Juni 10th, 2020

FEELS (#183, 2017)

Posted in interview by Thorsten

Letztes Jahr bin ich über die großartigen THEE OH SEES auf Castle Face Records gestossen und fand z.B. mit Bare Wires, Zig Zags, Mountains and Rainbows, Male Gaze einige Bands, die mir das Jahr versüßten. Besonders ans Herz gewachsen sind mir die FEELS aus L.A.. Ich zitiere an dieser Stelle aus meinem Plattenreview der TRUST # 181 > „Bei den FEELS brennt nichts an, mal fetzen sie richtig geilen, aufstachelnden Riot Grrrl oder Dangerhouse-Punkrock herunter. Dann schalten sie wieder einen Gang herunter und schleichen, winden, drehen und bohren sich durch eine Materie aus Punkrock, Garage oder der Blütephase des Alternativerock. Was mich stellenweise, insbesondere, wegen dem entweder energischen oder nöligen, weiblichen Gesangs, sehr angenehm an PJ Harvey, The Breeders oder Sonic Youth erinnert“. Folge dessen sprach ich im Interview über die Bands auf Castle Face, über L.A., um dann über zu schwenken in tiefere, kritischere Fragen über den Fortschritt, die Industriealisierung und dem Internet. Aber lest am besten selbst…

Juni 10th, 2020

DISCORPERATE RECORDS aus #142, 2010

Posted in interview by Jan

Discorporate Records
Ein verpeilter Haufen wankender Musikfreaks?

Da macht man einmal ein Label-Porträt – und schon denken alle möglichen Leute, jetzt wäre es doch auch an der Zeit, mal was über ihr Label zu machen. Weshalb es aber diese Sorte von Text nur alle Jubeljahre auf diesen Seiten zu lesen gibt, hat einen einfachen Grund: Es muss schon ein bisschen mehr dabei sein als nur ein nettes Repertoire und eine ebenso nette Anfrage. Nicht einmal ein außergewöhnlich gutes Programm ist zwingend Grund für so ein Label-Porträt.

Juni 10th, 2020

Rauchen aus #199, 2019

Posted in interview by Jan

INTERVIEW _ RAUCHEN

Am 13. September erschien nach der ersten Veröffentlichung, der „Tabakbörsen EP“ im Jahr 2018 nun das erste Album „Gartenzwerge unter die Erde“ der Band RAUCHEN. Anlässlich dieser Veröffentlichung, also unter dem Stichwort Promotion und der Tatsache, dass ich euch diese Band, ihre Musik und Anliegen vorstellen möchte, wurde dieses Interview geführt, beziehungsweise wurden WORD-Dateien ausgetauscht. Wir ersparen euch nachträglich eingefügte (lacher) aufgrund dieser Transparenz. Cool, also weiter im Text.

Juni 7th, 2020

Soulside, Washington, D.C., 1986 – 1989, Alexis Fleisig

Posted in bücher by Dolf

Akashic Books, 222 Third St., Suite A 115, Brooklyn, NY 11215, Usa, www.akashicbooks.com

When this book was announced for the first time I was like „A coffetablebook for a band that existed four years?“ Then kinda forgot about it, but what a nice surprise when it finally came in – it is small in size, 16cm x 16cm x 1,3 cm, less then an 7“ single, a cappucinotablebook. Perfect. It still has 96 pages with tons of photos and flyers from the tours the band did throughout North America and Europe. Luckily their drummer, who is also the person who compiled this book, has kept his collection and now shares it in this great book. There is a little bit of text, about the band, but mostly photos with description and tons of artwork.

Juni 7th, 2020

Teilzeitwelt – Wie wir durch weniger Arbeit uns und den Planeten entlasten, Michael Wenzel

Posted in bücher by Dolf

Oekom Verlag, Waltherstraße 29, 80337 München, www.oekom.de

Eigentlich sagt der Text auf der Buchrückseite so gut wie alles über den Inhalt des Buchs: „Die Ansätze, wie wir Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltiger gestalten können, sind zahlreich. Doch sie laufen stets auf grundsätzlich zwei Alternativen hinaus: persönliche Verhaltensänderungen und technische Innovationen. Beide Ansätze erliegen der Illusion, ein »grünes Wachstum« sei möglich, das die Natur schont, uns gleichzeitig aber eine radikale Veränderung unserer Wirtschafts- und Arbeitsweise erspart.
Jede Erwerbsarbeit bedeutet als Tätigkeit an sich oder über die damit generierte Kaufkraft Energieaufwand und Materialverbrauch – und damit einen Eingriff in die natürlichen Stoffkreisläufe.

Juni 7th, 2020

Muslimisch, Männlich, Desintegriert – Was bei der Erziehung muslimischer Jungen schiefläuft, Ahmet Toprak

Posted in bücher by Dolf

Econ/Ullstein, Friedrichstraße 126, 10117 Berlin, www.ullstein-buchverlage.de

Der Erziehungswissenschaftler Ahmet Toprak hat schon mehrere Bücher veröffentlicht, dies ist das erste welches mir in die Hände gefallen ist. Der Titel kommt ja schon ziemlich reißerisch daher, könnte man meinen. Beschreibt aber wohl leider eine vorhandene Realität ganz gut. Laut dem Autor ist es eben nicht zu leugnen das Jungen aus türkischen und arabischen Familien öfter die Schule abbrechen und häufiger arbeitslos und gewalttätig werden. Zudem sind sie, laut Autor, oft anfällig für religiöse oder nationalistische Radikalisierung. Hier stellt sich die Frage ob das alles mit dem Bildungsniveau der Eltern und gesellschaftlicher Ausgrenzung zu erklären ist?

Juni 7th, 2020

Sei du selbst – Eine Geschichte der Philosophie III, Richard David Precht

Posted in bücher by Dolf

Goldmann/Random House, Neumarkter Straße 28, 81673 München, www.goldmann-verlag.de

Nun liegt also das dritte Buch der vierbändigen Reihe vor. Auch hier sagt der Untertitel bereits alles, das Buch ist nicht weniger – sondern viel mehr. Der Autor führt – nach einer ausführlichen Einleitung – weiter durch die Geschichte der Philosophie, diesmal durch das 19. Jahrhundert (von der französischen Revolution 1789 bis zum Ausbruch des 1. Weltkriegs 1914.), welches die Philosophie revolutionieren soll. „Während aus der Industrialisierung die bürgerliche Gesellschaft hervorgeht, verlieren die Philosophen den Boden unter den Füßen. Ist es überhaupt noch möglich, ein geschlossenes System der Welt zu errichten? In einer Welt ohne Gott und ohne natürliche Ordnung?

Juni 7th, 2020

Spott sei Dank! # 1

Posted in bücher by Dolf

Alibri Verlag, Postfach 100 361, 63739 Aschaffenburg, www.alibri.de

Schon seit einiger Zeit erscheint auf der Internetseite hpd.de (Humanistischer Pressedienst) wöchentlich eine Karikatur die sich mit Religion und Kirche, Leichtgläubigkeit und Borniertheit auseinandersetzt. Gut 50 davon sind jetzt hier in diesem Taschenbuch kompakt zusammengefasst. Mit Dorthe Landschulz, Ralf König, Piero Masztalerz, Til Mette, Oliver Ottitsch, Martin Perscheid und Jacques Tilly. Nach einer Einleitung von Ricarda Hinz geht es, meist farbig, auch schon los. Jeder Karikatur steht ein kurzer Text von Daniela Wakonigg zur Seite, der erklärt in welchem Zusammenhang die Karikatur entstanden ist und auch kurz den Hintergrund beleuchtet.

Juni 7th, 2020

Ich habe abgeschworen – Warum ich für die Freiheit und gegen den Islam kämpfe, Mina Ahadi mit Sina Vogt

Posted in bücher by Dolf

Alibri Verlag, Postfach 100 361, 63739 Aschaffenburg, www.alibri.de

Das Buch erschien im Original bereits 2008, hier handelt es sich um eine überarbeitete Neuauflage, die entsprechend aktualisiert Ende 2019 erschienen ist. Und leider ist auch im Jahr 2020 die Situation immer noch so, das Bücher wie dieses notwendig sind, vielleicht mehr als zuvor. Das Buch erzählt die Lebensgeschichte der Autorin, von ihrer frühen Flucht aus dem Iran in die Berge Kurdistans, als Partisanin setzt sie sich für die Emanzipation ein, bis zu ihrer Flucht nach Europa wo sie sich bis heute als Atheistin und Feministin gegen den islamischen Fundamentalismus engagiert. Unter anderem im Internationalen Komitee gegen Steinigung, außerdem gründete sie 2007 den Zentralrat der Ex-Muslime und ist in der Säkularen Flüchtlingshilfe aktiv.

Juni 4th, 2020

NERVOUS MOTHERS (#181, 2016)

Posted in interview by Thorsten

Nervous Mothers habe ich durch die Empfehlung eines guten Freundes entdeckt und sofort ins Herz geschlossen. Als er mir letztes Jahr die s/t 7″ der Band aus Antwerpen in die Hand drückte, sagte er so etwas wie: „Hier, Junge: Belgier. Du wirst sie lieben. Machen so Endneunziger-AJZ-Chaoscore. Aber in gut.“ Er hatte recht. Kaum lag die Nadel in der Rille, war es um mich geschehen.
Kurze Zeit später kam mir dann die Idee, ein kurzes Interview mit Bart, dem Gitarristen des Vierers zu machen. Ich glaube, ich war einfach neugierig, wie Leute ticken, die heutzutage diesen Sound fahren. Das nachstehende Interview vermittelt ein ganz gutes Gefühl dafür, finde ich.

Juni 4th, 2020

COLD KIDS (#182, 2017)

Posted in interview by Thorsten

Schaue ich mir meinen eigenen Musik-Konsum einmal detaillierter an, so scheine ich Musik in vier verschiedene Kategorien zu ordnen: schlechte Musik, die ich im besten Fall nie wieder hören muss (das Leben ist zu kurz), gute Musik, die ich zu schätzen weiß, aber einfach nicht fühle und deshalb nicht höre (wie erwähnt, das Leben ist zu kurz), Musik, die ich fühle und deshalb auch öfters höre (muss übrigens nicht per se gute Musik sein) – und, die höchste Kategorie: richtig gute Musik, die es oben drauf sogar noch schafft, ganze Bilderwelten und Gedankenströme in mir auszulösen. Beispiele für letzteres sind etwa Rotting Out, deren Sound einfach so krass nach den Straßen von Los Angeles, ausgeschlagenen Zähnen und dem Siff des Lebens klingt (man gönne sich etwa „The Shoot Out“), die Doom-Poeten von Omega Massif, deren Gitarrenwände sich an meinen Eingeweiden entlang sägen, um mehr als nur Gänsehaut und verbrannte Erde zu hinterlassen (z.B. auf „Im Karst“), oder, ganz anderes Genre, ein Robot Koch, der es gerade auf seinen frühen Release stets geschafft hat, eine futuristische Welt entstehen zu lassen, die zwar metallisch und roh, dabei aber irgendwie von einer wohltuenden Wärme geprägt ist, dass ich nicht umhin komme, an so manche Szenen von Murakamis „Hard-boiled Wonderland und Das Ende der Welt“ zu denken (etwa bei „Hard To Find“). Eine noch frische Band, die es in diese Königs-Kategorie, nennen wir sie „Bewegende Musik“, geschafft hat, ist nun Cold Kids.

Juni 4th, 2020

LITBARSKI (#180, 2016)

Posted in interview by Thorsten

Wenn bei Pferde-Leuten Punk gewinnt!

Wir befinden uns in einem Hinterzimmer einer Punkkneipe in Berlin. Ein nass-kalter Samstagabend im Januar 2015. Zwei Bands sind für diesen Abend angekündigt. Zum einen OnOnOn, die ihre Musik selbst „Punch Pop“ nennen und minimalistische, manchmal fast dadaistische Musik spielen. Zum anderen spielen die befreundeten Litbarski. Litbarski, mit einem „T“. Kein PunchPop, kein Dada, stattdessen: Punkrock. Es ist das erste Konzert der Band und eine gewisse Nervosität kann man den Dreien nicht absprechen, obwohl sie alle schon seit vielen Jahren Musik machen. Es folgt ein wahnsinnig guter, dichter Auftritt. Punkrock der sowohl von britischen Bands der späten 1990er als auch von US-Bands der frühen 1990er geprägt ist. Zehn, zwölf Songs, von denen am Abend schon ein, zwei direkt im Ohr bleiben.

Juni 1st, 2020

Moving Targets aus #201, 2020

Posted in interview by Jan

Mir fallen nur sehr wenige Punk oder Hardcorealben ein, die mich so restlos begeistern wie „Burning in Water“ von den Moving Targets. Es gleicht bei mir bis heute einer feierlichen Zeremonie, wenn ich die Platte auflege, die schneidenden Gitarren und das grandiose Schlagzeug losbricht und letztendlich Kenny Chambers mit seinem hymnisch, melodischen Gesang einsetzt. Von ein auf dem anderen Moment, fühle ich mich wie in den Bann gerissen und es gibt auch kaum eine Platte, bei der ich so einen großen Spaß daran habe, wild mit meinen Händen und Armen herumzufuchteln, um das Gitarren und Schlagzeugspiel nachzuahmen oder bei Songs wie „The Other Side“, „Faith“, „Let me know why“ und vor allem „Always Calling“ (einer meiner ewigen Lieblingssongs) enthusiastisch mitzusingen.

Juni 1st, 2020

Penelope Houston aus #201, 2020

Posted in interview by Jan

„We are not Jesus Christ, we are not fascist pigs, we are not capitalist industrialists, we are not communists, we are the one.”
(aus: Avengers – We are the One, 1977)

„Who is that girl you see running down the alley? She’s all dressed in white, must be an escapee. Oh, but she’s beautiful, just like a dream. And you’re so hungry for some honey and cream, yeah. Oh, she’s a mystery. You gotta get into her fantasies. So you run around the corner just to see what you can see. And there she is, saying don’t you follow me, oh no. She’s got a smile like a knife in her teeth. And you’ve got a pressure problem with your sweaty hands, yeah. I’ve got my business, got no time for you. Going to a wedding getting married to myself. I am a mystery, you better check it with your fantasies. Don’t you try to put nothing on me ´cause if you do, I’m gonna make you very sorry you did. Uh-oh, don’t you want me? Uh-oh, don’t you follow me. Uh-oh, don’t you want me? Uh-oh, the answer is no. Yeah, I’m a mystery, you better check it with your fantasies. Don’t you try to put nothing on me, ´cause if you do, I’m gonna make you very sorry you did. Uh-oh, sex shooter, don’t you want me? Uh-oh, don’t you follow me. Uh-oh, don’t you want me? Uh-oh, the answer is no.“
(Avengers – Uh-Oh, 1978)

“O the summer time is coming. And the leaves are sweetly turning. And the wild mountain thyme grows around the purple heather. Will you go, lassie, go? If you will not go with me you know, I’d surely find another. To pull wild mountain thyme from all around the purple heather. Will you go, lassie, go?”
(aus: Penelope Houston – Wild Mountain Thyme, 1987)

Interview mit Penelope Houston

Sie dürfte eigentlich keine Unbekannte sein, weil sie eine totale feministische Punk-Legende lange vor den riot grrrls schon in den 70er war – oder sagt ihr Name euch doch null? Nun, Penelope Houston wurde 1958 in Los Angeles geboren und zog 1977 in die Bay Area, um dort Kunst zu studieren. Sie war die tolle Sängerin der genialen Avengers (gegründet 1977), eine der ersten Punk-Bands in San Francisco neben Crime und den Nuns. Nach der Band-Auflösung 1979 machte sie Filmprojekte in Los Angeles und lebte einige Zeit in England, wo sie mit Howard Devoto (Buzzcocks, Magazine) kreativ tätig war. Seit den späten 80er widmete sie sich auf vielen erfolgreichen Platten der Folk-Musik, parallel dazu reunierten sich die Avengers später auch wieder (und spielen bis heute live).

Juni 1st, 2020

Sebadoh aus aus #201, 2020

Posted in interview by Jan

Sebadoh: „Ich habe alles verschenkt“

Sebadoh gibt es tatsächlich schon ziemlich genau so lange wie das TRUST. Wobei ich sie allerdings erst etwas später kennenlernte. Ich erinnere mich noch an einen Hinweis (wahrscheinlich) in einer Rezension der „Spex“, Sebadoh klinge wie die beiden letzten Stücke auf „You’re Living All Over Me“, dem zweiten Album von Dinosaur jr., das ich sehr schätze. Ein Konzert im „Musik & Freden“ in Berlin im September nutzten wir, um ein Interview zu verabreden. Mit Sebadoh. Wie selbstverständlich saß dann Lou Barlow allein bereit, um mit uns zu sprechen. Der Rest der Band hat offensichtlich entweder nichts zu sagen oder keine Lust dazu.

Mai 28th, 2020

Atheist Refugees aus # 198, 2019

Posted in interview by Jan

Stell dir vor du lebst in einem Land in dem Frauen unterdrückt werden und in dem man mit dem Tode bestraft werden kann, wenn man vom religiösen Glauben abfällt (Für Apostasie ist in folgenden Ländern die Todesstrafe vorgesehen: Sudan, Jemen, Iran, Saudi-Arabien, Katar, Pakistan, Afghanistan, Somalia und Mauretanien). Du findest ein sicheres Land, in dem es friedlich zugeht, mit einer freiheitliche Verfassung die natürlich dafür sorgt das jeder glauben kann was gewünscht ist und niemand unterdrückt wird – theoretisch. Dann machst du dich auf den langen und gefährlichen Weg dorthin, über die Balkanroute und schaffst es tatsächlich bis nach Deutschland. Nur um dann festzustellen das die Gefahr und die Probleme vor denen du geflohen bist mitgereist sind. Und jetzt hast du in der Flüchtlingsunterkunft die gleichen Probleme wie in der Heimat, weil viele der Geflüchteten Muslime sind für die Apostasie ein schlimmes ja sogar todeswürdiges Vergehen ist.


Mai 28th, 2020

Corporate Rock Still Sucks aus # 197, 2019

Posted in artikel by Jan

Corporate Rock Still Sucks

Neulich erschien in der Trust-Twitter-Timeline (@TRUSTzine) eine Anzeige von GoldmanSachs zum Thema Musikindustrie. Nach nahezu zwei Jahrzehnten der Disruption, so der Tweet, käme nun eine neue Phase des Wachstums. Wachstums heißt natürlich im Kontext von Investmentbanking Gewinne. Aber dennoch in den folgenden Zeilen mal der Versuch eine Einordnung des Ganzen.

Mai 28th, 2020

12 XU Scheiß Indie aus # 194, 2019

Posted in interview by Jan

Einer der Vorteile den das Internet mit sich bringt, ist die Verbreitung von guter Musik bzw. muss der Musikkonsument nicht mehr die Mühen und das Geld aufbringen, um im Plattenladen seines Vertrauens, nach den neuesten Veröffentlichungen fündig zu werden. Wobei für wählerische Musiknerds, die Plattenläden oder Mailorder in ihrem Sortiment, oftmals gar nicht so gut ausgestattet sind, bzw. ist es fast schon unmöglich das ein Anbieter alles auf Lager hat, nach was es einen sehnt und so bestellt man oft viele einzelne Platten, bei verschiedenen Mailordern. Die überteuerten Vinylpreise tragen zu dieser Situation nicht unbedingt positiv bei und so ist es für mich nur verständlich, wenn immer mehr Leute ihre Musik aus dem Netz saugen.

Mai 27th, 2020

THOUGHT (#178, 2016)

Posted in interview by Thorsten

Das ganze Bild sehen!

Bei unserem Besuch in Cebu im Januar 2014, hatten wir das große Glück, eine Show von Struggle for Radical Action (SRA) beizuwohnen. SRA ist eine Konzertgruppe in Cebu, die leider immer seltener Konzerte in der philippinischen Millionenstadt organisiert. In dieser Gruppe ist u.a. die Sängerin von Thought, Gray Gonzales, aktiv. Gefühlt zwei Dutzend Bands sind damals aufgetreten und am Ende des Abends konnte ich nur den wenigsten Bandnamen noch einen Sound zuordnen (s. auch Trust #165). Hängen geblieben sind auf jeden Fall Tiger Pussy (s. Trust #170), Gardo und Thought! Während Tiger Pussy großartigen Riot Grrrl Punk spielen, spielen Gardo und Thought modernen Hardcore. Gardo gelten dazu als Begründer der Hardcore-Szene der Stadt in den 1990ern.
Als Kollektiv veröffentlicht SRA auch lokale Bands, zumeist auf CD bzw. CDr, so auch die Vorgängerband von Thought namens No! Deren CD „No Means No!“ enthält zehn schnelle, kurze Hardcore-Songs, die selten über eine Minute Zeit in Anspruch nehmen.

Mai 27th, 2020

P.O.S/DOOMTREE (#180, 2016)

Posted in interview by Thorsten

Zum ersten Mal von P.O.S gehört habe ich vor ein paar Jahren, als er bei uns im Hausprojekt im Keller gespielt hat. Heute ist es relativ alltäglich, dass Hip-Hop-Künstler_innen in Zeckenläden spielen. Damals war es hingegen noch ziemlich selten. Trotzdem passte Stefon Alexander alias P.O.S sehr gut in unseren Keller – mal abgesehen davon, dass er deutlich größere Bühne verdient hätte und heutzutage oft auch bekommt. Seine Musik wich in erfrischender Weise von gängigen Hip-Hop-Standards ab, klang aber gleichzeitig deutlich mehr nach Rap als vieles, was sonst so unter dem Ausdruck Alternative Hip Hop zusammengefasst wurde. Später fand ich heraus, dass P.O.S einerseits Teil des Labels und Kollektivs Doomtree ist, andererseits aber auch bei Rhymesayers unter Vertrag steht, einem Label, das genau wie er und Doomtree aus Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota stammt und bei dem mit Athmosphere ein weiterer meiner Lieblings-Hip-Hop-Acts seine Platten veröffentlicht. Mein Interesse war geweckt und blieb auch über die kommenden Jahre hellwach. Vor ein paar Monaten dann war P.O.S mal wieder in Berlin, um dort ein paar Tage abzuhängen und ein Konzert zu spielen. Tags darauf trafen wir uns in einem Café im Bergmannkiez und redeten über all das und noch ein wenig mehr.

Mai 27th, 2020

GENJING RECORDS (#195, 2019)

Posted in interview by Thorsten

Brücken bauen! Bauabschnitt: Beijing Berlin / Bremen!

Interview mit Nevin Domer von Genjing Records und Fanzui Xiangfa

Wenn wir von alten Hochkulturen reden, sprechen wir in der Regel von antiken Griechenland oder dem römischen Reich. In Zentraleuropa vergessen wir meistens, dass als unsere Vorfahren sich noch mit Holzkeulen vor der Höhle auf die Omme gekloppt haben, in China schon 2.600 Jahre vor unserer Zeitrechnung Akupunktur Teil der chinesischen Medizin war. 1.000 Jahre vor Beginn unserer Zeitrechnung wurde der Kompass in China erfunden, die Chinesen selbst erkundeten in der Zeit schon die Meere. Noch wichtiger: um das Jahr 700 wurde die erste Zeitung in Beijing gedruckt. Ob sie die Fanzine-Qualität vom Trust hatte, ist leider nicht überliefert, zeigt aber, wer eigentlich den Buchdruck erfunden hat. Hätten die Anführer der Ming-Dynastie nicht um das Jahr 1500 entschieden, die Schifffahrt nahezu komplett einzustellen, wer weiß, wie sich die Geschichte entwickelt hätte.

Mai 25th, 2020

PHOENIX PUNK SPECIAL (FEEDERZ, SLOPE RECORDS, EXTERMINATORS)

Posted in interview by Jan

PHOENIX PUNK SPECIAL mit FEEDERZ – SLOPE RECORDS – EXTERMINATORS

In Phoenix / Arizona scheint es heiß herzugehen, was sich nicht nur an den aktuellen Rekordtemperaturen von bis zu 48 (!!) Grad niederschlägt, sondern auch in Sachen Punkrock, scheint derzeit in Phoenix ein zweiter Frühling auszubrechen. Zum einen vereinigte sich die Phoenix-Provo-Punklegende The FEEDERZ und veröffentlichten mit „WWhD? What Would Hitler Do?„ eine neue Single. Des weiterem leistet das Label SLOPE Records motivierte Geschichtsaufarbeitung, indem sie vorwiegend rare Punk oder Hardcoreperlen (sowie auch ein paar neuere Bands) aus der Region veröffentlichen.

Mai 25th, 2020

DIY IN JYVÄSKYLÄ aus # 180, 2016

Posted in artikel by Jan

‚Ich will nicht werden, was mein Alter ist‘ – Punk und D.I.Y. in Jyväskylä

Im Oktober 2015 habe ich Deutschland verlassen. Ein Jahr lang in Jyväskylä, einer mittelgroßen Stadt in der Mitte Finnlands. Als Berliner hieß das zunächst: dem Moloch entfliehen und das Ganze, zumindest vordergründig, eintauschen gegen Luft, Fels, Wald, Seen und – wie sich bald herausstellen sollte: Schnee und Eis. Dazu gehörte aber auch Punk und D.I.Y., nur eben einmal fernab der üblichen Sprache, und das Kennenlernen anderer Menschen und Strukturen – anderer Wege. Begleitet habe ich und haben mich dabei meine Freundin und unsere Tochter, die 2 ½ Monate nach unserer Ankunft dort im Dezember 2015 zur Welt gekommen ist.

Mai 25th, 2020

FINNLAND-PUNK-DOKUMENTARFILMER aus # 183, 2017

Posted in interview by Jan

Jyväskylän Meininki: A Punk Documentary

Irgendwie ist das hier eine Fortsetzung meines Finnland-Berichts von vor wenigen Heften (Trust #180). ‚Irgendwie‘ deshalb, weil das hier kein Bericht, sondern ein Interview werden soll und sich meine Textanteile nach diesen einleitenden Worten hier auf ein paar Interviewfragen beschränken werden. Und wer wird interviewt? Um das etwas ins Bild zu setzen, hier mal eben die Kurzversion wie’s dazu kam:

Mai 20th, 2020

LA VASE (#191, 2018)

Posted in interview by Thorsten

La Vase kommen aus Leipzig und machen Punk. Na ja, eigentlich kommen sie aus Südwestdeutschland und Frankreich und spielen so einen knackig-catchigen 77er Sound mit Garage-Kante, Post-Punk-Vibes und französischen Texten. Das diesjährige Debüt kam passenderweise auf einem Label namens Phantom Records raus. Verwirrend? Dann trägt folgendes Interview vielleicht zur Entwirrung bei.