September 12th, 2019

BLACK FRIDAY 29 (#112, 2005)

Posted in interview by Thorsten

Die Ruhrpottler Black Friday 29 sind seit ihrer Gründung 2001 schon einen langen Weg über unzählige Konzerte und Touren, Demo und 7“ bis zum Debüt Album “The Escape“ gegangen. Anlass zu diesem Interview war also, für alle, die Black Friday 29 noch nicht kennen, klar: ihr Werdegang bis zur “The Escape“ und jetzt. Die fünf Mitglieder der Band sind Björn Esser (Voc), Dennis Sommer (Bass), Sven Sommerfeld (Git), Pete Goerlitz (Git) und Dennis Schmidt (Drums). Dennis und Björn haben mir im Trierer Exhaus auf dem Krakfest Freitags ein paar Fragen beantwortet und bevor die Show in Trier klar war schon per Email ein paar im Vorfeld. Samstags sah ich ebenfalls auf dem Krakfest dann den Sänger von Bridge To Solace mit dem unglaublich lächerlichen T-Shirt “Mosh To Kill“ und musste sofort an die kleine Diskussion in Bezug aufs Moshen denken, die ich mit Black Friday 29 führte. Dass ich eine andere Auffassung von Konzertspaß habe als BF 29 wird im Interview klar. Jeder hat so seine Meinung. Was vom aggressiven Tanzen, wie z.B. dem Windmillfighting zu halten ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich wünsche mir, dass man auf Konzerten mehr auf andere Rücksicht nimmt, damit auch die ihren Spaß haben. Nicht jede Person möchte in einer wild um sich schlagenden Menge stehen, nur um die Band auch von nahem sehen zu können. Leute, macht euren scheiß bei euch im Zimmer und schlagt das zu Brei aber geht den Konzertbesuchern nicht an den Sack. Das ist meine Meinung, danke.

September 12th, 2019

BREATHERRESIST (#112, 2005)

Posted in interview by Thorsten

„Eine gruppe US amerikanischer mathematik und physik nobelpreisträger trifft sich in einem tonstudio und bekommt nach verabreichung zwielichtiger drogen einen cholerischen anfall. Der tontechniker ist ein gewitzter fuchs. Weiß er doch, dass die größten musikalischen momente noch immer dem wahnsinn entsprangen. Nachdem kurze zeit später das gesamte studio in schutt und asche liegt, ist der mann hinter den reglern nicht nur froh, diesen phonetischen blitzkrieg überlebt zu haben, sondern sieht sich zum zwecke der schadenskompensierung auch genötigt, das soeben produzierte kriegsgerät an die multinationale gilde der schallwaffenschieber weiterzuveräußern. Diese ist sofort hellauf begeistert, steht doch nun endlich ein upgrade der seit jahren nicht mehr produzierten KISS IT GOODBYE bombe zur verfügung. Ergänzt um kleine fiese JESUS LIZARD tricks, hält man somit eine kompakte allroundwaffe in den händen, der weder kraut noch gegner gewachsen ist.“

September 9th, 2019

OFF! aus #153, 2012

Posted in interview by Jan

„I am a member of a gang that has more members than any punkrock gang“

Eigentlich war Keith Morris, Sänger der Circle Jerks und Mitbegründer von Black Flag, mit Dimitri Coats (Burning Bridges) als Produzent im Studio, um mit Jahren Verspätung eine neue Platte mit den immer noch bestehenden Circle Jerks aufzunehmen. Bei dem Anliegen entstand jedoch kein neuer Circle Jerks Output, stattdessen gründeten die beiden gemeinsam eine neue Band. Sie holten sich zusätzlich Mario Rubalcaba (Rocket From The Crypt, Black Heart Procession, Hot Snakes, Earthless, Clikatat Ikatowi) und Steven McDonald (Redd Kross) mit ins Boot und Off! waren geboren. Das entstandene Line-up könnte sich für eine Hardcoreband wohl kaum besser lesen lassen. Auch wurde früher Hardcore selten besser gespielt, als Off! es tun. Lediglich der zeitliche Kontext passte an anderen Stellen besser.

September 9th, 2019

TRUST LAYOUTER Mitch (1986-2009) und André (2009ff) aus # 191, 2018

Posted in interview by Jan

„Und wenn alle Schülerzeitschriften damals ausgesehen hätten wie das Trust, dann wäre das ja auch was gewesen.“

Trust-Layouter im Spiegel der Zeit: Mitch (1986 bis 2009) und André (ab 2009)

Es gäbe so viel aus dem Trust-Nähkästchen zu plaudern, die Anekdoten-Informations-Schatulle ist ja auch mit 32 Jahren kontinuierlicher Heft-Publikation alle zwei Monate seit 1986 gut gefüllt. Well, es passiert einiges hinter den Kulissen, das könnt ihr nicht mitkriegen, aber was ihr sicherlich mitbekommen habt, wenn ihr unser Heft bzw. unsere Entwicklung schon länger verfolgt: es gibt seit knapp zehn Jahren ein komplett neues Layout des Hefts. Schreiber kommen und gehen (natürlich bis auf Ausnahmen), aber im Layout gab es nur zwei Personal-Wechsel in 32 Jahren: Mitch und André.

September 9th, 2019

THE GEARS aus # 191, 2018

Posted in interview by Jan

„The Gears sind die beste 70er L.A. Punk-Band, die du noch nie gehört hast” (LA Weekly)

THE GEARS

Schuld ist doch nur das Razorcake Fanzine aus Los Angeles! Ich bin seit vielen Jahren großer Fan von (HC-Punk aus) Los Angeles und in einer älteren Razorcake-Nummer stand sinngemäß drin, dass die „Rocking at Ground Zero“-Platte der Gears (von 1980) einfach die beste Los Angeles-Punkplatte aller Zeiten wäre. Huh? Den Bandnamen kannte ich zwar, aber ich habe peinlicherweise die Musik nie ausgecheckt. Und was soll ich sagen, die Platte ist der Hammer. Auf der Gears-Facebook-Seite heißt es zu der Musik nur lapidar „Four Speed Punk RocknRoll“.

September 7th, 2019

MATULA aus # 193/12-2018

Posted in artikel, interview by Jan

„Da ist es mir lieber, mit wenigen Statements auszukommen – manchmal sogar am liebsten, gar keine zu haben – und mir meine eigenen Gedanken über eine Band zu machen, gerne die Gefahr in Kauf nehmend, etwas ganz anderes in sie hineinzulesen, als die Künstler selbst darin sehen. Das hat nichts mit mangelndem Respekt gegenüber den Ausführenden zu tun – im Gegenteil: jede Interpretation zollt einer Sache mehr Ehre, Mühe und Einfühlungsvermögen als bloß ein Interview zu führen.“

Kaum läuft SCHWERE – das neue Album von MATULA – zum ersten Mal, ist dieses Gefühl da, zu wissen, warum ich diesen Scheiß – SCHREIBEN – über Sachen, die wichtig sind, mir wieder und wieder antue. Ich nicht damit aufhören kann und meine Euphorie, in Wörter gepackt, teilen muss. Obwohl ich mit dem Versuch die Musik von MATULA zu beschreiben nur scheitern kann. Trotzdem (oder gerade darum) macht sich das Gefühl breit, alleine durch das Hören dieser Platte, Teil etwas Großem zu sein.
Es entsteht der Wunsch, ein Interview mit MATULA zu führen. Die Band steht nach der Kontaktaufnahme prinzipiell zur Verfügung. Ich erbete mir Zeit, um SCHWERE angemessen zu würdigen, mir Gedanken zu machen und Fragen zu notieren.

September 7th, 2019

THE FUs aus #193, 2018

Posted in interview by Jan

“Anarchy for Peace” has been put in a box, watch the porridge eating goldilocks. This song used to be a happy song but you wouldn´t fucking sing along. Now “anarchy” is on the run, you had the will but they had the guns – Fuck you (FU)! Last year you were full of passion, last year you were young and alive, then you let go of all your ideals, you don´t think now you merely survive. And next to you I´m just a slob, your existence is summed up by your job – FU! Remember when we used to rule this city? Remember when we had all the fun? Remember when we were totally wired? But look at you look what you´ve become, you´re scared to go against the grain and now you´ve petrified your brain – FU!
(FUs – FU, von der Kill for Christ-LP 1982; ohne Gewähr, Text selbst abgetippt von der Textbeilage der „Your own worst nightmare“-Straw Dogs-LP von 1992 auf Lost & Found Records; die Straw Dogs coverten den Song dort)

“I was traveling down the line, just an ugly American killing time. Seen the world by my own two feet as I traveled down a dirty street. But it seems like everywhere I´ve gone, your life ain´t worth a plug nickle, son. To some trigger-happy son-of-a-bitch, better hit the dirt before his fingers itch. Now the whole world´s like the frontier before, speaking out of a barrel of a fourty-four. And it´s a sad, sad sound if they don´t miss, yeah, the whole damn world´s like Texas. Been in Ireland, fair and green, prettiest place you´ve ever seen. Crossed by wars that never cease, yeah, “someday soon she´ll be at peace”. But all the folks back in the states watched “high noon” until their eyeballs ached. And they sent the guns and all the rest now Belfast is the wild wild west. And every day, in some shithole town, from Beirut to Boston another one shutdown. Met a friend in Lebanon, said that he came from my hometown. Billy D. was a drinking machine on his off time from the U.S. Marines. But they were all just sitting ducks when some Shiite gang said “what the fuck”. When I heard how Billy and his buddies died, I drank a few and I had to cry”.
(Straw Dogs – Texas, von der “Your own worst nightmare”-Platte,1992;
auch ohne Gewehr. Vgl. Inlay der Lost & Found-Platte)

Interview mit John Sox von The FUs

Lassen Sie mich es so formulieren: die FUs waren nicht unumstritten (in den 80er). Besonders als Kritiker der Band hervorgetan hat sich Tim Yo vom Maximum RocknRoll Fanzine, der der Band damals vorwarf, rechtsgerichtet zu sein. Wie es dazu kam? Beginnen wir von vorne.

September 5th, 2019

ESCAPADO (#112, 2005)

Posted in interview by Thorsten

Machen wir uns nichts vor. Die meisten band interviews saugen einfach wie hölle. Ewig gleiches geplapper trifft als fast schon selbstschutzhafte reaktion auf die gelangweilte routine unmotivierter fragenkataloge. In jungen jahren – wenn man noch elan und pfeffer im arsch hat, wenn noch alles neu und unverbraucht scheint, wenn es noch spannendes von bröckel bis brooklyn zu entdecken gibt – mag man die qualität des eigenen tuns vielleicht noch vornehmlich am überbordenden persönlichen enthusiasmus messen. Im alter von fast 34 jahren allerdings wird der altbekannte enthusiasmus zunehmend zu einem sprichwörtlichen fremdwort.

September 5th, 2019

BEAR VS SHARK (#112, 2005)

Posted in artikel by Thorsten

Daniel: Ich habe mir jetzt auch endlich mal die Bear vs. Shark CD gekauft, scheint es als LP nicht zu geben. Die ist eigentlich ganz gut, möchte ich meinen. Müsste man vielleicht mal ein Interview mit denen machen? Du findest die doch richtig gut, oder?

September 2nd, 2019

YAGE aus #152, 2012

Posted in Allgemein by Jan

Yage

Als ich Yage kennenlernte, war es zu spät ihre Alben auf Vinyl zu bekommen, da sich die Band bereits aufgelöst hatte, die Alben längst vergriffen waren und nur noch bei Ebay aufblitzten, um für viel Geld den Besitzer zu wechseln. Um so größer war die Freude, als eines meiner derzeitigen Lieblingslabels die komplette Diskografie von Yage zum Ende des Jahres 2010 auf Vinyl veröffentlichte. Damit wird ein kompletter Einblick in die Tiefe der Songs möglich, was mich wiederum veranlasste nach diversen Interviews zu suchen, um mehr von der Band zu erfahren.

September 2nd, 2019

T34 aus #147, 2011

Posted in interview by Jan

Premium Hardcore aus Hannover:
T34

Es geht immer weiter, so natürlich auch im Hardcore-Punk, ein aktuelles schönes Beispiel für eine neue geniale Band sind T34 aus Hannover, die gerade ihre erste Platte raus haben (mit den astreinen Titel „Premium Hardcore“). Die Band ist, denke ich, außer im Raum Hannover/Hamburg noch eher unbekannt, das sollte man ändern, das solltet ihr ändern durch fröhliches Konzerte buchen mit den sympathischen Aktivisten und Downloaden (legal natürlich). Echt belebend, wie viel hier gemacht wird, Mailorder, Label, Fanzine (Pain of Mind), Konzerte veranstaltet man im Stumpf in Hannover mit, so soll es sein. „t 34“ kannte ich als Song der Boxhamsters, bzw. dachte ich immer, das wäre ein Auto. Viel Spaß mit diesem kurzweiligen Interview mit Niko und Mupe von der Band!

September 2nd, 2019

Vladimir Harkonnen aus #195, 2019

Posted in interview by Jan

„The root of all evil is the heart of a black soul. A force that has lived all eternity. A never ending search for a truth never told. The loss of all hope and your dignity.”
(Slayer – South of Heaven, 1988)

Interview mit Philipp Wolter von Vladimir Harkonnen

Es hört sich echt blöd an, aber wenn es doch stimmt: Philipp Wolter aus Kiel, Sänger bei der tollen Thrash-Metal-HC-Punk-Band Vladimir Harkonnen (VH), ist einfach ein norddeutsches Szene-Urgestein: seit vielen Jahren in verschiedenen Bands, Betreiber eines coolen Online-Zines, fanatischer Konzertgänger und Plattensammler der obersten Kajüte, eben einfach aktiver Teil der Szene. Ich finde es immer bewundernswert (und somit dokumentationswürdig), wenn jemand kontinuierlich in verschiedenen Feldern unserer Subkultur aktiv ist und yeah, Philipp gehörte schon viel früher mit einem Interview ins Trust (das es übrigens schon seit langer Zeit liest)… Und das holen wir hiermit gerne nach.

August 30th, 2019

PIEBALD (#111, 2005)

Posted in interview by Thorsten

Dieses Interview ist leider schon „etwas älter, es wurde im Juli 04 in Hannover geführt. Eigentlich ist nur noch zu sagen, dass PIEBALD tolle Platten machen, eine wirklich mitreißende Liveshow bieten und das Travis und Andrew echt nette Zeitgenossen sind. Also: geht PIEBALD Platten konsumieren.TUT ES !!!

August 30th, 2019

BEAUTY PILL (#111, 2005)

Posted in interview by Thorsten

SMART WENT CRAZY war bestimmt eine der umstrittensten und meist gehassten Bands auf Dischord Records. Als SWC sich auflösten beschloss Sänger Chad eine neue Band zu Gründen. Doch ständige Line-Up Wechsel schienen das Projekt schon lahmzulegen bevor es richtig losging. Bis sich dann endlich eine halbwegs konstante Besetzung formte, die zuerst eine EP und dann das grossartige Album „the unsustainable lifestyle“ veröffentlichte. Mittlerweile sind bei BEAUTY PILL Ex-Mitglieder von MOST SECRET METHOD und IDA aktiv, die Band befindet sich konstant auf Tour und arbeitet an neuen Liedern.

August 28th, 2019

PUNKSTELLE aus # 181, 2016

Posted in interview by Jan

„Die Punkstelle soll einfach ein Multiplikator für die lokale Punkrock-Szene in Köln/Bonn und Umgebung sein. Mehr nicht. Aber auch nicht weniger.“

Sozusagen als Nachschlag zu meinem Interview mit der Rhein-Main-online-Terminseite Copyriot gibt es jetzt ein Interview mit Niels von der Kölner Punkstelle. Die Punkstelle ist ein online-Kalender mit allen wichtigen Punk-HC-Konzerten im Kölner Raum bzw. Rheinland. Es gibt aber nicht nur AJZ-Gigs, sondern auch grosse Konzerthinweise wie z.B. AC/DC.

August 28th, 2019

CONTRASZT Records aus #181, 2016

Posted in interview by Jan

„Punk ist nix, was du in der Musikschule lernen kannst.“

Contraszt! Records

Das Kölner Label wird von Philip betrieben; er ist ein umtriebiger und aktiver Mensch, mit dem ich mich nur zu gern über sein Label, seinen Mailorder und seine Bands und Punkrock im Allgemeinen und Speziellem austauschte. Möglicherweise kennt und schätzt ihr das Label bereits? Oder ihr hört und lest den Namen zum ersten Mal, dann sagen euch vielleicht die Bands aus der Label-Diskografie etwas? Ich möchte mich angesichts der spannenden Dinge, die Philip zu sagen hat, hier nicht mehr gross rumerzählen, let´s go! Unterstützt dieses kleine aber feine Label.

August 28th, 2019

META MATTER RECORDS aus # 179, 2016

Posted in interview by Jan

„Weißt du, wenn ich als Teenie losgezogen bin und mir Platten von den SPERMBIRDS, FUGAZI, DEAD KENNEDYS, SUICIDAL TENDENCIES usw. gekauft habe, da sahen die Platten folgendermaßen aus: das Vinyl war dünn, vielleicht schätzungsweise 120g, die Cover waren in einer normalen Stärke und die Vinylfarbe war schwarz. Du bist heim gekommen und hast das Zeugs bis zum Abwinken angehört. Das war alles unwichtig. Du hast dir um so was nicht mal einen Kopf gemacht. Denn die Musik und die Texte waren geil. Das hat mich halt geprägt. Mal so gesagt: wenn heutzutage ´ne Platte ´ne schöne Verpackung hat oder ´ne schöne Vinylfarbe, gefällt mir das natürlich auch. Aber ich glaube, es wird maßlos übertrieben in der Hinsicht heutzutage.“

Meta Matter Records ist ein neues und dementsprechend frisches HC-Punk-Doom-Sludge-Label aus Karlsruhe. Betrieben wird es von Lena und Stef, die beide auch bei Flight 13 Duplication arbeiten. Stef könntet ihr als Gitarrist diverser geiler Bands auf dem Schirm haben, so musziert er u.a. bei der HC-Punk-Band Diavolo Rosso (die ich für eine alte Trust-Nummer vor Jahren interviewte), bei den Doom-Sludgern von Ghost of Wem und bei der extrem Doom-Kappelle Black Shape of Nexus. Lena spielte einst Gitarre bei den wundervollen THE F.A. aus Giessen…

August 28th, 2019

ROOKIE RECORDS aus # 182, 2017

Posted in interview by Jan

„Es ist wie im richtigen Leben. Kaufe ich bei amazon oder eben nicht. Die Puristen finden es vielleicht schon verwerflich, dass es neben LP/CD die Platten auch als Stream oder Download gibt. Das kann ja jeder für sich entscheiden, wie konsequent man sein möchte. Ich überlege mir das immer sehr gut. Als ich den Schritt vom Hobby zum Beruf machte, hatte ich schon Bedenken, dass mir die Leidenschaft verloren gehen könnte. Das ist aber nicht der Fall. Ich liebe Musik, höre eigentlich jeden Tag Musik und gehe auch mindestens einmal die Woche auf ein Konzert.“

Was haben Bands wie Die Aeronauten, Bambix, Frau Doktor, Love A, Pascow, Steakknife, Hard-Ons oder die Spermbirds gemeinsam? Richtig, Tonträger von ihnen wurde all mal auf dem Label Rookie Records veröffentlicht. Jürgen Schattner gründete 1996 das Label für seine damalige Band Attention Rookies! und führt das Label heute in Hamburg. Er war allerdings lange vor dem Label schon in der Szene aktiv, deshalb ist ein Interview mit ihm längst überfällig, denn ich bin Fan von seinem kreativem Schaffen (er musiziert auch noch bei u.a. der Walter Elf mit), ich schreibe für ein Fanzine, deshalb dieses Interview. Es ist lang geworden, deshalb hier kein weiteres Gesabbel mehr.

August 28th, 2019

LEFTOVER CRÄCK aus #120, 2006

Posted in interview by Jan

Leftöver Crack

„you can do the interview now, but Stza is in a weird mood, so I don’t know whether it’s gonna work out alright“

Die Band kommt etwa eine oder zwei Stunden zu spät am Konzertort an, parkt im Halteverbot auf der gegenüberliegenden Strassenseite und beginnt frenetisch, ein paar Instrumente und viel, viel Merchandise über die Strasse zu schleppen. Ein mit reichlich debilen Tattoos geschmückter, ausgemergelter Crusty dreht in der Straßenmitte um, geht zurück und beginnt frenetisch, nach einer anderen Baseballmütze zu suchen. „I need the LICE cap, I need the LICE cap“. Eben eine mit ‚police‘ Aufnäher und übermaltem ‚po‘, ihr versteht schon.

August 28th, 2019

FLIGHT aus #143, 2010

Posted in interview by Jan

Trust: What are your future plans?
Flight: Get high.

Interview mit Flight (Mississippi, USA)

Flight klingen, wie wenn Hasil Adkins die Cramps covert, derweil diese gerade Flipper nachspielen. Armin / X-Mist Records hatte mir diese neue Band empfohlen und mich auch beim Interview unterstützt (danke noch mal), die Band ist heiß und neu. Noch die Beschreibung aus der X-Mist-Liste zu der neuen Ten Inch und ihr wisst Bescheid: „Nach zwei Singles auf HoZaC und SWEET ROT RECORDS, gibt’s hier 4 weitere Songs der One-man band FLIGHT aus Mississippi – und was für welche! Gnadenlos verzerrter und knalliger LoFi-Punk, mit einem mitreißenden Kick und Ohrwurm-Qualitäten. 90er-Jahre Fuzz trifft auf Glam-Punk, die perfekte Kombination aus JESUS & MARY CHAIN mit CHEAP TRICK… oder so? Jedenfalls das Beste aus der ganzen LoFi-Ecke!”.

August 28th, 2019

Nels Cline aus #119, 2006

Posted in interview by Jan

Nels Cline

Zuerst hörte ich Nels Cline auf den Solo-Platten von Mike Watt. Ganz unprätentiös spielte er markante Linien mit seinem charakteristischen singenden Ton, schuf harsche Schraffuren, schien beinahe alles zu können. Dann bekam ich durch Zufall zwei Alben seines eigenen Trios und eines mit Thurston Moore. Mehr Facetten wurden hörbar. Mit Moore improvisierte er frei, mit dem Trio ließ er fast nichts aus, was an Jazz aufregend war und sprengte überdies die Grenzen des Genres mit Leichtigkeit.

August 28th, 2019

CIVIL VICTIM (#153, 2012)

Posted in Allgemein by Jan

„Wenn die Turnschuh-Crew ihr Affenballett abzieht, ist das witzig. Oder wenn Empowerment in ACAB-Outift „Bullenschweine“ covern und vom Widerstand im Kollektiv singen. Oder wenn Ray Cappo beim Rumspringen der Dödel rausfällt. Alles super.“
Interview mit CIVIL VICTIM

Ihr müsst das so sehen: wir hören alle längst nicht mehr HC-Punk, sondern widmen uns John Coltrane, Sun Ra, lauschen den avantgardistischen Klangkompositionen von John Cage und wenn unsere Subskription der Texte zur Kunst abgelaufen ist, dann gibt es erst mal drei Monate Kunstmuseum Amsterdam Verbot! Aber manchmal, in dunklen Stunden, wenn der Kühlschrank nicht voller französischen Weißwein ist und die JP Sartre-Lektüre zu sehr anstrengt, dann brauchen wir natürlich wieder unser echtes Lebenselexier: HC-PUNK. Nix verstanden?

August 28th, 2019

SOUNDS OF SUBTERRANIA RECORDS aus #129, 2008

Posted in interview by Jan

Oft erscheint es müßig, sich über diejenigen, die Tonträger verlegen, Gedanken zu machen, agieren sie sowieso nur als Mittelsmänner und sind beliebig austauschbar. Manchmal gelingt es jedoch Labelbetreibern, ein eigenes Genre mitzuentwickeln, was auch nach dem Zenith der Veröffentlichungen als Blaupause für diese Richtung von Musik steckt. Dies wurde von mittleren bis größeren Unternehmen erreicht, ob man da nun an Subpop oder Lookout denken mag, die Liste könnte jeder hier aus dem Stehgreif um Seiten füllen.

August 28th, 2019

FRANK BOLZ (#144, 2010)

Posted in interview by Jan

„Kommt vorbei und bringt Gehörschutz mit, wenn ihr Wimps seid…“
Interview mit dem EA80 Mischer und AJZ Bahndamm Wermelskirchen Soundmann Frank Bolz

Der AJZ Bahndamm in Wermelskirchen (mitten im nirgendwo im Bergischen Land zwischen Remscheid, Leverkusen und Wuppertal) war als Ort meiner (nicht nur musikalischen) Sozialisation seit 1992 schon ein paar Mal Thema im Trust. 2006 fand dort auch ein Trust-Redaktionstreffen statt, umrahmt von einem Konzert mit Ideoblast, Schwarz auf Weiß und Quest for Rescue.

August 28th, 2019

BIG ROCK aus #147, 2011

Posted in interview by Jan

Leatherface, Cockney Rejects, Adolescents, Paperchase…
Interview mit Tourfahrer BIG ROCK

Viele Booker und Konzertveranstalter in Europa kennen ihn, den freundlichen gedrungenen ex-Los Angelianer namens Chris alias Big Rock, der in Prag sein Hauptquartier aufgeschlagen hat und seit Jahrzehnten Bands durch Europa fährt. Am bekanntesten ist er wahrscheinlich für seine Tätigkeit als Fahrer für Leatherface.