März 14th, 2007

HAUSTIPPS (#70, 06-98)

Posted in artikel by andreas

So, ab jetzt in loser Reihenfolge werden wir – Euere guten Freunde vom Trust – Euch mit einigen Tips zum besseren Haushalt versorgen. Natürlich wisst Ihr ja, dass man Müll vermeiden soll, Körnerbrot kauen soll, Walfischsteaks nur als Kurzgebratenes servieren und lösungsmittelhaltige Farben einfach besser törnen… daher gehen wir heute einmal in die Niederungen des Abwassers, will sagen die optimale Rohrreinigung sollte unser heutiges Problem sein. 

Natürlich haben wir alle immer aufgepasst, wenn uns Alt-68er Vorbilder erläuterten, dassman mit Hilfe eines önk-önks, d.h. diesem Gummiding, welches auf einem Holzstab steckt, die ökologisch sinnvolle Rohrreinigung bei Verstopfungsproblemen durchführt. önk-önks gibt es in unterschiedlichen Grössen und der Preis im Baumarkt liegt unter 5 Mark. Eine sinnvolle Anschaffung könnte man meinen.

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DEM IST NICHT SO!

Erstens sind – wie oben erwähnt – die Stäbe aus Holz. Dabei wird natürlich nicht auf einheimische Resourcen zurückgegriffen, nein nein, im Normalfall werden alle Holzgegenstände (von Ikea bishin zum önk-önk) aus den grossen Nadelwäldern Osteuropas gewonnen. Während Sting und Greenpeace ständig irgendwas am Amazonas suchen, weil es dort nämlich wärmer ist (wer will sich schon bei 40 Grad minus an einen Baum ketten?), werden die Wälder der Taiga sinnlos und brutal zu Klump geschlagen.

(Der Klump ist dann eben ein verfestigtes Erdreich, auf dem so schnell nix mehr wächst). Aus diesem Grund sind Holzgegenstände vollends abzulehnen, auch wenn das Konzept der nachwachsenden Rohstoffe ein durchaus Sinnvolles sein kann, man denke an Hanf o.ä. . Da aber den dortigen Betreibern das Wort Resourcenmanagement vollends egal ist – müssen wir alle den Gerbaruch von Holzstengeln am önkönk ablehnen.

Zum Gummiaufsatz nur kurz: Gummi – dritte Welt – Ausbeutung – Kinderarbeit – Klebstoffschnüffeln – Sondermüll. Mehr muss ich jetzt dazu sicher nicht sagen.

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ABER:

Es gibt chemische Rohrreiniger. Diese beruhen darauf, dass das Natriumhydroxid (auch gerne ätznatron genannt) in Verbindung mit Wasser eine starke Lauge, Natronlauge, bildet und diese ätzt eben den ganzen Sulch weg. Diese klassischen Rohhreiniger sind leider etwas in Verruf gekommen, auch und weil es eben Leute wie Jean Pütz gibt. Dummerweise, da muss man solchen Leuten recht geben, sind die darin erhaltenen Tenside (Schmutzlöser) und Duftstoffe in der Tat vollends überflüssig und sollten nichts in unserem Abwasser zu suchen haben.

Der Hauptstoff, eben jenes ätznatron, mit mind. 70 % in den Reinigern enthalten, ist aber in keinster Form schlimm, da unsere Gewässer bekanntermassen übersäuert sind und daher das Einleiten von Laugen eine Neutralisationsreaktion beinhaltet. Anders: Du brauchst ein Kilo Natriumhydroxid (das gibt`s zB in Apotheken, die eben auch Chemikalien verkaufen) und damit kriegst Du nicht nur den Schmock aus der Leitung weg, sondern Du hilfst AKTIV, der übersäuerung der Gewässer entgegenzutreten.

Bei der Verwendung von diesem Zeug solltest Du allerdings ff. beachten: Wenn Du ca. 2-3 Esslöffel auf den Ausguss gelegt hast, musst Du den Kram mit ein wenig Wasser lösen. Dabei wird es recht warm, und kann auch spritzen. Daher solltest Du eine Brille aufsetzen und Handschuhe verwenden. Evtl. Verätzungern mit viel Wasser abspülen… . Dann spülst Du das ätznatron mit ca. einem Wasserglas in die Leitung und wartest etwa eine halbe Stunde. Danach gründlich nachspülen und alles ist tip top.

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Text: Daniel Röhnert

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