Juni 3rd, 2019

TRUST # 196 (June/July) is out now!

Posted in news by Dolf

Ab sofort ist das TRUST #196 erhältlich, bei Deinem Lieblingsplattenladen oder Mailorder sowie im gut sortierten Bahnhofsbuchhandel.

Der Inhalt diesmal:
Interviews/Geschichten:

Martin Sorrondeguy, Proud to be punk Fanzine, Ventil Verlag und Chain Cult

Wie gewohnt gibts natürlich ehrliche Reviews von Platten, Zines und Büchern sowie ausgesuchte Tourtermine, geile Konzertfotos und oberschlaue Kolumnen – das Ganze als graphisches Gesamtkunstwerk.

Juli 17th, 2019

FOETUS (#91, 2001)

Posted in interview by Thorsten

DIE RÜCKKEHR DES APOKALYPTISCHEN BILDERSTÜRMERS

Seine Musik hat mich seit Mitte der 80er kontinuierlich begleitet. „NAIL“ und „HOLE“. Der Apokalyptiker mit den unzähligen Gesichtern. „I´LL MEET YOU IN POLAND, BABY“ und „ENGLISH FAGGOT“.
Schwarzer Ritter, todessüsser Joker und Grand Arrangeur in einer Person.
FOETUS CORRUPTUS, FOETUS OVER FRISCO. Zynisch und weltabgewandt und voll von selbstzerstörerischer Energie. Der bastardisierte Sinatra, der ganze Orchester in Auflösung begriffen in den Abgrund marschieren lässt.
Ein Loner, der selten lächelt und sich in großartig-tragischen Gesten verliert. Herr CLINT RUIN alias JIM G. THIRLWELL. STEREOID MAXIMUS und MANOREXIA. Begnadeter Elektroniker, Performer und Multi-Instrumentalist. Großer Hexenmeister des strukturierten Krachs. Lange war keine Dissonanz aus seinem Musik-Laboratorium, dem „self-immolition-studio“ mehr zu vernehmen.

Juli 17th, 2019

PLEASURE FOREVER (#90, 2001)

Posted in interview by Thorsten

Irgendwann im Mai drückte mir ein amerikanischer Bekannter eine Mini-CD in die Hand. „Hör dir die mal an, mit denen arbeite ich künftig“, meinte er nur – was für Musik das sein könnte, sagte er nicht. Ich war schon beim ersten Hören beeindruckt: Ich liebte diese ausschweifenden Orgel-Parts in den Songs, die für Punk viel zu lang waren. Aber es war immer noch Punk, was diese Band machte – Punk in dem Sinne, wie ihn Juno auch auf ihrer neuen Platte spielen. Nur vielleicht nicht so nachdenklich, zerbrechlich und verinnerlicht, sondern weit dekadenter, exzessiver, nicht unbedingt Lebensbejahender, aber sicherlich -genießender. „Goodnight“ hieß die CD und Pleasure Forever die Band, die seither definitiv zu meinen Favoriten gehört.

Juli 17th, 2019

ANFALL (#89, 2001)

Posted in interview by Thorsten

Frei nach dem Motto „besser spät als nie“ habe ich an einem sonnigen Frühlingstag im März ein kleines Interview mit Rudey, dem Gitarristen, Songwriter und Bandmitbegründer der Band ANFALL geführt – zur aktuellen Scheibe und auch noch zu einigen anderen Dingen mehr…
Lest selbst, was der PunkROCKER aus Hannover zu sagen hat, und freut euch auf das ein oder andere nicht ganz ernstgemeinte Statement!

Juli 15th, 2019

CHAINBREAKER (#121, 2006)

Posted in interview by Jan

SUPPORT YOUR LOCAL TRESENCREW: CHAINBREAKER

Chainbreaker kommen aus Potsdam und überzeugen durch schnörkelosen Hardcore, der leicht ins grindige geht, aber überraschend metalfrei und ohne dicke Eier rüberkommt. Dieser Einleitungssatz war für Daniel vom Trust, der immer die Musikbeschreibungen von Bands in den Einleitungen vermisst; also, HC der Septic Death /Siege/Heresy-Schule mit Grindcore-Einschlag aus Ostdeutschland. Ich habe den lustigen Berliner Slang (also ich finde den immer lustig) der Burschen mal so gelassen und wünsche euch viel Spass.

Juli 15th, 2019

MYKEL BOARD (#118, 2006)

Posted in interview by Jan

„Unknown towns are fun. That’s when and where it’s possible to imagine that everybody you meet is nice.“ (Celine)

Interview mit MYKEL BOARD

Mykel Board schreibt seit 1982 seine Kolumne im Maximum Rock´n´Roll; es sind lange und lesenswerte eigenständige Texte, die der alte Mann aus New York da jeden Monat raushaut. Da ich mit ihm wegen seines Textes für die TRUST Sex und Musik Ausgabe im Email Kontakt war und es kurzfristig so aussah, als ob ich nach New York fahren würde (was aber nicht geklappt hat), dachte ich mir, dass ich dem guten Mann mal ein paar Fragen per Email stelle, die dann auch sehr schnell im März 2006 beantwortet worden. Viel Spass, see you on board.

Juli 15th, 2019

DROPDEAD (#192, 2018)

Posted in interview by Jan

DIY No Bullshit pissed Off personal-political HC-Thrash:
im Gespräch mit
DROPDEAD.

Die heutigen (ü) 40 Fans werden sich bestimmt noch gut an die (Konzerte der) wahnsinnigen Amis von Dropdead in den 90er erinnern. Für alle anderen hier erstmal ein paar Infos zur Band. 1989 trafen sich in Providence (im Bundesstaat Rhode Island an der amerikanischen Ostküste) Bob und Ben zum Musizieren. Daraus wurden dann Anfang1991 Dropdead. Ziel: Hardcore Thrash mit persönlichen und politischen Texten. Die Mittel: rühre Confuse, Siege, Lärm, Crass, Swans, Infest, SSD, Pandemonium, Icons of Filth, Gauze, Septic Death, Discharge und Anti-Cimex zusammen und mixe alles gut durch!

Juli 15th, 2019

BOY DIVISION aus (#134, 2009)

Posted in interview by Jan

Ein Abend vor Halloween irgendwo in Hamburg. Fünf gestandene Männer, die ihre gemeinsame musikalische Aktivität BOY DIVISION nennen, haben sich versammelt, um fünf Fragebögen zu beantworten, die ihnen per E-Mail zugeschickt wurden. Auf dem Tisch: Ein Aufnahmegerät samt Mikrophon. Gleich daneben: Eine Knabbertüte, die anfangs öfters empfindlich knistert. Gläser klirren. Die Stimmen: Durcheinander und zumeist nicht identifizierbar. Die Stimmung: Heizt sich auf.

Juli 15th, 2019

DINOSAUR JR (#124, 2007)

Posted in interview by Jan

Mittlerweile dürfte sich so einiges herumgesprochen haben: Dass Dinosaur jr. mitsamt dem alten Schriftzug wieder da sind, mit Murph und Lou. Dass sie eine neue Platte gemacht haben. Dass diese wieder mal sehr toll und dinosaur-mäßig geworden ist (wobei sich nicht ganz so weit herumgesprochen hat, dass sie eher klingt wie die Dinosaur nach dem Auseinanderbrechen der Urbesetzung und nicht, wie irrtümlicherweise mindestens in jeder zweiten Besprechung behauptet, ganz und gar nach „Bug“ oder gar „You’re Living All Over Me“ klingt, die, wie sich wiederum begrenzter Bekanntheit erfreut, vor zwei Jahren neu aufgelegt wurden). Dass J Mascis ein schweigsamer Mensch ist.

Juli 15th, 2019

SHELLAC aus (#146, 2011)

Posted in interview by Jan

„To the one true God above: here is my prayer – not the first you’ve heard, but the first I wrote. (not the first, but the others were a long time ago). There are two people here, and I want you to kill them. Her – she can go quietly, by disease or a blow to the base of her neck, where her necklaces close, where her garments come together, where I used to lay my face…

That’s where you oughta kill her, in that particular place. Him – just fucking kill him, I don’t care if it hurts. Yes I do, I want it to, fucking kill him but first make him cry like a woman, (no particular woman), let him hold out hope that someone or other might come then fucking kill him Fucking kill him. Kill him already, kill him. Fucking kill him, fucking kill him, Kill him already, kill him… Amen“

Ein Interview mit Bob Weston / SHELLAC

Shellac. Noise-Rock aus Chicago. Präzise. Gefährlich. Unglaublich erregend. Geil. Fies. Ein Uhrwerk. Die Überschrift der Text von dem Song „Prayer to God“, ein mächtiger abgefuckter Ripper vor dem Herrn, ein Schlag mit Ansage in die Weichteile und du willst immer noch mehr. Die „Terraform“ könnte man weglassen und die „Italien Greyhound“ auch, aber den Rest brauchst du!

Juli 8th, 2019

JOSEPH BOYS (# 190, 2018)

Posted in interview by Jan

„Ich bin am ganzen Körper tätowiert – in Hautfarbe! In Hautfarbe!“

Im Dialog mit den JOSEPH BOYS

Es war ja so: im September 2015 brachen die Düsseldorfer JOSEPH BOYS nicht nur den Rekord am Höchst-Konsum von Backstage-Getränken im Dreikönigskeller in Frankfurt am Main – sie machten auch „nebenbei“ noch so geile Punk-Musik, dass ich zu dem Veranstalter, ein alter Freund der Band und früherer Trust-Schreiber, nur meinte „Schade, das wird das letzte Mal sein, dass wir die Band in diesem kleinen Rahmen sehen werden, sie sind einfach zu gut!“. Dazu stehe ich weiterhin und die Band wird einfach immer besser.

Juli 8th, 2019

FLUXUS/BENJAMIN PATTERSON (#161, 2013)

Posted in interview by Jan

„Als ihr angefangen habt, was waren eure Einflüsse, Dada und Surrealismus?
Unzufriedenheit! Ganz am Anfang stand die Unzufriedenheit. Du schaust dich nicht nach anderen Alternativen um, wenn du zufrieden bist. Das war zuerst. Auf jeden Fall dann der Existentialismus aus Europa. Sartre und Camus, das lasen wir alle und war für uns 100 Prozent eine wichtige Inspiration. Wittgenstein war Pflichtlektüre. Zen-Buddhismus war auch wichtig, ich denke, dass waren so die wichtigsten intellektuellen Einflüsse. Und natürlich ein generelles Interesse an der Musik weltweit, die neu war, indische Musik wurde gerade bekannt.“

Im Gespräch mit Fluxus-Künstler Benjamin Patterson

Fluxus ist eine Kunstrichtung (Musik, Literatur, Videos, Malerei, Performance), die 1961 zuerst in New York entstand. Die offizielle Geburtsstunde war das Jahr 1962 in Wiesbaden. Und somit wurde 2012 das 50 jährige Fluxus-Jubiläum gefeiert. Es gab in der „Zeit“ zu diesem Anlass einen guten Artikel, an dem ich mich im folgenden anlehne.

Juli 8th, 2019

MEUDIAMORTE RECORDS (#118, 2006)

Posted in interview by Jan

MEUDIADEMORTE RECORDS

Durch viel Liebe zum Detail zeichnen sich die Platten des saarländischen Labels MEUDIADEMORTE aus, welches seit nun vier Jahren vorallem experimentelle, teils recht obskure, Musik veröffentlicht.
Labelmacher Pascal beschränkt sich nicht nur auf oftmals vorhandene ein / zwei typische Stilrichtungen bei auch kleinen Plattenfirmen, sondern released was gefällt:  Sei es nun Noise, Post Punk, Elektronik oder auch mal poppige Sachen.

Juli 4th, 2019

TICS (#188, 2018)

Posted in interview by Jan

Im TRUST # 186 schrieb Stone in einem Review, über die aus Köln stammenden TICS: „Ihre Songs, nie über zwei Minuten lang, hibbeln nervös wie bei den Minutemen. Und handeln von den Symptomen des Lebens im entwickelten Kapitalismus… Minutemen als nächstliegende Referenz nannte ich bereits, wobei manches in den Gitarren (und das punktuell eigesetzte, schön frei dahintrötende Saxophon) dann auch an Slovenly erinnert, auch die Art wie hier eher skandiert als gesungen wird“. MINUTEMEN! SLOVENLY! Attitüde! Saxophon! waren die vier resultierenden Schlagwörter, die meine Interesse sofort weckten.

Juli 4th, 2019

Gouge Away aus # 195, 2019

Posted in interview by Jan

Über das Rezept für Lieblingsplatten
Interview mit Gouge Away

Wann habt ihr das letzte Mal eine Band für Euch entdeckt? Eine, die Euch umhaut. Ihr hört die Platte rauf und runter. Sie ist Euer Soundtrack, wenn Ihr in der Abenddämmerung durch die Straßen zieht. Sie bringt Euch dazu, in lauen Sommernächten viel zu schnell mit dem Fahrrad nach Hause zu rasen. Oder im Auto den Refrain mitzubrüllen und dabei die Faust zu recken. Die Texte sprechen Euch aus dem Herzen und ihr könnt einfach nicht still sitzen, wenn Ihr sie hört. Die Musik bewegt Euch. Sie trifft einen Nerv – Euren Nerv. Wann ist es Euch das letzte Mal passiert?

Juli 1st, 2019

ALICE BAG (# 186, 2017)

Posted in interview by Jan

ALICE BAG dürfte den meisten von euch bekannt sein, als Sängerin von The BAGS, die 1978 auf Dangerhouse Records, die „Survive“-Single und ein Jahr später auf dem Sampler „Yes L.A.“ den Song „We don´t need the english“ veröffentlichten. 1992 wurde aus der gleichen Aufnahmesession, für den zweiten Dangerhouse-Sampler noch der Punkrockknaller „We will bury you“ ausgegraben.

Juli 1st, 2019

PENNY RIMBAUD (# 186, 2017)

Posted in interview by Jan

“Yes that’s right, punk is dead. It’s just another cheap product for the consumers head. Bubblegum rock on plastic transistors. Schoolboy sedition backed by big time promoters. CBS promote the Clash. But it ain’t for revolution, it’s just for cash. Punk became a fashion just like hippy used to be and it ain’t got a thing to do with you or me.

Movements are systems and systems kill. Movements are expressions of the public will. Punk became a movement cos we all felt lost. But the leaders sold out and now we all pay the cost. Punk narcissism was social napalm, Steve Jones started doing real harm. Preaching revolution, anarchy and change. As he sucked from the system that had given him his name.

Well I’m tired of staring through shit stained glass. Tired of staring up a superstars arse. I’ve got an arse and crap and a name. I’m just waiting for my fifteen minutes fame. Steve Jones you’re napalm. If you’re so pretty (vacant) why do you swarm? Patti Smith you’re napalm. You write with your hand but it’s Rimbaud’s arm.

And me, yes I, do I want to burn? Is there something I can learn? Do I need a business man to promote my angle? Can I resist the carrots that fame and fortune dangle? I see the velvet zippies in their bondage gear. The social elite with safety-pins in their ear. I watch and understand that it don’t mean a thing. The scorpions might attack, but the systems stole the sting.

PUNK IS DEAD. PUNK IS DEAD. PUNK IS DEAD.“
(CRASS, 1978)

Juli 1st, 2019

MAXIMUM ROCKNROLL Fanzine (# 184, 2017)

Posted in interview by Jan

Trust: Warum sind gedruckte Punk Fanzines noch wichtig?
Grace: In einer Welt, in der unsere Community und Kultur aggressiv zu einer Ware gemacht und von gigantischen Firmen als unabhängige Sache verschleiert wird, ist es wichtig, an den Formaten festzuhalten, die so lange gut für uns waren! Die Materialität von Print ist auch erstaunlich – in fünfzig Jahren werden wir immer noch Ausgaben vom MRR und Trust zum Durchblättern haben, lange nachdem Links zu Noisey zu 404-Fehlern reduziert sind.

MAXIMUM ROCKNROLL FANZINE

Klar, es gab vor dem Maximum RocknRoll Fanzine schon gedruckte Punk-Fanzines, zum Beispiel das PUNK Magazine in New York oder das FLIPSIDE aus Los Angeles. Aber sie sind lange tot. Wer sich für gedruckte Punk-Fanzines interessiert und nicht im Gestern leben möchte, der kommt am Maximum RocknRoll (MRR) Fanzine aus San Francisco nicht vorbei.

Juli 1st, 2019

L7 (#185, 2017)

Posted in interview by Jan

L7 (und die Grenzen des Musikjournalismus)

Die Welt befand sich in einem merkwürdigen Wartezustand. Zumindest der Teil der Welt, den es interessierte ob Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika werden würde oder nicht. L7 sind vielleicht nicht gerade eine Punk-Band, aber sie waren immer eine politisierte Band, die auf Dauer ihren Vorschlag Pretend we’re dead vielleicht etwas zu ernst genommen hat. Nicht als ironische Kritik an den Wünschen des Establishments, sondern als tatsächliche Handlungsmaxime. Wobei, andererseits waren sie gerade inmitten ihrer Reunion-Tour im September 2016 und wollten noch ein letztes Lebenszeichen von sich geben.

Juni 25th, 2019

Dominik Canalterror (# 191, 2018)

Posted in interview by Jan

von Canalterror über Molotow Soda hin zu F*cking Angry:
Interview mit Dominik S. aka Junk Punk aka Nik Nasty

Es war 1992 und wir waren mit dem Leverkusener Ski- und Surf-Club in Frankreich für zwei Wochen. Ich war 14 Jahre alt und ein Tape lief am Strand fast jeden Tag und besonders abends zum Trinken, der „Festival der Volxmusik“-Sampler. Ami-HC kannte ich schon, aber auch dieser (Fun-) Punk hatte es uns mächtig angetan. Auf dem Sampler befindet sich als Eröffnungsstück der geniale Song „Wasserleichen“ der Bonner Band Molotow Soda, mit dem hingerülpsten Unterbrecher der Messe-Zeremonie.

Juni 25th, 2019

S/T (#130, 2008)

Posted in interview by Jan

S/T….psychedelischer us-Kraut-Rock

Klar kennt ihr das, das man auf einem Konzert von einer völlig unbekannten Band total überwältigt wird… eher seltener ist das Erlebnis, dass man einer Band neutral gegenübersteht, weil man mit der Musikrichtung nicht so viel anfangen kann, eventuell schon mal ein paar ältere Aufnahmen gehört hat und dann beim ersten Live-Auftritt völlig erfreut wird?

Juni 25th, 2019

Chicks on Speed (#121, 2006)

Posted in interview by Jan

CHICKS ON SPEED: On Speed, Spex and other Non-Essentials

Im Rahmen der c/o Pop lud die Intro die Elektrosensation Chicks on Speed, halb Performance Art Projekt, halb Band, ein und ich ergriff die Gelegenheit beim Schopf Melissa Logan, Gründungsmitglied der Band und des gleichnamigen Labels zu interviewen. Auch wenn ihre Choreographien einstudiert wirken, ist Stagnation ein Fremdwort für die Frauen. An diesem Abend sind ebenfalls auf der Bühne zu bewundern: Alex Leslie-Murray, ebenfalls Gründungsmitglied der Gruppe, die mich auf Grund ihrer Marschiertanztechnik an Johanna Fateman von Le Tigre erinnert, und Anat, Neuzugang der trotz einem Kampf ähnelnden Auseinandersetzungen mit dem DVD-Player herzlich vom Publikum angenommen wird, da sie auch obwohl sie ihre Sticks verlegt hat es sich nicht nehmen lässt mit voller Wucht auf die Standtom einzuschlagen.

Juni 25th, 2019

EXPLOSION (#87, 2001)

Posted in interview by Thorsten

Vor eineinhalb Jahren besuchte ich mit meiner Freundin, die seinerzeit in Boston lebte, ein laut Flyer äußerst unterhaltsamen Spätnachmittag versprechenden All Ages Sieben oder so Bands Event. Dieser fand glücklicherweise in einem viel zu kleinen, alten Lagerraum statt, der keine Belüftung besaß, was zusammen mit der ächzenden Hochsommerhitze zu eher unangenehmen Umständen führte, die durch einen gigantischen Sonnenbrand, dem vielleicht schlimmsten meines Lebens, weiter nach unten gezogen wurden. Unter den Bands befanden sich auch die Explosion, die dem derzeitigen Chic gemäß mit einem Rattenschwanz von schlechten Tattoos und Endsiebzigerkleindungslook wie auch einem ordentlichen Schlag des englischen Punkrocks der damaligen Jahre bewaffnet die Ecke des Raumes, wir wollen´s mal die Bühne nennen, in Gewahrsam nahmen.

Juni 25th, 2019

TANGER (#87, 2001)

Posted in interview by Thorsten

The night I bombed Dresden

Schauplatz Fort Collins, Colorado. BLACK FLAG kamen da her. DESCENDENTS, ALL.

Und jetzt TANGER. Ganz was anderes. Drei junge Männer, die Verzweiflungsmomente in Glücksgefühle verwandeln können. Die auf die Ur-Formel setzen: Kraft der Musik; Schlagzeug, Bass und Gitarre als Spieleinheit. Und im Fall TANGER maximal komprimiert und zu einem Energiestrahl verdichtet, der wirklich seines gleichen sucht. Ohne Pathos, ohne die handelsüblichen Selbstdarstellungen des Rock-Zirkus wird sich auf das Wesentliche beschränkt, auf den Punkt gerockt. Erdverbunden wie ein Kettenförderer im Untertagebau greift bei diesem Trio ein Zahnrad ins andere, wird ein Schub entwickelt, der sich ungeschminkt und hässlich unter die Oberfläche frisst, bohrt und weiter vorwärtsstösst.

Juni 25th, 2019

SPITFIRE (#87, 2001)

Posted in interview by Thorsten

Geographisch gesehen nimmt die Dichte an Bands, welche man im Allgemeinen so kennt, nach „Osten“ hin leider ab. Aurora aus Ungarn, Sto Zvirat und das Day After Records Umfeld aus Prag sind noch in greifbarer Nähe, zudem fliegen irgendwo bei mir noch zwei Mix Tapes von einem Kumpel aus dem lettischen Riga rum, aber dann müsste man noch etwa 15000 Kilometer weiter fliegen um in Amerika all die ach so grandiosen Ami Bands nennen zu können. Spitfire aus dem russischen St. Petersburg machen sich seit Jahren daran, diese riesige Lücke zu stopfen. Da ist es fast schon zweitrangig, dass sie erstklassigen SKA Punk spielen der den Vergleich mit den Mighty Mighty Bosstones nicht zu scheuen braucht, aber mit dem teils russischen Gesang und Ausflügen in die musikalische Tradition des Landes, nicht so ganz auf den hippen „Trans Amerika Express“ setzen will.

Juni 18th, 2019

THE WOGGLES (#86, 2001)

Posted in interview by Thorsten

Wer sind denn nun schon wieder die Woggles? Wer sie nicht kennt, sollte hier versuchen, einen kleinen Einblick in das Woggles-Universum zu gewinnen, verbunden mit der Aufforderung, sich dazu möglichst auch mal eine Hörprobe zu Gemüte zu führen. All das, was jetzt zu lesen ist, ist auch zu hören und zu sehen. Im Cookys, einem Frankfurter Club, war am 29.11.2000 die Gelegenheit dazu. Und obwohl der Publikumszuspruch sehr, sehr spärlich ausfiel, haben sich die Woggles in keiner Weise genötigt gefühlt, mit ihrer Bühnenpräsenz ein Sparprogramm zu fahren. Wer nicht da war, Pech, wer sie gesehen hat, Glückwunsch.