September 26th, 2018

Smarte grüne Welt? – Digitalisierung zwischen Überwachung, Konsum und Nachhaltigkeit, Steffen Lange & Tilman Santarius

Posted in bücher by Dolf

oekom Verlag, Waltherstr. 29, 80337 München, www.oekom.de

Das Buch ist verständlich geschrieben und schafft es grade immer so die Kurve zu bekommen bevor es langweilig wird. Das sich “alles ändern” wird, durch die Digitalisierung, sagen viele, hier ist es nun mal gesammelt aufgeschrieben und analysiert wie sich die Digitalisierung bisher auf Energie- und Ressourcenverbrauch, Jobs, Datensicherheit und Einkommensverteilung ausgewirkt hat. Verkürzt gesagt: nicht wirklich gut, denn vor allem dominiert weiterhin der digitale Kapitalismus und sorgt dafür das sich Geld und Macht auf immer weniger Einzelpersonen in immer größeren Maße konzentriert. Das dabei die Ökologie auf der Strecke bleibt überrascht auch nicht wirklich.

Dennoch gäbe es durch die Digitalisierung natürlich die Chance auf mehr Gerechtigkeit und Wohlstand für alle. So wie es die Chance auch schon bei all denn anderen Entwicklungen gab – nur ist zu befürchten das es eben auch diesmal nicht passieren wird. Die Autoren zeigen auf wie es machbar wäre und rufen die Zivilgesellschaft und die Politiker dazu auf dafür zu sorgen das es besser wird für alle und natürlich möglichst nachhaltig Ressourcen- und Umweltschonend. Viele sehr interessante Sachverhalte und Ideen, zum Beispiel das man durch Disruption die Gesellschaft dazu zwingen kann umzudenken (leider und zum Glück stehen diese Überlegungen nie im Vordergrund sondern sind meist nur Mittel zum Zweck). Man kann hier auch erfahren ob es besser ist zum einkaufen zu fahren oder sich die Waren online zu bestellen – es kommt drauf an. Oder das man die größte Bibiliothek der Welt die tausende von Quadratmetern verbraucht auch locker auf ein paar leistungsfähigen externen Festplatten speichern könnte die auf einem halbem Quadratmeter platz finden. Aber will man das? Solchen Fragen nähern sich die Autoren des öfteren und diskutieren die unterschiedlichen Möglichkeiten. So erfährt man auch das die Menschen im Prinzip heute mit all dem technischen Fortschritt nicht wirklich glücklicher sind als 1993. Interessant und zukunftsweisend. Die Zusammenfassung am Ende bringt es auf den Punkt, hier ein kleiner Auszug: “… Wir müssen die Digitalisierung an unsere gesellschaftlichen Vorstellungen anpassen und nicht umgekehrt! Wir plädieren daher nicht für eine disruptive, sondern fü reine sanfte Digitalisierung. Nur eine sanfte und bedachte Digitalisierung die klar auf einen nachhaltigen Beitrag zur Lösung gesellschaftlichen Herausforderungen sowie auf die Bedürfnisse der Menschen aller Herkünfte, Bildungshintergründe und Einkommensniveaus ausgerichtet ist, wird die Umwelt entlasten, Mut machen und sozialen Zusammehalt stärken. Wir brauchen keine Gesellschaft aus Nullen und Einsen. Was wir brauchen, ist eine Digitalisierung nach menschlichen und ökologischem Maß.” Gute Lektüre die sich lohnt. 268 Seiten, Taschenbuch, 15,00 Euro (dolf)

Isbn 978-3962380205

[Trust # 191 August 2018]

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