

Trust: Hast du den Eindruck, dass es Reagan Youth deswegen wieder gibt, weil es um die Kohle geht?
Björn: Ha, oh, nein. Wäre auch lächerlich zu denken, dass das nur für die Kohle geschehen würde, denn dann würde sich der Aufwand für keinen lohnen, glaub´ mir. Reagan Youth ist Paul’s Lebenswerk, er will das natürlich leben und spielen, auch er kann von der Band nicht leben. Es sind ja auch genug Leute da, die Reagan Youth mögen und sehen wollen.

REAGAN YOUTH

Es war für mich eine der größten Überraschungen im letzten Jahr 2016: wir verweilten im Urlaub an der Ostseeküste im Sommer, als wir davon mitbekamen, dass REAGAN YOUTH (RY) in der Kieler Schaubude gastieren sollten. Die Band gibt es laut Wiki seit 2006 wieder und war schon mal in Deutschland, aber ehrlich gesagt hatte ich von ihren bisherigen Auftritten nicht unbedingt viel Gutes gehört, „Demontage einer Legende“ waren da noch die netteren Urteile. Aber weil die Band mit ihrer ersten Platte einen derartigen krassen Meilenstein abgeliefert hat (und auch eine durchaus interessante zweite Platte veröffentlichte)… da wollte ich mir selber ein Urteil bilden, live hatte ich die Band halt vorher immer verpasst.

Januar 19th, 2020

TEN VOLT SHOCK aus # 182, 2017

Posted in interview by Jan

„Wenn du eine Band gründest mit dem Vorsatz, so oder so zu klingen, ist das Projekt ja schon zum Scheitern verurteilt. Wenn deine Musik klar in eine Schublade gesteckt werden kann, ist es meistens schon zu langweilig, da es sicherlich hundert andere Bands gibt, die darin origineller sind“

In den 90er entwickelte sich das Trust teilweise zu einer echten Noise-Rock-Fachzeitschrift: im HC-Punk hatte man alles in den 80er erlebt, in den 90er gab es dann Sub Pop-, Touch and Go- und Amp Rep-Bands, die die damaligen SchreiberInnen mehr interessierte. Schon damals hätten die drei Noise-Rocker von TEN VOLT SHOCK aus Freiburg bzw. dem Schwarzwald gut in unser Heft reingepasst, alldieweil, sie gibt es erst seit 2000. Nach einigen Konzerten mit ihnen ist es mir weiterhin etwas unklar, warum, aber immer, wenn ich das superbe Vergnügen habe, mir TEN VOLT SHOCK live anzuschauen (drei Gigs müssten es gewesen sein, Trier vor Jahren war der Hammer!), muss ich an Slayer denken.

Januar 14th, 2020

BE-PART.FESTIVAL (#136, 2009)

Posted in interview by Thorsten

„be part of the scene, not just the scenery“

D.I.Y. ist Herzenssache aber dennoch eben leichter gesagt als wirklich getan. Die Stuttgarter „be part of the scene, not just the scenery“ gründeten sich 2002 als Konzertveranstaltungsgruppe. Mittlerweile veröffentlicht das D.I.Y.-Projekt Platten, bucht Tourneen und gönnt sich mit dem alljährlichen Be-Part.Festival gleichermaßen Stress wie Belohnung. Muss ja auch Spaß machen, dieses verdammte Non-Profit-Leben.

Januar 14th, 2020

ZOSCH! (#137, 2009)

Posted in interview by Thorsten

That´s what I need to know !!!

Den meisten von euch sollte die Elektro-Punk Band zOSCH! schon einmal über den Weg gelaufen sein. Die Band hat letztes Jahr eine miniCD und dieses Jahr ihre Debut LP herausgebracht plus einen Haufen Konzerte in ganz Europa gespielt. Grund genug die Band mal unter die Lupe zu nehmen und zu gucken, was zOSCH! zu alle dem und noch mehr zu sagen haben. Das Interview ist in zwei Teilen, zum einen letztes Jahr im Jugend- und Kulturzentrum in Oerlinghausen und dieses Jahr in Köln entstanden.

Januar 14th, 2020

MUTINY ON THE BOUNTY (#134, 2009)

Posted in interview by Thorsten

Im November des letzten Jahres kündigte sich eine Band aus Luxemburg an, die ein Konzert spielte, das aus technischem Gitarrengefrickel und wärmenden Post-Hardcoremelodien bestand. In einem anschließenden Gespräch lernte ich den Schlagzeuger Sacha kennen, der mir erklärte, dass die Europatour nur zustande kam, weil die Band Cinemechanica mit einer gemeinsamen Tour einverstanden war. Zusätzlich erfuhr ich, dass die meisten Mitglieder aus unterschiedlichen Ländern stammen, dass nach dem Ausstieg von Dave der ehemalige Bassist der befreundeten Band Treasure Chest At The End Of The Rainbow[R.I.P] Pi (Claudio) in die Band wechselte und dass alle Bandmitglieder Fans von frickelnder Musik sind. Nach diesem Small Talk war mir klar, wenn sich noch einmal eine Gelegenheit bietet, werden Mutiny On The Bounty interviewt. Im Oktober bekam ich meine Chance, denn die Band spielte im Berliner Lokal und nach anfänglichen Interviewproblemen (Soundcheck, zu laute Musik, zu viele Kickergeräusche) verzogen wir uns für circa eine Stunde vor die Tür, um im Beisein von Motorgeräuschen vorbei fahrender Fahrzeuge ein Interview zu führen, das eher zu einem musikalischen Abgleich mutierte.

Januar 13th, 2020

FANZUI XIANGFA aus #151, 2011

Posted in interview by Jan

Fanzui Xiangfa

Dass es in China eine Punkrockszene gibt, ist spätesten seit dem Film “?eijing Bubbles”?bekannt. Mit „?eijing Punks“?wird demnächst eine neue Dokumentation über die Punkszene Pekings veröffentlicht, die im Gegensatz zum Vorgänger einen tieferen Einblick gewährt und einige Bands, den Club D-22 und Nevin vorstellt, der dort arbeitet und in der Punkband Fanzui Xiangfa spielt, die zusammen mit der Crustcoreband SS20 eine Split-Seven-Inch veröffentlicht hat. SS20 tourten im Jahr 2010 durch China, lernten dort die Punkband kennen und ermöglichten dieses Interview (danke an Ronny und Rico).

Januar 13th, 2020

FREDDIE YAUNER aus #135, 2009

Posted in interview by Jan

FREDDIE YAUNER: SUPER-TOASTER, MEGA-UHREN UND XXL-LIPPENSTIFTE

Peilicherweise stieß ich auf den englischen Künstler / Desinger / Konsumkritiker Freddie Yauner durch einen Artikel in der „Bild am Sonntag“ Mitte 2008. Dort wurde berichtet, dass Freddie Yauner, ein 26 Jahre alter britischer Kunststudent jetzt im Guinness – Buch der Rekorde ist, da er den „highest poppig toaster of the world“ konstruiert hätte. Zu deutsch: einen Toaster, der die Toasts ca. 5 Meter hoch schleudert. Das Bild dieser Erfindung sah einfach so dermaßen beknackt aus, ich musste den einfach mal interviewen. Angenehmerweise entwickelt der Industriedesign-Absolvent der Northumbria Uni und Master-Graduent des Royal College of Art in London im Fach Produktdesgin seine auf den ersten Blick überflüssigen und sinnlosen Produkte mit einem konsumkritischen Hintergrund, der mich interessierte.

Januar 13th, 2020

NAMHAMMANIT aus #135, 2009

Posted in interview by Jan

„Und wie das halt so ist, mit revolutionären Idealen, kannst du sie heut bei ALDI kaufen und mit Karte zahlen“…

Interview mit N`AM HAMMANIT

Die Band ohne Namen kommt aus Köln und hat Mitte 2008 in Eigenregie ihre erste Veröffentlichung herausgebracht. Zwei Songs davon waren auf Fanzine-Beilagen-CDs zu hören und besonders der Song „Der Kühlschrank von Che Guevara war revolutionär“ hat mich wirklich total umgehauen, sau gut, kann man auf der myspace Seite nachhören. Also, mir hat es gefallen, deshalb wollte ich ein Interview machen. Bevor es wieder heißt, „der Jan vom Trust interviewt wieder nur seine Leute aus Köln“… nein, ich kenne keinen von der Band. Sie hätte genauso gut aus Leipzig oder Augsburg kommen können, mich hat dieser Song echt geschockt, das restliche Material geht auch okay, daher kommt das…

Januar 13th, 2020

MAGRUDERGRIND aus #140, 2010

Posted in interview by Jan

“Yea, we are a hardcore band at heart, before we are a grindcore band. We were all ‘raised’ on hardcore music, ideals and ethics and this is expressed in my lyrics and our performances”

Interview mit Magrudergrind

Wie sagt es der Amerikaner so schön, “a kick ass band”, diese jungen Hüpfer von Magrudergrind aus Washington D.C. Für die Insider schon längst keine Unbekannten mehr, so dürfte diese Band bestimmt auch schon durch dein Wohnzimmer getourt haben, so schön ist es doch, dass diese Band nicht wie üblich die 2 Singles in USA auf Six Week oder 625 Thrash gemacht haben, 6 Wochen durch Europa touren nachdem Sie 10 Mal in USA gespielt haben und sich dann auflösen, nein, Magrudergrind sind a) natürlich die Creme de la Creme des schnellen Hardcore-Punks mit einem unglaublich agilen Sänger (Avi, den ich hier auch per mail interviewt habe) und b) built to last. 2010 kommen sie wieder auf Tour, schaut sie euch an! Sorry für die kleine Verspätung, es hat nur zwei Jahre gedauert. Ich sprach mit Avi im Dezember 2009.

Januar 8th, 2020

JULITH KRISHUN (#132, 2008)

Posted in interview by Thorsten

Die Bunte Republik Neustadt war von 1990 bis 1993 eine Mikronation im Dresdener Stadtteil Äußere Neustadt. Seit über 18 Jahren findet dort jedes Jahr im Juni ein Stadtfest statt, bei dem Bands aus der Umgebung ihre Musik kostenlos den Zuschauern näher bringen können. Wie die Jahre davor, hatte auch die Dresdener Band Julith Krishun einen Auftritt und stand uns davor Rede und Antwort. Das Ganze erwies sich als schwierig, da die Band aus einem gesprächsfreudigen Haufen Mittzwanziger besteht, die mit sächsischem Dialekt gerne mal durcheinander reden. Dann geht es darum, wo die letzte Nacht verbracht wurde oder welche bekannte Band wo und wie gespielt hat. Auch zur Musik können sie viel erzählen, da der nötige, aber auch individuelle Background bei jedem einzelnen aus der Band gegeben ist. Somit wird sich dieser Artikel auf sehr viele Musikgruppen aus der letzten Dekade beziehen. Eine Band steht jedoch im Fokus: Julith Krishun.

Januar 8th, 2020

Tampere PunkRockCity – Puntala Rock 2008 (#132, 2008)

Posted in artikel by Thorsten

Der Titel ist etwas irreführend, das Festival selbst war in Lempäälä, das knapp 20km von Tampere entfernt ist. Mir wurde nur erzählt, dass Tampere „the Punkrock Capital of Finland“ wäre. Das Punkfestival gab es vereinzelt in den 80er Jahren, bis es 2002 wiederbelebt wurde und findet seit dem jedes Jahr statt. Musikalisch gibt es dort das volle Brett FinnenPunk, wobei auch immer internationale Bands dabei sind, wie dieses Jahr Pisschrist aus Australien und die Adolescents. Diese spielten zwar Freitag in Frankfurt, waren aber Samstag ebenso auf dem Festival, hatte ich also nix verpasst. Insgesamt waren wohl 1700 Leute auf dem Festival, was mich dann doch etwas wunderte, ich hatte mit ungefähr der Hälfte gerechnet. Es war auch somit das bestbesuchteste Puntala bisher.

Januar 2nd, 2020

VIC BONDI aus #148, 2011

Posted in interview by Jan

„Ich war in meinem Robespierre-Modus und wollte Jahr Null definieren. Junge Leute bilden sich ein, dass man die Revolution ausrufen kann und jeder folgen wird. Ich bin nicht mehr jung.

Punk und Hardcore sind kein wesentlicher Ausdruck von politischem Widerstand. Es ist also ein Fehler, die ganzen Bands in eine Kategorie zu werfen.

Ich denke, eines der traurigsten Dinge war mit Born Against in Deutschland zu touren. Die waren dogmatisch und ziemlich beurteilend…“

Hey Vic! Hier ist David Ensminger von Maximum Rock’n’Roll, Trust, Artcore, dem Journal of Popular Music Studies, Left of the Dial, und Lee College. Danke, dass du dir die Zeit nimmst, meine Fragen ausführlich zu beantworten. Ich habe letztes Jahr meinen 2. Masterabschluss in Punk Folklore an der University of Oregon gemacht und im Frühjahr/Sommer 2011 wird mein Buch Visual Vitriol: The Street Art and Subcultures of the Punk and Hardcore Generations mit über 80 Illustrationen und massig Zitaten von vielen verschiedenen alten und neuen Punks erscheinen. Das Buch wird wohl oder übel in die Hochschulwelt einfließen und Teil der offiziellen Diskussion über Punk werden.  Einige der folgenden Fragen beziehen sich direkt auf das Buch und andere sind für ein Interview, das ich in Magazinen hier in den Staaten und im Ausland veröffentlichen will. Wie die Kinman Brüder von den Dils, bist du in einer Militärfamilie aufgewachsen. Dennoch hast du dich brennend für die Linke eingesetzt, die die militärischen Wertesysteme damals sehr offensiv in Frage stellten. Wärst du so politisch geworden, wenn dein Vater nicht im Wehrdienst gewesen wäre?

Januar 2nd, 2020

SCHIZOPHASIA UND STREAK RECORDS aus #160, 2013

Posted in interview by Jan

„Es ist somit beinahe rational vorhersehbar, dass die Menschen in der Zukunft einen primitiven Lebensstil werden führen müssen, der auf der Asche dieser technologisch hoch entwickelten Welt basieren wird.“

Interview mit SCHIZOPHASIA

Ja, es stimmt. Ich interviewe eine Band, die es aktuell gibt. Die nicht aus Frankfurt, Leverkusen oder Kalifornien stammt. Die – jetzt bitte das Blutdruckmessgerät genau im Auge behalten – nichts mit SST-Dischord-AC/DC-RKL zu tun hat. Und die ich auch nie – ich betone, niemals – in meiner Jugend gehört habe. In der kein Promi von früher mitspielt.

Reden wir über Schizophasia aus Kanada, deren Platte „3000“ jüngst erschien ist. Sie machen einen großartigen Mix aus psychedelischem Hardcore und Hardcore mit Psych. Auch zu hören sind Fragmente von Japan-Noise-Punk, GBH und Throbbing SPK im LoFi-Keller-Ambiente. Es ist eine der besten Platte, die ich seit Jahren gehört habe. Melden wir uns dann jetzt mal in Ottawa bei Mister 1000 von Schizophasia. Eine Vorbemerkung: In einer Frage in diesem Interview zu Kanada geht es um Nardwuar, die menschliche Serviette. Er war bei MTV Kanada, macht Radio in Vancouver und schreibt fürs Razorcake.

Januar 2nd, 2020

RED TAPE PARADE aus #154, 2012

Posted in interview by Jan

„Was ich bei diesen Ebullition-Bands immer sehr geschätzt habe ist, mit wie viel Liebe zum Detail die ihre Platten gestaltet haben und wie viel Zusatzinformation da oft mitrein gepackt wurde. Das Gleiche gilt für Crust, Power Violence und Screamo Bands, quasi alles, was mich musikalisch nie gereizt hat, haha. Ich hab damals bei meinen Freunden gesessen, als eine gemeinsame Plattenbestellung kam und die haben ihre 7inches ausgepackt und hatten mehrseitige Booklets und noch Aufnäher mit drin und ich saß da mit meiner Fat Wreck Single, die gerade mal ein kopiertes DINA4 Blatt beiliegen hatte, haha.“

Interview mit RED TAPE PARADE

Ihr wisst es sicherlich schon: die jüngst erschienene Platte von RED TAPE PARADE aus Bayern/Berlin, „The third rail of life“, ist mit das beste, was an melancholisch-melodischen HC-Punk der etwas bewussteren Art in der letzten Zeit raus gekommen ist. Ihr wisst schon, Dag Nasty oi. Sicher, ich kann das ja auch, so musik-journalistisch diese Platte jetzt beschreiben, „diese Hooks“, diese Refrains, „diese Stargäste auf der Platte Davies-Kreye (Funeral For A Friend), Scott Freeman (Shook Ones), Joey Cape (Lagwagon), Patrick Kindlon (End Of A Year).“, aber das wisst ihr ja alles.

Dezember 18th, 2019

DUB TRIO und NORTHERN STATE (#131, 2008)

Posted in interview by Thorsten

Das scheint dieser Tage auf Ipecac normal zu sein. Eigentlich höre ich einen bestimmten Stil fast nie, erklär ich immer wieder gerne. Aber diese oder jene Platte von jenem oder diesem Künstler gefällt mir dann doch sehr gut. Und immer wieder fällt dabei auf, dass die erwähnte Band oder der Musiker auf Mike Pattons Label veröffentlicht. Dälek gehören in diese Reihe, Imani Coppola oder eben Northern State und Dub Trio, um die es im folgenden geht.
Fangen wir mit Dub Trio an. Dub ist nun wirklich nicht der Stil, der sich sonderlich häufig im Trust wiederfindet. Ist das überhaupt je passiert? Aber das New Yorker Trio – bestehend aus Drummer Joe Tomino, Bassist Stu Brooks und Gitarrist DP Holmes – nimmt die interessanten Seiten von Dub wie diesem tiefen, intensiven Bass oder die kurzen Einsprengsel spannender Sounds und entwickelt den Sound einfach weiter. Noiserock ist für die Band vermutlich ebenso wichtig. ‚Another Sound is Dying‘ ist das erste Album auf Ipecac, was als folgerichtiger Schritt erscheint. Immerhin arbeiten Dub Trio nebenbei auch noch als Backing Band für Mike Pattons Popprojekt Peeping Tom. Das folgende Interview entstand per Mail.

Dezember 18th, 2019

DEAD CHILD (#132, 2008)

Posted in interview by Thorsten

Die Knitting Factory in New York ist an diesem Abend eher mäßig gefüllt. 50, 60 Zuschauer tummeln sich im Untergeschoss des Venues – Megadeth spielen am gleichen Abend in Brooklyn, schwere Konkurrenz ist das. „Bei unserer ersten Show war der Club voll“, erzählt David Pajo, einer der beiden Gitarristen von Dead Child. Pajo – bei diesem Abend dürfte der ein oder andere Musikfan glasige Augen bekommen. Der Mann hat vor Jahren bei Slint gespielt, jener Touch-And-Go-Band, die heute vermutlich als einflussreicher gilt als noch zu „Lebzeiten“. Jetzt lebt Pajo seine Jugendliebe aus. Metal. Das Album ‚Attack‘ ist eine einzige Hommage an die achtziger Jahre, mit richtigem Sänger und sehr coolen Riffs. Live klingt die Band noch tighter, aber das kriegen an diesem Abend nicht viele mit. Und wer weiß, wann die Gruppe erstmals in Europa zu sehen ist. Zum Interview im Bandbus erscheint dann Pajo gemeinsam mit Sänger Dahm – Alkohol und andere Stoffe machen das Gespräch zunächst zwar etwas holprig, aber irgendwann wird es dann doch was…

Dezember 18th, 2019

JOLLY GOODS (#129, 2008)

Posted in interview by Thorsten

Die Kraft des Krachmachens

Ich kann mich noch gut an das erste Konzert erinnern, welches ich von euch besucht habe. Das war vor fast drei Jahren, als ihr zusammen mit The Gazoz, einer ehemaligen Band von Edi und Tamer, die heute Teil von MIT sind, in Köln gespielt habt.
Ihr und die Jungs von MIT waren damals noch ziemlich am Anfang, bis heute scheinen sich MIT und die Jolly Goods nahezu parallel entwickelt zu haben und immer wieder schneiden sich eure Bandgeschichten …

Dezember 12th, 2019

MARY TIMONY (#118, 2006)

Posted in interview by Thorsten

Auch wenn sie sich wahrscheinlich schütteln wird, wenn sie das hört, ist Mary Timony für mich immer eine der starken Frauen des Rock gewesen. Nachdem ihre erfolgreiche Band Helium sich auflöste und Matador ihr nach dem ersten Soloalbum weitere Unterstützung verweigerte, beschloss sie sich eben nicht unterkriegen zu lassen und trotz mangelnder finanzieller Unterstützung ein Album aufzunehmen, das sie ganz ihr eigen nennen könnte. Während der Vorgänger sich vieler mittelalterlicher Melodien bediente ist „Ex Hex“ eine Irrfahrt durch das Land des Indie-Pop auf dem Teppich des innovativen Rock. Sleater-Kinneys Carrie Brownstein wusste eben, was sie tat, als sie Mary in ihr Nebenprojekt The Spells berief. Marys Partner im Leben und der Liebe so wie auf dem aktuellen Album ist Devin O’Campo, Gitarrist und Sänger der Medications. Ob es an ihm liegt, dass eine ganze Ecke Dischord-Charme auf Ex Hex abgefallen ist wird wohl nicht zu klären sein, tut aber auch nichts zur Sache. Mit einem neuen Label im Rücken wird Mary diesen Sommer erneut ins Studio gehen und das Ergebnis wird von Kill Rock Stars dieses Mal hoffentlich gebührend gewürdigt.

Dezember 12th, 2019

UNFRIESIRT (122, 2007)

Posted in interview by Thorsten

Mit dem Drummer Dirk Tassilo Hettich hing ich zufälligerweise auf einer Party des evangelischen Stifts in Tübingen ab. Wir haben genüsslich mehrere Bierflaschen geleert und ich habe im alkoholbeflissenen Gespräch herausgefunden, dass hinter diesem Mann die Band „unfriesirt“ (Melodic Punkcore) aus Sindelfingen steht. Mazze, sein pöbelnder Bandkollege, versuchte im Halbdelirium den anwesenden Partygästen zu verklickern, er sei katholischer Theologe und wie schwierig es sein im Zölibat zu leben. Wir haben uns im Hintergrund krumm gelacht. Jedenfalls dachte ich eine ganze Weile, diese rotzfrechen jungen Männer hätte keine Punkattitude und „unfriesirt“ sei eine weitere Gruppe, die sich mit all den Äußerlichkeiten „Des Punks“(erschlagt mich bitte nicht für diesen allumfassenden Begriff) schmückt. Darin habe ich mich aber schwer getäuscht. Diese Band vertritt tatsächlich interessante Ansichten. In einem spontanen Gespräch plauderte Dirk von seinen Vorstellungen was eine Punkband ausmacht und ich griff, ohne ihn vorzuwarnen, überrascht zum Aufnahmegerät

Dezember 12th, 2019

MIT (#127, 2007)

Posted in interview by Thorsten

KÖLN, LONDON, TOKIO

Euch gibt es in der jetzigen Besetzung seit ungefähr zwei Jahren. Vorher haben Edi und du noch alleine musiziert, bis Felix am Schlagzeug hinzustieß habt ihr noch einen Drumcomputer benutzt. Fass doch für die TRUST-Leser einmal kurz die Anfänge von MIT zusammen.

Wir beide haben schon vorher in diversen Bands zusammen gespielt, bis wir dann vor ca. drei Jahren angefangen haben elektronische Musik zu machen. Zuerst wie du schon sagtest noch zu zweit, mittels Synthesizern, Drumcomputer und Gesang. Felix kam dann ungefähr ein Jahr später hinzu, seitdem gibt es uns in dieser Besetzung – und mit richtigem Schlagzeug.

Dezember 6th, 2019

NOISOLUTION RECORDS aus #146, 2011

Posted in interview by Jan

Nois-o-lution

In ein paar Jahren wird das womöglich eine echte Rarität sein: ein Label, das einen eigenen Geschmack hat und das sich durch diesen Geschmack auch in seiner Veröffentlichungspolitik leiten lässt.
Was nicht heißt, dass alles, was Arne Gesemann in 15 Jahren Bestehen von Nois-o-lution veröffentlicht hat, auch meinen eigenen persönlichen Vorlieben entspricht. Immer mal wieder kommt eine Platte daher, die ich eher als unaufregend bezeichnen würde. Aber genau das gehört dazu bei einem guten Label: Zu machen, was man möchte. Das lässt sich auch an der Gesamtzahl der Noiso-Alben seit 1995 ablesen. Da gibt es Jahre, in denen vier Alben erschienen sind. Vier.