Januar 2nd, 2017

DIE NERVEN (#174, 10-15)

Posted in interview by Jan

Stuttgart im Jahre 2015. Zusammen mit einem kleinen Hype, beginnend Ende 2013 und vorrangig entstanden um den Sampler „Von Heimat kann man hier nicht sprechen. 13 musikalische Grüße aus der Wohnstadt Stuttgart“, macht sich ein noisig-punkiger Sound, der eigen, schrammelig und vor allen Dingen vorwärts ist, über die Grenzen der Stadt bekannt. Eine Stadt, die glattgeleckt, aber doch hässlich ist sowie ein gutes Gespür dafür hat, sich selbst das Leben auszutreiben. Mehr Malls, mehr Beton, weniger Clubs und kleine Läden, von Freiräumen ganz zu schweigen.

Und genau dort bietet sich der Nährboden, wo Menschen sich nicht mehr ausruhen auf dem eigenen Lamentieren, sondern sich zusammenrotten, Haltung bewahren und im Falle Stuttgarts vor allem eins sind: auf eine anspruchsvolle Art und Weise immens wütend, sodass vor kurzem eines der großen Musikmagazine ein Special über die Stadt mit dem Bahnhof verfasst hat und nicht umhin kam, von dem neuen Seattle zu sprechen. Im Mittelpunkt, neben großartigen Bands wie Human Abfall oder Karies, stehen Die Nerven – sie sind der Schlüssel zu jener Bewegung, quasi menschliches und musikalisches Epizentrum.

Gegründet als 2-Mann-Projekt von Max Rieger (22) und Julian Knoth (25) im Jahre 2010, spielten die beiden zu Beginn knatternden Lo-Fi Noise Rock, vorrangig mit dem Ziel, Lärm zu produzieren und einen tonalen Stachel im Gehör der Menschen zu hinterlassen. 2012 kam Kevin Kuhn (26) als Drummer hinzu und bereits innerhalb der ersten gemeinsamen Woche zu dritt entstand das erste Album „Fluidum“, eine verdammt angewiderte Platte, voll von plärrenden Riffs, ratternden Bässen, sphärischen Melodien, treibenden Drums und überheblichen Texten, die tief ins Mark gehen.

Nach einigen Splits erschien Anfang 2014 „Fun“, das zweite Album der Band, welches – vollkommen zu Recht – im breiten Feuilleton irgendwo zwischen „großartiger Epos spätadoleszenter Unsouveränität“, „infernalischer Noise-Rock-Monolith“ und „eine der wichtigsten und besten deutschsprachigen Platten dieses Jahrzehnts“ eingeordnet wurde. So eine Antihaltung, ein sich bewusstes Herausziehen aus dem alltäglichen Verschleiß, war bisher selten vernommen. Die Texte, welche sich über ihren nihilistischen Post Punk mit Noise-Anleihen legen, gehen einen Schritt weiter als es bei vielen anderen Bands der Fall ist: Aus einem ungemein egozentrierten Blickwinkel heraus zeigen die Lyrics von Max und Julian, wo die Gründe dafür liegen, warum Gesellschaft nichts ist, wo man ein Teil von sein will, aber auch wie sie ihren Weg stattdessen gehen, beinahe parallel von dir und mir, immer mit einem angewiderten Blick gen Mehrheiten und dessen Strömungen.

Nachdem ich die drei Jungs am Stuttgarter Schlossplatz getroffen habe und wir ein stärkendes Stück Pizza vertilgt haben, suchen wir nach einem ruhigeren Fleck, abseits von Stuttgarts Konsumtempeln und Einkaufsmeilen. Auf dem Weg in den Stadtgarten unterhalten wir uns über die verschiedenen Bands und Solo-Projekte von Max, Julian und Kevin, sei es Karies, Wolf Mountains, All diese Gewalt – oder Peter Muffin. Und mit diesem Alter Ego von Bassist Julian begann auch meine Begeisterung für Haltung und Musik der drei Stuttgarter.

Mein erster Kontakt mit euch war bei einem Song Slam vor knapp zwei Jahren im mittlerweile geschlossenen Rocker 33. Es war mein erster Song Slam und mir war schnell klar, dass ich so eine Veranstaltung nicht mehr so schnell aufsuchen werde, zu mies war der Großteil der Beiträge. Ein gewisser Herr, und das warst du Julian, hat mir jedoch quasi den Abend gerettet. Du kamst mit einer ordentlichen Portion Antihaltung auf die Bühne, hast ein wunderbar widersprüchliches und weinerliches Lied dargeboten (Anm. d. Red.: „Liebe Eltern“ von Peter Muffin) und es damit geschafft, einen breiten Mittelfinger an das ganze Publikum zu verteilen. Es war so wunderbar jammerig und schief, aber eben irgendwie auch voll auf den Punkt. Zudem bist du zwischendurch noch einmal auf die Bühne gesprintet und hast dem Moderator das Mikro geklaut – das waren meine Highlights an dem Abend!

J: Wir haben die Bühne gestürmt und wollten noch etwas spielen, ich weiß es nicht mehr. Oder wir wollten einfach dem Moderator das Mikro entreißen.

K: Benny von Karies war auch dort, aber auch nur um denen das Bier aus dem Kühlschrank zu trinken.

J: Wir haben versucht, so viel wie möglich Bier zu trinken. Als ich gegangen bin, da habe ich erst einmal so viel Bier wie möglich in meinen Rucksack gepackt.

Man hat einfach gemerkt, dass du die Leute anpissen wolltest und du bist ja dann – zu meinem Bedauern – kläglich rausgeflogen. Woher kommt die Lust, dort Chaos zu machen und diese schwache Chose zu sprengen?

J: Ich bin manchmal schon ganz schön gehässig. Also früher waren Die Nerven auch ähnlich, in unserer frühen Noise-Zeit haben wir relativ gerne provoziert, aber waren dann eigentlich doch wieder enttäuscht, wenn die Leute es nicht gut fanden. Wir haben auch 2011 einmal auf dem Stadtfest in Plochingen gespielt und innerhalb von 20 Sekunden den Platz leer gespielt. An sich wollten wir das schon, aber im tiefsten Inneren hat es uns damals verletzt, im Nachhinein ist es lustig. Und Peter Muffin, mit dem ich da ja aufgetreten bin und der so mein Teenager-Alter Ego ist, mit dem kann ich halt die Sachen ausleben, die ich mir mit 16 noch nicht getraut habe.

M: Das Lustige ist ja, das wir letztendlich immer noch das Selbe machen, aber wir haben es professionalisiert und nun gefällt es auch den Leuten. Wir machen das ein bisschen subtiler, könnte man meinen, wir beleidigen die Leute nicht mehr als Penner oder sowas, aber jetzt funktioniert es – und das ist so ein bisschen unser Triumph.

J: Wir haben es eben etabliert und damit auch eine gewisse Narrenfreiheit, um Dinge zu tun, die sich andere vielleicht nicht trauen können – die werden sofort vom Mob gekillt.

K: Das ist auch diese Stuttgarter Musikkultur, es ist einfach viel zu einfach: Wenn man mal ein bisschen was Absonderliches macht, ist man gleich raus. Es ist somit auch ein Mittel zum Zweck, aus Trotz einer gewissen Beliebigkeit entgegenzuwirken.

M: Genau, am Anfang war es einfach nur aus Trotz. Aber mit der Zeit verfeinern sich die Methodiken, und plötzlich bekommt es Qualität.

J: Auch durch Wiederholungen, einfach weil man es oft macht. Am Anfang war es eben wirklich so, unser Gefühl war halt voll scheiße, als wir jung waren, wir hatten das Gefühl niemand ist wie wir. Gerade bei uns beiden, Max und mir, wir haben uns irgendwann kennengelernt und hatten halt beide das Gefühl, in Stuttgart gibt es keine guten Bands, weil alle Rotz machen und zum Popbüro rennen. Alles so mit dem Ziel, alles komplett durchzuplanen.

K: Sechs Monate nach Bandgründung überprofessionalisiert, mit Sticker-Kampagne und einer fett produzierten, hart gedropten EP an den Start gehen. Da gibt es viele Menschen, die einfach das ganze Pop-Ding als Unternehmen durchschaut haben und versuchen da Fuß zu fassen – wie in einem Praktikum.

J: Es ist halt ekelhaft.

K: „Wenn wir die neuen Coldplay werden wollen, müssen wir halt dieses und jenes machen“. Und da sind unglaublich viele Musikstudenten und Popabsolventen, zum Teil in Supergroups vereint mit Leuten, die sich schon alle Passierscheine im Business abgeholt haben, seit zehn Jahren studieren und seit zwanzig Jahren ihr Instrument spielen.

M: Und trotz allem ist ihre Musik so extrem uninspirierend und auch uninspiriert, total safe. Da sind dann Leute, die als Ausnahmegitarrist gelten, und spielen Lines, da gähne ich. Alles komplett ohne Witz, ohne Esprit, ohne irgendwas – Hauptsache Nummer sicher. Und davon gibt es eben Bands wie Sand am Meer hier.

J: Es ist eine ganz eigene Sache für sich, die es sicherlich auch in anderen Städten gibt. Aber wir sind sehr froh, dass wir uns etabliert haben und darüber hinaus sind. Wir mussten aber auch erst in anderen Städten unterwegs sein, bevor irgendjemand in Stuttgart uns ernst genommen hat.

M: Der Fame in Stuttgart kam letztendlich nur dadurch, dass wir überall gespielt haben, und dann schauen die Leute: „Boah krass, die spielen ja schon wieder in Berlin und auf dem Festival und die 3-Wochen-Tour“ – und dann irgendwann kam es halt so. Das war schön.

Das glaube ich gern. Über Stuttgart wird sehr oft geklagt, dass es von den Möglichkeiten und den Leuten her hier sehr schwer für die Musikszenen ist.

M: Ja zu Recht auch!

Ja das finde ich so interessant, das kenne ich aus keiner anderen Stadt. Ist es denn wirklich so schlimm mit den Möglichkeiten hier in Stuttgart? Die einen klagen, es gäbe keine DIY-Kultur bzw. sie sei gar nicht möglich in Stuttgart, wieder andere sehen ein Überangebot von Konzerten mit großen Bands, sodass die kleinen lokalen Shows wenig Besucher haben, und mit Proberäumen in der Stadt sei es auch schwierig. Kennt ihr Beispiele, wo es besser ist? Was erwartet ihr denn? Was könnte besser sein?

M: Wir erwarten ja gar nichts, wir machen es ja selbst einfach anders. Ich verstehe es ja, dass man es sich hier auch einfach herausnehmen kann, überhaupt keine Probleme zu haben, weißt du. Hier ist der Lebensstandard super, es ist zehn Grad wärmer als überall woanders in Deutschland, die Leute haben alle Jobs oder studieren hier gut, denen geht’s gut. Warum sollten die sozusagen eine schlecht gelaunte Rockband gründen? Warum sollten sie irgendwie aus der Reihe tanzen? Aber unsere Frage ist ja: „Warum sollte man eigentlich nicht aus der Reihe tanzen?“

J: Stuttgart ist vom Lebensstandard vergleichbar mit München, aber in München gibt es z.B. eine viel längere Tradition an Avantgarde und Subkultur, an einer Szene mit Krautrock oder Bands wie FSK und Embryo.

M: In München ist schon etwas gegangen, die DIY-Szene ist aber schon auch winzig.

J: Die ist eigentlich sogar kleiner als bei uns, aber es gibt eben ein paar etablierte Kräfte wie die Leute aus Weilheim oder The Notwist, die sind da schon sehr aktiv. Es ist eben etablierter, aber auch kleiner – es ist anders als hier. Hier ist man enger beisammen, in München macht jeder sein Ding.

M: Aber verstehe das auch nicht falsch. Es hat sich in den letzten Jahren schon eine kleine Szene entwickelt, aber die Szene ist halt winzig, vor allem wenn man sie mit anderen Städten vergleicht. Der Output ist groß und impliziert, dass es eine riesige Szene gibt. Aber es sind de facto, selbst wenn man nicht nur die Musiker nimmt, sondern auch die Künstler, dann sind es vielleicht 100 Leute. Aber das sind dann auch die 100 Leute, die auch etwas machen, und da kennt auch jeder jeden. Jeder hat schon einmal mit jedem irgendwas gemacht.

J: Es ist sehr familiär, das ist schon gut.

M: Aber du kommst nicht rein, einfach weil du es nicht findest. Wenn du nach Stuttgart reinkommst, sagen wir du kommst am Hauptbahnhof an, du würdest nie so etwas finden. Ich treffe Leute, die schon Jahre lang in Stuttgart wohnen und dann irgendwann checken, dass es so etwas hier gibt – die wussten es einfach gar nicht.

J: Es ist eben Untergrund und findet mittlerweile fast ohne feste Orte statt, weil die alle verschwinden. Es fehlen die Läden, wo man einfach mal hinkonnte und jeden Samstag ein abgefahrenes Konzert stattfindet. Im KOMMA in Esslingen, da war es eben das erste Mal hier überhaupt, dass man als junger Mensch das Gefühlt hatte, hier sind ja Leute, die ticken wie du und die mögen die Musik, die du machst, und finden es eben nicht scheiße, wie sonst immer alle.

Aber genau das ist ja der Punkt. Es geht ja dann einfach auch um die Frage, ob es Leute gibt, die eure Musik mögen bzw. Interesse haben an so einer Art von Musik.

M: Ja die gibt es halt nicht so viel.

Das meine ich ja.

M: Ja warum auch?

Das habe ich mich eben auch gefragt: Wie sehr kann man erwarten, dass eine Stadt wie Stuttgart mit 600.000 Einwohnern eben viele Bewohner hat, die Bock auf euren Sound bzw. alternative Musik haben?

M: Es gibt ein paar, aber eben nicht viele.

Aber habt ihr eigentlich Kontakte oder Berührungspunkte zur Stuttgarter Hardcore- und Punk-Szene? Sei es Empowerment, Hell & Back, Mahlstrom oder Wølfenstein – da geht ja auch sehr viel und auch dort macht jeder mit jedem Musik.

M: Nein, gar nicht.

K: Ok, mit Flavio von Human Abfall, der ist ein Hardcore-Urgestein. Aber sonst nicht. Ich kenne eher noch die Riot Brigade, aber die sind glaube ich viel in Tübingen und Herrenberg aktiv.

Ok, interessant. Kommen wir mal auf eure Lyrics zu sprechen: War das eigentlich immer klar, dass ihr deutsche Texte schreibt?

M: Ja doch, es war für mich immer klar.

J: Für mich auch. Ich habe es einmal auf Englisch versucht, was zu schreiben. Aber das habe ich ganz schnell wieder an den Kühlschrank gehängt. Nee Quatsch, ich habe es einfach wieder sein gelassen.

Ihr habt ja relativ wenig Text in euren Songs, …

J: Bei den letzten beiden Alben ja, aber bei dem neuen Album nicht mehr.

K: Es ist nun viel mehr Vers-Chorus-Vers-Struktur und generell mehr Text, einfach auch längere Texte.

Mich hätte interessiert, ob ihr einfach Texte geschrieben habt, weil man eben einen Text auf einen Song schreiben muss, oder ob es euch wichtig war, etwas mitzuteilen.

J: Es sind schon zwei getrennte Bereiche, die dann zusammenkommen. Also die Musik entsteht und die Texte entstehen und irgendwie muss der Text auch auf die Musik, aber ich würde nicht sagen, dass der Text geschrieben wird, weil er geschrieben werden muss. Er ist wichtig, aber er ist nicht das Wichtigste. Er ist genauso wichtig wie alle anderen Komponenten, Gitarre, Schlagzeug Bass.

M: Man kann auch nicht sagen, dass wir mit der Musik die Texte transportieren. Sprich, dass wir etwas sagen wollen und die Texte nur verkleiden mit Musik. Das machen ja viele Bands und das ist auch der Grund, warum bei deutschen Lyrics immer ganz genau hingehört wird. Weil wenn jemand hier auf Deutsch textet, dann bedeutet dies, dass jemand etwas ganz wichtiges sagen will und ein bestimmtes Anliegen hat – das ist bei uns nicht so. Wir spielen halt und dazu wird halt gesungen. So wie das alle normalen Bands machen in Deutschland. Es ist immer so absolut selbstverständlich, aber irgendwie auch nicht. Wir machen das ganz entspannt und wir wollen auch, dass es so wahrgenommen wird.

Ok. Ihr schreibt ja sehr persönliche Texte, könnt ihr euch vorstellen, auch über das eigene Befinden hinauszugehen und politischere Texte zu verfassen?

J: Das hat sich auch verändert. Die „Fun“ ist super selbstmitleidig, mit dem kommenden Album aber haben sich einige Dinge geändert, gerade auch beim Text. Es ist schon wieder eine persönliche Platte, aber diesmal besitzt sie eine eher beobachterende Art von Lyrics.

Mit welchen Themen?

J: Mhm, politisch war es ja immer auch ein bisschen, aber eben niemals mit der Faust ins Gesicht. Wir schreiben halt keine Texte über Themen – die Texte entstehen einfach.

M: Ja, ich setze mich auch nicht hin und schreibe quasi zwanghaft über ein Thema. Am Schluss sind es ja sowieso auch nur Worte. Du denkst zu viel, zu konkret, du denkst zu Deutsch, wenn ich dir das mal unterstellen darf.

Aber ich finde gerade in Deutschland schreibt kaum jemand richtig konkrete Texte. Viele machen es so unkonkret, schwammig.

M: Das stimmt nicht, ich finde das Meiste viel zu konkret. Was im Radio läuft, Ich + Ich, Xavier Naidoo und sowas, das gibt sich immer so versteckt und hinter der Ecken, aber es sind dann doch immer ganz klare Aussagen. Und das versuchen wir zu vermeiden.

Ok, aber da geht es ja um Befindlichkeiten.

M: Ja es sind viele Befindlichkeiten, aber über was will man auch schreiben sonst? Weil sonst könnte ich auch Revolutionsführer werden, wenn ich solche Ambitionen habe.

J: Ich finde eigentlich eher die Bands ein bisschen affig, die immer so konkrete Texte haben und dies auch betonen müssen: „Das ist jetzt wichtig und wir können was bewegen mit den Texten.“ Mir ist es wichtiger, wenn meine Texte für mich sprechen und persönlich sind. Und wenn sich jemand mit ihnen identifizieren kann, dann ist das für mich das Allerschönste. Wenn man dann eine Mail bekommt, wo jemand schreibt, dass mein Text genau sein Gefühl beschreibt und dass er das auch kennt, dann berührt mich das total. Gerade bei dem Song „Angst“, da kommt sehr oft etwas zurück, dass Leute eben sagen: „Das kenne ich auch.“

K: Es ist eigentlich ein sehr universeller Text.

M: Genau, es geht ja schon auch um universell.

J: Es geht aber auch um sehr konkret. Aber eher die Art konkret, die auch weh tut. Wie z.B. die erste Blumfeld-Platte oder so, dass man sich die Texte fast nicht anhören kann, weil sie so konkret sind und so nahe gehen.

K: Wir sind ja auch nicht in der Position, dass wir jetzt Lebensentwürfe für eine breitere Masse vorschlagen oder propagieren möchten.

Ich finde es auch schwierig, generell auch die Frage, wie Texte Menschen überhaupt beeinflussen können. Aber ich denke man kann schon größere Inhalte transportieren und mit Themen auch bewusst anecken. Und dann gibt es auch die Leute, die z.B. wegen einem Song wie „Cats & Dogs“ von Gorilla Biscuits Vegetarier geworden sind.

M: Ok, “nice for you.”

Aber einige politische oder soziale Themen finden ja schon bei euch statt, aber eben neben eurer Musik. Mal prangert ihr, wenn auch mit Augenzwinkern, Sexismus in Musikvideos an, stört euch in Interviews an der Karrieregeilheit und dem Hedonismus unserer Generation, du Julian trägst Shirts mit dem Aufdruck „Halt´s Maul Deutschland“, ihr versteigert limitierte Platten zugunsten von Flüchtlingen und habt z.B. bei einem tollen Projekt mitgemacht, wo es um Stuttgart Nord ging, einen Stadtteil, der krass in oben und unten, sowohl geografisch als auch sozial, geteilt ist. Da wurden Schüler aus einer Waldorfschule vom reichen Killesberg mit Hauptschülern quasi ausgetauscht und dies dann künstlerisch aufgearbeitet – war eine super Sache sowieso und auch sehr gut gemacht. Abends war dann in der Turnhalle der Waldorfschule euer Konzert – warum habt ihr da mitgemacht?

J: Weil wir es lustig fanden, in einer Waldorfschule zu spielen.

Wart ihr selbst auf einer Waldorfschule?

J: Nee. Aber ich fand es generell eine sehr gute Sache.

M: Es war halt auch sehr cool gemacht. Vom Staatstheater waren Leute dabei und dann wurde es nachgespielt, wie die drei Tage, in denen die Schüler die Schule getauscht haben, so aussahen.

J: Ich fand es vom Ansatz auch sehr gut. Ich denke wir haben schon eine klare Meinung und wie wir politisch stehen, aber ich finde es muss immer subtil funktionieren. Wir machen so etwas auch nur, wenn wir Lust drauf haben.

M: Das soll jetzt auch kein populistisches Zeug sein. Es gibt halt Dinge, die finden wir interessant, und vielleicht finden auch andere sie interessant.

Bei der Show gab es ja einige Besonderheiten, es lief ein Video im Hintergrund und eine der Schülerinnen stand plötzlich im Publikum, bunt kostümiert, und hat ein paar spannenden Gedanken formuliert.

M: Ja es gab einen kurzen Knall und dann haben wir aufgehört unseren Song zu spielen. Und dann gab es eine Einlage von denen, auf einmal stand eine Person in der Mitte des Publikums. Es war eine lustige Sache, ich fand es toll, weil es war auch so ein abstruser Rahmen.

J: Wir sehen uns auch nicht nur als Band, wir mögen auch gerne mal Grenzen durchbrechen und dann z.B. in den Theater-Kontext rücken. So eine Art von Konzeptkunst und Konzept hinter der Band, wie alles zusammengeht mit Grafik und Video, das ist uns extrem wichtig. Und auch diese gewisse Art von Interdisziplinarität, das man eben nicht nur Musik macht und Platten aufnimmt, sondern auch offen ist, mal andere Sachen zu machen. Man kann auch eine Ausstellung machen über Die Nerven, einen Spielfilm oder eine Filmmusik machen zu Die Nerven – es steckt immer etwas davon drin.

Generell, ein Text wie auf „Eine Minute schweben“ mit Zeilen wie „Wer ich bin, ist nicht so wichtig/ Hauptsache man lässt mich in Ruh“, der trägt ja schon ganz stark eine Abkopplung von einer Gesellschaft in sich. Kommt das wirklich aus einer Angst heraus oder eher aus einer Arroganz?

M: Es ist Angst. Also bei dem Text, den du ansprichst, da ist es Angst gewesen.

K: Wer ist denn nicht arrogant bitte?

M: Was ist Arroganz überhaupt? Arroganz wird mit Schüchternheit verwechselt und Arroganz wird auch mit Angst verwechselt. Man kann jetzt sagen, der Typ sei arrogant, aber letztendlich läuft es darauf hinaus, dass der Typ sich nur schützen möchte.

Ja klar, einerseits der Grund und andererseits das Symptom. Die Frage kam mir, weil ich den Eindruck habe, dass euch, zumindest in meinem Bekanntenkreis, eine gewisse Arroganz angedichtet wird. Vielleicht auch durch die Bühnenshow, wo ihr eine klare Grenze zieht, einen Song wie „Hörst du mir zu?“ minutenlang laufen lasst und ja, manchmal auch mit eurem Sound einfach ein bisschen nervt.

J: Aber das mögen die Leute doch auch, wenn wir so auf der Bühne sind.

Ja, wie gesagt, ich finde es live super, auch deine Aktion bei dem Song Slam damals, aber die Leute scheinen das nicht trennen zu können bzw. schließen eben von einem auf das andere.

M: Es gehört halt dazu. Es gibt halt die einen Bands, die sich halt die ganze Zeit anbiedern, aber wir haben da persönlich keinen Grund drin gesehen. Wenn sich die Leute dafür interessieren, dann können sie das gerne tun. Wir machen das alles auch gern, aber wir müssen jetzt nicht so tun, als ob wir das für die Leute machen. Sondern wir machen es halt und die Leute dürfen da Einblicke kriegen. Wir sind ja keine Dienstleister, die für die Massen arbeiten, „wir sind für euch da, wir machen das nur für euch“, das wäre glatt gelogen. Und jeder der das sagt, der lügt – das ist einfach gelogen! Und das legen wir auch offen, glaube ich.

J: Wir sind halt auch wir selbst und deswegen ist es mir einfach lieber, wenn wir immer so sind wie wir sind, als wenn wir für die Kamera einen auf cool machen. Wir sind drei nette Leute, sind freundlich, alles kein Problem. Und ich finde es eher arroganter, wenn die Leute das dann so spielen und auf Kumpel machen.

Ich fand dies auch bei eurem Video zu „Eine Minute schweben“ so spannend zu sehen. Zuerst dachte ich ok, schwarz-weiß, flackert ein bisschen, aber zusammen mit diesem Song hat es unglaublich gut gewirkt. In einem dunklen Raum nur dieses zuckende Video, wow. Und dadurch, dass ihr da auch rumtanzt und zum Teil oberkörperfrei zu sehen seid, dachte ich beim zweiten Schauen: Das ist ein unglaublich ehrliches Video, es ist nicht gestellt.

M: Das ist auch unglaublich ehrlich.

K: Wir haben einfach drauf losgefilmt, mehr oder weniger, in einer lockeren Atmosphäre. Und die zwei waren super verkatert.

M: Ich war noch nie so verkatert in meinem Leben wie an dem Tag, als wir dieses Video gedreht haben. Ich habe eineinhalb Stunden gebraucht, bis ich meinen Kopf gerade machen konnte, vorher habe ich im Liegen Spiegelei gegessen.

J: Wir haben das Video in München gedreht, und einer der Produzenten arbeitet in der Bar, da gab es dann Freigetränke, so kam dann eins zum anderen.

Und was macht ihr eigentlich neben der Musik?

M: Ich nichts.

K: Ich auch nichts. Karies, Wolf Mountains.

J: Ich auch nichts. Also wir studieren halt alle so ein bisschen, aber es ist einfach nicht so wichtig.

Ihr seid ja generell auch in anderen Bands neben Die Nerven unterwegs bzw. habt Soloprojekte – welchen Stellenwert haben Die Nerven? Und wie arrangiert ihr diese Unmengen an Projekten?

M: Die Nerven haben Vorrang, immer. Aber dadurch, dass wir in Blocks arbeiten, passt das. Diese Woche machen wir z.B. Die Nerven, und nächste Woche, auch weil Julian jetzt in einer anderen Stadt wohnt, macht wieder jeder seins.

Könnt ihr von Die Nerven leben?

M: Momentan ist es ein gutes Taschengeld.

K: Also ich habe diesen Monat das dickste Honorar meines Lebens bekommen durchs Schlagzeugspielen – und das soll nichts heißen. Ich wohne auch bei meiner Mutter im Keller.

Ich habe vor einigen Tagen einen Artikel über die deutsche Popförderung gelesen, die Initiative Musik. Und da war Messer erwähnt.

J: Genau, die haben ihr Album davon fördern lassen.

Exakt. Und ich habe mir damals die „Fun“ von euch, „Die Unsichtbaren“ von Messer und „D´accord“ von Fjørt über This Charming Man Records geordert. Und als ich jetzt mal auf der Internetseite von eben jener Popförderung war, lacht mich doch tatsächlich Fjørt an. Haben die dann gedacht: „Ah, cooles Label, die wollen wir fördern“?

J: Nee, so läuft das ja nicht. Man bewirbt sich für eine Förderrunde und bekommt eben die Förderung gestellt.

Würdet ihr euch dort auch bewerben?

J: Wir haben es uns überlegt, aber es wäre nur noch für dieses Album gegangen und dann war es zu spät, deswegen werden wir es nicht machen. Wir haben aber schon einmal eine Kurz-Tournee-Förderung bekommen für das Eurosonic in den Niederlanden. Da haben wir kein Geld bekommen und mussten irgendwie den Bus zahlen. Ich glaube wir haben da an sich keine Berührungsängste, aber es ist natürlich ein schwieriges Thema. Lässt man sich vom Staat fördern als Band und ist dann trotzdem irgendwie kritisch dem Staat gegenüber eingestellt?

Selbst die Antilopengang ist da dabei.

J: Ja, stimmt, aber ich würde es nicht verurteilen.

M: Ich finde auch nicht, dass man das verurteilen kann, weil es ist halt Geld, was halt offensichtlich für die auf der Straße liegt. Und deswegen bewirbt man sich da, weil das kann man ganz pragmatisch eben mitnehmen. Man macht ja trotzdem sein Scheiß und verändert nicht sein künstlerische Sprache dadurch, dass man vom Staat jetzt Geld bekommt, dafür dass man den Staat halt auch anpisst. Das scheint den Staat gar nicht zu interessieren.

J: Ich finde es auch den cooleren Move. Letztendlich fand ich den Artikel auch gar nicht so gut, weil er doch recht verurteilend war. Und mir ist es auch immer noch lieber, wenn eine Band wie Messer an die Fördergelder kommt als irgendeine scheiß Rockstar-Band.

Wollt ihr keine Rockstars werden?

M: Nee.

K: Nicht in dem Sinne.

Nicht davon leben können?

M: Darum geht es nicht. Rockstar zu werden, das kommt aus einer Eitelkeit heraus.

J: Wir wollen halt Künstler sein und Musiker. Wir haben nicht angefangen, Musik zu machen, um auf der Toilette Jack Daniels zu trinken. Wir wollen einfach Musik machen, auf Tour gehen, Konzerte spielen und Alben aufzunehmen.

Ok. Ich hatte vor einer Weile ein Gespräch mit einem Kumpel, bei dem wir auch über euch sprachen. Er meinte damals zu mir, dass er eure Musik mag, aber euch auf menschlicher Ebene mehr als kritisch gegenüber steht. Grund dafür war, dass er meinte, dass einer von euch mal Teil der Elektroband Die Selektion war, welche seiner Meinung nach im rechten Spektrum dümple. Was hat es damit auf sich?

K: Wirklich? Ok, vielleicht weil irgendjemand von Die Selektion mal in einem Interview Death In June genamedropt hat, aber das ist so schwarz-weiß.

M: Ich habe tatsächlich die Band mitgegründet und habe die ganze Musik gemacht. Wir hatten einen Sänger, der die Texte geschrieben hat und für die Außenwirkung zuständig war. Und er ist halt ein riesen Death In June-Fan und ein total netter Typ. Ich glaube auch nicht, dass er in irgendeiner Weise politisch aktiv ist – er findet halt einfach Death In June richtig cool und diese Lagerfeuer-Akustikgitarren-Ästhetik. Und da denke ich auch so: der Typ ist supernett, kommt hier aus Stuttgart, wer ihn als rechts bezeichnet, dem ist nicht mehr zu helfen.

K: Ja das schockiert mich gerade ein bisschen, „im rechten Spektrum dümpeln“?

In der Hardcore- und Punkszene hat man oft ganz besondere Fühler für so etwas, da sind einige Leute doch immer wieder sehr schnell mit solchen Anschuldigen.

J: Klar, bei Die Selektion wurde auch mit einer gewissen Ästhetik gespielt, aber das ist absolut nicht belegbar.

M: Nee nee, also das ist ja nur Humbug.

K: Es liegt nichts ferner. Also menschlich kann dein Freund ja über uns meinen was man will, aber wenn der sich nicht die Mühe gibt, uns persönlich kennenzulernen, dann zum Teufel mit solchen Aussagen. Der Rest ist dann eben Performance und die Verhohnepiepelung des eigenen Images, keine Ahnung. Performance!

Max, du hast mal gesagt, dass du nicht an Punk als Musikrichtung glaubst – was meintest du damit?

M: Das, was ich persönlich mit dem Wort Punk verbinde, das ist für mich eine bestimmte Ära. Und klar, dann gibt es noch eine bestimmte Attitüde, aber das würde ich gar nicht mehr als Punk bezeichnen – wenn man will, kann man auch sagen wir sind Punks. Aber Punk als Musikrichtung, das ist alles retro.

K: Das sind alles Plattensammler: „Wir machen jetzt so ein bisschen wie Damaged damals und Black Flag“.

M: Das ist auch unser Anliegen: Wir sind der Meinung, wir sind halt keine Retroband – wir versuchen nichts nachzumachen. Es passiert ja jetzt gerade, in diesem Jahr, und nicht im Jahr 1982. Wir sind jetzt gerade hier und damit muss man umgehen, und viele flüchten sich halt dann in ein „Ach ja, in den 80ern gab es halt Punk“. Diese Jungs machen es oft auch so und das ist in meinen Augen eben eine Missinterpretation. Deshalb mokiere ich mich eben auch über diesen Begriff, weil er so viele Fässer aufmacht, die halt nach Opa klingen – und riechen.

K: Es ist eben auch so, dass wenn man in einer wahrhaftigen Punkszene agieren möchte, scheint es viele Credos, Dogmen und Richtlinien zu geben, und das finde ich nicht so toll.

Kommen wir langsam zum Schluss: Wie und wo habt ihr das bald erscheinende Album „Out“ aufgenommen?

M: Wir sind Ende 2014 weit weg aus Stuttgart gefahren, richtig weit weg, und haben es in einem kleinen Dorf aufgenommen. Da stand dann zwar bereits nach fünf Minuten die Bäckersfrau an der Tür, weil sie tagsüber schlafen wollte, und auch einige Pferde sind durchgedreht, aber es war super, weil wir uns abschotten konnten. Wir haben zwar sowieso auch keinen Proberaum, aber dadurch haben wir uns natürlich auch die typischen, Proberaum-Couch durchsitzenden Kumpels vom Hals gehalten.

„Out“ wird ja nicht mehr bei This Charming Man Records und Fin Du Monde erscheinen, sondern auf Glitterhouse Records – wie kam es dazu?

M: Es sind einfach nette Leute, die wir vor einer Weile kennengelernt haben.

Ich kannte das Label gar nicht.

J: Wir kamen einfach zusammen und es sind richtig nette Leute. Sie sind in den 90ern sehr bekannt geworden, weil sie AmRep- und Sub Pop-Lizensierungen gemacht haben – das ist auch der musikalische Link.

K: This Charming Man ist ein super Label und ich bin sehr froh, dass wir mit Karies auf TCM sind, aber bei Glitterhouse sind eben die Konditionen und Möglichkeiten doch größer.

Und wie klingt die neue Platte? Ist am Ende des Kurzvideos von eurem Produzenten ein Stück Musik von „Out“?

M: Die neue Platte klingt fantastisch. Und ja genau, die letzten paar Sekunden sind tatsächlich ein Teil des neuen Albums.

K: Die ersten paar Sekunden des Albums, die jetzt geleakt wurden.

J: Wertiger wird es klingen, aber trotzdem auch manchmal richtig brutal.

M: Wie hättest du es beschrieben, also den Sound?

Ein bisschen klarer, ausformulierter, auch detaillierter vom Sound her.

M: Ja das passt. Es wird ein Ohrenschmaus, aber sie tut an den richtigen Stellen natürlich auch weh. Es ist eine sehr ehrliche Platte.

Ich bin gespannt. Ich habe „Fun“ übrigens nie durchhören können.

M: Ja schade.

K: Hat die wehgetan? Die geht doch voll gut runter in einem Rutsch.

Meine Hörgewohnheiten haben sich in den letzten Jahren geändert. Früher habe ich mich bei Hardcore oder Hardcore Punk stundenlang anschreien lassen, aber jetzt kann ich mir das nicht mehr in der Fülle geben. Deswegen höre ich auch gern mal noisige Musik, aber eben dosiert.

J: Na da wirst du unser neues Album auf jeden Fall besser durchhören können. Generell machen wir die Alben auf jeden Fall, dass sie so gedacht sind, dass man sie durchhört. Es ist schon interessant, wenn ein Song von uns auch einmal in einem anderen Kontext steht, aber generell sollte die Intention sein, ein Album zu machen, was als Album auch gedacht ist. Das passiert halt viel zu selten heutzutage.

Wieso? Ein Song für den Club, ein Kopf-Hoch-Track, einer für die Ladies …

K: Das ist ja das alte Popformular: Opener, Hitsingle, zweite Single-Auskopplung, Ballade, der Credibility-Track – und dann acht Filler.

J: Und genau das ist für mich halt kein Album.

 

Als ich einige Tage nach dem Interview ihr neues Album dann zum ersten Mal höre, kann ich doch förmlich die Worte der Band in Albumlänge nachhören: „Out“ ist ein rundes, in sich stimmiges Album, verdammt ehrlich und ohne Rücksicht darauf, sich einem breiten Publikum anzunähern. Ihr noisiger Post Punk ist raffinierter geworden, aufwendiger, er ist kantig, manchmal gar ranzig, aber er flirrt auch in leisen Tönen, wenn es sein muss. Hin und wieder jazzig angehaucht, kann die Platte auch tanzbare Momente aufweisen, biedert sich aber in keinster Weise an, sondern stolziert mit breiter Brust und einer Portion Erhabenheit ihren Weg entlang – und um jenen mitzugehen, muss man doch wieder auch einiges mitbringen. Zu anstrengend ist „Out“ manchmal, zudem scheuen sich Max, Julian und Kevin auch immer wieder, sich den allgemeinen Hörgewohnheiten anzupassen, was jeweils als Kompliment zu verstehen ist. Die Nerven bleiben somit Die Nerven, aber sie präsentieren sich gereifter, ohne auch nur ein Stück ihrer Wut einzubüßen.

„Wie die nur wieder ‚Nein‘ sagen konntest, obwohl dir die Luft weg blieb und dieses Gefühl dich lähmte. Und wie du nur wieder ‚ja‘ sagen konntest, obwohl du keine Ahnung hattest. Und wie du nur wieder ‚vielleicht‘ sagen konntest, obwohl du eine Meinung hast.

Gerade deswegen.“  („Gerade deswegen“ vom Album „Out“)

http://dienerven.tumblr.com/ https://www.facebook.com/deinemutteralter

Interview/Text: Lars Schubach

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