August 3rd, 2019

TRUST # 198 (October/November) is out now!

Posted in news by Dolf

Der Inhalt diesmal:
Interviews/Geschichten mit:

Primetime Failure, Atheist Refugees, Golden Shop, The Raws, Super Unison, Larkin Love und F.O.D.

Wie gewohnt gibts natürlich ehrliche Reviews von Platten, Zines und Büchern sowie ausgesuchte Tourtermine, geile Konzertfotos und oberschlaue Kolumnen – jedes Heft ein graphisches Gesamtkunstwerk!

Oktober 9th, 2019

TED LEO (#125, 2007)

Posted in interview by Thorsten

Mea Culpa. Eigentlich hätte Ted Leo schon vor Jahren im Trust auftauchen müssen. Mindestens seit der zweiten Platte ‚Tyranny Of Distance‘, durch die ich zumindest vor sechs Jahren den Ex-Sänger von Chisel kennen lernte. Er hätte auftauchen müssen, weil er – und das ist im Indierock mit Pop-Appeal so selten geworden – eine Menge zu sagen hat und das in wunderbar eingängige Songs verpackt. Das gilt auch (oder gerade) für ‚Living With The Living‘, dem neuen Album Leos, auf dem wiederum persönliche und politische Themen bunt durcheinander gemischt wurden. Jetzt bestand endlich die Gelegenheit, mit dem Mann persönlich zu reden. Und weil es so viele Dinge gibt, die Leo in den 14 neuen Songs (plus Intro) anspricht, sind wir einfach mal sämtliche Lieder der Reihe nach durchgegangen. Eine Album-Besprechung mit dem Sänger persönlich sozusagen.

Oktober 9th, 2019

ISIS (#141, 2010)

Posted in interview by Thorsten

Keine Aufklärung
Schwankend, nicht strahlend

Es ist ja nicht so, dass wir hier nicht auch mal intern debattierten, bevor ein Thema ins Heft kommt. Bei Isis zum Beispiel (Wolves In The Throne Room wären ein anderes). Die sind gewissermaßen Stammgäste im Trust. Allerdings: Es gab diesmal Einwände. Oder besser: den Hinweis, es gebe da unselige Verflechtungen, die nicht recht zum heftinternen Konsens passen wollten. Aaron Turner nämlich, Gitarrist und Sänger von Isis sowie Gründer des Labels Hydra Head Records, „spielt in einem Band-Projekt namens Twilight zusammen mit einem Herren von der NS-Black Metal Band Krieg, der sich Lord Imperial nennt und in einem Interview seinem Wunsch Ausdruck verleiht, Mitglied in der NSDAP zu sein, da er mit dieser in vielem übereinstimme“, so habe eine Recherche ergeben.

Oktober 4th, 2019

POISON CITY RECORDS/A DEATH IN THE FAMILY (#124, 2007)

Posted in interview by Thorsten

Sie sind aus Melbourne, Australien. Sie kannte vor kurzem niemand und sie waren im Herbst 2006 mit Leatherface in Europa auf ausgedehnter Tour. Wer die Jungs gesehen hat weiß, warum ich behaupte, dass die Live richtig klasse sind. Aber das ist nicht nur Live so – das Album „This Microscopic War“ von 2006 hat in meiner persönlichen Playlist eingeschlagen wie eine Bombe. Wo Hot Water Music mich persönlich nicht mehr begeistern können, liefern A Death In The Family Punk / Rock mit Einflüssen von Hüsker Dü bis Leatherface, die eine gesunde Mischung ergeben und frischen Wind in meine Plattensammlung bringen. Außerdem sind und waren Leute von A Death In The Family in Bands, wie H-Block 101, Fast Times, Days of Iris und ehemals auch in Motor Vehicle Sundown. Nicht nur, dass Radio Birdman im letzten Jahr eine grandiose Scheibe veröffentlicht haben, nein, hier gibt es gleich noch eine weitere spitzen Band aus Australien.

Oktober 4th, 2019

DAN YEMIN (#124, 2007)

Posted in interview by Thorsten

Wie schafft der Mann das bloss?!? Eine Frage die ich mir beim musikalischen Output von Dan Yemin ständig stelle. Sänger und Hauptsongwriter bei PAINT IT BLACK, Gitarrist bei den relativ frisch re-unionierten LIFETIME und Bassist bei der Alte-Herren-Punkband ARMALITE (bei denen auch ATOM ohne sein Package mitmischt).
Und ganz „nebenbei“ arbeitet er auch noch als freiberuflicher Psychotherapeut mit eigener Praxis.
Das es da schwierig war kurz vor Weihnachten auch noch einen Interviewtermin für ein deutsches Fanzine („TRUST? are you guys still a print fanzine?“) zu finden ist klar.

Oktober 3rd, 2019

PARTYLINE aus #115, 2005

Posted in interview by Jan

PARTYLINE

Im Gegensatz zu anderen Bands aus Washington DC, die meist den „wir sind auf Dischord“ – Bonus haben, eilt Partyline eine andere Reputation voraus. Sie wurden nämlich von niemand geringerem als Ex-Bratmobile Frontfrau Allison Wolfe, die immer noch quietschfidel und quicklebendig ist, gegründet. Während die Musik mich in das Olympia, Washington der frühen Neunziger zurückführt (hiermit möchte ich eine Empfehlung an all die aussprechen, die Bikini Kill damals verpasst haben), ist der Stil, den Allison seit jeher propagiert, noch weiter in der Vergangenheit beheimatet.

Oktober 3rd, 2019

OMEGA MASSIF # 168/10-2014

Posted in interview by Jan

„Also, dieses „Kein Gesang“-Ding kam schon sehr stark aus meiner Richtung. Ganz einfach deswegen, weil es mir echt immer total auf den Sack ging, dass bei Bands immer so ein Hempel ins Mikro schreit. Das ging mir immer auf den Senkel. Es gibt Leute, die das sehr gut machen, dann sollen die das auf jeden Fall machen – und es gibt Leute, die schreien, damit einer schreit, so was hat mich schon immer gestört.“

Omega Massif: Die Dialektik des Gebirges

Omega Massif sind eine der beeindruckensten (live-) Bands. Sie stehen in einem Kontinuum aus geilen „neuen“ Bands aus Deutschland, die aus dem HC-Punk kommen, soundmässig aber eher in doomigen metallischen Sümpfen beheimatet sind.

Oktober 3rd, 2019

AUTOR JAKOB KAPELLER

Posted in interview by Jan

Ja wie jetzt Krise, die Modelle stimmen doch alle ???

„Wenn man im alltäglichen Leben auf die Frage nach den Wetteraussichten die Auskunft erhält, dass sich das Wetter, falls keine Änderung eintrete, durchaus in der bisherigen Weise verhalten werde, dann wird man normalerweise nicht mit dem Eindruck davongehen, in besonderem Maße informiert worden zu sein.“

Die Krise begann 2007 und wird auch 2014 nicht verschwinden.  Durch sie ist Kapitalismuskritik wieder „in“. Manche sagen, dass man nun deutlich die Pathologien des Systems beobachten kann und sie überlegen, ob vielleicht die der „falschen“ Praxis zugrunde liegenden Theorien nicht schon falsch waren… Sicherlich: dieser Gedanke ist keineswegs falsch, aber eben auch nicht neu. Und der Soziologe Hans Albert war auch nicht der erste, der sich diese Fragen nach Theorie und Praxis stellte.

Oktober 3rd, 2019

ALTE SCHULE MASTHORN aus # 176, 2016

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ALTE SCHULE MASTHORN

Es ist nicht ganz einfach, Leute zu interviewen, die man schon sehr lange kennt. Der Vorteil ist: man kann über vieles mal länger reden. Der Nachteil: für Außenstehende ist es oft nicht so interessant, weil man den Background nicht teilt. Ob uns die Balance geglückt ist, euch ein tiefschürfendes Gespräch zu präsentieren, was nicht zu „Inzucht“-mäßig wirkt, müsst ihr entscheiden, der Wille dazu war in jedem Falle da.

Oktober 3rd, 2019

BLIND IDIOT GOD aus #177, 2016

Posted in interview by Jan

„SST war das einzige Label, das uns je bezahlt hat“

„We were supposedly the loudest band to ever play CBs. I think Hilly Kristal banned us—or didn’t want us back after that—because a bunch of stuff fell out of the ceiling and he was worried we were going to blow out the PA. It’s just because we don’t have a singer so we can push things a little harder.“ (Andy Hawkins)

Es war eine der erfreulicheren Erscheinungen des vergangenen, doch eher unerfreulichen Jahres. Ein neues Album von Blind Idiot God, verbunden mit der Nachricht, dass auch Konzerte in Europa folgen. Ein Grund, bei Andy Hawkins, einzig verbliebener Gründer der famosen Band, per E-Mail nachzufragen, wie es so geht.

September 25th, 2019

Alles könnte anders sein – Eine Gesellschaftsutopie für freie Menschen, Harald Welzer

Posted in bücher by Dolf

S.Fischer Verlag, Hedderichstr. 114, 60596 Frankfurt, www.fischerverlage.de

Dies ist das erste Buch das ich von dem „Zukunftsarchitekt“ und Soziologen Welzer in die Hand bekommen habe und somit kenne ich seine anderen Bücher nicht, dennoch liest sich das hier wie eine gute Zusammenfassung aus seinem bisherigen Schaffen. Das Buch ist unterteilt in drei große Kapitel: „Wiedergutmachen“, „Alles könnte anders sein“ und „Der neue Realismus“. Am Anfang erklärt der Autor das am Kapitalismus nicht alles schlecht war und es geht um die Widersprüchlichkeit von freien Menschen in Gesellschaften, Mythen werden beim Namen genannt und es ist Zeit für die Wirklichkeit.

September 25th, 2019

Die Resonanzstrategie – Warum wir Nachhaltigkeit neu denken müssen, Fritz Reheis

Posted in bücher by Dolf

Oekom Verlag, Waltherstraße 29, 80337 München, www.oekom.de

Der Autor gilt als einer der geistigen Väter des Begriffs und Konzepts der Entschleunigung und hat schon mehrere Bücher zum Thema veröffentlicht. Auf der Rückseite des Buches steht eine prima Zusammenfassung: „ Was braucht der Mensch für ein gutes Leben? Wonach sehnen wir uns von Beginn an? Nach Resonanz! Jeder Mensch erhofft sich Resonanz auf das, was er tut: dass er verstanden wird, wenn er sich anderen mitteilt; dass er Antworten erhält, wenn er Fragen stellt; dass die Natur gedeiht, wenn er sich um sie kümmert; dass Entscheidungen, die er trifft, sich auch »stimmig« anfühlen. Resonanz ist auch der Schlüssel zu einem neuen Verständnis von Nachhaltigkeit.

September 25th, 2019

Wahrheit und Verschwörung – Wie wir erkennen, was echt und wirklich ist, Jan Skudlarek

Posted in bücher by Dolf

Reclam Verlag, Siemensstr. 32, 71254 Ditzingen, www.reclam.de

Wären wir eine akademisch-wissenschaftliche Zeitschrift, müssten wir dieses Buch wohl in der Luft zerreißen, da wir das aber ja nicht sind… ein paar Sätze dazu. Es geht um einige Verschwörungstheorien und wie doof die sind, wie man sie leicht durchschauen kann und all die andern Dinge die man über Verschwörungstheorien weiß – oder eben nicht. Außerdem versucht Skudlarek, mehr oder weniger erfolgreich, zu erklären was Wahrheit ist und wie sie zustande kommt. Banalitäten wie das zwar jeder eine Meinung haben kann, aber eben nicht jeder seine Fakten nach belieben suchen darf, werden auch ausgeführt.

September 25th, 2019

Losing Earth – Nathaniel Rich

Posted in bücher by Dolf

Rowohlt Verlag, Hamburger Straße 17, 21465 Reinbek, www.rowohlt.de

„Alle wussten sie Bescheid – und wir wissen es immer noch. Wir wissen, dass der schrittweise oder auch schlagartige Wandel unseres Planeten die ganze Weltordnung verändern wird. Wir wissen das wir den Untergang unserer Zivilisation riskieren, wenn wir die Emissionen nicht drastisch reduzieren.“ Das Zitat aus dem Buch fasst es ganz gut zusammen, es geht um den Klimawandel bzw. die Unfähigkeit der Menschheit diesen nicht zu befeuern. Das Thema ist heute genauso aktuell wie vor dreißig Jahren. Denn mindestens seit den 70er Jahren ist die Problematik bekannt und wurde auch schon von den obersten Stellen in der Politik und führenden Wissenschaftlern als ernsthaftes Problem anerkannt und diskutiert.

September 25th, 2019

Ins Gras gebissen – Die skurrilsten Todesfälle aller Zeiten, James Proud

Posted in bücher by Dolf

Lappan Verlag, Würzburger Straße 14, 26121 Oldenburg, www.lappan.de

Das Buch erschien 2018 im englischen Original unter dem Titel: „Unusual Ways to Die – History‘s Weirdest Deaths“. Hier werden die seltsamsten, unglaublichsten und eigentlich oftmals auch kaum denkbaren Todesfälle aus aller Welt und allen Zeiten präsentiert. Über 120 Seiten, illustriert, meist ein Ableben pro Seite. Es gibt eine mehr oder weniger passende Überschrift, den Namen des Opfers, sowie das Datum des Todes. Dann wird kurz beschrieben was den Menschen dahingerafft hat. Dazu gibt es noch mehr oder weniger interessante Fakten ums Sterben.

September 25th, 2019

DJ-DUO MISS STEREO & KITTEN ATOMIC (#116, 2006)

Posted in interview by Thorsten

Miss Stereo und Kitty Atomic legen in Köln zusammen als Duo Go Go Crazy auf und machen das super – ach gähn, was für eine tolle Einleitung. Vielleicht anders: nachdem ich mehrmals auf den Gogo Crazy Parties im Gebäude 9 zu Köln war und immer begeistert war, dachte ich mir, die beiden Djane Frauen Miss Stereo und Kitty Atomic dann mal zu interviewen. Nachdem wir uns in einer russischen Bar in Köln-Deutz im Mai 2005 getroffen haben, ich nachher ein volles Tape hatte, aber dann plötzlich noch ganz viele andere volle Tapes hatte, haben wir das Interview kurz und knapp per Email nachgeholt.

September 25th, 2019

BLACKFIRE (#117, 2007)

Posted in interview by Thorsten

Nicht erst, seit die Country-Heroen TRUCK STOP herausgefunden haben, dass der Wilde Westen eigentlich schon hinter Hamburg beginnt, muss das klassische Bild von Amerika gerade gerückt werden. Dass es neben Tequila, einsamen Helden und Lagerfeuerromantik auch unschöne Seiten am heute nicht mehr ganz so wilden Westen gibt ist zwar bekannt, aber weniger Stoff für Träume. Amerikanische Träume können auch Alpträume sein – so die Erfahrung der nordamerikanischen Ureinwohner, der indianischen Bevölkerung. Der Komplex „native-americans“ ist sehr umfassend und zeigt sich als zutiefst politisch: Völkermord, Entwurzelung, politische Gefangene, Perspektivlosigkeit in Reservaten, die als atomare Müllbehälter der sogenannten Freiheit und Nation benutzt werden. Im Gebiet der Navaho im Südwesten von Arizona sind die drei Geschwister der „alter-native“ Punkrock-Band BLACKFIRE aufgewachsen. Untrennbar mit der Musik der Band verknüpft ist der lange Kampf der Navaho um ihre Land- und Menschenrechte.

September 23rd, 2019

AMANDA PALMER & THE GRAND THEFT ORCHESTRA aus #164, 2014

Posted in interview by Jan

AMANDA PALMER & THE GAND THEFT ORCHESTRA

Viele Menschen kennen Amanda Palmer noch als die Hälfte der Dresden Dolls, die laut eigener Aussage wohl auch bald eine Reunion feiern könnten. Andere kennen sie immer noch gar nicht, und das, obwohl es in letzter Zeit nicht gerade ruhig um sie war. Nachdem Roadrunner Records Amandas Bauch aus einem ihrer Videos schnitt, da dieser angeblich zu groß sei, startete sie eine Gegenaktion und machte sich von allen früheren Verbindungen frei. Allen, bis auf die zu ihren Fans, die für das im letzten Jahr erschienene Album ‚Theatre is evil‘ über Crowdfunding, 1,2 Millionen US-Dollar im Voraus beitrugen.

September 23rd, 2019

FLIGHT 13 Records aus #126, 2007

Posted in interview by Jan

Interview mit Tom von Flight 13 Records & Mailorder

Ein Sonntag Abend Anfang September, 21:00, eine schön ruhige Terrasse eines afghanisches Restaurants in Freiburg – Stühlinger: Andrea (Mandelplätzchen und Tee) und Jan (Weizenbier) interviewen Tom (Radler, Tee, Kartoffelbällchen mit Quark), danach ging es in die KTS zu VAZ und TEN VOLT SHOCK. Ich fand das Gespräch mit dem sehr fröhlichem und optimistischen Tom – Chef von dem Mailorder und Plattenlabel und Plattenladen Flight 13 aus Freiburg – allemal interessanter als das Konzert im Anschluss: VAZ waren nicht so gut wie Ten Volt Shock und Flight 13 waren am besten – here we gehen zur Geschichte von Flight 13, warum das Logo nichts mit Frontline zu tun hat, ob die Arbeit im Musik-Bereich wirklich der heißeste Scheiß ist und was Aquaristik really means.

September 23rd, 2019

GABRIEL KUHN aus #163, 2013

Posted in interview by Jan

„Ich habe halt keinen Szenenamen, spielte also in keiner bekannten Band mit, deshalb wussten die Leute nicht, wer ich bin und waren erst mal skeptisch…
Der Klassiker: was will der Outsider-Soziologe hier!
Ja, so „Wer ist denn der Gabriel Kuhn, kenne ich nicht, sicher so ein Sozialwissenschaftler, das finden wir direkt scheiße“. Ich kenne solche Reflexe ja auch von mir selber, und klar: ich war nie in Youth of Today, Manliftingbanner oder Gorilla Biscuits. Aber besonders cool ist so ein Aburteilen dann auch nicht unbedingt. Ich bin seit 25 Jahren Straight Edge, ich war auf Straight Edge-Konzerten, als einige dieser Leute noch nicht mal geboren waren, ich war auf Straight Edge-Konzerten in Ländern wie Australien und Israel, wo sich diese Leute in der Szene auch nicht unbedingt auskennen.

Dass ich nur ausschließlich eine akademische Perspektive habe, ist schon eher beleidigend. Aber manche Rezensionen schienen glasklar davon auszugehen. Und das kann mich dann auch ärgern. Die sind in New York aufgewachsen, da gibt oder gab es eine starke Straight Edge-HC-Szene und dann tun die so, als ob sonst niemand eine Ahnung hat. Manchmal denk ich mir dann echt „Sei DU doch mal wirklich hart, und werde Straight Edge in einem Tausend-Einwohner Alpen-Dorf in Tirol!“, also echt, wenn du wirklich so hart sein willst.
Wunderbar, sehr schön!!!
CBGB war halt nicht meine Jugend, sondern Bierzelte. Da lernt man auch bestimmte Sachen.“

Ein Interview mit Anarchismus- und Straight Edge-Autor Gabriel Kuhn,  13 Zigaretten nebst 5 Bier

Sicher, es existieren nette Straight Edger. Es gibt auch nette Südsee-Weltreisende. Zudem nette SST-Fans, nette Attwenger- und Slayer-Fans und auch nette Anarchisten und nette Buchautoren. Und es wurde uns mal davon erzählt, dass es auch nette Fussball-Fans geben soll. Und natürlich gibt es auch Leute, die einige der genannten Aspekte in ihrer Persönlichkeit vereinen. Aber hey: wie viele sympathische Straight Edger, Südsee-Welt-Reisende, anarchistische SST-, Slayer- und Attwenger-Fans, die aus Tirol kommen, in Schweden wohnen und Lesungen in Europa und USA halten, Bücher veröffentlichen und Fussball-Fans sind, kennst du so?

September 18th, 2019

UNTERM DURCHSCHNITT/RECORDS&ME (#111, 2005)

Posted in interview by Thorsten

Mit Andreas von Unterm Durchschnitt und Lennart und Hannes die RECORDS&ME machen, habe ich Ende Februar ein Doppel-Interview über ihre jeweiligen Labels geführt:
Auf der einen Seite Unterm Durchschnitt Schallplatten, welches mitlerweile schon im sechsten Jahr existiert und sich in dieser Zeit vom Kleinstlabel zum bekannteren Underground-Indie-Label entwickelte, wo unter anderem sehr schöne Platten von jet*black, den peters und Katzenstreik veröffentlicht wurden. Zum Label gehört auch ein Mailorder und, ganz selbstverständlich, politisches Engagement.
Die gleiche Ausrichtung haben auch Hannes & Lennart von RECORDS&ME. Allerdings ist ihr Label um einiges jünger, wurde es doch erst im Frühsommer 2004 ins Leben gerufen.

September 18th, 2019

DEBRIS INC. (#113, 2005)

Posted in interview by Thorsten

Der alte Mann und sein Bong

Nie war es so schön, zu spät geboren zu sein, wie beim Hören der alten Platten von Saint Vitus. Und nie gab es einen schöneren Ersatz für Black Sabbath. Als die dann irgendwann wieder mit Ozzy auf Tour gingen, war es bei aller Gänsehaut zumindest auch tragikomisch, den debilen Frontmann zu beäugen, der da über die Bühne tapste und in die Hände klatschte. Saint Vitus aber waren da schon seit ein paar Jahren Vergangenheit. Lediglich Wino tauchte irgendwann aus dem Nebel auf und schenkte uns neue Musik. Aber die klang eben nicht nach Vitus. Vorletztes Jahr war es dann soweit: Saint Vitus standen wieder gemeinsam auf der Bühne, wenn auch nur zweimal. Aber Dave Chandler, der Gitarrist und Hauptkomponist der Band hatte da schon eine neue Band gegründet. Mit seinem alten Buddy Ron Holzner, den manch einer vielleicht von Trouble kennt. Nun erschien endlich das unbetitelte Debüt von Chandlers neuer Band. Da rufen wir doch glatt mal in Los Angeles an und fragen nach, wie das zustande kam…

September 16th, 2019

Denovali Records aus #153, 2012

Posted in interview by Jan

Mögen keine Szenen – Denovali Records
Ein Label-Porträt

Da sitze ich nun und höre das neue Album des Dale Cooper Quartets mit Dictaphone – müsste eigentlich noch rezensiert werden, muss aber warten. So einfach runtermetern will man das ja auch nicht. Weil es doch nicht die dreißigste Metalcore-Platte des Monats ist, nicht die zehnte Sludge-Walze und (ich stehe ja zu meinen Vorlieben) die siebte komische Platte der Woche, die ihr hier nie vermutet hättet. Das Dale Cooper Quartet liegt irgendwo dazwischen. Hardcore ist es nicht. Metal auch nicht. Aber es kommt doch aus einem Nachbarkosmos, den Bohren & Der Club Of Gore einst erschlossen.

September 16th, 2019

LEATHER aus #147, 2011

Posted in interview by Jan

„I don’t have a Myspace or a Facebook, so why would LEATHER? We’re a hardcore band. We’re not trying to get „picked up“ by a label, have a million people dig us or anything. We’re just bored, angry Americans. Would Poison Idea have had a Myspace? I kind of doubt it. They’d be too busy doing cool shit like beating people up and snorting pills.“

Interview mit der besten aktuellen Hardcore-Band – LEATHER

Sicherlich gibt es gute Kopien von einem längst vergangenen Sound, sei es Ami-HC, Crust, 77er Punk, Straight Edge, Beatdown, NYC HC, Ska-Punk, Metal-Core, Doom-Sludge-Black-Metal… aber mal was neues, „in diesen Zeiten„? Wenn dich sowas ansatzweise interessiert, dann möchte ich dir die neue Band LEATHER von der amerikanischen Ostküste ans Herz legen. Nach einem Demo wurde hier mit der ganz neuen Single „Anchorite“, erschienen Ende 2010, ein Brett hingelegt, was schwer mit Worten und noch weniger mit Band-Vergleichen zu charakterisieren ist. Irgendwie an der Schnittstelle zwischen Black Flag mit Rollins, Flipper, frühen Avail auf Lookout plus eine Menge Weed und doch, ja, wirklich outstanding eigenständig.

September 16th, 2019

EDO MAAJKA aus #147, 2011

Posted in interview by Jan

„Cause the real Gangsters are the Politicians here.“
Interview mit EDO MAAJKA, Hip Hop aus Zagreb

Es gab ihrer wenige, aber es gab sie, Hip-Hop-Bands, die von Punks gerne gehört und akzeptiert waren. Jetzt mal so Kunst-Hiphop wie Dälek beiseite gelassen. Waren es in den 80er Jahren Public Enemy, N.W.A. (schaut euch mal das Trust Cover von 1990 mit NWA an auf unserer Homepage) und auch die Beastie Boys, kamen in den 90er dann auch mal deutsche Bands in die Punkerläden. Anarchist Academy. Natürlich weiterhin auch englischsprachige, The Goats (mit ihrem Hit „I am not your typical american!“). Gunshot. Michael Franti mit seinen Disposable Heros of Hiphoprisy (die „California über alles“ sehr geil coverten). In den 2000er erweiterte sich das Spektrum um den sympathischen Chaoz One auf Twisted Chords. Und vielleicht wird auch Edo Maajka aus Bosnien bald mehr Zuspruch seitens der Punk-Szene bekommen (oder hat er den schon, dann sorry), sein politischer Rap hat es auf jeden Fall verdient.

September 12th, 2019

BLACK FRIDAY 29 (#112, 2005)

Posted in interview by Thorsten

Die Ruhrpottler Black Friday 29 sind seit ihrer Gründung 2001 schon einen langen Weg über unzählige Konzerte und Touren, Demo und 7“ bis zum Debüt Album “The Escape“ gegangen. Anlass zu diesem Interview war also, für alle, die Black Friday 29 noch nicht kennen, klar: ihr Werdegang bis zur “The Escape“ und jetzt. Die fünf Mitglieder der Band sind Björn Esser (Voc), Dennis Sommer (Bass), Sven Sommerfeld (Git), Pete Goerlitz (Git) und Dennis Schmidt (Drums). Dennis und Björn haben mir im Trierer Exhaus auf dem Krakfest Freitags ein paar Fragen beantwortet und bevor die Show in Trier klar war schon per Email ein paar im Vorfeld. Samstags sah ich ebenfalls auf dem Krakfest dann den Sänger von Bridge To Solace mit dem unglaublich lächerlichen T-Shirt “Mosh To Kill“ und musste sofort an die kleine Diskussion in Bezug aufs Moshen denken, die ich mit Black Friday 29 führte. Dass ich eine andere Auffassung von Konzertspaß habe als BF 29 wird im Interview klar. Jeder hat so seine Meinung. Was vom aggressiven Tanzen, wie z.B. dem Windmillfighting zu halten ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich wünsche mir, dass man auf Konzerten mehr auf andere Rücksicht nimmt, damit auch die ihren Spaß haben. Nicht jede Person möchte in einer wild um sich schlagenden Menge stehen, nur um die Band auch von nahem sehen zu können. Leute, macht euren scheiß bei euch im Zimmer und schlagt das zu Brei aber geht den Konzertbesuchern nicht an den Sack. Das ist meine Meinung, danke.