März 14th, 2007

NÜRNBERG SZENEBERICHT (#83 / 08-2000)

Posted in interview by andreas

krach im zeichen der burg

Irgendwie gehört es ja fast schon zum guten ton, an der heimischen szene rumzunörgeln. Auswärtige bands spielen immer wo anders und die einheimischen sind alle für`n arsch und wenn nicht alle, dann trifft die aussage zumindest auf die meisten zu. Mag ja alles auch irgendwie seine richtigkeit haben. Und gerade im grossraum nürnberg ist leichter lügen zu strafen, wer freimütig und umfassend das gegenteil behauptet.

Nicht wirklich zu unrecht wurde nürnberg einst im spiegel zur der langweiligsten grossstadt deutschlands erkoren, auch wenn das augenmerk der damen und herren hierbei wohl weniger auf der punk/hc/sonst wie-underground szene geruht haben mag. Aber konstruktiv ist eine solche nörgelei wahrlich nicht. Nicht meckern, selber machen heisst die devise. Oder zumindest das würdigen, was da ist. Schliesslich ist alles nur so gut, wie es dem rest der menschheit verkauft wird. Daher an dieser stelle mal ein kleiner „szene-report“ (im grossen und ganzen geht`s hier um die d.i.y.-orientierten geschichten).

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Konzertkalender

Wer in der noris auf konzerte gehen will, muss natürlich erst mal wissen was los ist. Den m.e. umfassenste konzertkalender findet ihr im internet bei www.eartrumpet.de. Aktualisiert wird diese site wohl durchschnittlich einmal pro woche. Weitere infos gibt`s weiter unten bei den konzertveranstaltern.

Ebenfalls empfehlenswert ist ein blick ins yot (liegt gratis in den einschlägigen lokalitäten aus). Auch hier gibt es einen ähnlich umfassenden überblick, was konzertal so geboten ist (kein wunder, schliesslich hat auch hier tobi, der auch bei eartrumpet für den konzertkalender verantwortlich zeichnet, seine finger im spiel). Nachteil ist hier jedoch, die 2-monatige erscheinungsweise des yot, die die aktualität etwas leiden lässt. Mehr infos gibts bei den fanzines.

Bisweilen kann auch ein blick in den doppelpunkt (liegt gratis aus oder unter www.doppelpunkt.de) oder in den plärrer (im zeitschriftenhandel) nützlich sein. Aber wirklich empfehlen kann und will ich die nicht.

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Konzertläden

In der regel finden die konzerte in nürnberg in den folgenden läden statt: Dem alphabet folgend will ich mit der desi (http://www.kubiss.de/desi – brückenstr. 23 – 90419 nürnberg – 0911-336943) einem stadtteilzentrum – beginnen. Dass es dort konzerte gibt, ist eher selten. Könnte daran liegen, dass die räumlichkeiten nicht sehr stimmungsfördernd sind. Besser kommen da veranstaltungen wie „lead with the base“ (für die elektroniker unter euch), da sich die veranstalterinnen sehr viel mühe geben, ein gemütliches ambiente zu schaffen. Nicht zuletzt deshalb und wegen der sehr günstigen preise ist der laden bei „lead“ immer gestopft voll.

Zentral gelegen ist das k4 (= ex-komm) (http://www.kubiss.de/kultur/info/kuf/kuenstlerhaus/- königstrasse 93 – 90419 nürnberg – 0911-223647). Auch nachdem es mit der selbstverwaltung vorbei ist, gibt`s dort noch regelmässig gute und günstige konzerte, die meist vom musikverein veranstaltet werden (dazu bei den veranstaltern mehr). Gerade im zuge um die kv-problematik mussten einige veranstalter aufs k4 ausweichen.
Einige 100 m weiter am wörthersee liegt das klüpfel (www.kluepfel.de – leitzstr.10 – 90489 nürnberg – 0911-536727).

Als einrichtung des jugendamtes der stadt nürnberg ist dieser laden technisch zwar sehr gut ausgestattet, dafür aber auch recht spiessig. Konzerte gibt`s montags mit eher regionalen bands und für umsonst, sowie dienstags (eher überregionale/internationale acts) für 5,- dm. Für alle konzerte gilt, dass um 22:00 schluss ist (auflage des ordnungsamtes), was erst kürzlich favez zum verhängnis wurde, die aus irgendwelchen gründen erst um 22:00 angekommen sind.

Neben dem komm war auch der kunstverein (www.kv-nbg.de – im z-bau – südkaserne – frankenstr.200 (ecke tirolerstrasse) – 0911-4508728 – bus 59/65 tirolerstrasse – u1 linie 8, bus 67, frankenstrasse – linie 7 tristanstrasse) oder kv eine der konzertinstitutionen und ein bollwerk gegen die städtische politik. Und wie das komm gibt`s den kv auch nicht mehr in seiner alten form: mittlerweile zusammen mit der ehemaligen lgb (da sich diesbezüglich noch gar nichts getan hat, spar ich mir weitere ausführungen) in die frühere südkaserne umgezogen.

Stress mit dem bauaufsichtsamt (der z-bau ist derzeit noch eine baustelle, bzw. muss noch saniert werden) hat nun das ordnungsamt den saft abgedreht. Nachdem (auswärtige ?) punx im umfeld von veranstaltungen die sherriffs mehrmals beschäftigt hatten, wurde bis auf weiteres der konzertbetrieb untersagt. Mal sehen, wie`s weitergeht. Denn auch wenn der neue kv noch lange nicht den charme des alten hat (kann ja noch kommen), wäre es dennoch endlos schade drum. Nicht zuletzt, weil es in der gegend halt echt nicht so viele korrekte läden gibt.

Eher uninteressant ist dagegen die luise (www.luise-cultfactory.de – scharrerstr.15 – 90478 nürnberg – 0911-9464760), die seit dem umbau nicht mehr ein rockhaus sondern eine cultfactory ist. Auch hier hat die stadt die finger drin. Der laden ist 10x spiessiger als das klüpfel und ein gutes konzert ist mir da auch noch nicht untergekommen.

Alles andere als spiessig ist dagegen die projektwerkstatt (gostenhofener haupstr.50 – keller im hinterhof). Der konzertraum ist noch kleiner als der alte kv (genaugenommen ist das ein übungsraum, der immer leergeräumt wird, wenn`s ein konzert gibt) und hat ein ebensolches ambiente. Ich war erst kürzlich bei the locust dort und höchst angetan. Das dürfte der einzige ort sein, wo die bands niedriger stehen als das publikum. überrascht es eigentlich jemanden, wenn ich sage, dass die jungss und mädels regelmässig ärger mit den ordnungshütern haben?

Wer sich für surf- und garagengeschichten interessiert kommt eigentlich nicht um die zwinger bar (lorenzerstr.33 – nürnberg – 0911-22048). Die konzerte laufen wohl über n-joy records und sind meist relativ teuer. Dafür gibt`s aber recht viele sehr gute sachen aus dem bereich und gutes ambiente. Ich hab mir dort letztlich the zeros angeschaut. Kam schon gut, ne latino-stämmige band in einer auf latino gestilten bar bei sommerlichen temperaturen. Das war richtig ein kleiner urlaub  der allerdings auch seine 20,- dm für eine band gekostet hat. Bleibt aber halt doch eine kommerzielle sache.

Ansonsten gibt`s noch den hirsch (vogelweiher str. 66  da haben schon descendents, social distortion usw. gespielt; relativ grosser kommerz-laden ), das forum (regensburger str. 334  ehrlich gesagt ein scheiss laden; in jeder hinsicht), die meistersingerhalle und die frankenhalle… ähm.

Im übrigen bietet der grossraum nicht viele gelegenheiten für konzertale aktivitäten (ich spar es mir mal jedes verwanzte jugendhaus aufzuzählen, wo einmal im jahr ne örtliche bunthaarkapelle zum tanze spielt). In fürth ist mir eigentlich nichts bekannt, ausser die stadthalle, aber deren erwähnung ist hier eigentlich auch überflüssig.

In erlangen ist auch nicht gerade der bär los. Allerdings gibt`s dort das kultur- und kommunikationszentrum e-werk e.v (www.e-werk.de – fuchsenwiese 1, 91054 erlangen, tel. 09131 / 8005-0, fax 09131 / 8005-10), wo`s regelmässig irgendwelche ska- festivals gibt. Im übrigen sind dort in letzter zeit eigentlich keine interessanten konzerte gewesen. Bleibt noch das omega (michael-vogel-str. 1g): hier gibt es mehrmals im jahr kleine underground-metal-festivals. Allerdings war ich noch nie dort.

Gerade noch zum grossraum zählen kann man hersbruck (zum glück, sonst fielen einige interessante bands weg!). Im juz hersbruck (happurger strasse 15 – hersbruck – 09151-70342 (dietmar)) gibt`s ab und an konzerte, bei denen meist die jungs von swing deluxe (siehe unten bei labels) die finger im spiel haben.

Auch noch zum grossraum gehören schwabach und roth, die selber aber keine interessanten lokalitäten haben. Immerhin liegt im rother landkreis jedoch eckersmühlen, und dort gibt`s das posthorn. An sich eher eine blueskneipe (wahlweise auch dorfdisco), haben sich seit einiger zeit dort die jungs und mädels vom blacksheep zine (siehe unten bei zines) eingenistet. Denen ist zu verdanken, dass es dort donnerstags punkrock-disco und in unregelmässigen abständen spassige konzerte gibt.

Ansonsten heisst es ein paar 100 km zu fahren, aber münchen, regensburg und schweinfurt sind ja nicht soweit weg. Wenn mal keine konzerte sind, gibt`s 2 möglichkeiten: in kneipen das geld versaufen oder daheim bleiben und radio hören.

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Kneipen

Kneipen gibt`s auch einige  nette sind es dann schon weniger. Eine kleine auswahl gefällig? Zentralcafe im exkomm, zwinger bar, starclub (gut zum kickern), kloster (coole kneipe, bar), saigon bar, bela lugosi, hemdendienst (kult-club in johannis), trocadero (nette kneipe in johannis), kunstverein….

Wer meint in fürth sein geld ausgeben zu müssen, tut das am besten in der gustavstr., da gibt`s mehr als genug kneipen, oder im blauen affen (dieser kicker rult ohne ende)…

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Radio

Korrektes radio gibt`s auch in der noris, und zwar das unabhängige radio z auf der 95,8 (www.radio-z.net) – wurde ja schon in einer älteren ausgabe vorgestellt. Den sendeplan runterzubeten hat wohl keinen sinn, schaut euch den lieber im netz der netze an. Besonders hinweisen möchte ich jedoch auf drei sendungen: jeden mittwoch von 21:00 24:00 gibt es zosh! (www.zosh.de), das magazin für harte musik (metal/hc/punk).

Am 2. mittwoch im monat wird eine stunde (21:00  22:00) an den störfunk abgegeben, da kommt dann die bunthaarfraktion zum zuge. Wer mehr abgedrehten lärm mag, sollte sein glück sonntags von 22:00  24:00 versuchen. Meist gibt`s da nämlich den z!n!s! (z noise shock) auf die ohren. Im übrigen lohnt es sich eigentlich fast immer zwischen 16:00 und 24:00 mal die 95,8 zu checken.

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Veranstaler

Zurück zur livemusik. Neben der lokation braucht`s veranstalter (auch hier wieder in alphabetischer reihenfolge). Armin und die blacksheep-crew: alleiniger veranstaltungsort bis dato war das posthorn zu eckersmühlen bei roth. Gemacht wird im grossen und ganzen punkrock in allen ausprägungen.

Bisherige bands (auszug): burning head, foxy, daisies, last days of april, peepshows, rank miasm, nail…

Durchschnittliche besucherzahl: 100  130 leute.

Kontakt: bigbug77@t-online.de, 0179/5964826

Ear-trumpet: bei konzerten die von kerstin, tobi und ralf gemacht werden, hab ich es mir angewöhnt, einfach hinzugehen, auch wenn ich die bands vorher nicht kenne. Es ist schon erstaunlich, aber mir ist noch kein schlechtes konzert untergekommen. Die bevorzugten stilrichtungen anzugeben ist allerdings recht schwer, da von hip-hop (dälek), über emo (the lapse, far apart, some tree) bis noise-grind (standing 8, 8 days of nothing) schon fast alles vertreten war. In der regel sind es aber eher emo-eske sachen. Am besten einfach einen blick auf www.eartrumpet.de werfen.

Eat the beat: haupsächlich konzerte im kv, aber auch in anderen locations.

Auch hier wieder recht breit gefächerter musikgeschmack: boxhamsters, bambix, hammerhead(amrep), f.o.d, so much hate, apartment 3g, mr. T experience, horace pinker, 1. mai 1987, brand new unit, superfan, miozän, swoons, kick joneses, against all authority, falling sickness, sunshine, graue zellen, dr. bison, the duvals, dog food five, at the drive in, dumbell, blitz babies, steakknife, kurt und noch einige mehr.

Kontakt: eat the beat records, leipziger str. 3, 90491 nürnberg, fon /fax: +49 911 367295

Wie schon erwähnt macht der musikverein (http://www.angelfire.com/on/musikverein/) konzerte  und zwar jede menge.

Bis auf beim musikverein weiss ich sicher, dass diejenigen nur konzerte machen, auf die sie bock haben. Ihr könnt aber trotzdem einfach mal anfragen, da sie euch auf jeden fall weiter helfen werden, auch wenn sie kein eigenes interesse haben sollten. Ausserdem kann im kunstverein und im zentralcafé vom k4/ex-komm jeder auch selber was machen, da dort alle eintritts-einnahmen an die veranstalter gehen und in beiden läden auch günstig eine p.a. genutzt werden kann.

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Fanzines

Nicht sehr gross ist die auswahl, was fanzines anbetrifft. Zwar gibt`s immer wieder mal welche, aber so schnell wie die auftauchen, verschwinden sie auch wieder (wie halt überall). Derzeit aktiv sind jedenfalls das blacksheep und das yot.

Das blacksheep ist mittlerweile bei der nummer 3 angekommen und fällt hauptsächlich wegen des formats auf (der länge nach halbiertes a4er). Meist gibt`s das teil umsonst (dank der werbekunden und des arbeitgebers) auf konzerten, dafür ist es auch nicht so der dicke wälzer. Der einzige anspruch, den das teilchen hat, ist punkrock zu sein, so schert sich mensch auch recht wenig um irgendwelche konventionen.

Ebenfalls gratis ist das yot. Der anspruch hier ist recht einfach: über die aktivitäten des musikvereins zu berichten. Zusätzlich gibt`s konzert-/plattenbesprechungen und bisweilen gastartikel. Die bezeichnung info-zine trifft es wohl denn auch recht gut.

Im über das weltnetz erhältlich ist das ebenfalls im nürnberger raum beheimatete kill-o-zap webzine. Bisher eher eine adaption eines zines im netz, soll hier in zukunft der schwerpunkt mehr auf fotos gelegt werden, sprich das ganze eine virtuelles fotozine mit ein paar besprechungen und interviews/berichten werden. Mal schauen, was dabei rauskommt.

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Labels

Kommen wir zu den plattenlabels. Neben den hinlänglich bekannten empty und tug aus fürth gibt`s gerade in letzter zeit eine reihe neuer klein- und kleinstlabels.

Zum beispiel eat the beat records. Irgendwann fühlten stephan und martin wohl ein wenig unterfordert und beschlossen, als plattenbosse reich zu werden. Jetzt lassen sie rank miasm und go faster nuns für sich arbeiten und bald kommen wohl noch willy wonkas aus italien dazu.

Weiter geht`s mit millipede record company (www.listen.to/millipederecords – kohlfurterstrasse 2, d-90473 nürnberg, phone/fax ++49/911/808896, e-mail: millipederec@hotmail.com). Stubi und konsorten haben sich eher auf den emotionalen core festgelegt. Die pferdchen im stall hören auf endwise, sky promises rain, the flamingo massacres, jennifer eight und audry`s dance

Das kleinste label in diesem reigen ist wohl rental car vacation (carvacation.cjb.net  tannenhof 17, 90469 nürnberg, fon/fax: 0911/487646 e-mail: carvacation@gmx.net) von eartrumpet ralf. Der hat`s bisher auf eine 7″ von jettison gebracht.

Ganz gross im „emo“ geschäft ist die swing deluxe record company (www.swing-deluxe.de – c/o thomas lang / goethestrasse 31 / 91054 erlangen / germany / 09131/208553 oder c/o johannes uschalt / frühlingstrasse 4 / 91239 henfenfeld / germany / 09151/6198 email: swing-deluxe@gmx.de). Die bands hier gehören fast alle zur hersbruck-connection: the robocop kraus, maggat

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Bands

Bleibt noch ein ganzer arsch von bands, die alle hier aufzuzählen den rahmen dann doch gut sprengen würde. Eine kleine umfrage hat folgende bands als interessante ergeben:

sky promises rain („wegen ihrer schönen musik und weil sie etwas aus der momentanen emo-szene herausfallen“), coney noise („wegen ihres wunderschönen lärms“), smart ass dynamites („weil so schön schräg und abgefahren“), the robocop kraus, audrey’s dance, bambi davidson, genetiks, big muff babes („endlich wieder mal eine frauenband“), flamingo massacres („weil sie extrem relaxte musik machen“), the holocausts („die richtig in den arsch treten“), maggat, („swingen ohne ende“), amen 81 („die auch nach so vielen jahren immer noch dabei sind“), odd one out („guter hardcore, ziemlich melodisch“), 16 hell ventiler („irgendwo zwischen 70`s rock`n`roll und der typischen punk`n`roll geschichte. klasse band.“), mechanix, dry rot…

Bleiben noch ein paar worte zum publikum zu sagen. Dem mittelfranken (bezieht sich auch auf die weiblichen vertreterinnen dieser gattung) wird im allgemeinen nachgesagt, er (oder sie) wäre recht unnahbar und hätte ein eher introvertiertes naturell. Ich denke mal, da ist schon irgendwas dran. Allerdings sind die unterschiede zum restlichen süd-osten nicht so frappierend. Egal! Auf die konzerte wirkt sich das insoweit aus, als mir schon öfter menschen aus dem norden über den weg gelaufen sind, die sich beschwerten, weil es hier keine stimmung auf den konzerten gäbe. Und in der tat ist während eines auftrittes gefälliges wippen diverser körperteile die gängigste beschäftigung.

Aber solange die leute ihren spass haben und weiter auf die konzerte kommen…Khrishnas gib`ts in der gegend eher wenige bis keine (zumindest auf konzerten). Dafür soll`s in ansbach eine recht agile christen-hc gemeinde geben.

Alles in allem würde ich sagen, es gibt hier ne schnuckelige kleine szene. Klar könnte vieles besser sein: zu sehr ist das ganze noch gesplittet und zu viele leute kochen ihr eigenes süppchen. Es könnten auch mehr leute zu mehr konzerten kommen. Es stimmt auch immer noch, dass die grossen hc/punk bands meist in schweinfurt oder münchen spielen. Aber für die langweilligste grossstadt, bzw, das was hier noch vor ein paar jahren los war, kann sich das ganze schon sehen lassen. Immerhin: „Im allgemein gibt`s hier viele nette menschen. Es brodelt in jeder ecke und immer wieder erlebt man seine postiven überraschungen.“ stephan von eat the beat)

So das soll an dieser stelle gewesensein. Die sonstigen sehenswürdigkeiten, sind eher nicht-punkrock-technischer natur und somit in jedem fremdenführer nachlesbar. Sollte ich jemanden oder etwas vergessen haben tut es mir leid  es war nicht böse gemeint.

3 in an lebkoung: nachfolgend interviews mit drei bands, die mir in letzter zeit am positivsten aufgefallen sind.

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The Flamingo Massacres

Zunächst mal die basics: wer seid ihr, was macht ihr und seit wann gibt es euch?

The Flamingo Massacres: The flamingo massacres bestehen aus lari wagner am bass, micha ködel an schlagzeug und gesang und evi herzing an bass und gesang. Wir machen musik. Musik, die nicht bewusst irgendeiner sparte folgt. Beeinflusst allerdings bin ich, glaube ich, von allem, was ich mir so anhöre, das geht von bands wie bauhaus oder shudder to think über dead kennedys oder monorchid bis hin zu mogwai oder placebo.

Wir drei haben uns zum ersten mal im okt./nov. 97 getroffen, sind in den übungsraum gegangen und haben am selben abend beschlossen, zusammen musik zu machen. Dabei war wichtig, dass es 3 frauen sind, doch nicht mit dem ziel, ein feministisches manifest aufzustellen, sondern aus der erfahrung von uns allen zu schöpfen, dass musikmachen mit männern für uns bisher viel zu kompliziert war und immer noch mit dem klischee der quotenfrau/en behaftet ist.

Was habt ihr bisher veröffentlicht und was waren eure grössten erfolge?

The Flamingo Massacres: Es gibt ein ganz frühes, mühevoll mit einem geliehenen 16-spurteil im übungsraum aufgenommenes tape mit 12 liedern das klingt so, wie es eben nach 3 monaten klingen kann. Micha zum beispiel hat ja erst ein paar wochen vor entstehung der flamingo massacres angefangen, schlagzeug zu spielen. Und es gibt die cd „…lean back and enjoy your candy terror“, die wir ende ’98 einspielten, diesmal im studio the cage bei roland.

Die aufschrift ‚d.i.y. Till you die‘ auf dem booklet trifft zu: das cover haben wir layoutet, siebgedruckt, gefaltet, genäht, geklebt, etc. Plakate haben wir bis jetzt auch alle siebgedruckt, neueste aktion waren t-shirts. Klingt vielleicht grosspurig-marxistisch: aber es ist ein mehr als cooles gefühl, wenn alle schritte des produktionsprozesses, vom einspielen bis zum verschicken durch deine eigenen hände gehen.

Das ist bei der 7″, die im dezember bei millipede rec. erschien, ein vergleichsweise komisches gefühl. Das layout stammt im grossen und ganzen von stubi von millipede und auch wenn es schön geworden ist, es ist eben nicht ganz unser band-ding. Es wurde natürlich in einer druckerei gedruckt, das distanziert einen alles ein bisschen von der scheibe. Die millipedes kümmern sich um den ganzen herstellungs- und rumschick-kram. Und wir haben natürlich nur 10% der ganzen singles zu unserer verfügung. Nimmt uns einerseits viel stress, worüber ich auch froh bin, aber ist eben auch seltsam, wenn du nicht weisst, was genau mit dem rest passiert.

Ich würde beim nächsten mal lieber wieder mehr selber machen. Mal sehen. Zu den erfolgen: kommt darauf an, wie du erfolge definierst. Das grösste publikum hatten wir wahrscheinlich vor something like elvis und nomeansno im komm-festsaal. Am meisten verkauft haben wir bei einem ziemlich intensiven konzert im ajz bielefeld. Emotional zählt für mich aber auch ein auftritt in bietigheim-bissingen, bei dem nur 4 leute oder so da waren, zu den schönsten, weil so ein intimes cooles wir-spielen-für-uns-feeling da war. Für mich ist es schon an sich ein ziemlicher fetter erfolg, in dieser konstellation zusammengefunden zu haben, weil ich vorher schon eine durststrecke von fast zwei jahren hatte, in denen ich niemanden fand, mit dem ich langfristig musik machen konnte oder wollte.

Es tut immer wieder gut, zu merken, wie wir uns bei the flamingo massacres musikalisch alle auf einen film einigen können, obwohl unsere geschmäcker und vorstellungen davon, wie und was musik und eine band bedeuten, nicht unbedingt ganz die gleichen sind. Generell lässt sich sagen, dass die grössten erfolge die konzerte sind, die uns am meisten spass machen, und das ist immer dann der fall, wenn es auch dem publikum gefällt. Am tollsten ist dann, wenn wir nette post bekommen, eben feedback. Dann wissen wir, dass das angekommen ist, was wir beim musikmachen empfinden und auch vermitteln wollen. Ausserdem gehört natürlich auch dazu, dass wir immer wieder gefragt werden, ob wir irgendwo spielen wollen.

Ihr habt ja eure neue 7″ schon angesprochen. Stellt die doch bitte mal etwas genauer vor.

The Flamingo Massacres: Sicherlich ist unsere „neue scheibe“ anders, als die cd. Wir haben beim abmischen andere massstäbe gesetzt. Die 7″ ist nicht mehr ganz so gesangsbetont und clean. Der grundsound ist in jedem fall mehr garage, im vergleich zur eher poppigen aufnahme der cd. Ausserdem ist jeder unserer neuen songs immer etwas anders; sowohl der stil, als auch die intention. Also ist die single auch hoffentlich ein schritt weiter in unserer musikalischen entwicklung, um es ganz sophisticated auszudrücken. Wir hoffen, dass wir gute und interessante songs auf vinyl gebannt haben, die auch unseren „fans“ (sofern frau davon reden kann und will) gefallen.

Es sind vier lieder drauf: ‚miss x’s profession‘ + ‚batman said‘ auf der fröhlicheren und ’scarce‘ + ‚minor dance‘ auf der düstereren seite. Nach einer zeile aus ‚minor dance‘ ist die single benannt: „usually gulped down by ten“. ‚Batman said‘ und ‚minor dance‘ sind ältere stücke, an denen uns aber immer noch so viel lag, dass wir sie auf vinyl bannen wollten, die anderen beiden lieder sind neuer. „Miss x’s confession“, ein melodiöser, am schluss schon fast „emo“ anmutender song, setzt sich thematisch mit einem gesellschaftlich nicht besonders angesehenen job auseinander, lass es putze oder prostituierte sein, vollkommen egal: jede/r denkt dabei als erstes an eine frau, sieht es als typisch weiblichen beruf. Und: wenn du an eine position gewohnt bist, in der du keine grossen ansprüche zu stellen brauchst, ist es schwer, wieder rauszukommen, sich was anderes zuzutrauen, ‚to redefine‘.

Eine alltägliche sache, aber eine sache, die mich wütend macht. Sowohl die bereitschaft vieler leute, sofort in schubladen abzuurteilen, als auch der mangel an mut, sich aus miesen situationen zu erheben. ‚Miss x’s confession‘ ist für mich ein lied, das mich motiviert, mir zu überlegen, wieviele kleine anpassungen ich für einen job oder andere lebensumstände eingegangen bin, und ob sie das wert waren. „Batman said“, unser „party-punk“- knaller, weil vielleicht recht „traditionell“, ist ein lied voller zitate. Da gehts vielleicht um hard/emo/wasauchimmer-core- und punk-musikhör- und sonstige gewohnheiten. Auf der einen seite musik mit inhaltlicher brisanz, mit einer message dafür können eben bands wie the stranglers („always the sun“) als auch „the rites of spring“ stehen.

Auf der anderen seite partymucke, genossen mit „a couple of drinks“, alle übel des alltags vergessen. Ich komme immer wieder zu der romantischen position zurück, dass musik sich nicht von politischer haltung trennen lassen kann oder sollte, dafür steht eben ein song wie fugazis „burning too“. Jede/r hat sein „rat race“, seinen mühseligen alltag, aber musik sollte eben nicht nur dazu da sein, diesen mal leichter für eine weile verdrängen zu können (eben nicht, wie ich batman sagen lasse, „let’s change the world some other day“).

Sich nicht nur am wochenende als teil eines slamdance-rudels beweisen zu trauen, nicht nur in einer gruppe stark zu sein  für sowas steht eben: „the truth is you don’t want to fly“. Leute, die zwar begeistert politsongs mitgrölen, aber ohne nachzudenken, ohne sonst irgendwie aktiv zu werden. Ich habe eine hochachtung vor allen, die politisch tätig werden, sei es informativ oder organisatorisch.

Und ich denke eben, dass musik eine/n auch motivieren kann, seinen arsch zu heben. Aber ich glaube, die anderen beiden songs auch noch zu kommentieren, wäre dann doch zu heftig. Daher nur einen kurzen umriss: Zum einen wäre da noch „scarce“, unser „werk“: sehr ruhig, mit vielen unterschiedlichen parts, etwas entgegen den normalen hörgewohnheiten. Und schliesslich noch „minor dance“: eines unserer frühen relaxten aggro-power-songs mit viel wums!

An sich spare ich mir solche fragen ja, aber euer name ist ja schon recht ungewöhnlich. Was hat es denn damit auf sich?

The Flamingo Massacres: Der name ist dem genialen werk „marabou stork nightmares“ von irvine welsh entnommem. Mit dem buch verbindet mich sowohl, wie es geschrieben ist als auch der inhalt und das lebensgefühl. Ich erzähl dir nun mal ein bisschen mehr darüber, du musst dann eben wegkürzen, was du für unwichtig hältst. (keine angst ich sitze mit der schere bei fuss… J – seb.) In dem buch geht es um einen typen, der langsam aus dem koma erwacht.

Erzählt wird auf 3 ebenen: da gibt es eine, auf der er langsam geräusche und gespräche um sich rum wahrnimmt, dann eine erinnerungsebene, auf der er in bruchstücken sein ganzes leben erzählt, und eine ebene, auf der er von einer art safari träumt, auf der ihn ein footballheld als kumpel begleitet und sie den grössten der maraboustörche erlegen wollen. Das kapitel „the flamingo massacres“ ist eine schnittstelle in dem buch.

Er erzählt, wie er als kind eine bbc tiersendung gesehen hat, in der über die massaker, welche die marbaoustörche unter den jungen flamingos anrichten, berichtet wurde. Es ist das wohl wichtigste bild in dem buch, das auf allen drei ebenen da ist. In seiner traumwelt eben durch die jagd auf den marabou, den sie letztendlich auch erlegen. In diese traumwelt versucht der typ immer wieder zu flüchten, je näher er in seiner biographischen erinnerung der gegenwart kommt, denn: was er zu verdrängen versucht, ist ziemlich heftig, ein gangbang, bei dem er kurz vor dem unfall, der ihn ins koma schickte, einen ziemlich aktiven part hatte.

Er versinkt natürlich nicht in der traumwelt, sondern kommt immer mehr zu sich, erinnert sich schliesslich an die vergewaltigung (so kehrt das massaker auch auf dieser ebene wider). Am schluss besucht ihn die frau, die sie vergewaltigt hatten, und bringt ihn um: sie schneidet ihm den schwanz ab und steckt ihn ihm in den mund (so wird der marabou auch auf dieser ebene erlegt). Ich finde sachen, die auf so vielschichtige art aufgebaut sind, fantastisch, sie bieten immer wieder was neues zu entdecken. Das ist etwas was ich auch bei musik spannend finde: wie steht eine textzeile zur musik, wie steht ein basslauf zum anderen, etc.

Was das buch auch noch sehr packend macht, ist ein unglaubliches hin und her von machtverhältnissen. In der familie, domiert der trinkervater über die mutter, deren kinder auch unter ihr leiden, der schwule bruder wird vom hetero fertiggemacht, die familie wird in ihrem sozialbaustadtteil von staatlichen repressalien getroffen, und so weiter. Es ist endloses netz, in dem niemand nur opfer, niemand nur täter ist. Welsh ist ziemlich gut darin, sowas so darzustellen, dass es einerseits betroffen macht, andererseits ist aber immer wunderbar schottisch-schwarzer humor dabei und alles so pop-mässig erzählt, dass es nicht verkopft wirkt, auch wenn die grundstruktur komplex ist.

Lieber sachen aufzeigen als sachen abzuurteilen. Muss ich das ganze noch auf musik übertragen? Literatur und musik sind für mich nicht so weit weg voneinander. Bei beiden liebe ich eine bestimmte spannung zwischen eingängigkeit und komplexität.

Nicht nur der name, auch die instrumentierung (2 bässe + 1 schlagzeug) ist eine ungewöhnliche. Habt ihr da aus der not eine tugend gemacht oder war das absicht?

The Flamingo Massacres: Die instrumentierung, die sich aus unserem ersten zusammentreffen entwickelte, war nicht unbedingt beabsichtigt: eigentlich suchten lari und micha nach der auflösung ihrer alten band ursprünglich eine gitarrera, also war die erste probe mit evi eher ein spannendes experiment. Ich glaube, wir wussten alle drei nicht so genau, wie wir jetzt mit zwei bässen umgehen sollten. Wir sind in den übungsraum und haben am ersten abend gleich ein lied gemacht (diamonds) -es schien gar nicht mehr so abwegig, in dieser besetzung musik machen zu können, die uns allen gefällt insofern haben wir, wenn du so willst, aus einer „not“ eine tugend gemacht. Wobei es durchaus sein kann, dass wir auch mal was mit gitarre machen, wird sich zeigen. Die instrumentierung ist nicht konzept.

Es gibt ja so das klischee, frauen, sofern sie überhaupt in bands spielen, seien am bass oder am keyboard zu finden. Ist da was dran, wenn ja, was könnte der grund sein und was hat das mit euch zu tun? (zugegeben, ne billige provo… seb.)

Micha: Also, wenn an der bassquotenfrau was dran ist, dann sind wir ja der perfekte beweis dafür. Soviel hat das also mit uns zu tun. Also ich kenne ziemlich viele bands mit männern am bass, oder am keyboard. Komischerweise kommt niemand darauf, diese männer als quotenmänner zu bezeichnen, also kann es wohl nicht an dem jeweiligen instrument liegen, warum mann eine frau auf der bühne immer als so eine art erscheinung sieht.

Ich habe deshalb kaum mehr lust, mir darüber grossartige gedanken zu machen, warum manche leute scheinbar immernoch ein problem mit „das und das ist doch eigentlich nur etwas für männer und nicht für frauen“ haben, denn das soll nicht unser problem sein. Wir wollen auch niemanden auf biegen und brechen vom gegenteil beweisen. Wir machen musik, wir sind drei frauen und versuchen, wie meist jede andere band, gute und va. Ehrliche songs zu machen. Und wie jeder anderen band, gelingt uns das für die einen und für die anderen nicht.

Lari: Das klischee stimmt zum glück immer weniger. Es gibt inzwischen eine menge bemerkenswerter bands, bei denen frauen nicht nur quotenmaskottchen sind: unwound, msm, melt banana, ninewood, surrogat, reiziger…Bass und keyboards funktionieren bei den meisten bands eher als begleitinstrumente. Da viele männer sich gern auf der bühne (und nicht nur da) in den vordergrund stellen und frauen meist das gegenteil tun, sind das die instrumente, bei denen sich frau am ehesten traut.

Es gibt eine ganze menge frauen, die als kind konzertgitarre gelernt haben – ich kenn aber so gut wie keine frau, die an der leadgitarre rumfiedelt…es ist noch immer schwierig, als frau in der musikszene ohne sonderbehandlung zu agieren. Entweder man ist erstaunt, dass frau ja doch ganz passabel spielen kann und schiebt noch ein paar gut gemeinte tips hinterher; oder frau wird erstmal gar nicht so wahrgenommen…“ach, ihr seid auch ne band, die heut abend spielt…“ soundcheck kürzer und ein bisschen weniger profesionell tut`s auch… Ihr spielt aber schon als erstes?!…Inwieweit das etwas mit uns zu tun hat…ich habe nie gitarre gelernt, deswegen schien es mir mit fünfzehn am einfachsten, zum bass zu greifen um „rockmusik“ zu machen…

Micha hat erst vor ca 2,5 jahren angefangen, schlagzeug zu spielen, das beste beispiel dafür, dass es auch anders gehen kann.Da wir nur frauen in der band sind und somit keine „quotentussi“ dabei haben, funktioniert das schema „frau = bass/keyb.“ nicht mehr so gut. Jede männerband, die mit zwei bässen und ohne gitarre spielt, wird für die spielerische und kompositorische fähigkeit gelobt werden. Bei frauen schliesst man gleich: ach ja, frauen und bass…
Evi: klischees über klischees: bass und keyboard sind die instrumente, die in popmusik am ehesten im hintergrund stehen. Und frauen sind schlechte musikerinnen, deshalb landen sie unauffällig an diesen instrumenten. Hm. Wenn ich mir im lokalen umfeld jemanden wie die ex-bassistin von floert ansehe, oder (inter)national das bin-ich-nicht-süss-klischee, das girls wie die poptarts gross rausbringt, stimmt das vorurteil, das es frauen nicht so um das spielen geht, sondern mehr um die show, bzw. Das showing-off. Was fällt mir noch dazu ein?

Ich würde gerne ein paar coole frauenbands mehr hierzulande kennen. Mir wird es fast schlecht, wenn ich backstage merke, dass es bei einer anderen frauenband mehr um styling als um musik geht, oder sie es sich raushängen lassen, wie besonders toll sie sind, weil sie als frau einigermassen gut spielen. Die musik-und medienwelt wimmelt natürlich auch nicht gerade vor gitarrenheroinnen und schlagzeugerinnen, deswegen fehlt mädchen schon mal von kind auf das vorbild, vielleicht spielt so was ja wirklich auch eine rolle. Die ganze frauen-und-musik-sache ist für mich sowieso ein ziemlich chaotisches feld, in dem ich mich nicht so ganz zurechtfinde.

Die riot-grrls sind an unserem land eh vorbeigezogen, bzw. in girlism verendet, was ich ziemlich übel finde. Mit sixtiesbands, die auf labels wie thunderbaby (oder war es thunderpussy?) Ihr heim finden, kann ich eh nicht gross was anfangen. Die gehversuche von flittchenrecords fand ich jetzt auch nicht sooo überzeugend: eine compilation, der sich das frauenmusik-ding so gross auf die flagge schreibt, bei dem ich aber bei genauerem hinsehen bemerke, dass bei über der hälfte der songs ein typ am schlagzeug sass  naja.

Ist teilweise auch musikalisch nicht mein geschmack. Ich finde es schon immer wieder erschreckend, dass musik nach wie vor so eine männerdomäne ist, dass musikerinnen per geschlecht etwas besonderes darstellen. Ich schätze bands wie the most secret method, oder reiziger, wo frauen einfach da sind und keinen deut schlechter oder besser spielen als männer, genau so sexy oder geschlechtslos rüberkommen wie die typen, mit denen sie auf der bühne stehen.

Nicht nur schreiberlinge sind mit vergleichen recht schnell bei der hand, wenn es darum geht, eine band irgendwo einzuordnen. Oft passt den eingeordneten jedoch der vergleich nicht im geringsten. Daher die frage, mit welchen anderen bands würdet ihr euch vergleichen lassen wollen?

Micha: Am besten mit keiner.

Lari: Wir sind schon mit einer vielzahl von bands verglichen worden, wobei ich die vergleiche oft erstaunlich, meist aber nicht sehr treffend fand: (natürlich) bikini kill, x-ray spex, the b 52`s, the clash, gang of four, fire party, unwound, ovarian trolley, alte team dresch, girls against boys, sogar sonic youth, …richtig verglichen werden möchte ich nicht, denn das assoziiert meist.: klingen nach…= versuchen zu sein, wie… Und wir haben eigentlich keine konkrete band, der wir musikalisch nacheifern wollen. Persönlich gefreut hat mich eine kritik, die uns in die dischord ecke gesteckt hat.

Evi: Natürlich mit rockbitch oder den poptarts … Nö, keine ahnung, es gibt für mich keine band, mit der ich mich so richtig identifizieren könnte, es sind immer nur einzelne elemente. Der verschmierte lippenstift und kajal bei the cure, der göttliche gesang von heavens to betsy, monorchid, bauhaus oder shudder to think, die sprechstimme von kim gordon, die bassläufe bei jesus lizard, die antichristlichkeit der evil mothers, die monotonie von lungfish, die anzüge von the clash, die intensität von most secret method oder chain of strength, die ganze art musik zu machen von fugazi, die langsamkeit von low, die beissenden texte von jello biafra oder gang of four, die brachialität von neurosis, … Was war die frage noch mal?

Und wie würdet ihr eure höchsteigene schublade benennen wollen?

The Flamingo Massacres: Sehr, sehr schwierig. Nicht, weil unser stil so bahnbrechend einzigartig und neu ist, sondernd weil es mir schwer fällt, die musik so wahrzunehmen, wie zuhörerinnen es tun. Hoffentlich, sind unsere punk/hc-wurzeln noch etwas herauszuhören, auch wenn die musik sich nicht unter der kategorie einordnen lässt. Wir hatten schon mehrere versuche zur definition: low frequency post punk… Shemale melodic post core… In unseren liedern versuchen wir, ein netz aus melodiösen, poppigen, schrägen, disharmonischen, schnellen, aggressiven, melancholischen, sehnsüchtigen parts zu spinnen.

Ihr seid ja – wenn ich mich nicht irre – durchaus engagiert.

Lari: Auf jeden fall. Mir ist es wichtig, mit der band und der musik eine „alternative“ szene zu beleben. Es geht nicht nur darum, kohle wieder reinzukriegen, sondern zum beispiel kleine konzerte in kleinen unkommerziellen schuppen aufrechtzuhalten. Wir haben auch schon auf verschiedenen benefizveranstaltungen (frauenprojekte, antifa, hüttendorf..) Gespielt oder selbst organisiert (aids-hilfe).

Schlägt sich das auch auf die texte nieder? Klar die „interpretationshilfen“ weiter oben zeigen ja schon die richtung an. Aber wie schaut`s im grossen und ganzen aus?

Evi: Auf jeden fall. Ich werde niemals einen „schlag die bullen in die fresse“- oder „kill all nazis“-text schreiben. Ich möchte nie plakativ irgendwas aburteilen. Es kann nicht drum gehen, die welt mit worten in gut und böse aufzuteilen. Und: ich werde hoffentlich nie einen text schreiben, in dem es nur darum geht, wie superverliebt ich gerade bin oder wie scheisse es mir geht, weil ich verlassen wurde.

Gefühle haben für mich in so einer weise nichts in texten zu suchen. Musik ist für mich kein podium, um einem publikum, das aus mir meist wildfremden menschen besteht, mitzuteilen, wie es mir geht. Für so wichtig halte ich mich nicht. Auch wenn ich das bei anderen bands höre: meist langweilt es oder wird peinlich. Trotzdem: texte sind für mich erst mal was sehr privates, das heisst, ich kann nicht über was schreiben, was mich nicht persönlich berührt. Es kostet mich auch jedesmal ein wenig überwindung, in einer probe einen neuen text rauszulassen, vorzulesen, oder was dazu zu sagen, auch wenn ich ihn natürlich unbedingt (mit)teilen will.

Mir geht es darum, etwas kurz aufscheinen zu lassen, beziehungen zu etwas anderem herzustellen und das dann so im raum stehenzulassen: alle weiteren gedanken, oder ein urteil zu bilden, ist job des/r hörer/in. Wenn ich z.b. Einen text über kindesmisshandlung schreibe, dann geht es nicht einfach nur darum, dass da vater sein kind fickt oder betatscht. Ich versuche dann eher, die hilflose verwirrung einzufangen, die das kind in dem moment fühlt, wenn sich nachts die tür zu seinem zimmer öffnet, und der vater reinkommt, der immer sein held, sein „star“ war, bis er anfing, es zu befummeln.Und da kommt dann textlich so was raus wie „she’s alone with her star / shining under her blanket“. Neutral, weil: dass kindesmisshandlung böse ist, muss nicht gesagt werden.

Aber dich daran zu erinnern, dass es nichts alltägliches ist, dass es nicht einfach eines unter vielen verbrechen ist, mit dem dich tv-nachrichten oder zeitungen berieseln, sondern dass eine kindesmisshandlung mit intensiv gefühlten augenblicken zu tun hat, dass erst macht dich ja erst fähig, abzuurteilen, wie brutal so eine tat eigentlich ist. Ist ziemlich idealistisch, zu denken, das musik mit einem solchen text so einen denkprozess auslösen kann. Aber wäre verdammt cool, wenn es funktionieren würde. Mir geht es bei anderen bands schon oft so, dass sie mir so was vermitteln.

Seid ihr ausserhalb der band irgendwie aktiv? Wenn ja, was macht ihr?

Lari: Neben band und studium versuche ich noch ein bisschen, kunst und kultur mit politischem inhalt zu verbinden. Das kann grafisch/visuell, wie auch über veranstaltungen laufen.

Evi: In meinem zweiten leben studiere ich deutsche und englische literatur und soziologie. In meinem dritten organisiere ich im musikverein (k4) konzerte mit und kümmere mich um den fire pm club (gitarrenmusik-bardjing donnerstags im zentralcafé im k4  kann übrigens jede/r auflegen der mal lust hat, andere an seiner/ihrer platten/cd-sammlung teilhaben zu lassen). Und damit ich endgültig zur multiplen person werde, habe ich im januar bei radio z einen hauptamtlichen job in der musikredaktion angefangen.

Wie kommt es relativ wenige frauen im punk/hc zu finden sind und warum es noch weniger sind, die aktiv „die szene mitgestalten“? Oder wie sind die relationen verteilt?

Lari: Leider ist die punk/hc in den grundzügen nicht viel anders als die restliche gesellschaft – die männer aktiv, sowohl auf der bühne als auch bei plattenständen, labels, beim weggehen, auf konzerten, – die frauen eher zurückhaltend, und wenn präsent, dann meistens „die freundin von blabla“. Vielleicht liegt das auch daran, dass die szene entgegen ihrer philosophie recht mackermässig ist und die stimmung auf konzerten viele frauen nicht gerade anlockt. Um als frau wahrgenommen zu werden, steht diese unter einem höheren druck, sich beweisen zu müssen, auch „tough“ und „gut“ sein zu können (z.b. in einer band).

Abschliessend die wichtigste frage von allen: ihr macht ne gartenparty und dürft 3 bands/musikerinnen (leichen willkommen) einladen. Wer würde da spielen?

Lari: Es würde spielen: melt banana, the most secret method, sleater-kinney

Micha: Also, ich würde gerne „lungfish“ einladen.

Evi: Fugazi, bauhaus, johnny cash (neurosis passen ja nun wirklich ganz und gar nicht auf eine gartenparty)

Und was gäbe es zum essen? (ich muss mich korrigieren: das ist die wichtigste frage  seb.)

Lari: süsskartoffeln, pfeffersosse

Micha: kein fleisch.

Evi: nicnacs und gemüsespiesse

Wie schauen die pläne für die zukunft aus?

Evi: Wie es aussieht werden wir eine woche mit discount touren und eine mit the haggard, beides so im juni/juli. Und so eine 10″ wäre auch mein nächstes traumformat. Als nächstes werden wir in nürnberg bei einem frauenprojekt in der desi spielen. Wir wollten auch noch ein benefiz für eine frauenselbstverteidigungsgruppe organisieren, vielleicht müssen wir das aber in den herbst verschieben.

In/famous last words

The Flamingo Massacres: Live long and prosper

***

sky promises rain

(dieses intervie hab ich mit sänger stubi geführt) Wer ist wer und macht was? Kurz stell euch doch mal bitte vor…

Stubi: The sky promises rain gibt es seit etwa 1 ˝ jahren in folgender besetzung: mac – gitarre, marco – schlagzeug, george – gitarre, stefan – gesang und seit etwa 2 wochen, nach längerer suche, martin am bass.

Was waren euere bisherigen releases und die grössten „erfolge“?

Stubi: Das einzige release von sky promises rain ist bisher eine split single mit unseren langjährigen freunden von endwise aus essen auf millipede records. Im februar geht es wahrscheinlich wieder ins studio um ein paar neue songs aufzunehmen. Einer davon soll im mai 2000 auf dem dancing in the dark records sampler zu finden sein zusammen mit static 84, my hero died today, flamingo massacres und vielen mehr. Von einem grossen „erfolg“ kann man eigentlich noch nicht sprechen, aber eine meiner absolut besten erinnerungen bisher war das konzert mit standing 8 und 8 days of nothing im nürnberger kunstverein. Die leute waren extrem nett und es hat riesenspass gemacht.

Ich weiss kein musiker mag sätze wie:“… Klingen nach xy“ usw. Aber mit wem würdet ihr euch am ehesten vergleichen lassen wollen?

Stubi: Das mit dem vergleichen ist immer so eine sache. Beim songs machen denken wir darüber eigentlich überhaupt nicht nach. Dann wollen die leute aber immer beschreibungen und vergleiche hören und mir fällt selbst gar nichts ein. Ich gebe jetzt nur mal das wieder, was ich bisher gehört habe und selbst davon halte. Der vergleich, den ich jetzt schon des öfteren gehört habe ist dag nasty auf deren erster lp, das ist natürlich speziell für mich schon eine grosse ehre und ich finde das nicht mal sehr abwegig. Ein zweiter vergleich, den ich nun auch schon ein paar mal gehört habe ist lifetime, aber das finde ich eher unpassend, da ich nur deren alte sachen kenne und die klingen ganz anders.

Wie würdet ihr eueren stil denn selbst bezeichnen?

Stubi: Da haben wirs ja schon. Die bezeichnung!!! Mal sehen. Ich würde sagen wir sind eine hardcore band, haben aber alle ausser mac einen eindeutigen bezug zum punkrock. Textlich gesehen gehts aber auch etwas in richtung emo. Wir sind dann also eine hardcore/punk band mit hang zur emotionalität. Oder so was ähnliches. Auf jeden fall wollen wir meistens einfach drauf los rocken.

Was habt ihr neben der band noch „scene-technisch“ am laufen?

Stubi: Mac und ich machen mit frank und bernd, 2 sehr guten freunden, seit knapp einem jahr unser label millipede records und sind jetzt gerade bei unserem 3. release angekommen. Die flamingo massacres single ist vor etwa einem monat rausgekommen und macht sich seitdem ganz gut. Kein wunder, da die 3 mädels 4 grandiose songs aufgenommen haben und auch live hoffentlich bald wieder das haus rocken werden.

Wir sind noch immer auf der suche nach richtigen distributern um unseren bands eine grössere plattform zu bieten. Das ganze ist mit einer menge arbeit verbunden, es macht aber auch viel spass. Man hat mit sehr vielen leuten zu tun, denen musik und hardcore in welcher form auch immer so am herzen liegt wie uns und das zeigt mir immer wieder, das es viele gleichgesinnte gibt und das macht mut.

In einem gespräch fiel deinerseits mal der begriff „unity“, was mich insofern etwas erstaunt hat, da dieses wörtchen ja von div. ny-prolo-spacken  ich sag mal  in verruf gebracht wurde und heute ein begriff ist, mit dem kein erwachsener mensch mehr in verbindung gebracht werden will. Was bedeutet für dich unity?

Stubi: Unity ist für mich ein sehr wichtiges wort. Es heisst eine sache an die ich glaube zu unterstützen und mit anderen leuten zusammen etwas zu verändern. Die ganze hardcore szene ist eigentlich deshalb interessant, weil die leute so unterschiedliche musik hören und machen und trotzdem meistens die gleiche einstellung haben.

Ein mensch alleine kann sehr wenig erreichen aber eine grosse anzahl kann alles schaffen. Ich beziehe den unity-gedanken allerdings nicht nur auf hardcore sondern auch auf mein privatleben. Mir sind meine freunde und meine freundin sehr wichtig und wenn ich kann, würde ich auch alles für sie tun und das gleiche auch anders herum erwarten.

Kommen wir zu den texten. Wer zeichnet sich für die verantwortlich und lässt sich eine grundmessage feststellen?

Stubi: Die texte stammen alle von mir und beziehen sich zu 90% auf persönliche dinge, erlebnisse oder probleme. Ich will aber immer etwas offen lassen für persönliche interpretationen. Ich bin kein typ der ständig mit erhobenen zeigefinger durch die gegend läuft und anderen leuten sagt, was sie falsch machen oder ihnen meine eigene politische einstellung aufs auge drückt.

Nürnberg ist ja nun nicht gerade das hc-mekka, dennoch gibt es gerade in letzter zeit einige interessannte bands. Wie beurteilst du die situation in der gekürten langweiligsten grossstadt deutschlands

Stubi: Nürnberg an sich ist eine sehr schöne und historische stadt, aber mit kunst in jeder form gibt es oft schwierigkeiten. Die locations fehlen und auch das publikum ist nicht gerade begeisterungsfähig. Trotz allem gibt es viele leute die etwas machen und auch mitziehen. Es gibt sehr viele gute bands, die nur leider oft etwas zu wenig draus machen und nach einigen konzerten im klüpfel, komm oder früher im kv wieder von der bildfläche verschwinden. Das angebot an konzerten ist auf jeden fall wieder wesentlich grösser geworden.

Was ich leider des öfteren feststelle ist, dass die leute oft erwarten, dass man das konzert in ihrem wohnzimmer veranstalltet, damit sie sich nicht bewegen müssen. Die leute müssen beinahe überredet werden, auf konzerte zu gehen. Wenn sie aber erstmal gekommen sind, macht es ihnen eigentlich immer spass.

Welche frage sollte deines erachtens in keinem interview fehlen?

Stubi: Kann ich auch nicht sagen, da wir ja auch nicht so oft interviewed werden. Es gibt keine frage, die immer gestellt werden sollte oder muss. Ich habe auch schon mal bands interviewed und immer probleme beim fragen ausdenken gehabt. Ich erinnere mich speziell an ein interview mit chamberlain. Als die in hof spielten, wollte ich sie für unser altes fanzine interviewen und habe mir vorher fragen ausgedacht.

Nachdem das konzert zu ende war, fing ich im backstageraum an ihnen fragen zu stellen. Nach 3 fragen ging das ganze in ein sehr schönes gespräch über musik über und wir hatten echt viel spass. Als ich dann zu hause sass, merkte ich, wie schwierig es war, dieses gespräch zu papier zu bringen. Also liess ich es, aber ich werde mich immer gerne daran erinnern.

Stell`dir vor du machst eine gartenparty und hast die möglichkeit, dort 3 bands/musiker deiner wahl auftreten zu lassen. (leichen willkommen!)

Stubi: Ich persönlich würde joy division, jawbox und sense field spielen lassen. Das wäre echt fantastisch, da ich jawbox und sense field schon gesehen habe und das war brillant. Von joy division habe ich mal ein videotape gesehen und das war wirklich sehr intensiv, noch intensiver als auf cd.

Und was gäbe es da zu essen?

Stubi: Zu essen gäbe es panierte champignons mit reis und gemüse. Auf jeden fall was vegetarisches.

Was habt ihr für zukunftspläne?

Stubi: Wir wollen jetzt erstmal unseren neuen basser einspielen, um möglichst schnell wieder live spielen zu können. Das hat mir in letzter zeit schon sehr gefehlt. Am 24.03.2000 werden wir zusammen mit endwise, audreys dance und den flamingo massacres im komm im rahmen eines 2tägigen labelfestivals spielen, zusammen mit coney noise und anderen 12 pylons records bands und ampersand aus bonn am 25.03.2000. Dann wollen wir noch in dresden spielen und mal sehen was passiert. Auf jeden fall werden wir in den nächsten monaten nochmal ins studio gehen und 4-5 songs aufnehmen und versuchen vielleicht noch 1-2 songs auf irgendwelchen samplern unterzubringen.

Letzte worte:

Stubi: To live your life as happy, correct and human as possible, every day, thats the highest art.

***

THE ROBOCOP KRAUS

(Anmerkung: dieses interview wurde schon im letzten jahr gemacht. Es hat sich nur dann alles ein wenig hingezogen, bis alles fertig war. Daher mögen manche fragen nicht ganz aktuell erscheinen.)

Wer seid ihr, was macht ihr und seit wann gibt es euch?

the robocop kraus: Wir sind the robocop kraus – das sind tommi t.am gesang, pierre lawendl als gittarero, the cubanian zupft den bass, mad farfisa spielt die orgel und johnny johnson trommelt wie wild – und wir verstehen uns als authentische tanzkapelle und es gibt uns seit februar 98.

Wann werdet ihr euch wieder auflösen?

the robocop kraus: Frühstens wenn der erste von den robos den rockstartod stirbt (zugekokst im swimming pool an der eignen kotze erstickt), spätestens wenn alle tod sind.

Wer oder was ist the robocop kraus?

the robocop kraus: The robocop kraus ist die symbiose aus einer killer – maschine und der streberin cordula kraus, die mit tommi und johnny im lateinkurs war.

Was sind eure veröffentlichungen und grössten erfolge?

the robocop kraus: Veröffentlichungen: the robocop kraus/ the cherryville split lp (swing deluxe september 98) the robocop kraus: inferno nihilistique 2000 lp (swing deluxe august 99) various artists: the cowboys plane (nova – earth, water and sky – dezember 99) Grösste erfolge: die tour im vorprogramm von chris de burgh. Chris war wirklich nett, aber es war wirklich schwer gegen seine unglaubliche bühnenpräsenz anzukommen. Aber wir hoffen doch den einen oder anderen fan gewonnen zu haben.

Warum wolltet ihr unbedingt in einer band mit the spielen und was ist an krawatten so toll?

the robocop kraus:  Alle coolen bands fangen mit the an: the who, the klondike derby, the beatles, the shags, the bap. Und zu den krawatten: wir legen sehr grossen wert auf unsere äussere erscheinung und somit ist die krawatte für uns ein unabkömmliches accesoir.

Warum habt ihr eine orgel – war die wichtig für den sound, den ihr machen wolltet oder musste der typ nur irgendwie beschäftigt werden?

the robocop kraus: Der steckert war erst unser roadie. Als wir gemerkt haben, dass er gepierct und tätowiert ist, wollten wir sofort, dass er in unserer band spielt, denn das ist gut fürs image. Unser gittarenmann hatte zufällig noch eine orgel aufm dachboden stehen – die hat der steckert dann übernommen. Aber ohne ihn wäre unsere band der letzte dreck.

The robocop kraus ist doch eigentlich ein sideproject – was macht ihr sonst noch?

the robocop kraus: 3/5 der band spielen bei maggat, 2/5 haben bei cyan gespielt und basteln zur zeit an was neuem.

Gibt es nicht probleme, wenn ein spass – projekt hinsichtlich des erfolges die hauptbands Verdrängt, soweit ich weiss, läuft the robocop kraus besser als eure anderen bands?

the robocop kraus: Da wir uns alle zusammen beim Swing De Luxe label kollektiv angagieren, gibt es eigentlich keinerlei Konkurrenzdenken untereinander. Wir leihen uns gegenseitig verstärker, etc. aus und tomi t. schneidet einigen von uns die poppigen frisuren, für die wir so bekannt sind. Also keine probleme.

Mit welchen bands würdet ihr euch am ehesten vergleichen lassen wollen ?

the robocop kraus: Gegenfrage: mit wem würdest du dich am ehesten vergleichen lassen wollen ?

Wie würdet ihr jemanden, der nicht aus der szene ist bzw. einem alten szenehasen euren stil beschreiben?

the robocop kraus: Für jemand der nicht aus der szene ist: kennst du die beatles? Für einen szenehasen: du kennst doch bestimmt die beatles, oder?

Ein bekannter von mir wurde gefragt ob euer sänger einen an der klatsche hat, oder ob er nur so tut, also wie ist es um die mentale gesundheit von den robos bestellt?

the robocop kraus: Bei uns ist das so wie bei murdoch vom a – team: wir müssen unseren sänger vor jedem auftritt mit tricks aus der klapse holen, damit wir unsere mission erfüllen können. Die anderen sind mental gut drauf, einer von uns studiert sogar.

Macht es überhaupt sinn sich eine The Robocop Kraus platte zu kaufen, immerhin fehlt da der visuelle aspekt?

the robocop kraus: Klar macht es sinn. Die platte ist ein studioalbum, dh keine reine umsetzung eines live konzertes  was ja auch in beiderlei hinsicht langweilig wäre. Wir haben viel mehr versucht mehr instrumente zu benutzen, andere aspekte hervorzuheben – es sind stücke drauf, die live nicht nach unseren vorstellungen funktionieren, auf der platte unserer meinung nach aber gut klingen. Ausserdem können dann die zuhause zur platte tanzen, die beim konzert schiss in der hose haben.

Wer ist für die texte zuständig und was will er uns damit sagen?

the robocop kraus: Die texte schreibt tommi t. Er sagt: im gegensatz zu unserer zitatreichen und oft ironischen musik, sind die texte im kern sehr ernst. Ich glaube an unsere eigene revolution, eine revolution bei der jeder mitmachen kann.

Was macht ihr am 1.1. 2000 ?

the robocop kraus: Wir sitzen wahrscheinlich im raumschiff das wir von man or astroman geklaut haben, während die idioten beim weltuntergang explodieren, und retten uns so auf einen anderen planeten. Oder wir schlafen unseren schwipps vom vorabend aus, wer weiss?

Ihr macht ne gartenparty und dürft 3 bands einladen. Wer würde da spielen?

the robocop kraus: Wir würden mehr als 3 bands einladen und es würden alle lieben bands und menschen spielen, die wir bis jetzt kennengelernt haben. Nur dann wärs doch richtig lustig. Vielleicht noch chris de burgh im vorprogramm.

Was würde es da zu essen geben?

the robocop kraus: Nur veggie zeugs und pizza 4 käse und m&m’s für den steckert.

Pläne für die zukunft?

the robocop kraus: Unsere nächste schallplatte wird eine rockoper im grossen stil die von den abenteuern eines stuntman handelt – daran arbeiten wir zur zeit. Ausserdem: live spielen sooft es geht!

In/famous last words?

the robocop kraus:  As long as we dance we are not dead.

***

Text: sebastian w.

Fotos: sebastian w. und tobi eartrumpet

 

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