Juni 3rd, 2019

TRUST # 202 (June/July) is out now!

Posted in news by Dolf

Der Inhalt diesmal:
Interviews/Geschichten mit:

Trust Rückblick Teil 2, Texte zur Kunst, Fire and Flames, 70 cm3 of your chest, 13 Crowes

Wie gewohnt gibts natürlich ehrliche Reviews von Platten, Zines und Büchern sowie ausgesuchte Tourtermine (die fallen auch diesmal leider aus…), geile Konzertfotos und oberschlaue Kolumnen – jedes Heft ein graphisches Gesamtkunstwerk!

Das Heft kann auch per Paypal bestellt werden. Das ist einfach, jedoch fallen ein paar Cent Transaktionskosten an.

Aktuelles Trust (Versand: Inland)

Aktuelles Trust (Versand: Ausland)

Juni 1st, 2020

Moving Targets aus #201, 2020

Posted in interview by Jan

Mir fallen nur sehr wenige Punk oder Hardcorealben ein, die mich so restlos begeistern wie „Burning in Water“ von den Moving Targets. Es gleicht bei mir bis heute einer feierlichen Zeremonie, wenn ich die Platte auflege, die schneidenden Gitarren und das grandiose Schlagzeug losbricht und letztendlich Kenny Chambers mit seinem hymnisch, melodischen Gesang einsetzt. Von ein auf dem anderen Moment, fühle ich mich wie in den Bann gerissen und es gibt auch kaum eine Platte, bei der ich so einen großen Spaß daran habe, wild mit meinen Händen und Armen herumzufuchteln, um das Gitarren und Schlagzeugspiel nachzuahmen oder bei Songs wie „The Other Side“, „Faith“, „Let me know why“ und vor allem „Always Calling“ (einer meiner ewigen Lieblingssongs) enthusiastisch mitzusingen.

Juni 1st, 2020

Penelope Houston aus #201, 2020

Posted in interview by Jan

„We are not Jesus Christ, we are not fascist pigs, we are not capitalist industrialists, we are not communists, we are the one.”
(aus: Avengers – We are the One, 1977)

„Who is that girl you see running down the alley? She’s all dressed in white, must be an escapee. Oh, but she’s beautiful, just like a dream. And you’re so hungry for some honey and cream, yeah. Oh, she’s a mystery. You gotta get into her fantasies. So you run around the corner just to see what you can see. And there she is, saying don’t you follow me, oh no. She’s got a smile like a knife in her teeth. And you’ve got a pressure problem with your sweaty hands, yeah. I’ve got my business, got no time for you. Going to a wedding getting married to myself. I am a mystery, you better check it with your fantasies. Don’t you try to put nothing on me ´cause if you do, I’m gonna make you very sorry you did. Uh-oh, don’t you want me? Uh-oh, don’t you follow me. Uh-oh, don’t you want me? Uh-oh, the answer is no. Yeah, I’m a mystery, you better check it with your fantasies. Don’t you try to put nothing on me, ´cause if you do, I’m gonna make you very sorry you did. Uh-oh, sex shooter, don’t you want me? Uh-oh, don’t you follow me. Uh-oh, don’t you want me? Uh-oh, the answer is no.“
(Avengers – Uh-Oh, 1978)

“O the summer time is coming. And the leaves are sweetly turning. And the wild mountain thyme grows around the purple heather. Will you go, lassie, go? If you will not go with me you know, I’d surely find another. To pull wild mountain thyme from all around the purple heather. Will you go, lassie, go?”
(aus: Penelope Houston – Wild Mountain Thyme, 1987)

Interview mit Penelope Houston

Sie dürfte eigentlich keine Unbekannte sein, weil sie eine totale feministische Punk-Legende lange vor den riot grrrls schon in den 70er war – oder sagt ihr Name euch doch null? Nun, Penelope Houston wurde 1958 in Los Angeles geboren und zog 1977 in die Bay Area, um dort Kunst zu studieren. Sie war die tolle Sängerin der genialen Avengers (gegründet 1977), eine der ersten Punk-Bands in San Francisco neben Crime und den Nuns. Nach der Band-Auflösung 1979 machte sie Filmprojekte in Los Angeles und lebte einige Zeit in England, wo sie mit Howard Devoto (Buzzcocks, Magazine) kreativ tätig war. Seit den späten 80er widmete sie sich auf vielen erfolgreichen Platten der Folk-Musik, parallel dazu reunierten sich die Avengers später auch wieder (und spielen bis heute live).

Juni 1st, 2020

Sebadoh aus aus #201, 2020

Posted in interview by Jan

Sebadoh: „Ich habe alles verschenkt“

Sebadoh gibt es tatsächlich schon ziemlich genau so lange wie das TRUST. Wobei ich sie allerdings erst etwas später kennenlernte. Ich erinnere mich noch an einen Hinweis (wahrscheinlich) in einer Rezension der „Spex“, Sebadoh klinge wie die beiden letzten Stücke auf „You’re Living All Over Me“, dem zweiten Album von Dinosaur jr., das ich sehr schätze. Ein Konzert im „Musik & Freden“ in Berlin im September nutzten wir, um ein Interview zu verabreden. Mit Sebadoh. Wie selbstverständlich saß dann Lou Barlow allein bereit, um mit uns zu sprechen. Der Rest der Band hat offensichtlich entweder nichts zu sagen oder keine Lust dazu.

Mai 28th, 2020

Atheist Refugees aus # 198, 2019

Posted in interview by Jan

Stell dir vor du lebst in einem Land in dem Frauen unterdrückt werden und in dem man mit dem Tode bestraft werden kann, wenn man vom religiösen Glauben abfällt (Für Apostasie ist in folgenden Ländern die Todesstrafe vorgesehen: Sudan, Jemen, Iran, Saudi-Arabien, Katar, Pakistan, Afghanistan, Somalia und Mauretanien). Du findest ein sicheres Land, in dem es friedlich zugeht, mit einer freiheitliche Verfassung die natürlich dafür sorgt das jeder glauben kann was gewünscht ist und niemand unterdrückt wird – theoretisch. Dann machst du dich auf den langen und gefährlichen Weg dorthin, über die Balkanroute und schaffst es tatsächlich bis nach Deutschland. Nur um dann festzustellen das die Gefahr und die Probleme vor denen du geflohen bist mitgereist sind. Und jetzt hast du in der Flüchtlingsunterkunft die gleichen Probleme wie in der Heimat, weil viele der Geflüchteten Muslime sind für die Apostasie ein schlimmes ja sogar todeswürdiges Vergehen ist.


Mai 28th, 2020

Corporate Rock Still Sucks aus # 197, 2019

Posted in artikel by Jan

Corporate Rock Still Sucks

Neulich erschien in der Trust-Twitter-Timeline (@TRUSTzine) eine Anzeige von GoldmanSachs zum Thema Musikindustrie. Nach nahezu zwei Jahrzehnten der Disruption, so der Tweet, käme nun eine neue Phase des Wachstums. Wachstums heißt natürlich im Kontext von Investmentbanking Gewinne. Aber dennoch in den folgenden Zeilen mal der Versuch eine Einordnung des Ganzen.

Mai 28th, 2020

12 XU Scheiß Indie aus # 194, 2019

Posted in interview by Jan

Einer der Vorteile den das Internet mit sich bringt, ist die Verbreitung von guter Musik bzw. muss der Musikkonsument nicht mehr die Mühen und das Geld aufbringen, um im Plattenladen seines Vertrauens, nach den neuesten Veröffentlichungen fündig zu werden. Wobei für wählerische Musiknerds, die Plattenläden oder Mailorder in ihrem Sortiment, oftmals gar nicht so gut ausgestattet sind, bzw. ist es fast schon unmöglich das ein Anbieter alles auf Lager hat, nach was es einen sehnt und so bestellt man oft viele einzelne Platten, bei verschiedenen Mailordern. Die überteuerten Vinylpreise tragen zu dieser Situation nicht unbedingt positiv bei und so ist es für mich nur verständlich, wenn immer mehr Leute ihre Musik aus dem Netz saugen.

Mai 27th, 2020

THOUGHT (#178, 2016)

Posted in interview by Thorsten

Das ganze Bild sehen!

Bei unserem Besuch in Cebu im Januar 2014, hatten wir das große Glück, eine Show von Struggle for Radical Action (SRA) beizuwohnen. SRA ist eine Konzertgruppe in Cebu, die leider immer seltener Konzerte in der philippinischen Millionenstadt organisiert. In dieser Gruppe ist u.a. die Sängerin von Thought, Gray Gonzales, aktiv. Gefühlt zwei Dutzend Bands sind damals aufgetreten und am Ende des Abends konnte ich nur den wenigsten Bandnamen noch einen Sound zuordnen (s. auch Trust #165). Hängen geblieben sind auf jeden Fall Tiger Pussy (s. Trust #170), Gardo und Thought! Während Tiger Pussy großartigen Riot Grrrl Punk spielen, spielen Gardo und Thought modernen Hardcore. Gardo gelten dazu als Begründer der Hardcore-Szene der Stadt in den 1990ern.
Als Kollektiv veröffentlicht SRA auch lokale Bands, zumeist auf CD bzw. CDr, so auch die Vorgängerband von Thought namens No! Deren CD „No Means No!“ enthält zehn schnelle, kurze Hardcore-Songs, die selten über eine Minute Zeit in Anspruch nehmen.

Mai 27th, 2020

P.O.S/DOOMTREE (#180, 2016)

Posted in interview by Thorsten

Zum ersten Mal von P.O.S gehört habe ich vor ein paar Jahren, als er bei uns im Hausprojekt im Keller gespielt hat. Heute ist es relativ alltäglich, dass Hip-Hop-Künstler_innen in Zeckenläden spielen. Damals war es hingegen noch ziemlich selten. Trotzdem passte Stefon Alexander alias P.O.S sehr gut in unseren Keller – mal abgesehen davon, dass er deutlich größere Bühne verdient hätte und heutzutage oft auch bekommt. Seine Musik wich in erfrischender Weise von gängigen Hip-Hop-Standards ab, klang aber gleichzeitig deutlich mehr nach Rap als vieles, was sonst so unter dem Ausdruck Alternative Hip Hop zusammengefasst wurde. Später fand ich heraus, dass P.O.S einerseits Teil des Labels und Kollektivs Doomtree ist, andererseits aber auch bei Rhymesayers unter Vertrag steht, einem Label, das genau wie er und Doomtree aus Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota stammt und bei dem mit Athmosphere ein weiterer meiner Lieblings-Hip-Hop-Acts seine Platten veröffentlicht. Mein Interesse war geweckt und blieb auch über die kommenden Jahre hellwach. Vor ein paar Monaten dann war P.O.S mal wieder in Berlin, um dort ein paar Tage abzuhängen und ein Konzert zu spielen. Tags darauf trafen wir uns in einem Café im Bergmannkiez und redeten über all das und noch ein wenig mehr.

Mai 27th, 2020

GENJING RECORDS (#195, 2019)

Posted in interview by Thorsten

Brücken bauen! Bauabschnitt: Beijing Berlin / Bremen!

Interview mit Nevin Domer von Genjing Records und Fanzui Xiangfa

Wenn wir von alten Hochkulturen reden, sprechen wir in der Regel von antiken Griechenland oder dem römischen Reich. In Zentraleuropa vergessen wir meistens, dass als unsere Vorfahren sich noch mit Holzkeulen vor der Höhle auf die Omme gekloppt haben, in China schon 2.600 Jahre vor unserer Zeitrechnung Akupunktur Teil der chinesischen Medizin war. 1.000 Jahre vor Beginn unserer Zeitrechnung wurde der Kompass in China erfunden, die Chinesen selbst erkundeten in der Zeit schon die Meere. Noch wichtiger: um das Jahr 700 wurde die erste Zeitung in Beijing gedruckt. Ob sie die Fanzine-Qualität vom Trust hatte, ist leider nicht überliefert, zeigt aber, wer eigentlich den Buchdruck erfunden hat. Hätten die Anführer der Ming-Dynastie nicht um das Jahr 1500 entschieden, die Schifffahrt nahezu komplett einzustellen, wer weiß, wie sich die Geschichte entwickelt hätte.

Mai 25th, 2020

PHOENIX PUNK SPECIAL (FEEDERZ, SLOPE RECORDS, EXTERMINATORS)

Posted in interview by Jan

PHOENIX PUNK SPECIAL mit FEEDERZ – SLOPE RECORDS – EXTERMINATORS

In Phoenix / Arizona scheint es heiß herzugehen, was sich nicht nur an den aktuellen Rekordtemperaturen von bis zu 48 (!!) Grad niederschlägt, sondern auch in Sachen Punkrock, scheint derzeit in Phoenix ein zweiter Frühling auszubrechen. Zum einen vereinigte sich die Phoenix-Provo-Punklegende The FEEDERZ und veröffentlichten mit „WWhD? What Would Hitler Do?„ eine neue Single. Des weiterem leistet das Label SLOPE Records motivierte Geschichtsaufarbeitung, indem sie vorwiegend rare Punk oder Hardcoreperlen (sowie auch ein paar neuere Bands) aus der Region veröffentlichen.

Mai 25th, 2020

DIY IN JYVÄSKYLÄ aus # 180, 2016

Posted in artikel by Jan

‚Ich will nicht werden, was mein Alter ist‘ – Punk und D.I.Y. in Jyväskylä

Im Oktober 2015 habe ich Deutschland verlassen. Ein Jahr lang in Jyväskylä, einer mittelgroßen Stadt in der Mitte Finnlands. Als Berliner hieß das zunächst: dem Moloch entfliehen und das Ganze, zumindest vordergründig, eintauschen gegen Luft, Fels, Wald, Seen und – wie sich bald herausstellen sollte: Schnee und Eis. Dazu gehörte aber auch Punk und D.I.Y., nur eben einmal fernab der üblichen Sprache, und das Kennenlernen anderer Menschen und Strukturen – anderer Wege. Begleitet habe ich und haben mich dabei meine Freundin und unsere Tochter, die 2 ½ Monate nach unserer Ankunft dort im Dezember 2015 zur Welt gekommen ist.

Mai 25th, 2020

FINNLAND-PUNK-DOKUMENTARFILMER aus # 183, 2017

Posted in interview by Jan

Jyväskylän Meininki: A Punk Documentary

Irgendwie ist das hier eine Fortsetzung meines Finnland-Berichts von vor wenigen Heften (Trust #180). ‚Irgendwie‘ deshalb, weil das hier kein Bericht, sondern ein Interview werden soll und sich meine Textanteile nach diesen einleitenden Worten hier auf ein paar Interviewfragen beschränken werden. Und wer wird interviewt? Um das etwas ins Bild zu setzen, hier mal eben die Kurzversion wie’s dazu kam:

Mai 20th, 2020

LA VASE (#191, 2018)

Posted in interview by Thorsten

La Vase kommen aus Leipzig und machen Punk. Na ja, eigentlich kommen sie aus Südwestdeutschland und Frankreich und spielen so einen knackig-catchigen 77er Sound mit Garage-Kante, Post-Punk-Vibes und französischen Texten. Das diesjährige Debüt kam passenderweise auf einem Label namens Phantom Records raus. Verwirrend? Dann trägt folgendes Interview vielleicht zur Entwirrung bei.

Mai 20th, 2020

WALK THE PLANK (177, 2016)

Posted in interview by Thorsten

Walk the Plank kommen aus Washington, DC und waren Ende 2015 das erste Mal in Europa auf Tour. Das Abschlusskonzert fand am 5. 12. im Juze in Oettingen statt, was auch die Heimatstadt von Dashcoigne ist, mit denen sie zusammen die Deutschlanddates der Tour absolviert und eine Split auf 30 Kilo Fieber Records veröffentlicht haben. Das Gespräch mit ihnen drehte sich um die Tour, ihre Heimatstadt und einen Werbespot für Hornbach. Das Interview fand mit vier der fünf Bandmitglieder statt, da Alex gerade telefonisch beim Vater seiner Freundin um ihre Hand anhielt.

Mai 20th, 2020

POWERTRIP RECORDS (#176, 2016)

Posted in interview by Thorsten

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich vor vielen Jahren mal bei Hannes in der Dresdner Johannstadt war, um mir eine bei ihm georderte Platte abzuholen. Überall standen Kartons voll von Platten, Shirts und Flyern, die Wände waren voller Poster und auf dem Plattenteller lag „Threes“ von Sparta. Hannes hatte eben sein eigenes Label ins Leben gerufen, welches auf den Namen Powertrip Records hört, und brachte Releases von Hardcore-Truppen wie Built On Trust, Light It Up, Feeding Time oder Straight Hate heraus. Auch meine damalige Band cllhn hatte das Glück, die erste EP über Powertrip an den Start zu bringen, und wir waren froh, dass Hannes eine Schnellkopierstation hatte, mit der er gleichzeitig acht Tapes überspielen konnte. Viele Jahre sind seitdem vergangen, cllhn ist längst Geschichte, wir wohnen beide nicht mehr in Dresden und haben uns nur noch sporadisch auf irgendwelchen Shows in Sachsen gesehen. Und auch wenn ansonsten kein Kontakt mehr zwischen uns bestand, so habe ich doch mit Freude sehen können, wie Powertrip Records kontinuierlich releaste und dabei vor allen Dingen echte Perlen im Roster hatte, die zu Recht auch über lokale Szenegrenzen hinweg ein größeres Publikum erreichten – man denke an Wolf Down, Light It Up oder Coldburn.

Mai 18th, 2020

BALKAN-TOUR-BERICHT aus #159, 2013

Posted in artikel by Jan

ROTS – Tourtagebuch

I. Vierter November

Um die Wahrheit zu sagen, es begann nicht gut. Einige Auftritte wurden abgesagt. An anderen Abenden hatten wir noch keine Auftrittsmöglichkeiten aufgetan. Clubbesitzer wollten keine Band die eigene Rock- Songs in Englisch singt. Sie wollten Coverbands, die drei Stunden spielen wie vertraglich gebundene Leibeigene. Eben so, wie die meisten anderen Bands im Balkan es tun.  Aber da waren noch andere Probleme.

Mai 18th, 2020

Monte Paradiso Festival aus #151, 2011

Posted in interview by Jan

Am Freitag 14.05.2010 hatten wir die Kroaten von NULLA OSTA, die Slowenen ANAEROBA und die Schwaben (Schwobe-Säckel, haha) MURDER DISCO X bei uns zu Gast. Mico von Nulla Osta der Mitorganisator des Monte Paradiso Festivals in Pula/Kroatien ist, teilte uns mit, wir könnten dieses Jahr auf besagtem Open Air spielen. Ich brauche eigentlich nicht zu erwähnen, daß wir (alle um die 40 rumkrebselden alte Säcke ) uns freuten wie kleine Kinder, aber ich tue es trotzdem. Hah, unsere kleine Scheißband, endlich auf einem Open-Air. Das wir daß noch erleben dürfen. Das ganze soll bedeuten, die Vorfreude war riesig.

Mai 18th, 2020

Wels Music Unlimited Festivalbericht aus #129, 2008

Posted in interview by Jan

Wels Music Unlimited
Höhepunkte kalifornischer Musikerzeugung

Es war mein drittes Music Unlimited – und vieles sprach dafür, dass hier ein einsamer Höhepunkt meiner ganz persönlichen Konzertgeschichte stattfinden würde, eine Kulmination jahrelanger Beschäftigung mit verschiedenen Musizierweisen, die sich an eben nicht zuletzt einem Ort zu einem kaum entwirrbaren Knäuel verflochten und mich immer wieder überraschten, angefangen wohl mit „Nothing Show“ von Idiot Flesh, die mich mit dem darauffolgenden Album „Fancy“ auf das Vaccination-Label und damit weitere Exponenten der Oaklander Szene stieß, und von dort aus ging es immer weiter und hörte bis heute nicht auf. Umso mehr ein innerer Vorbeimarsch dann dieses Festival, bei dem sich Musiker und Publikum vermischen, weil die Musiker immer auch Fans sind, der Rahmen überschaubar genug, und sich 2007 sowieso alles schon aus der Nachbarschaft kannten, aber in so geballter Konzentration (so und so) daheim nur selten aufeinandertreffen. Und der kleine Stone mittendrin – ich sag euch, das war was…

Mai 15th, 2020

HATHORS (#176, 2016)

Posted in interview by Thorsten

In den letzten Jahren gab es mit METZ und STRANGE WILDS (beide auf Sub-Pop) wieder einen kleinen, wenn auch nur für Insider und Liebhaber erkennbaren Grunge-Boom zu verzeichnen. Der in seiner Größenordnung zwar in keinster Weise zu vergleichen ist mit den 90ern, doch dafür klingen die Bands des heutigen Datums, auch nicht mehr so überproduziert, glatt und für den Mainstream-Markt bestimmt, wie das damals in Folge der Millionseller-Erfolgen von Nirvana, Soundgarden oder Pearl Jam üblich war. Die neueren Bands, ziehen vielmehr ihr eigens Ding durch und finden auch Gefallen am Noise-Rock, oder an aktuellen, musikalischen Strömungen. Und auch bei den HATHORS, trifft Grunge auf Noise und wird gelegentlich umschlungen von melodischen und melancholischen Parts.

Mai 15th, 2020

Shanghai-Report (#175, 2015)

Posted in artikel, interview by Thorsten

Shanghai – Ein Fest fürs Leben

Ernest Hemingway sagte 1950 zu einem Freund: „Wenn du das Glück hattest, als junger Mensch in Paris zu leben, dann trägst du die Stadt für den Rest deines Lebens in dir, wohin du auch gehen magst, denn Paris ist ein Fest“. (Hemingway, Paris – Ein Fest fürs Leben, rororo). Gleiches könnte ich über Shanghai, dem Paris des Ostens sagen, wo ich von 2006 bis 2011 lebte. Der wohl aufregendsten und spannendsten Stadt dieses Jahrzehnts. Kein Zeitungsartikel und kaum ein Fernsehbericht kommen damit aus, die Gegensätzlichkeit Chinas zu betonen. Tradition und Moderne, Ying und Yang, Armut und Reichtum, oft nur durch eine Straße getrennt. Nirgendwo trifft das so extrem zu, wie in Shanghai. Es stellt keinen Widerspruch dar, erst auf ein Punkrockkonzert ins YuYinTang zu gehen, danach in einer Jazz Bar einen Cocktail zu trinken und schließlich die Nacht zu den elektronischen Klängen eines europäischen Top DJs, über den Dächern der Stadt, ausklingen zu lassen. Vielmehr sieht so eher ein gewöhnlicher Ausgehabend aus.

Mai 15th, 2020

KÜKEN (#175, 2015)

Posted in interview by Thorsten

Genauso wie die Fragen und Antworten kurz gehalten sind, so halte ich es auch mit der Einleitung: KÜKEN – Die Neue Punkrockhoffnung aus Hamburg !!!
Treibender schneller 77er / KBD-Punkrock, der ordentlich in den Arsch kickt. Eingängige, leicht angepisste Vocals. Dreckige, knarzende, bis zum Anschlag aufgedrehte Gitarren. Und fast jeder Song von ihrer auf Bachelor Records erschienen, selbstbetitelten LP, kann ohne weiteres als ein Hit durchgehen. OK, genug geschwaffelt, beginnen wir mit dem Interview.

Mai 13th, 2020

Ingrid Strobl aus #115, 2005

Posted in interview by Jan

Kunst ist schön. Macht aber viel Arbeit.

Ingrid Strobl ist eine feministische Schriftstellerin, die aus Österreich kommt und in Köln lebt und arbeitet. Ingrid Strobl ist 53 Jahre alt. Sie hat mit dem Buch „Strange Fruit“, eine Kritik an dem Diskurs über Überbevölkerungsideologien im Kapitalismus, mich als 17 Jährigen politisiert. Im September 2005 ist ihr erster Roman erschienen und im Frühjahr 2006 erscheint ihr Dokumentationsbuch über „Junkiefrauen auf dem Strich“. Und sie hat einen guten Musikgeschmack, wobei ich allerdings hinzufügen will, dass wenn Stones, immer Mick Jagger und nicht Keith Richards, aber who cares about me anyway? Eben. Dieses Interview ist Teil I der insgesamt sechstteiligen Serie „Interviews-die-ich-im-Wahn-meines-ersten-eigenen-Diktiergerätes-live-geführt-habe-und-seitdem-als-noch-abzutippendes-Tape-mir-viel-Kummer-und-Sorgen-bereitete-und-wo-ich-mich-dann-doch-dazu-entschloß-es-per-email-zuführen“. Go ahead Punk!

Mai 11th, 2020

KRITISCHER KONSUM – SPECIAL TEIL 1 aus #177, 2016 und Teil 2 aus # 178, 2016

Posted in artikel by Jan

Hilft Konsum die Welt zu retten?
Eine kritische Auseinandersetzung mit „ethischem Konsum“

Schreckensmeldungen oder Dokumentationen und Reportagen über die Missstände dieser Welt sind inzwischen hinreichend bekannt. So hören wir beispielsweise von Bränden in einer der über 5000 Textilfabriken in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch, bei denen 120, zumeist weibliche Textilarbeiter_innen, sterben, oder von zusammenstürzenden Textilfabriken z.B. in Rana Plaza, deren marode Böden den schweren Maschinen nicht standhielten. Auch Bilder von Kindern die auf Kakaoplantagen unter erbärmlichen Bedingungen arbeiten, die Sklavenarbeit in Gold- oder Coltan-Minen, Arbeits- und Lebensbedingungen von Menschen, die für den Konsum der Länder des globalen Nordens 18 Stunden am Stück schuften, ohne dass die Entlohnung zum Überleben ausreicht, sind uns kaum noch eine Schlagzeile wert. Erderwärmung, Klimawandel, Treibhausgasemissionen, Atommüll und Elektroschrott, Plastikinseln im Meer oder verseuchte Gewässer…die Liste der gravierenden Problematiken unseres Zeitalters ist lang.

Mai 11th, 2020

FOODSHARING aus # 189, 2018

Posted in artikel by Jan

Wer kennt es nicht, dieser Moment vor dem Kühlschrank oder dem Obstteller, mit der Erkenntnis, schon wieder schlecht gewordene oder abgelaufene Lebensmittel wegwerfen zu müssen. Mein eigenes Bewusstsein hat sich in den letzten Jahren diesbezüglich sensibilisiert. Ich versuche möglichst kleine Portionen zu kaufen, stets nur so viel, wie ich wirklich benötige und falls es doch mal für ein Gericht zu viel ist, die einmal angebrochenen Produkte für ein anderes Gericht am nächsten Tag zu verwenden. Es gelingt mir zugegebenermaßen nicht immer. Für mich ist es ein Schritt in die richtige Richtung. Es gibt allerdings (natürlich) Menschen, die längst weiter denken. Manche davon sogar in meiner unmittelbaren Nachbarschaft.

Mai 11th, 2020

Investmentpop aus # 195, 2019

Posted in artikel by Jan

Schlussverkauf in der Konzertbranche

Das Genre Punk Rock verlor seine Unschuld bereits 1976 als die erste Single der Sex Pistols beim dem Major Label EMI erschien. Immerhin waren es Plattenfirmen wie EMI, die über Dekaden hinweg in enger Symbiose mit dem Kapitalmarkt lebten, ebenso wie seinerzeit BMG, Sony Music, Universal Music Group & Warner Music, deren Geschäftsberichte zwar weniger für Musikfans, dafür aber für Finanzanalysten von Interesse waren.