Juni 22nd, 2020

Idiota Civilizzato aus # 200, 2020

Posted in interview by Jan

Wir versuchen in unserer Band, möglichst viel intensive Energie einzubringen und alles zu geben. In der TRUST-Ausgabe 193, schrieb ich zu der IDIOTA CIVILIZZATO-LP folgendes Review:
Idiota Civilizzato (schon den Bandnamen finde ich total gut), ist eine in Berlin ansässige Hardcorepunkband, dessen Mitglieder aus Deutschland, Mallorca, Italien und Australien stammen. Gesungen wird auf italienisch und das in einer aggressiven Hingabe, wie es Negazione, Cheetah Chrome Motherfuckers, Peggio Punx oder Indigesti zu ihren besten Zeiten, nicht besser hinbekamen. Hochenergischer, überdrehter Hardcorepunk, der sich durch die aufpeitschenden Killerriffs, in seinen eigenen, kaputten Wahnsinn katapultiert und dazu röchelt und schreit ein wutentbrannter Sänger, der verdammt nochmal alles gibt, um den Anschein zu erwecken, das Hardcorepunk im Jahre 2018, noch lange nicht tot ist. Hervorgetragen wird das Ganze, in einer solch umwerfenden Intensität, das du schon beinahe daran glauben könntest, dass mit dieser Musik eine ganze Regierung, zu stürzen wäre. Maximum Rock´n´Roll! Damit wäre eigentlich schon alles gesagt.

Juni 17th, 2020

Rückblick auf Trust #136 – #141 aus #149, 2010

Posted in interview by Jan

#136 Juni 2009
Auch, wenn ich befürchte, dass mein Rückblick nur zwei Mal gelesen wird (beim Korrektur lesen von Dolf und beim Druck von Jan), hier die Ausgaben 136-141 recycled:

Juni 16th, 2020

MOBINA GALORE (#187, 2017)

Posted in interview by Thorsten

Manche zugkräftigen Bands empfinden es als Verpflichtung, gute Vorbands mit im Gepäck zu haben, wenn sie auf Tour gehen. Against Me! haben diese Verpflichtung auf ihrer letzten Europatour übererfüllt, da sie mit Milk Teeth und Mobina Galore zwei so grandiose Bands dabei hatten, dass sie selbst den kürzeren zogen und von ihren Zöglingen in den Schatten gestellt wurden. Das ist umso beeindruckender, als es sich bei Mobina Galore nur um zwei Personen handelt, die Dank maximal verzerrter Gitarre und oft gedoppeltem Gesang aber keinesfalls weitere Bandmitglieder vermissen ließen. Aus Kanada, Winnipeg kommen sie und klingen doch mehr nach Calgarys Tegan and Sara (wenn die Punk machen würden) als nach Winnipegs Propagandhi. Sehr persönliche Texte über Verzweiflung, Tod und Erschöpfung durch das immergleiche Hamsterrad begründen, warum Sängerin Jenna eigentlich immer schreit. Nur Schlagzeugerin Marcia verliert zumindest auf der Bühne niemals den Spaß am Leben und trommelt jeden noch so schnellen, harten Beat mit einem fröhlichem Lächeln auf den Lippen. Im Mai 2018 werden sie wieder in Deutschland zu sehen sein, Grund genug also sie vorzustellen und auch unserem Teil der Verpflichtung als unabhängiges Medium auf tolle neue Bands aufmerksam zu machen nachzukommen.

Juni 16th, 2020

LOOK MA, NO CAVITIES (#187, 2017)

Posted in interview by Thorsten

Das erste Mal habe ich LOOK MA, NO CAVITIES! gehört in einer völlig rohen Proberaumaufnahme in meinem alten, durchgefaulten Vectra Caravan. Mit einer kleinen Gruppe von Leuten aus Berlin war ich auf dem Weg zu zwei Konzerten der „Tischlerei Lischitzki“ und der „Option weg“ in der Villa in Rotenburg/Wümme und im Anna&Arthur in Lüneburg. Stichwort Lüneburg, Stichwort „Tischlerei Lischitzki“. In dieselbe Umgebung gehört Chris, Schlagzeuger in eben dieser Band und – jetzt neu – auch bei LOOK MA, NO CAVITIES!. Chris hatte Pennplätze für uns Hand voll Leute bei sich in Uelzen klar gemacht, damit wir nach den beiden Konzerten einen Ort zum Einkehren hatten (Danke nochmal an der Stelle!), und hatte sich auf diese Weise gleich noch seinen Nachhauseweg für beide Abende organisiert. – Chris verbrachte also die Zeit von hier nach da auf meinem Beifahrersitz und musste sich von mir ausquetschen lassen, wie es denn mit der neuen Screamo/Punk/Alternative Band LOOK MA, NO CAVITIES! von ihm und Andreas (Gitarre bei „Tischlerei Lischitzki“) aussieht. Er zückte seinen mp3-Player hervor und sagte: „Hier. Schließ mal an!“

Juni 16th, 2020

HELL & BACK (#185, 2017)

Posted in interview by Thorsten

Seit vielen Jahren schon erfreue ich mich an dem Output der Stuttgarter Band Hell & Back, die famosen Melodic Punk Rock schrubben und diesen stets mit viel Verve und Liebe zum Detail darbieten. Nach zwei großartigen EPs aus den Jahren 2011 und 2012, dem mitreißenden 2014er Debütalbum „Heartattack“, welches seinen musikalischen Vorvätern zwischen Santa Barbara und Gainsville Tribut zollt, aber dennoch einen ganz eigenen Sound fährt, und der Split-EP mit Perfect Youth (2015), die fünf absolut runde, vor eingängigen Melodien nur so strotzende Punk Rock-Nummern beinhaltet, erschien nun dieser Tage das zweite Album mit dem wundervollen Titel „Slowlife“.

Juni 16th, 2020

Rückblick auf die letzten 5 Jahre Teil 2, #179

Posted in artikel by Jan

30 Jahre Trust – ein Rückblick auf die letzten 5 Jahre

Wieder haben wir eine runde Jahreszahl erreicht. Auch wenn wir unseren Lesern kein riesiges Special zum 30. bieten wollen, ist es an der Zeit, auf die Ausgaben der letzten fünf Jahre zurückzublicken. (benni)

Juni 15th, 2020

Sister Disaster aus # 197, 2019

Posted in interview by Jan

Sister Disaster – Interview

SISTER DISASTER aus Jyväskylä, Finnland. Ein kick ass Name! Hanna (Bass), Sanna (Gitarre), Kaa (Gitarre/Gesang) und Riikka (Schlagzeug) spielen sich mittlerweile seit gut 5 Jahren durch die coolen Läden in Helsinki, Turku, Tampere, Jyväskylä, Oulu und vielen anderen Städten mehr. Endlich sollte es für die Band ins Ausland gehen. Und zwar nach Berlin. Zum spät möglichsten Zeitpunkt jedoch musste das für den Köpi-Geburtstag geplante Konzert am 23.02.2019 leider ins Wasser fallen. Ein neuer Laden für dieselbe Nacht und dieselbe Stadt musste her, denn die Organisation der Reise war natürlich längst in Sack und Tüten.

Juni 15th, 2020

THE HOLD STEADY aus #171, 2015

Posted in artikel by Jan

Boys & Girls in America – Die Hold Steady Story

Ein wunderschönes Mädchen, ein Drogendealer auf der Flucht und eine Skinhead Gang, die auf Rache sinnt. Dies sind kurz zusammengefasst die Charaktere und ihre Geschichten, welche über mehrere Alben von The Hold Steady immer wieder auftauchen. Und die gleichzeitig The Hold Steady zu einer der aktuell lyrisch interessantesten Bands macht. Zunächst ergibt sich beim Hören der Alben nur ein leiser Verdacht. Immer wieder tauchen gleiche oder ähnliche Namen und Phrasen auf, von einem Mädchen namens Holly, dem Skinhead Gideon und des Drogendealers Charlemagne.

Juni 15th, 2020

TOMBS aus #142, 2010

Posted in interview by Jan

Tombs

Aufgrund der Popularität im rechtsextremen Milieu gibt es neben Neofolk kaum eine Musikrichtung, die so umstritten ist wie Black Metal. Ein Auslöser war der Inner Circle Norwegens, dessen Mitglieder Haftstrafen wegen Mordes, Grabschändungen und Brandstiftungen verbüßten und zu dessen faschistischem Höhepunkt Burzum-Gründer „Count Grishnackh“ (Varg Vikernes) zählt, der wegen Mordes an Gitarrist „Euronymous“ (Øystein Aarseth) von Mayhem bis zum letzten Jahr inhaftiert war. In der Zeit des Gefängnisaufenthalts wandte er sich der rechtsextremen Szene Norwegens zu und ist unter anderem Gründungsmitglied der Allgermanischen Heidnischen Front.

Juni 10th, 2020

Bob Ross Effect aus #199, 2019

Posted in interview by Jan

Bob Ross Effect aus Würzburg waren seit ihrer Gründung die sympathischen Punk Rocker von nebenan. Musikalisch würde ich sie grob in den Bereichen Skate Punk / Pop Punk / Melodic Hardcore / Crossover verorten. In den ersten Jahren ging es auch direkt ordentlich zur Sache mit EP, Album, eine Split mit Bad Cop, Bad Cop, The Decline und Success, irre großen Touren durch Europa, sowie vielen weiteren Einzelgigs.

Juni 10th, 2020

NOT NORMAL TAPES (#181, 2016)

Posted in interview by Thorsten

Bei dem folgenden Interview mit Not Normal Tapes Records, geht es nicht nur um das Label, sondern auch um die aktuellen Szeneaktivitäten des Mittleren Westen der USA. Von dem her kann das Interview auch als ein Mid-West-Scene-Report angesehen werden. Labelbetreiber Ralph machte sich die Mühe, die Fragen ausführlich zu beantworten und der Großteil seiner Gedankengänge und vor allem die aufopfernde Liebe und Haltung zur Musik, fernab der gängigen Metropolen und Trends, kann ich sehr gut nachvollziehen. Ralph sieht den Sinn in seinem Label darin, das er aktuelle Bands die er aufrichtig zu schätzen weiß, auf seinem Label herausbringt, um ihnen damit Dank auszusprechen, aber auch um die Aufnahmen festzuhalten, bevor sie vielleicht gar nie in Form einer Veröffentlichung das Tageslicht erbklicken würden.

Juni 10th, 2020

NO U TURN (#184, 2017)

Posted in interview by Thorsten

Myanmar Punkrock

Punk in Ost- und Südostasien hat eine sehr lange Tradition. Schon Ende der 1970er Jahre gab es die ersten Bands in Japan. Nahezu zeitgleich formierten sich Bands in den Philippinen und sehr wahrscheinlich gab es auch in anderen Ländern frustrierte und gelangweilte Kids, denen Punk als Lebensstil und Musik eine Menge gegeben hat. Spätestens in den 1980ern war Punk in den meisten größeren Ländern verbreitet. Doch vor allem in den ärmeren, zum Teil abgeschotteten und kleineren Ländern Südostasiens dauerte es etwas länger. Nach Myanmar (ehemals Burma) kam der Punkrock wohl irgendwann in den 1990ern. Das Land war von der Welt abgeschnitten, es herrschte ein totalitäres Regime, das stark an George Orwells „1984“ erinnerte. Kurioserweise hat gerade George Orwell längere Zeit in Burma verbracht und darüber auch geschrieben. Die burmesische Militärjunta ließ nach einem revolutionären Aufstand am 8. August 1988 die Universitäten schließen, Regimekritiker*innen verfolgen und viele Menschen einsperren, foltern und ermorden. Schon zur damaligen Zeit haben sich einige Wenige außerhalb der Gesellschaft positioniert, auf das System geschissen und sich in diesen dunklen Zeiten nicht verbieten lassen, dem System einen Mittelfinger zu zeigen.

Juni 10th, 2020

FEELS (#183, 2017)

Posted in interview by Thorsten

Letztes Jahr bin ich über die großartigen THEE OH SEES auf Castle Face Records gestossen und fand z.B. mit Bare Wires, Zig Zags, Mountains and Rainbows, Male Gaze einige Bands, die mir das Jahr versüßten. Besonders ans Herz gewachsen sind mir die FEELS aus L.A.. Ich zitiere an dieser Stelle aus meinem Plattenreview der TRUST # 181 > „Bei den FEELS brennt nichts an, mal fetzen sie richtig geilen, aufstachelnden Riot Grrrl oder Dangerhouse-Punkrock herunter. Dann schalten sie wieder einen Gang herunter und schleichen, winden, drehen und bohren sich durch eine Materie aus Punkrock, Garage oder der Blütephase des Alternativerock. Was mich stellenweise, insbesondere, wegen dem entweder energischen oder nöligen, weiblichen Gesangs, sehr angenehm an PJ Harvey, The Breeders oder Sonic Youth erinnert“. Folge dessen sprach ich im Interview über die Bands auf Castle Face, über L.A., um dann über zu schwenken in tiefere, kritischere Fragen über den Fortschritt, die Industriealisierung und dem Internet. Aber lest am besten selbst…

Juni 10th, 2020

DISCORPERATE RECORDS aus #142, 2010

Posted in interview by Jan

Discorporate Records
Ein verpeilter Haufen wankender Musikfreaks?

Da macht man einmal ein Label-Porträt – und schon denken alle möglichen Leute, jetzt wäre es doch auch an der Zeit, mal was über ihr Label zu machen. Weshalb es aber diese Sorte von Text nur alle Jubeljahre auf diesen Seiten zu lesen gibt, hat einen einfachen Grund: Es muss schon ein bisschen mehr dabei sein als nur ein nettes Repertoire und eine ebenso nette Anfrage. Nicht einmal ein außergewöhnlich gutes Programm ist zwingend Grund für so ein Label-Porträt.

Juni 10th, 2020

Rauchen aus #199, 2019

Posted in interview by Jan

INTERVIEW _ RAUCHEN

Am 13. September erschien nach der ersten Veröffentlichung, der „Tabakbörsen EP“ im Jahr 2018 nun das erste Album „Gartenzwerge unter die Erde“ der Band RAUCHEN. Anlässlich dieser Veröffentlichung, also unter dem Stichwort Promotion und der Tatsache, dass ich euch diese Band, ihre Musik und Anliegen vorstellen möchte, wurde dieses Interview geführt, beziehungsweise wurden WORD-Dateien ausgetauscht. Wir ersparen euch nachträglich eingefügte (lacher) aufgrund dieser Transparenz. Cool, also weiter im Text.

Juni 7th, 2020

Soulside, Washington, D.C., 1986 – 1989, Alexis Fleisig

Posted in bücher by Dolf

Akashic Books, 222 Third St., Suite A 115, Brooklyn, NY 11215, Usa, www.akashicbooks.com

When this book was announced for the first time I was like „A coffetablebook for a band that existed four years?“ Then kinda forgot about it, but what a nice surprise when it finally came in – it is small in size, 16cm x 16cm x 1,3 cm, less then an 7“ single, a cappucinotablebook. Perfect. It still has 96 pages with tons of photos and flyers from the tours the band did throughout North America and Europe. Luckily their drummer, who is also the person who compiled this book, has kept his collection and now shares it in this great book. There is a little bit of text, about the band, but mostly photos with description and tons of artwork.

Juni 7th, 2020

Teilzeitwelt – Wie wir durch weniger Arbeit uns und den Planeten entlasten, Michael Wenzel

Posted in bücher by Dolf

Oekom Verlag, Waltherstraße 29, 80337 München, www.oekom.de

Eigentlich sagt der Text auf der Buchrückseite so gut wie alles über den Inhalt des Buchs: „Die Ansätze, wie wir Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltiger gestalten können, sind zahlreich. Doch sie laufen stets auf grundsätzlich zwei Alternativen hinaus: persönliche Verhaltensänderungen und technische Innovationen. Beide Ansätze erliegen der Illusion, ein »grünes Wachstum« sei möglich, das die Natur schont, uns gleichzeitig aber eine radikale Veränderung unserer Wirtschafts- und Arbeitsweise erspart.
Jede Erwerbsarbeit bedeutet als Tätigkeit an sich oder über die damit generierte Kaufkraft Energieaufwand und Materialverbrauch – und damit einen Eingriff in die natürlichen Stoffkreisläufe.

Juni 7th, 2020

Muslimisch, Männlich, Desintegriert – Was bei der Erziehung muslimischer Jungen schiefläuft, Ahmet Toprak

Posted in bücher by Dolf

Econ/Ullstein, Friedrichstraße 126, 10117 Berlin, www.ullstein-buchverlage.de

Der Erziehungswissenschaftler Ahmet Toprak hat schon mehrere Bücher veröffentlicht, dies ist das erste welches mir in die Hände gefallen ist. Der Titel kommt ja schon ziemlich reißerisch daher, könnte man meinen. Beschreibt aber wohl leider eine vorhandene Realität ganz gut. Laut dem Autor ist es eben nicht zu leugnen das Jungen aus türkischen und arabischen Familien öfter die Schule abbrechen und häufiger arbeitslos und gewalttätig werden. Zudem sind sie, laut Autor, oft anfällig für religiöse oder nationalistische Radikalisierung. Hier stellt sich die Frage ob das alles mit dem Bildungsniveau der Eltern und gesellschaftlicher Ausgrenzung zu erklären ist?

Juni 7th, 2020

Sei du selbst – Eine Geschichte der Philosophie III, Richard David Precht

Posted in bücher by Dolf

Goldmann/Random House, Neumarkter Straße 28, 81673 München, www.goldmann-verlag.de

Nun liegt also das dritte Buch der vierbändigen Reihe vor. Auch hier sagt der Untertitel bereits alles, das Buch ist nicht weniger – sondern viel mehr. Der Autor führt – nach einer ausführlichen Einleitung – weiter durch die Geschichte der Philosophie, diesmal durch das 19. Jahrhundert (von der französischen Revolution 1789 bis zum Ausbruch des 1. Weltkriegs 1914.), welches die Philosophie revolutionieren soll. „Während aus der Industrialisierung die bürgerliche Gesellschaft hervorgeht, verlieren die Philosophen den Boden unter den Füßen. Ist es überhaupt noch möglich, ein geschlossenes System der Welt zu errichten? In einer Welt ohne Gott und ohne natürliche Ordnung?

Juni 7th, 2020

Spott sei Dank! # 1

Posted in bücher by Dolf

Alibri Verlag, Postfach 100 361, 63739 Aschaffenburg, www.alibri.de

Schon seit einiger Zeit erscheint auf der Internetseite hpd.de (Humanistischer Pressedienst) wöchentlich eine Karikatur die sich mit Religion und Kirche, Leichtgläubigkeit und Borniertheit auseinandersetzt. Gut 50 davon sind jetzt hier in diesem Taschenbuch kompakt zusammengefasst. Mit Dorthe Landschulz, Ralf König, Piero Masztalerz, Til Mette, Oliver Ottitsch, Martin Perscheid und Jacques Tilly. Nach einer Einleitung von Ricarda Hinz geht es, meist farbig, auch schon los. Jeder Karikatur steht ein kurzer Text von Daniela Wakonigg zur Seite, der erklärt in welchem Zusammenhang die Karikatur entstanden ist und auch kurz den Hintergrund beleuchtet.

Juni 7th, 2020

Ich habe abgeschworen – Warum ich für die Freiheit und gegen den Islam kämpfe, Mina Ahadi mit Sina Vogt

Posted in bücher by Dolf

Alibri Verlag, Postfach 100 361, 63739 Aschaffenburg, www.alibri.de

Das Buch erschien im Original bereits 2008, hier handelt es sich um eine überarbeitete Neuauflage, die entsprechend aktualisiert Ende 2019 erschienen ist. Und leider ist auch im Jahr 2020 die Situation immer noch so, das Bücher wie dieses notwendig sind, vielleicht mehr als zuvor. Das Buch erzählt die Lebensgeschichte der Autorin, von ihrer frühen Flucht aus dem Iran in die Berge Kurdistans, als Partisanin setzt sie sich für die Emanzipation ein, bis zu ihrer Flucht nach Europa wo sie sich bis heute als Atheistin und Feministin gegen den islamischen Fundamentalismus engagiert. Unter anderem im Internationalen Komitee gegen Steinigung, außerdem gründete sie 2007 den Zentralrat der Ex-Muslime und ist in der Säkularen Flüchtlingshilfe aktiv.

Juni 4th, 2020

NERVOUS MOTHERS (#181, 2016)

Posted in interview by Thorsten

Nervous Mothers habe ich durch die Empfehlung eines guten Freundes entdeckt und sofort ins Herz geschlossen. Als er mir letztes Jahr die s/t 7″ der Band aus Antwerpen in die Hand drückte, sagte er so etwas wie: „Hier, Junge: Belgier. Du wirst sie lieben. Machen so Endneunziger-AJZ-Chaoscore. Aber in gut.“ Er hatte recht. Kaum lag die Nadel in der Rille, war es um mich geschehen.
Kurze Zeit später kam mir dann die Idee, ein kurzes Interview mit Bart, dem Gitarristen des Vierers zu machen. Ich glaube, ich war einfach neugierig, wie Leute ticken, die heutzutage diesen Sound fahren. Das nachstehende Interview vermittelt ein ganz gutes Gefühl dafür, finde ich.

Juni 4th, 2020

COLD KIDS (#182, 2017)

Posted in interview by Thorsten

Schaue ich mir meinen eigenen Musik-Konsum einmal detaillierter an, so scheine ich Musik in vier verschiedene Kategorien zu ordnen: schlechte Musik, die ich im besten Fall nie wieder hören muss (das Leben ist zu kurz), gute Musik, die ich zu schätzen weiß, aber einfach nicht fühle und deshalb nicht höre (wie erwähnt, das Leben ist zu kurz), Musik, die ich fühle und deshalb auch öfters höre (muss übrigens nicht per se gute Musik sein) – und, die höchste Kategorie: richtig gute Musik, die es oben drauf sogar noch schafft, ganze Bilderwelten und Gedankenströme in mir auszulösen. Beispiele für letzteres sind etwa Rotting Out, deren Sound einfach so krass nach den Straßen von Los Angeles, ausgeschlagenen Zähnen und dem Siff des Lebens klingt (man gönne sich etwa „The Shoot Out“), die Doom-Poeten von Omega Massif, deren Gitarrenwände sich an meinen Eingeweiden entlang sägen, um mehr als nur Gänsehaut und verbrannte Erde zu hinterlassen (z.B. auf „Im Karst“), oder, ganz anderes Genre, ein Robot Koch, der es gerade auf seinen frühen Release stets geschafft hat, eine futuristische Welt entstehen zu lassen, die zwar metallisch und roh, dabei aber irgendwie von einer wohltuenden Wärme geprägt ist, dass ich nicht umhin komme, an so manche Szenen von Murakamis „Hard-boiled Wonderland und Das Ende der Welt“ zu denken (etwa bei „Hard To Find“). Eine noch frische Band, die es in diese Königs-Kategorie, nennen wir sie „Bewegende Musik“, geschafft hat, ist nun Cold Kids.

Juni 4th, 2020

LITBARSKI (#180, 2016)

Posted in interview by Thorsten

Wenn bei Pferde-Leuten Punk gewinnt!

Wir befinden uns in einem Hinterzimmer einer Punkkneipe in Berlin. Ein nass-kalter Samstagabend im Januar 2015. Zwei Bands sind für diesen Abend angekündigt. Zum einen OnOnOn, die ihre Musik selbst „Punch Pop“ nennen und minimalistische, manchmal fast dadaistische Musik spielen. Zum anderen spielen die befreundeten Litbarski. Litbarski, mit einem „T“. Kein PunchPop, kein Dada, stattdessen: Punkrock. Es ist das erste Konzert der Band und eine gewisse Nervosität kann man den Dreien nicht absprechen, obwohl sie alle schon seit vielen Jahren Musik machen. Es folgt ein wahnsinnig guter, dichter Auftritt. Punkrock der sowohl von britischen Bands der späten 1990er als auch von US-Bands der frühen 1990er geprägt ist. Zehn, zwölf Songs, von denen am Abend schon ein, zwei direkt im Ohr bleiben.

Juni 1st, 2020

Moving Targets aus #201, 2020

Posted in interview by Jan

Mir fallen nur sehr wenige Punk oder Hardcorealben ein, die mich so restlos begeistern wie „Burning in Water“ von den Moving Targets. Es gleicht bei mir bis heute einer feierlichen Zeremonie, wenn ich die Platte auflege, die schneidenden Gitarren und das grandiose Schlagzeug losbricht und letztendlich Kenny Chambers mit seinem hymnisch, melodischen Gesang einsetzt. Von ein auf dem anderen Moment, fühle ich mich wie in den Bann gerissen und es gibt auch kaum eine Platte, bei der ich so einen großen Spaß daran habe, wild mit meinen Händen und Armen herumzufuchteln, um das Gitarren und Schlagzeugspiel nachzuahmen oder bei Songs wie „The Other Side“, „Faith“, „Let me know why“ und vor allem „Always Calling“ (einer meiner ewigen Lieblingssongs) enthusiastisch mitzusingen.