März 16th, 2007

Kolumnen Dolf, Stone, Jan, Dietmar, Jobst Ingrid Strobl, Mykel Board, Archie Alert, Christian Kruse, Armin X-Mist, Klaus N. Frick (#116, 02-2006)

Posted in kolumne by jörg

DOLF

Ich bin mir nicht mehr ganz sicher wo ich meine erste Freundin (mit der ich auch Sex hatte, die frühpubertären Knutschereien lassen wir mal aussen vor) kennenlernte, ob irgendwo an der Schule oder auf einem Schulball – wo Musik gespielt wurde… aber schliesslich ist das auch schon 26 Jahre her. Dafür kann ich für alle anderen meiner ehemaligen Partnerinnen ganz klar sagen das ich die ohne die Musik (bzw. das drumherum) nicht kennengelernt hätte. Ebenso verhält es sich mit meiner jetzigen langjährigen Partnerin.

Ohne Punk – keine Chance, wie lernt man denn aus Ausgburg jemanden in Bremen kennen. Damit will ich sagen: zu Sex & Musik kann ich nicht so viel sagen, weil ich das eine mit dem anderen kaum verbinde, das heisst: wenn ich Musik höre hab ich eigentlich keinen Sex und wenn ich Sex hab, höre ich normalerweise keine Musik. Vielleicht sollten wir das mal wieder versuchen – vielleicht ist der Sex ja dann „anders“…. auch wenn ich das stark bezweifele. Für mich heisst es eher „Sex durch Musik“, auch wenn das kein Masterplan war, sondern sich so ergeben hat… die alte Mär von „Ich mach ein Fanzine, also bekomme ich Frauen“ ist wohl ziemlicher Quatsch. Wir haben diesemal viele Gastkolumnenbeiträge, viel für euch zum lesen, also fasse ich mich kurz. Tschüss.

***

Der zärtliche Zyniker

Aus den Steinbrüchen des Claude Cerbere

Die angenehmste Art des Sexuallebens, wie C. fand, war, ein paar Freundinnen zu haben, die ausserdem Geliebte sind. Sie schauen ab und an vorbei, zum Frühstück, oder man trifft sich zufällig beim Ausgehen, vielleicht geht er einfach mal bei ihnen vorbei, mal sie bei ihm, so in der Art. Zur Zeit sieht eigentlich alles ganz gut aus. Mit seinen vier oder fünf derzeitigen Liebschaften verbindet ihn neben einer grundsätzlichen starken Sympathie der Wunsch nach Sex ohne Ansprüche und Verpflichtungen, die sowieso moralischer Natur wären, weil aus einem Geschlechtsverkehr ersteinmal keine Ansprüche resultieren. Wie sollte das auch sein?

Einige dieser Freundinnen pflegen eine feste Beziehung und unterhalten ihr Verhältnis zu C. aus einer gewissen Abenteuerlust heraus, denn für manche Menschen zählt nicht nur das Ding, in diesem Falle das Vögeln an sich, sondern die Wahl des Partners hierfür kennt auch noch andere Kriterien: Dass C. es beispielsweise nicht so sehr mit der Treue hält, macht ihn zusätzlich interessant. Wahrscheinlich hat das mit dem problematischen Gedanken zu tun, dass das, was viele wollen, auch mehr wert sein muss, was C. (unter anderem angesichts seiner musikalischen Vorlieben) nicht für richtig erachten kann.Er ist allerdings zu faul, seine Beziehungen daraufhin zu untersuchen.

Und so fährt er mit Susann an einem sonnigen Tag an die See, geht an einem anderen Tag mit Charlotte essen, wobei er, wie er zuzugeben durchaus bereit wäre, ein gewisses, nicht unbedingt sehr ehrenwertes Vergnügen daran hat, von seiner jeweiligen Begleiterin ausgehalten zu werden.Verliebt sind C. und seine Freundinnen eher selten ineinander, es geht einfach nur um den Spass, den man miteinander haben kann. Keine Komplikationen, wofür denn auch? Davon gab es schon genug in anderen Sphären des Lebens.

Trotzdem er sein Sexualleben eigentlich als ziemlich in Ordnung bezeichnen würde, was ja zu einer gewissen Zufriedenheit führt, muss C. jetzt feststellen, dass er sich verliebt hat. Dabei hat er doch noch nicht einmal mit dem Mädchen geschlafen, kennt sie kaum. Nun hat er sie seit einer Woche nicht gesehen und sich, nach einem albernen Wutausbruch, damit auch nicht weiter beschäftigt. Schade ist es halt, ziemlich schade, aber…Er hantiert gerade mit dem Teekessel durch die Gegend, hat eine mittlere Hüsker Dü aufgelegt, da klingelt es an der Tür. Er geht die Treppe runter und sieht durchs Glas jeansumhüllte Beine und erkennt im weiteren Verlauf seines Treppabsteigens S. Endorphine machen sich auf den Weg, seinen Gehirnwindungen eine reinzuhauen, Worte verheddern sich in den Ganglien und ihr Geruch weckt angenehme Reminszenzen.

Arbeiten hatte sie müssen (die leidige Spätschicht…) und ist deshalb auch nirgendwohin ausgegangen, will einfach nur mal so vorbeischauen.Durchsichtige Beiläufigkeit auf beiden Seiten, er bietet ihr einen Tee und einen Platz auf dem Sofa an, sie erzählt von den Trinkern und deren Sprüchen auf dem Job, von den Vorarbeitern und den Pin Ups in den Spinden, C. verwirrt sie mit Zwischenfragen und macht noch mehr Tee, der späte Nachmittag wird zum frühen Abend, und das locker auf dem Sofa parlierende Duo mutiert zu einem Wesen mit vier Armen und vier Beinen.Auf der gegenüber liegenden Seite des Hofes bellt ein Köter, ein Gör‘ kreischt nach Mama oder irgendetwas anderem, ich lege meine Jazz-Cassette ein. John Coltranes Saxophonlitaneien übertönen den Lärm von draussen.

Wir küssen uns, beginnen nach und nach, uns die Kleider zu entfernen. Langsam, sehr langsam nähern wir uns dem erstrebenswerten Zustand völliger Nacktheit, unsere langen schwarzen Haare unentwirrbar ineinanderfliessend, sie beisst mir in die Rippen, während sie langsam an meinem Körper herabgleitet. Ihre Haut riecht nach Körper, nach allem, was die Poren hergeben, ein starker Geruch. Ich schiebe meine Hand zwischen den Stoff ihrer Hose und ihre Haut, taste nach dem, was irgendwie zwar immer gleich, aber doch jedesmal wieder interessant ist, wie wird es da genau aussehen, sich anfühlen, riechen, schmecken, wenn der Saft an ihren Schenkeln klebt, wie werden ihre Brüste aussehen, diese hier sind wohl üppig, schwer, die Haut ist karamelfarben, ihre Brustwarzen sind dunkel und richten sich gerade auf als sie meinen Schwanz leckt, und ich ihre Möse ausschlürfe, auch hier ein schwerer, starker Geschmack, keine von diesen Gutgewaschenen, die noch nach Seife schmecken.

Ich versuche, nicht abzuspritzen, ich will mit dieser Frau ficken, da hebt sie ihren Ofen von meinem Gesicht und setzt sich auf meinen Schwanz. Langsam vögelt sie, sie ist laut, sie ist nass, sie wird schneller und ich versuche, sie zurückzuhalten, weil ich den Augenblick verlängern will, diesen Fick (es könnte schliesslich der letzte sein, theoretisch, jedes Mal). Irgendwann verspüre ich in der Leistengegend den kommenden Erguss, dann mit dem ganzen Körper alles und nichts. Wir liegen schlaff da, für den Moment ziemlich zufrieden, berühren uns überall und wenn sie meinen Schwanz anfasst oder meine Haut in dessen Peripherie, erschaudere ich, weil es kitzelt.

Wir rauchen Zigaretten.
Wir reden.
Alles geschieht sehr, sehr langsam.
Wir haben keine Pläne bis zum nächsten Fick.

Während wir so, langsam und diffus, von allem möglichen sprechen, sagt sie, dass sie pissen muss und ich stecke meinen Finger zwischen ihre Schenkel. Ich stelle fest, dass sie dort immer noch unglaublich nass ist und deshalb setzen wir gleich noch eine neue Runde an, die ein bisschen länger dauert, als die erste.

Wieder schreit sie, als ich sie, diesmal von hinten, vor dem grossen Spiegel stosse. Durch ihre Beine hindurch greift sie nach meinen Eiern, wir sehen uns im Spiegel an. Brüllen, Stöhnen. Ich komme.Das Nachglühen lässt uns in ein zufriedenes Dämmern hinübergleiten, in dem wir uns aneinanderreiben um die Hitze unserer Haut zu absorbieren.
Er sah mit sprudelnden Sinnen und einem dämlichen Grinsen in die Zukunft (Tom Robbins)

Jetzt geht sie die Treppe runter, geht die Strasse runter (es ist wohl vier Uhr, morgens), und ich bin ausgefickt, draussen regnet es, zumindest hat es das noch vor kurzem, die Reifen der Autos verursachen dieses spezielle, leicht klebrige Geräusch, wenn sie über den nassen Asphalt rollen. Und der Himmel hat schon wieder mehr Blau als Schwarz. Zwischen Wolkenfragmenten geht ein Mond unter, der aussieht, als habe er auch schonmal bessere Nächte gehabt, aber es ist schliesslich nur ein Haufen Geröll, und was geht der mich an.

Morgens finde ich heraus, dass an meinen Händen immer noch der Geruch des Mädchens klebt, an meinem Schwanz auch, beim Frühschiss steigt er, alles überdeckend, in meine Nase, und es ist sehr befriedigend, auch wenn es sich nur um Erinnerung handelt (jetzt schon), was daran wirklich berauschend ist. Aber selbst das reicht, um sich einigermassen gefestigt der Beschäftigung mit den profaneren Aspekten der Existenz widmen zu können…Am nächsten Morgen stelle ich mit einem flüchtigen Blick aus dem Fenster fest, dass es regnet, also lege ich mich wieder hin und verbringe den Tag, nachdem ich nicht mehr schlafen kann, mit der Lektüre und überarbeitung einiger Kurzgeschichten, die ich im Winter aus meinen Urlaubserinnerungen geschnitzt hatte.

Später hole ich mir einen runter, weil es mich unerträglich geil macht, von meinem schönsten Ferienerlebnis zu lesen. Die Geschichte einer schwülen Sommernacht, die ich in einem Hotelzimmer an der Algarve mit einer Frau teilte. Eigentlich war nichts zwischen uns gelaufen, bis ich mitten in der Nacht davon aufwachte, dass sie mir die Unterhose hinuntergezogen hatte und begann, mit meinem bald steifen Schwanz zu spielen. Als die Frau, die ich auf der Zugfahrt hierher kennen gelernt und, wie ich glaubte vergeblich, angebaggert hatte, merkte, dass ich wach war, nahm sie ihn in den Mund und begann langsam daran zu lutschen, mit der Zunge daran entlang zufahren.

Ich legte mich auf den Rücken, und sie kniete zwischen meinen Beinen. Sie legte sich meinen Schwanz ans Gesicht, stülpte dann wieder ihre Lippen darüber, ihre üppigen Brüste schwangen mit einer leisen Berührung über meine Eier und immer wenn ich fast abspritzte, hörte sie auf, wartete, bis sie weitermachen konnte. Als aber auch das kaum noch möglich war, glitt sie an meinem Körper hoch, zog mich auf sich und nahm dann meinen Schwanz in die Hände und legte ihn zwischen ihre Brüste, die sie daraufhin zusammenpresste und ich fing an, sie zu vögeln, einmal musste sie noch ihre rechte Brust nachfassen, dann legte sie den Kopf zurück und schloss die Augen.

Ich sah fasziniert zu, wie mein Schwanz ab und zu mit der Spitze zwischen den Hügeln hervorschaute, dann konnte ich nicht länger an mich halten und ergoss mich über ihre Schultern, den Hals und das Gesicht in einem nicht endenden Strom, dann sank ich aufs Bett und schlief bis in den späten Morgen.“Eigentlich wollte ich ja nicht um acht kommen, aber jetzt tue ich es doch,“ sagt die Frau, die um acht hatte kommen wollen. Jetzt ist sie da, und ich bitte sie auf mein Sofa beim offenen Fenster, durch das Reste der Nachmittagssonne dringen, wo man von unten die Tochter der Nachbarn mit ihrer wohl besten Freundin gackern hört.

S. legt „Vitalogy“ von Pearl Jam auf, dreht lauter, und wir brüllen uns eine Weile an, bis sie die Musik wieder leiser dreht. Und wir reden über Bücher, Filme, völlig unstringent, ziellos, ich liebe es schon, diese Stimme zu hören – dunkel, voll, schwer, mit dem Ausdruck einer wohligen Trägheit. Dieses Gesicht zu sehen. Bedenklich, denke ich bei mir. Ich bin verliebt. Bedenklich, weil ich nicht weiss, was in diesem schönen Kopf vor sich geht. Ich könnte versuchen es herauszufinden.Dieses Lachen, heiter, unhysterisch – die Nys aus „Stille Tage in Clichy“ hätte so besetzt werden müssen (Chabrol hat da, und nicht nur in diesem Punkt schwer versagt) und wir können uns auch darauf einigen, dass seine Verfilmung völlig missraten ist – wir küssen uns.

Eine Flasche Prosecco, die ich geschenkt bekommen habe von einer Ladeninhaberin um die Ecke, nachdem ich einmal in einem Plausch über die Rolle der Gewerkschaften in diesem Lande übereinstimmend mit ihr zu einem vernichtenden Urteil gekommen war, steht auf der Fensterbank.Ich entkorke sie und wir trinken den kühlen und trockenen Inhalt der Flasche. Meine Ladeninhaberin meinte es gut mit mir. S. sitzt auf meinen Knien und fasst mir zwischen die Beine. Nach einer Weile öffnet sie meine Hose und holt meinen Schwanz heraus, der sich freudig ihrer Berührung entgegenstreckt. Ich schliesse die Augen und lehne mich zurück.

Dann fühlt es sich auf einmal anders an und ich sehe nach, was die Ursache dieses merkwürdigen Gefühls ist. Ein Speichelfaden hängt von ihren Lippen (oh, diese Lippen) bis zu meinem Schwanz hinunter, und ich sehe, wie sie meinen Schwanz lächelnd, mit geschlossenen Augen einreibt.Sie neigt ihren Kopf herab und nimmt Johnny Thursday in den Mund, ihre Brüste berühren meine Eier. Sie zieht mich und dann sich aus (die ganze Zeit mit meinem Schwanz im Mund, auch während sie die Schuhe auszieht).

Dann giesst sie ein wenig von dem moussierenden Wein auf meinen Schwanz, es kitzelt und sie lutscht ihn gemächlich ab. Der Geruch ihrer Möse klebt an meinen Fingern und ich sauge ihn ein. Dann ist sie nackt. Sie steigt auf und ich gleite langsam in sie hinein, laut stöhnend. Wenn dieser Fick nicht zu Ende gehen könnte.

Langsam!

Wir schauen uns an auf meinem roten Sofa und lachen und „Gut ist gar kein Ausdruck,“ wie sie es ausdrückt. Sie gibt mir Wein, eine Zigarette, zündet auch sich eine an, sagt:“Wein und Zigaretten…“, lacht versonnen und sie meint, dass das geil ist, und ich denke, dass sie verdammt nochmal Recht hat. Wir ficken immer noch (die ganze Zeit), während es draussen dunkler wird. Eine ganze Zeit später müssen wir beide pissen.Und wir liegen auf dem Sofa herum, und sie, die auf mir liegt, schläft auf mir ein. Meine Beine verlieren das Gefühl und ich trage sie auf mein Bett, wo ich eng an ihrem Körper gleich ihr einschlafe. Ein paar Mal in der Nacht wache ich auf und schaue im blassen Nachtlicht, berühre, was da neben mir schläft (die erste Frau die schnarcht), küsse sie.Sie warten in der Küche darauf, dass der Kaffee durchgelaufen ist. Sie blättert, nackt, in ACID herum.

Sie liest vor: „Kein Kerl vögelt seine Alte bis zum Bauchnabel, es sei denn, er ist ’n Stierkämpfer“. Sie schaut zu ihm rüber und meint mit einem Lächeln: „Das stimmt nicht. Oder bist du ’n Stierkämpfer?“ Wir lecken uns am Körper ab, sie setzt sich auf meinen Oberschenkel und reibt ihre Pussy, bis sie immer feuchter wird. Ich bekomme eine schmerzhafte Erektion, und sie setzt sich darauf – er ist von gestern noch wund – und fragt, ob es weh tut, und ich sage ihr, dass das nichts ausmacht. Und wir ficken, bis ich alles was noch in mir ist verliere. Zigaretten, ein Rest des Weins von gestern Nacht. Barfuss laufen wir dann in der Hitze herum, gehen hinunter zum Fluss und hängen ‚rum. Die Sonne treibt mir Schweissperlen auf die Stirn, die sie küsst.

Wir sind albern, sehr albern, wie Teenager, die wir beide nicht mehr sind. Jetzt entflohen diese Worte meinem Mund, wo sie eigentlich nichts zu suchen hatten, hinterliessen Verwirrung auf ihrem Gesicht. „Ich hatte mit allem gerechnet, aber nicht damit, dass du mich liebst.“ Was aber ist denn schon die Liebe? Ich bin verliebt, natürlich ist das nicht zu leugnen. Aber Liebe? „Ich würde so etwas nie sagen,“ sagt sie. „Selbst, wenn es der Wahrheit entspräche.“ Ah, lässt mich im Ungewissen, wo ich nicht einmal wissen will, wie das Spiel steht. Sie kennt vielleicht die törichten Aspekte von derlei Mitteilungen und spielt mit anderem Einsatz. Egal!

Wichtiger war mir, ihr einen Eindruck meines Zustandes zu vermitteln. Ich lag bei dir und wir waren ineinander vercuntet und du riefst meinen Namen während wir fickten und dann sagte ich es, wobei es nicht unbedingt um eine grosse Begriffschärfe ging, ich wollte nur meinem überschwang Worte geben. Jedenfalls war es ganz einfach und hatte kein Frack- oder Sacksausen zur Folge, es verströmte wie das Sperma, was sie gerade aus mir heraus gepumpt hat und nun tröpfelnd auf meinem Körper und dem Bett verteilt, während sie über mich hinweg nach den Zigaretten fischt, floss dahin im Strom postkoitaler Befindlichkeiten.

Sie beugt sich herüber küsst mich ihre hängenden Gärten streifen gleich tiefliegenden Wolken meine Brustwarzen, die sich aufrichten und sich empören, keine Augen zu haben. Später unter der Decke rieche ich immer wieder den schweren süssen Duft ihrer Möse, der den feuchten Regionen zwischen unseren Beinen entsteigt. Bei jeder Bewegung ein olfaktorischer Gruss aus dem Schmelztiegel. Wichtiger (jetzt, jedenfalls) als alle anderen Botschaften, weil unstrittiges Faktum, auch wenn sie es nicht riechen kann, wegen ihres Schnupfens, dessentwegen sie auch schnarcht, kein Produkt eines Hirns.Vorhin, vor ungefähr zwei Stunden, gebrauchte S. nach unserem Fick das Wort „Magie“, aber ist das nicht ein ebenso fragwürdiges Konstrukt wie die Liebe? Wie so oft steht sie um fünf in der Früh auf, um in die Fabrik zu gehen, die Oberfläche von Kühlschränken zu polieren, die nicht ihr gehören (was sollte sie auch mit so vielen Kühlschränken?).

Was this your celebrated summer?
Was that your celebrated summer?

Was dann kommt? Was weiss denn ich. Dann ist halt klar (möglicherweise, zumindest), dass du fort bist. Dann brauche ich nicht nach dir Ausschau zu halten, am Fluss, zu versuchen dich zu erreichen, auf dich zu warten, wenn du wieder eine Stunde zu spät kommst – ich hasse es, zu warten – muss mich um dieses und jenes kümmern, nicht um diese Teenager-Emotionen, dann und wann ein Blick zurück, spätestens, wenn die Band unser Lied spielt, vielleicht schreibe ich selbst eins, oder zwei.

Jedenfalls muss ich dann aufstehen, und die Realität wird durch mehr als nur ein bis zwei Veränderungen gekennzeichnet sein. Ein Zurück wird es nicht geben, was bis morgen nicht geschieht, wird nicht mehr geschehen. Das Bild ist fast fertig, es fehlen noch ein paar Dinge, aber die brauchen nicht viel Zeit. Vielleicht noch einmal zwei nackte Körper in enger Umarmung, die in einer feuchten, warmen Mulde sich ineinanderdrängen, einige Küsse und dieses Lächeln, und ihre Haare an meinem Arsch, mein Finger in ihrem Arsch, meine Zunge zwischen ihren Lippen, ihre Haare zwischen meinen Zähnen und der Geruch in meinen Haaren, auf dem ganzen Gesicht und an meinen Händen (ich bade meine Hände in Unzucht). Deine Brüste um meinen Schwanz, mein Schwanz in deinem Mund. Langsame Bewegungen, zuckendes Fleisch und Hirn. Eine Zigarette und Rotwein.

celebrating every day the way she thought it should be(now i dont know what to do when pink has turned to blue) –
Dann wirst du in deine Jeans klettern, die eng und an den richtigen Stellen zerschlissen sind, ohne Unterhose, und, ciao, die Treppe runter, durch die Tür gehen, slack, slack, slack die Strasse runter. Und vielleicht bin ich auch nur in die Idee verliebt, die ich von ihr habe, eine Idee aus meinem Kopf. Vielleicht passen dein Körper und die Dinge die du sagst und tust, zu gut zusammen mit diesen heissen Tagen im Mai und dem Regen im Juni, wer weiss das schon so genau.

stone

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Hardcore Calevfornia
„Some balls are hold for charity and some for fancy dress, but when they are hold for pleasure, that`s the balls that I like best“
(AB/BA)

Vorspiel
Why is this masterpiece of literature you hold in your hands while thinking about stealing this issue from the train station you just stand in in English? Well, this column should came out as a contribution to the DIY Files Section in the Punk Planet Fanzine which never happened. I was in California in 2004 and when i made my way up to the Gilman Street in Berkeley, it struck my mind that I could write something for the DIY Files Section inside Punk Planet which had topics like how to make a fire and something like that. As I am not that geschickt in constructing anything, it came to my mind that there is definitely one thing i know about and which is related to DIY (and to this trust special issue about sex and music).

I wrote the original part of this column directly after it hit me, in an internet cafe in Berkeley, and in 2 hours (hey, English is not my first language) wrote down everything what came to my mind. Before going into the topic, I have to say that I thought about writing about my best or worst sex experience. Well, some people of the trust were not sure if that will interest anybody out there so I make it short and will only say that my best sex experience was definitely not my first time. That special event happened shortly after my 18th birthday (see, i am old school and did not have real sex experience before that, only usual petting stuff) and took place where it should always take place: in the bed of my parents while they were on holidays.

What happened you ask? Well, let me say it in this way: it was wild, it was great, it was dirty, it was rough, it was dirty talking, it was soo supercool that you can not imagine it even in your wildest dreams – and the soundtrack to this could have been the song „you suffer“ from Napalm Death. Hey, that was a cool joke right? So, it was above all one thing: short. And very verkrampft. Things got better but that`s another story i will not tell now.

Maybe it will occur during the Lektüre of this article that you may think „how is that possible that he is writing so openly about so intimate things like Selbstbefriedigung ? Is he a big Selbstdarsteller who hides the whole day behind his Computer while surfing on the hun.com or what?“ Well, while i indeed often sit behind my computer and surf on certain sides, let me tell you, that I think YOU could also write about things probably way better than i can – just do it. And don`t forget to send it to the Trust Fanzine, right?

Get wet
You think it is ridiculous to write about masturbation because that is not a typical punk theme? Do you know what? I am so fucking tired about reading for the 1000th time about your band, your records, your shows and your absolutely nothing-to-say lyrics repeating the cliche sex-drugs-and-rocknroll without any own ideas. Music is important, right, but Punk is not only about making different music. I think it is important and political not-to-view the bullshit „woman gets fucked by a horse“ or „gang bang“ movies. It is fact that most porn movies are sexist-crap because they reduce both sexes on functional objects (the male as the always willing, always active hot sex machine, the woman as the passive one with strong lesbian tendencies and always ready to eat your cum).

But I can not hide the fact that some erotic literature, erotic paintings, a few erotic thrillers, hell, even some music („Je t`aime“ from Serge Gainsbourgh, the female moaning…what a song) and a very few hardcore porn movies turn me on. You know, you can burn down all xxx porn-stores and boycott all newspapers with pictures of naked bodies. But even if you boycott and destroy everything, you can not ignore that people are having sex, often with themselves, and when they do this, that they think of erotic fantasies or imaginations. Should Punk not take a stand to this ?

Thing is: we all like Punkrock (music), right? Punk was and is about to change and challenge the mainstream and their established opinions and stereotypes – in music, in sexes and gender, in trying to find new ways of nutrition (vegan), in a new look on drugs (straight edge), in politics, paintings, photos shooting, independent literature. Well, and in sex and in this particular case, masturbating too. You got it, „let`s talk about sex, baby, let`s talk about you and me“, let`s try to share our opinions about a thing you could call a modest try for a progressive and leftist view on erotic.

Some people say that the difference between erotic and porn is that erotic uses the feather and porn the whole chicken. Maybe, but sometimes, you need the one and sometimes you need more.

The ugly, the bad and the good way to mastrubate DIY on a scale from 0 (ugly) to 10 (good) from a male point of view

The ugly 0

Going into a porn-video store in Chinatown in San Francisco (on holidays in early 2004), inserting 3 dollars into that slot of the video cabin after closing the door and zapping through the porn movies while masturbating. See, the actors never kiss each other, they only fuck each other. And when they speak they use this ridiculous dirty talking. Enlighten humans (enlighten in both meanings, emancipated people and people who know about sex) should not talk in this hate-speech-way. Is that not interesting? I thought so.

0,5 Going into a large video-store, watching all the video covers and masturbating inside the porn section. Well hidden while wearing shorts. Yeah, jump in the fire!

0,8 Or visiting a nude girls bar on the Ramblas in Barcelona after getting real heavy into alcohol, watching live sex on stage. 18 years old young`s who just finished their high school maybe deserve it.

1 Reading hustler and stuff and masturbating while flipping through the pages. I buy a porn-magazine once or twice a year after a heavy drinking night, „read“ it for a few days and throw it away after „using it“. Hey, please, just because I speak offensive about a vorgang that everyone reading this, layouting this and buying this does but komischerweise only few talked about, i am not interesting in your story about this topic. Maybe if your name is alfred e. neumann oder pamela anderson, i make an ausnahme.

The bad 2

At age 13 sitting on your carpet in your room and right before the highlight of your action, your mother enters through your unlocked door with your just-washed clothes? No good.

3 Somebody else could help you? Well, DIY means also DIT, do-it-together, when it comes to organize a show or so, but in this case I prefer to DIA, do-it alone.

4 You start with a really good picture in your head like the last time you had sex with your girl friend, or you imagine you will get intimate with the nice bartender you saw yesterday or with that woman you just saw at the bus-stop. And then, some picture from a real ugly situation or a face which you definitely can not stand comes into your mind and it stands right there and will not go away. Forget it, see you next time. By the way, not-wearing a bra and wearing the belt from your bag in a diagonal way from your right shoulder to your left hip is not erotic.

5 Thinking of your sister, your mother or the girl-friend of your best friend while starting is definitely a wrong start.

6 You are for 4 weeks on holiday with a good (male) friend and you stay in a hostel and experience the whole day together the new towns and lets say, you even sleep in the same bed because of the lower prices and they only have this one particular bedroom. This situation can force you to go in a restaurant rest-room where you can take your time. But you know, this one minute pleasure in a restroom and cleaning all up with toilet paper is not the best atmosphere, I guess. Maybe masturbating at the restroom of your work-place is the only thing which is intelligent during your work. But also not the best thing in life, you know?

7 Masturbating while standing in front of the mirror and watching yourself in the mirror? Can be worth a try, for you maybe, but this is not my preferred way.

8 Just try it with pure imagination and try not to use your hand during getting a hard-on. That can work pretty well, although sure, you later need a hand, some spitt or a little hot water to tighten things up. But that`s all needs you need, forget about that gel-stuff.

The good 9

Make it slow and intense. Take your time, maybe 1 or 2 hours. Do it at the evening or in the night. It is cool if you can hear the slight sound of ocean waves and palm trees but that`s not the most important thing. I would say never any music, but there are two songs which could serve as a nice soundtrack on a low volume level. That would be that instrumental song Albatross by Fleetwood Mac and the Simon and Garfunkel Song, The Condor pasa. The best timing would be in my opinion after a long shower or a hot bath. Lay down on your bed, dressed in your night-clothes which would be the usual short and T-shirt combination for me, close your eyes and try to get into your nicest fantasy. Maybe you start to turn on while thinking of your admired girl sitting directly at the opposite of your bed and she watches you masturbating and does it for herself too but you both do not touch each other? Undress yourself slowly and touch yourself. When you really start sweating and your mind builds weird fantasy picture you are on the right side of the track. Slower it down if you almost can not hold and then let it go. To moan is not my thing. Oh, and eat that shit? No way man. Just because mainstream porno industry tells us that all woman have a pleasure in sucking the cum, I talked about that with female friends and some agreed that this is propaganda. Maybe your friends tell you something different.

10

Hey, do you always start with the end of the book when reading? No? Well, why here? Always remember, do it right in the opposite way like Leslie Nielsen. You know that he said once “ I like my sex the way i play my basketball, one on one with as little dribbling as possible“. I would say, the more dribbling, the better it gets.

Like Fear`s Lee Ving said: just kidding`. Oh, und ich dachte, ich lege die Latte für Kolumnen mal was höher – JA JA JA, schon gut. Ich wünsche euch ein schönes Leben!
Jan Röhlk

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DIETMAR

Ich hatte kürzlich einen höchst seltsamen Traum: Zunächst sass ich in einem dunklen Theater (zweite Reihe, rechts) und schaute mir an, wie der Teufel einen Mann seine eigene Rippe essen liess. Das fand ich allerdings gar nicht erschreckend, sondern völlig normal – als würde ich mir irgendeinen Kinofilm anschauen. Später dann muss ich wohl einen Mann umgebracht haben, aber ich weiss nicht mehr wie. Es geschah noch ein zweiter Mord, aber jemand sagte mir, dass da wer anderes verdächtigt werde.

Ich glaubte dieser Person nicht; ich war überzeugt, dass ich da auch der Täter sein und dies irgendwann rausfinden würde. Ich war aber zugleich überzeugt, kein Unrecht getan zu haben – die Morde waren notwendig. Ich musste trotzdem fliehen – durch ein Reisfeld, wo ich viele Vietnamesinnen bei der Arbeit sah, die mich anlächelten. Komisch nur, dass ich überzeugt war, dass dieses Lächeln falsch war und die scheinbar netten Asiatinnen mit meinem Verfolger (der der Böse war) zusammenarbeiten würden. Zum Schluss wollte ich mich in einer Grossstadt von einem Wolkenkratzer stürzen, was mir schon im Traum ziemlich idiotisch vorkam: Ich hab zwar keine richtige Höhenangst, geniesse auch jede Fernsicht, aber ich habe Angst vor dem Runterfallen. Das konnte also nur scheitern. Verstanden hab ich diesen Traum bis heute nicht.
*
Wenn ich abends ins Fitnessstudio gehe, stelle ich meinen Wagen oft im Parkhaus ab – das Studio befindet sich in Neukölln in einem Einkaufszentrum, und ringsherum ist es oft nicht leicht, das Auto abzustellen. (Und ich habe bei der Kälte keine Lust, die U-Bahn zu nehmen.) über dem Fitnessstudio befindet sich ein Kino, an dem ich auf dem Weg vom Parkhaus vorbei komme. Ich mag das, ich geniesse den Geruch von frischem Popcorn, der sich dort überall ausbreitet. Ich glaube sogar, dass der Geruch eine zusätzliche Motivation ist, sich zwei Stunden zu quälen. Irgendwie erinnert mich das Popcorn an einen glücklichen Teil meiner Kindheit. Auch das ist eigentlich Unsinn, ich habe noch nie viel Popcorn gegessen.
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Sprechen wir von Wärme: Noch nie wie in diesem Winter hatte ich das Gefühl, ich brauche Wärme so dringend. Eigentlich hätte ich mit Erscheinen dieser Ausgabe gerade aus Mexiko zurückkehren wollen, aber das hat nicht geklappt. Stattdessen werd ich also hier durchhalten müssen. Ich verstehe auch nicht, warum Menschen freiwillig in den Ski-Urlaub fahren. Ich bin also Zuhause, niste mich hier ein und erspare mir viele schlechte Konzerte. Ein bisschen fühl ich mich dabei, als würde ich nach einer langen Krankheit erst ganz vorsichtig auf die Beine kommen. Wer weiss.
*
Ich habe meinen Nichten und meinen Neffen noch nie etwas zu Weihnachten geschenkt; das haben meine Schwestern immer gegenseitig gemacht. Und ausgerechnet in dem Jahr, wo sie das aufgeben, den Kindern der anderen Schwestern etwas zu geben, fang ich damit an. Also habe ich in diesem Jahr Bücher für die älteren gekauft und Utensilien für einen Kaufladen für die jüngste Nichte. Aber am meisten Spass hat es gemacht, für meinen Neffen etwas von Playmobil auszusuchen. Damit habe ich damals auch gerne gespielt, und ich war begeistert, was es heutzutage alles gibt: Sogar an das Toilettenhäuschen für Bauarbeiter haben die gedacht!

Das hab ich dann aber doch nicht gekauft, damit kann mein Neffe wohl noch nichts anfangen. (Und es möge mir jetzt keiner mit dem Wort Konsumterror kommen, darum geht es nicht. Abgesehen davon konsumiere ich gerne: Wenn ein Buch, eine DVD oder eine CD erscheint, die ich haben möchte, kaufe ich mir die auch. Warum auch nicht?) Plötzlich macht es Spass, den Onkel zu spielen, vielleicht auch, weil die Kinder mich in diese Rolle drängen. Früher hab ich das abgelehnt.
*
Kürzlich hatte ich ein paar Stunden Physiotherapie, nachdem die Schmerzen in meinem Nacken aufgrund all der Arbeit vor dem Computer überhand genommen hatten. Die Massagen taten weh, aber die Schmerzen hallten auch noch über Stunden nach. Das muss so sein, sagte mir die nette Masseurin, die ein halbes Jahr älter war als ich. Denn der Körper hatte es sich in seiner schlechten Position relativ gut eingerichtet, und nun wehrt er sich, weil man ihm eine neue aufzwingt. Das konnte ich nachvollziehen.

Dietmar Stork

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JOBST

Sex und Musik sind für mich keineswegs Gegensätze, aber doch irgendwie Dinge, die nicht so richtig zusammenpassen. Ich find generell beides gut und habe sowohl Spass an Sex als auch an Musik, nichtsdestotrotz läuft bei mir selten beides zusammen. Während ich Musik höre oder mache habe ich keinen Sex und während ich Sex habe läuft eigentlich nie Musik. Ich kann gar nicht so genau erklären, warum das bei mir so ist und würde auch nicht sagen, dass ich diese Trennung für unumstösslich halte. Jedenfalls bin ich weder der Typ, der durch Musik zu Sex stimuliert wird, noch jemand den Sex dazu stimuliert besondere Musik zu hören.

Und das habe ich anscheinend auch mit meinen bisherigen Sexualpartnern geteilt. Da ich in Sachen Sexualität tendenziell eher ein Softi bin, kann ich mir auch nur schwer vorstellen vernünftige Musik dabei zu hören. HC/Punk ist einfach fehl am Platze und extra zum Beischlaf eine softe CD mit nichtssagenden Texten einzulegen ist dann doch etwas zu cheesy

Aber das ist ja bei allen Leuten unterschiedlich. Eine der beklopptesten und doch beindruckendsten Sex und Musik-Stories habe ich vor einigen Jahren gehört. Und zwar habe ich mit meiner Band in einer süddeutschen Kleinstadt ein Konzert mit einer lokalen Proll-Metal-HC-Band gespielt. Namen tun hier nichts zur Sache. Jedenfalls hingen wir vorher wie üblich in einer Art Backstage-Raum ab. Wir waren auf Tour und hatten eine lange Fahrt aus, ich glaube, Spanien hinter uns.

Dementsprechend gerädert hingen wir also in den Seilen, redeten nicht viel und liessen uns von dem Gespräch, das die Proll-HC-Typen untereinander führten, berieseln. Offensichtlich hatte die Band gerade ihre ersten Aufnahmen gemacht und waren unglaublich von ihrer eigenen Band begeistert, was den, wie sich später herausstellte, Sänger der Band dazu veranlasste, folgende Geschichte zum Besten zu geben: „Alter, unsere Aufnahmen sind so fett, ey! Ich hab mir die heute morgen beim Poppen mit meiner Alten reingezogen.

So geil. Und als ich dann fertig war bin ich nackt, noch mit Votzenschleim am Schwanz, auf dem Balkon und hab unsere Songs voll aufgedreht! Das isch das Allergeilste!!!“ Zustimmendes Nicken vom Gitarristen und ungläubig-schockierte Gesichter bei uns! Auch wenn ich die Offenheit des jungen Mannes sehr schätze, so war mir das zu dem Zeitpunkt doch ein Hauch zu viel Information.

Jedenfalls konnte ich während ihres Auftritts die Augen nicht von dem Sänger lassen und konnte ebenso wenig umhin, ihn mir splitterfasernackt auf seinem Balkon vorzustellen, noch mit seinen und den Körperflüssigkeiten seiner Freundin am Genital und voll befriedigt von gerade stattgefundenen Geschlechtsverkehr. Nee, schön war das nicht. Dennoch habe ich so einen selbst-verliebten Umgang mit sich selbst und seiner zudem wirklich miserablen Musik so nicht wieder erlebt. Fiel mir aber eben zum Thema Sex und Musik wieder ein.

Was andere MusikerInnen zum Thema Punk und Sexyness denken, kann man nach wie vor in Urtes und Bennis grossartiger Photoausstellung „More Than Music!?“ nachlesen (Fehler! Textmarke nicht definiert.). Für Guy von Fugazi sind Punk und Sexyness beispielsweise „Twins“, wohingegen Duane Peters zu dem Thema nur folgender Satz einfällt: „A hole in the wall can be sexy, on the road!“

Ansonsten bin ich dann erstmal raus für heute. Freue mich wieder an Bord des Trust-Mutterschiffes zu sein.

In Hochachtung,
Jobst

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Under my thumb?

Ein Dialog zwischen zwei Seelen in einer Brust

Als Trust mich fragte, ob ich einen Beitrag über Sex `n` Rock `n` Roll schreiben möchte, sagte ich spontan zu. Und dann liess ich mir das Thema durch den Kopf gehen. Was gar nichts brachte. Im Bauch tat sich schon eher etwas. Und als ich da genauer hin hörte, meldete sich plötzlich doch der Kopf. Und protestierte heftig. Wenn es nur dabei geblieben wäre, okay. Dann hätte ich mir gesagt, das Leben ist halt widersprüchlich, und die Menschen sind es auch. Ich eingeschlossen. Aber so einfach war das nicht. Ist es nicht. Denn der Konflikt spielt sich nicht nur zwischen Kopf und Bauch ab. Nein, die Schlacht wird in meiner Seele ausgetragen. (Doch, doch, so etwas wie eine Seele gibt es. Ich weiss es aus eigener Erfahrung.)

Die spaltet sich nämlich, sobald es um dieses Thema geht, in zwei sehr unterschiedliche Seelen. Die eine, die ich Rock-Ingrid nenne, wird sozusagen von den Vibes und Riffs gespeist, die das Thema in meinem Bauch vibrieren lässt. Die andere ist durch und durch feministisch und sympathisiert in dieser Angelegenheit eher mit dem Kopf. Ich nenne sie hier Polit-Ingrid. Und versuche mal, die Fetzerei wiederzugeben, die diese beiden Ingrids sich in Sachen Sex `n` Rock `n` Roll“ liefern:

Rock-Ingrid: Rockmusik ist Sound gewordener Sex, ganz klar. Wenn ich meine Lieblingsbands, sagen wir mal die Stones, die Doors, die Velvet Underground höre, dann fährt mir die Musik direkt in die Zonen unter dem Bauchnabel.

Polit-Ingrid: Findest du das nicht seltsam? Das ist doch absolut männlicher Sex. Hart, aggressiv, fordernd. Und so weit ich weiss, bist du eine Frau.

Rock-Ingrid: Na und? Wer sagt denn, das Frauen ihre Sexualität nicht auch aggressiv und fordernd erleben und ausleben können? Wenn mich die Musik so direkt antörnt, dann muss sie ja wohl mit etwas in mir korrespondieren, oder?

Polit-Ingrid: Da frage ich mich jetzt aber: Womit? Die Art von Sexualität, die in der Rockmusik rüberkommt, ist doch untrennbar mit Frauenverachtung verbunden. Da geht es nicht um deine Sexualität, da geht es nicht um die sexuellen Begierden und Bedürfnisse von Frauen. Da geht es nur um die des Mannes. Der Typ und nur der Typ ist derjenige, der fordert und der sich auch nimmt was er will. Und den Frauen, die ihm zuhören, verklickert er genau das: Ich nehm dich, wann und wie ich will.

Rock-Ingrid: Ach, komm. Da gehören schliesslich zwei dazu.

Polit-Ingrid: Ach ja? Und was ist mit all den kreischenden Mädchen, die in Ohnmacht fallen, wenn Herr Jagger nur die Lippen aufwirft? Was ist mit den ungezählten Groupies, die alles mitmachen, nur damit sie in das Bett ihres Gottes dürfen? Erzähl mir nicht, das wäre selbstbestimmte Sexualität. Die Musiker gehen davon aus, dass Frauen ihnen zur Verfügung zu stehen haben. Das drücken sie in der Musik aus.

Und das kommt leider an bei Frauen, die das offenbar ähnlich sehen, warum auch immer. Weil sie vielleicht keine Chance hatten, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen zu entwickeln. Und die Rockmusik und das Gehabe der Musiker bestätigen sie auch noch in ihrer unbewussten Unterwerfung. Und wenn es nur Frauen wären! Viele von diesen Scheisskerlen lassen sich 13-, 14jährige Mädchen ins Hotelzimmer bringen.

Rock-Ingrid: Einverstanden. Das kotzt mich genauso an, wie dich. Wenn ich schon nur in der Stones-Biographie lese: Hugh Hefner hat Jagger, Richards und Co in sein Penthaus einladen, zusammen mit einem Haufen „Häschen“, die Mädelz voll auf Downers, die Jungs voll auf Koks, und dann ging die Post ab, dann bin ich restlos abgetörnt.

Polit-Ingrid: Also?

Rock-Ingrid: Also was?

Polit-Ingrid: Warum lässt du dich dann trotzdem von der Musik, die sie machen, antörnen?

Rock-Ingrid: Wegen der Musik. Ich behaupte mal, die ist unabhängig von der Machoscheisse, die die Musiker ausagieren. Die Musik, die Janis Joplin oder Patti Smith gemacht haben, ist auch nicht anders. Rockmusik drückt Gefühle aus, die unabhängig vom Geschlecht sind. Wut, Begierde, Intensität. Etwas, das so archaisch ist, so tief in den Eingeweiden steckt, dass man es mit Worten nicht zu fassen kriegt. Sondern eben nur mit Musik ausdrücken kann. Das hören und spüren Frauen ebenso wie Männer. Es gibt ja nicht nur die Groupies. Es gibt nicht nur Frauen, die sich wünschen, bei den Jungs von der Band im Bett zu landen.

Es gibt auch Frauen, die diese Musik als ihre Musik hören und empfinden, die sich nicht zu Füssen der Band sehen, sondern mit auf der Bühne. Als ich jung war, hat mich diese Musik angetörnt, weil ich sie als meine Musik wahrgenommen habe, als Ausdruck von etwas, das in mir eingesperrt ist und raus will, etwas, das sich endlich befreien und austoben will. Das war nicht nur Sexualität, das war noch viel mehr, das war Rebellion, die Lust, wild und intensiv zu leben, alle Grenzen zu überschreiten. Und vor allem war es etwas, das Mädchen nicht zustand. Das wir nicht ausdrücken, nicht ausleben durften, das wir am besten gar nicht hätten empfinden sollen. Und somit war die Rockmusik auch ein Mittel, um aus dem Gefängnis unserer beschissenen Frauenrolle auszubrechen.

Polit-Ingrid: Das hast du jetzt aber schön gesagt. Du hast nur leider die dazu gehörigen Texte vergessen, Schätzchen. Was passiert denn in deinen archaischen Eingeweiden, wenn Mick Jagger dir erklärt, dass er dich „under my thumb“ hat? Oder den „Midnight Rambler“ besingt, einen Frauenmörder? Oder wenn Jim Morrisson sein „Baby“ auffordert: „get down on your knees!“ Oder wenn Lou Reed vorschlägt, „you better hit her“?

Rock-Ingrid: Ja, ja, ja. Du hast ja Recht. Die Texte sind ganz oft die hinterletzte sexistische Scheisse.

Polit-Ingrid: Und sie sind von der Musik nicht zu trennen.

Rock-Ingrid: Weiss ich nicht. Ich bin nicht so schizophren, dass ich diese Songs mitsingen und dazu abtanzen kann. Aber es gibt ja genügend andere. Guck mal, im Blues gibt es dasselbe Phänomen. Die Musik geht dir total unter die Haut. Und die Texte lassen dich oft genug aus der Haut fahren, weil sie so frauenverachtend sind. Aber Billie Holiday und die anderen Ladies haben auch Blues gemacht, mit genau derselben Musik. Und der Rock hat seine Wurzeln im Rhythm and Blues. Vielleicht ist es ja das: Ursprünglich ist das eine Musik, in der die Unterdrückten, die Sklavinnen und Sklaven ihre Sehnsüchte, ihre Wut, ihre Verzweiflung und ihre Rebellion ausgedrückt haben.

In der sie das ausgelebt haben, was ihr ganz Eigenes war, das, was ihnen ihre Herren nicht wegnehmen konnten, an das die gar nicht herangekommen sind. Und genau das schwingt noch mit in den Rhythmen, im Beat der Rockmusik. Wenn Machos die machen, dann versehen sie die mit Machotexten und spielen sie mit Machogehabe. Wenn Frauen die machen, dann machen sie ihr Ding damit. Der Kern der Musik bleibt von den geschlechtsspezifischen Interpretationen unberührt.

Polit-Ingrid: Du redest es dir gerne schön, was?

Rock-Ingrid: Dann sag mir mal, was bei dir abgeht, wenn du die alten Scheiben von Patti Smith hörst? Die kommt genau da her, vom harten Rock, von den Stones, von den Velvet, die hat genau den Rock gemacht, den du als männlich und frauenverachtend anprangerst. Aber wenn du Patti Smith hörst, dann passiert mit dir genau das, behaupte ich mal, was bei mir passiert, wenn ich Rockmusik höre. Right?

Polit-Ingrid: Eins zu null.

Rock-Ingrid: Und noch was: Der Jan von Trust hat mir eine Kassette zusammengestellt mit Punk-Sachen. Da sind ein paar drunter, die musikalisch superklasse sind, wo man die Wurzellinie rausspürt, vom schwarzen Rhythm and Blues zum Rock zum Punk (auch wenn Punkies das jetzt vielleicht wütend leugnen würden …), und das – jetzt halt dich fest! – mit 1a Texten, die das reine Gegenteil von frauenverachtend sind. Es geht also. Die Punks sind ja jünger als „meine“ Altmachos, die noch nichts gerafft haben von wegen Frauen sind Menschen und keine Fickmaschinen. Dig it?

Polit-Ingrid: Das muss ich mir erst mal anhören, bevor ich dazu einen Kommentar abgebe.

Tja. Und dann zogen sie sich unter ihre Kopfhörer zurück. Polit-Ingrid hörte die Punk-Kassette, Rock-Ingrid ihr altes Bananenalbum. Als Rock-Ingrid kurz die Augen aufmachte, sah sie Polit-Ingrid wild abtanzen. Und als Polit-Ingrid kurz die Kopfhörer abnahm, hörte sie Rock-Ingrid „Scheisse!!!“ schreien.

Ingrid Strobl

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If You Wanna Be Bisexual, You Gotta Know The Score

I walk into TRIPLE X PEEPLAND, one of the few remaining mid-town sexshops. Mayor Mussolini has ground the rest under his police plunger. After looking at what’s new in Orientalia, I approach the counter. The businessmen casually browsing the scat rack back away as I pass. The Indian (turban, not feather) looks if surprised. „Where are the bisexual films?“ I ask him. „Oh, you mean two girls and a guy?“ he says.

„They’re right over there in the European section. Next to the water sports, where it says, TWO GIRLS.“ „But I’m not talking about two girls,“ I tell him. „Oh, you mean two guys and a girl.“ he says. „Those are in the Men’s Corner in the basement.“ Trying to remain calm, I shake my head. „No,“ I say, „I don’t mean two guys and a girl. I mean everything. I want videos with two boys, two girls, a boy and a girl, the whole kit and caboodle!“

His heavy eyebrows lower in a frown. „I’m sorry.“ He says, „We have nothing like that. You need to go to a special place.“ Mentally sending HIM to a special place, I leave the store unsatisfied. Later that night, I mention my dilemma to the bisexual email list. It’s not a unique incident, I learn. Unique or not, I want to have my cock and eat it too! Since humanity is just more or less closeted bisexuals, you’d think the porno world would have more to offer. I do have a couple bisexual films of my own. BI COASTAL stars blond Cara Lott, whose small breasts save her from the hideousness that plagues most porno blondes. She’s come to California from the East Coast. She’s looking for her husband who ditched her in New York. To support herself on the trip, Cara lands a job with a local porno company. Then comes the casting couch. Chez femme boss, Cara shows her stuff.

„Mmmm, now play with yourself. Let’s see you enjoy it.“ The boss enjoys it, but doesn’t really get tongue in groove. That’s the lesbo scene. The rest of the movie is a series of homo, het, and two guys and a girl „bi“ stuff. Most of the time, the guys don’t look like they’re enjoying Cara very much. Ugh! Ugh! Ugh! Jerkjerkjerkjerkjerk. Aahhh! There’s one ugly 80s-style mustachioed clone (the „husband“). The other guys are just too attractive to be at all heterosexual. One member of the bi-list offers a reason. Most het males in the U.S. tend to be pretty homophobic, so any hint of male/male contact is „fag“ stuff.

The homophobia is so rampant that the males in het porn believe that if there ever were even a rumor of their having had male/male contact they’d be shunned in the „mainstream“ porn market. This is apparently not true. Het porn mainstay Peter North got his porn acting start in gay films as Matt Ramsey, and that fact has not had much affect on his career. But at any rate, none of the „mainstream“ male leads (even the ones who are actually bi) will act in the things. So the men in the bi flicks are all pulled from the ranks of gay films, as are the producers, directors, etc.

The result is that the films are made by people who are, mostly clueless about what a bi male would find stimulating. They’re basically gay films where some of the guys don’t have penises. Sometimes they put strap-ons on ‚em so there isn’t even that difference. Ah, so now we see a possible reason for the split at the porno shop. Also in my collection is BI BI EUROPEAN STYLE. The producers supposedly filmed this atrocity on location at a sex club in Amsterdam. The „actors and actresses“ are certainly Dutch. Except for a black guy and a long-haired blond with too many muscles, the males are not particularly attractive. There is one good-looking female, but her interaction with other females is almost non-existent. It’s a boring video with a lot of bored-looking people screwing boredly. I picked up a copy of HOT BI SUMMER for $4.00. I paid too much.

It looks like it’s simply cut from other movies. Bedroom scene one: bi. Bedroom scene two: lesbo. Bedroom scene three: het. (With an ugly mustachioed guy. What is it with hetporn and facial hair???) Bedroom scene four: homo. You get the idea. The only thing in this film’s favor is there are non-white girls. The boys are ok-looking, but they don’t seem to be enjoying what they’re doing. One blond guy gets fucked and sucks the bologna. A more macho guy fucks the blond and the girl. He also munches the carpet and allows himself to be sucked (not to orgasm) by the blond guy. BFD! Lots of self-considered hets will take a boy blowjob once in awhile. Yuck! On the internet was a review of the movie THE HILLS HAVE BIS. The review starts „One thing that’s lacking in porn is humor.“ Wow! Say that again! The reviewer reports that the movie stars the bi-ubiquitous Sharon Kane. The plot concerns feuding parents, a bisexual son, his hillbilly fiancee and her redneck family.

The move introduces Moist Towelette as „Muff.“ Ah porn names, you gotta love ‚em. Let me know if you find a copy. The most famous bi movies are the BI AND BEYOND series. I haven’t seen any of these. My impression is that they just make bidom a freak show, mixing it with fake hermaphrodites and Siamese twins. There is a bi-film, however, that stands penis and vagina above the rest. It was released in the 70s, just after the theatrical premier of DEEP THROAT. The director, Radley Metzger, later went on to direct what many consider the best porn film ever, MISTY BEETHOVEN. This move, however, was SCORE. The version of SCORE that made it to the theaters was the softcore one. In fact, one reviewer called it „softcore’s last stand.“ That’s the version I saw. It was amazing. Metzger based the movie on an off-Broadway play by the same name. The director describes the original and how he changed it: In the play, there’s a black-out when the couples decide to do it.

That was a kind of „Hollywood“ resolution to a shocking situation. To sit and see, five feet away from you, a woman seducing a young girl and a man seducing another man simultaneously in two different rooms, and going from one to the other within the dialogue, was in and of itself very, very shocking. I saw it twice. You could hear people’s pulses, there was such a tension in the room. But at the moment it happens, the lights go out and everyone yells „Bingo!“ We used „Bingo“ as more of a springboard. You’re able to do more things in film; you have many more devices. It all finally resolves itself, but in the non-Jane Withers idiom. [Note: I don’t get the reference. –MB] It’s not just: „well, we all had that mad weekend, and now let’s thank God our lives are straightened so we can all watch Robert Young on TV.“ It’s like the sophisticated comedy of the Thirties.

You might say it’s Private Lives with what they really had in mind. A voice-over at the movie’s start tells you it takes place, „in the lush little land of Plenty, in the enviable state of Affluence, bordering on Decadence to the north and the state of Euphoria to the South. There, nestled deep within the Erogenous Zone is the peaceful city of Leisure, resting snugly on the western shore of the Idle Sea. In this lazy but lovely town, the people of Leisure labored and lived and laughed and loved and loved some more, though their love had nothing to do with the archaic idea of romantic love, which was the subject of many a cautionary tale told by the wary citizens.“ The name of the movie comes from a game played by the protagonist and his wife.

They try to seduce the tourists or the phone repairman– or most anyone else. They score a point for each successful seduction. Though the movie is softcore, it is very funny „I love your bedroom, it’s so… lived in.“, very erotic (especially the young woman, escaping from her Catholic upbringing), and very artfully done, with mirrors, camera angles, and music that, with another topic, would pack the art houses. Apparently, there is a hardcore version of the same film. An email correspondent wrote: You must have seen the „expurgated“ version of „Score.“ The original is anything but softcore. The original has close-up shots of oral and anal sex, etc.

BUT, the whole movie was done very artfully, on the Yugoslav coast, before it became dangerous and was only beautiful, with its whitewashed houses and gorgeous sea. I imagine you DO know that the blond male star of the movie, Cal/Calvin Culver, went on to do many gay porn flicks as „Casey Donovan.“ He was a hot item back in the 70s and was featured on the cover of the VERY avant-garde entertainment magazine, „After Dark,“ a couple times.

He died in Key West of AIDS several years ago–I discovered recently. I guess he was one of those who was enjoying sex without „rubbers“ when they were really needed and people didn’t know it. Poor baby. We’ve lost lots of them. (No, not the rubbers, you silly guy.) I originally saw the Uncut version in Ohio about 1972 and then the CUT (nasty editing which diminished the film’s entire character) in then blue-nosed Toronto a year or two later. Isn’t it amazing how a bit of catering to the prudes can ruin a piece of art?

Yup. Director Radley Metzger wanted to go further with this film. He had already done softcore. This was AFTER Deep Throat, so he could be more blatant, he thought. He talks about the ending: Well, the picture I just finished, SCORE, culminates in a double seduction-one swinging, sort of bisexual couple seducing a younger, more innocent, latent couple-which we did in a kind of parallel way. And, as it was shot in 1972, I was able to take the scenes further than I ever have before, because there’s this muscle of Puritanism which is just relaxing-like the girl’s muscle in Deep Throat! There seems to be a general relaxation of muscles in ’72! And so the stuff goes into a category…

I don’t know what name you’d give it, but I think it is beyond soft core. How much of it remains, how much can be seen in the final film-well, that remains to be seen, because we’re in the editing stage now. Evidently, it was edited twice. SCORE is really bisexual. The main characters both brag „I’d fuck a porcupine if it suited me.“ The seductions show that ANYONE will fuck a porcupine under the right circumstances. There’s a shitload of pot and poppers. More seventies than any boogie night nostalgia.

You won’t see that in the Puritan-nouveau porn made since the 80s. It’s a classic, but just try to find it. Even Kim’s Video doesn’t have it– and they have everything! Metzger’s films, however, are coming back. An earlier film, THE ALLEY CATS, was just re-released by First Run Features here in New York. This black and white film exploits a strange combination of art, disco and lesbianism. The First Run version seems censored, though. The trailer at the end shows a lot more that the actual film. First Run has also released Metzger’s French lesbian story, THERESE AND ISABELLA. I just hope they– or someone else will think to even the SCORE.

[Notes: If you’re interested in joining the bisexual email list, send an email message to: listserv@brownvm.brown.edu. In the subject line and the body of the message you should write only: subscribe bisexu-l. For a good source of bi-films– and one that puts them in their own category, try Radvideo at http://www.radvideo.com. If you can get the unexpurgated version of SCORE, contact me. Actually, anyone can contact cyberly at: god@MykelBoard.com. I’m slow in answering email, but I do answer.]

by Mykel Board

(first printed in the Porn Review Zine Bni,reprint with Permission)

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Warum alles beginnt!

Die meisten Musiker sind nicht besonders attraktiv, im üblichen Sinne… kein Spruch. Das beste Beispiel sind diese beiden Afro-Vögel von Mars Volta. Der eine schielt völlig debil durch seine fette Hornbrille und der andere steht auch eher windschief in der Gegend rum. Und trotzdem, wenn die beiden die Bühne betreten, verwandeln sie sich schlagartig in Sexsymbole und zumindest ihre weiblichen Fans sind drauf und dran kräftig los zu kreischen, als wären sie wieder zurück in der ersten Reihe eines TAKE THAT Konzerts. Klar sie reissen sich zusammen, wär auch echt uncool, aber jucken tuts schon im Kehlchen, das merkt man gleich.

Komisch, denkt sich da der aussenstehende Beobachter. Weder das Aussehen, noch die eher unbeholfenen Bewegungen, noch die doch sehr schwierige, kantige und keinesfalls eingängige Musik dieser beiden schrägen Vögel lässt sich guten Gewissens als „sexy“ bezeichnen. Noch ein gutes Beispiel. Eine der schönsten und zierlichsten Frauen die ich kenne ist erklärter MADBALL Fan!! Und vor allem findet sie den Bassisten schick? übrigens einer der grössten Dumpfbacken und Kotzbrocken unserer Zeit. Versteh ich nu die Frauen nicht oder was ist hier los??? Gehen wir das Problem doch mal von der anderen Seite an.

Vor ein paar Jahren bekam ich eines der ersten THE DONNAS Promofotos in die Finger. Das Foto war Schwarz/Weiss, schlechte Kontraste, leicht unscharf und die Mädels sahen, mit Verlaub, unglaublich scheisse aus. Irgendwie roch das ganze übelst nach US-Provinz. Die Protagonistinnen schön oldschool-degeneriert, so wie man sich die Amis eben in den frühen 80ern gern vorgestellt hat/ oder wollte. Für mich jedenfalls ein Grund mir das Foto über den Schreibtisch zu hängen, allerdings eher aus ironisch motivierten Beweggründen. 2 Jahre später feierten die „THE DONNAS“ ihre ersten Erfolge und sangen von 40 Jungs in 40 Nächten und Bekannte die ihre Konzerte besuchten schwärmten mir von den „Hotties“ vor die sie da auf der Bühne antrafen.

Wie geht das denn?, dachte ich mir da und sah mir immer wieder skeptisch dieses alte, gruselige Promo-Foto an? Nun könnte ich es mir leicht machen und alles mit der banalen Erklärung abtun: „Erfolg macht Sexy“. Mmmm, na ja, sind wir doch mal ehrlich. Die Karrieren von Mars Volta, The Donnas oder auch Madball sind nicht unbedingt die grossen Erfolgskarrieren des Musikgeschäfts. Relativ gesehen, eher Regionalliga. Nun hab ich ja auch selbst eine eher bescheidene musikalische Karriere hinter mir und auch ich habs an eigenem Leib erlebt. Die eher begehrten Mädchen in meiner Teenagerwelt waren für mich unerreichbar und ausschliesslich für die Sportasse, Söhne Wohlhabender oder Manta fahrende Zufrühabgänger reserviert.

Bis zu dem Zeitpunkt an dem der junge Archi zum ersten mal einen auf seiner Gitarre zum besten gegeben hat. Dabei war die Qualität meiner Darbietung zweitrangig. Und scheisse sah ich sowieso aus. Aber wie aus heiterem Himmel fand sich noch am selben Abend meine Zunge im Hals einer Schönheit wieder, von der ich nicht im Traum erwartet hätte, dass sie mir jemals die Hand zum Gruss oder was auch immer geben wird. Der Umstand, dass meine Gitarre seither meine „Masche“ war, hat aus mir einen kompletten „Anmachkrüppel“ gemacht. Ich musste mein Leben lang keine Frau anbaggern, weiss auch gar nicht wie man so was macht und hab eine Schweineangst davor es mal tun zu müssen. Aber es motiviert mich weiter Gitarre zu spielen und wenn man sich mal an den stetigen Beziehungsflow gewöhnt hat entwickelt man auch zunehmend kreative und musikalisch, handwerkliche Ambitionen.

Denn, je kreativer, verwirrter, sonderlicher, tiefgründiger man sich gibt, desto interessierter und haltloser werden die Verehrerinnen. Komische Sache das, aber wenn man sich diese dämlichen 08/15 US-Highschool-Teenager-Filme mal ansieht und reflektiert, eigentlich auch ein Grund um sich so richtig zufrieden ins Fäustchen lachen zu können. Mann muss wahrlich kein heldenhafter, todesmutiger Jungweltveränderer und Tennagerführer sein um beim anderen Geschlecht gegen die Footballasse und Bürgermeisterkids zu punkten.

Ne Gitarre tuts auch. Und „by the way“, bei allen bedeutungsschwangeren Statements die „ernsthafte“ Musiker immer so von sich geben. Immer schön dran denken wo denn eigentlich wirklich die Motivation für das ganze Theater herkommt.

Bussi!!

Archi Alert

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SEX und MUSIK

Musik ist für manche Menschen fester Bestandteil ihres Lebens – genauso wie Sex einen grossen Raum des täglichen Lebens einnimmt – aber eben nur bei manchen Menschen. Es gibt welche, die hören viel Musik, und es sind da jene, die haben viel Sex. Und dann ist da die Gruppe, die wenig Sex hat, genauso wie es Spezies gibt, die sich überhaupt nicht für Musik interessieren…

Nun die Gleichung aufzustellen, wer sich nicht für Musik interessiert, der habe auch keinen Zugang zu körperlicher Zweisamkeit, wäre nicht angebracht. Aber das Sex und Musik eng miteinander verknüpft sind, kann schon behauptet werden. Beispiele? Nun, in die Disco wird schliesslich nicht nur gegangen um zu tanzen, sondern auch, um einen Partner des anderen (oder auch gleichen) Geschlechts kennen zu lernen.

Ob nun für einen One-Night-Stand oder für den Rest des Lebens, sei dahingestellt. Oder man lädt seine neue (Kontaktanzeigen)Bekanntschaft zum näheren Kennen lernen in ein Restaurant – im Hintergrund läuft anheimelnde Musik; oder es ist gar eines jener Etablissements, in denen ein Stehgeiger an den Tisch kommt, um den frisch Verliebten etwas vorzuspielen. Die Musik begleitet die Liebenden besten (oder schlimmsten) falls bis zum Traualtar: Hochzeitsmarsch, Ave Maria, Kirchenglocken.

Und ist Sex nicht sogar die Triebfeder der Musik? Ist es so abwegig, sich vorzustellen, dass seit den alten Klassikern Mozart und Wagner Künstler zur Feder greifen, um ihrer Liebsten zu imponieren. überhaupt handeln doch fast alle Texte der Rock- Pop- und Schlagermusik von der Sehnsucht, der Liebe, vor allen Dingen von der Unerfüllten. Angefangen bei den Bluesern, die nur deshalb so blue sind, weil die Angebetete sie verlassen hat, womöglich noch mit einem Anderen!

Fortsetzend im Rock`n Roll, der in Metaphern umschreibt, an was alle denken: be bop a lula! Endend bei der deutschen Schlagerschnulze, in der heute wie vor über dreissig Jahren `die Sehnsucht brennt`, aber so gut wie nie die Betten… `Ja aber!` höre ich da die Stimme des kritischen Lesers, was ist mit den Protestliedersängern, dem Punkrock, den drogengeschwängerten Liedern der Velvet Underground, dem aggressiven Hardcoretechno von Atari Teenage Riot?

Keine Rede von Liebe, Romantik, Sex… Hier darf ich Sigmund Freud bemühen: Sublimierung nennt sich das – Ersatzbefriedigung. Drogen als Ersatz für Austausch von Zärtlichkeiten, wildes Kriegsgeheul anstelle liebevoller Worte… Womit ich nicht behauptet haben will, dass Künstler wie Lou Reed oder Alec Empire keinen Sex hätten. Bewahre! Aber vielleicht sind sie ja auf der Suche nach etwas, das jenseits des Menschlichen, des Körperlichen sich befindet, und ansatzweise in den Klängen energetischer Musik zu finden ist: das Göttliche! Ausgenommen hiervon sind sämtliche Nazi-Skin-Krawall-Kapellen, die zwar auch irgendwo sublimieren (weil diese Gruppe keine Liebe kennt), aber das Göttliche ihnen genau so fern ist wie das Menschliche… In diesem Sinne: make love and music (but no war)

Christian Kruse

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Sex und Musik

Zu dem Thema „Musik & Sex“ könnte einem VIEL einfallen – oder auch nix von grosser Bedeutung. Hier das was mir ganz spontan dazu einfiel: Musik ist (wie alle Dinge im Leben) KEINE FRAGE des Geschmacks, sondern der persönlichen Erkenntnisse und des Erfahrungsstandes. Die Frage des Geschmacks stellt sich nicht – Es gibt nur GUTE, weniger gute und SCHLECHTE Musik. Egal welcher Art und Couleur.

Es gibt guten und schlechten Punk, gute und schlechte Volksmusik… Was letztlich als gut oder schlecht bewertet wird, hängt davon ab inwieweit man sich in der Materie auskennt. Ich hab z.B. keine Ahnung von Techno – traue mir also nicht zu, in der Sparte Werturteile fällen zu können… Wer bisher in seinem Leben nur LIMP BIZKIT oder LINKIN PARK gehört hat, findet PAINT IT BLACK gut – Hat man aber zuvor schon mal was von MINOR THREAT oder NEGATIVE APPROACH gehört, sind PAINT IT BLACK schlichtweg schlecht!

Wer noch nie in einem guten Restaurant war, glaubt auch das Tiefkühlpizza gut schmeckt. Genauso verhält es sich mit Sex. Wer noch nie richtigen Sex hatte, hält wahrscheinlich auch Ficken für genauso gut. Eignet man sich nun ein grösstmögliches Wissen an (ein Allumfassendes kann es nicht geben), stellt sich erstaunlicherweise heraus, dass die Anzahl der Frauen bei den „Guten“ überproportional höher ist, als bei den „Schlechten“! Warum das so ist (und auch so sein MUss), darüber kann sich jeder selbst Gedanken machen.

Gruss, Armin / X-Mist Records

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Kurze Geschichte von Geschlechtsverkehr und lauter Musik

Heute nacht hatte ich Sex mit Angela Merkel. Quietschend, laut und heftig. Es war gar nicht mal so schlecht, wie man meinen könnte, und ich will das Thema jetzt weder beschönigen noch bis ins Detail auswalzen. Geschlechtsverkehr ist eine private Angelegenheit, die ich nicht jeder und jedem zu Gehör bringen möchte. Angela trug an diesem Abend ihr apricot-farbenes Kostüm, mit dem sie im Wahlkampf nicht nur einmal für Aufsehen gesorgt hatte, und sie fiel mir auf dieser Party, zu der mich wohlmeinende Bekannte eingeladen hatten, nicht einmal besonders auf.

Berühmte Personen waren schliesslich genug anwesend. Ich erkannte Arnold Schwarzenegger, dessen polterndes Lachen immer dann besonders laut durch den Raum brüllte, wenn er auf seinem Bizeps Sektgläser zu dünnen Blondinen mit tief ausgeschnittenen Kleidern balancierte. Ich sah Günter Grass, der mit einer rothaarigen Frau, die auffallend geschminkt war, eng tanzte, im raschen Kreis über eine Tanzfläche aus spiegelndem Parkett, die unvermeidbare Pfeife im Mund; immerhin konnte der Dichterfürst dabei nicht reden. Unter dem Gelächter der Umstehenden hätte man auch nicht gehört, wenn er den Butt komplett rezitiert hätte. Und ich nahm Edmund Stoiber wahr, der in einer Ecke sass, eine handschriftliche Tabelle vor sich, in die er immer wieder, nachdem er einem raschen Blick durch den Raum geworfen hatte, neue Einträge kritzelte.

Die Musik kam nicht vom Band, was für die Qualität der Veranstaltung sprach. Auch kein DJ terrorisierte das anwesende Volk mit seinen Vorstellungen von moderner Tanzbewegung. Stattdessen wurde die musikalische Untermalung von einem Mann in weissem Anzug gesungen, der auf einem schlecht gestimmten Klavier herumhämmerte:

Dieter Bohlen schmetterte die grössten Hits von Modern Talking in den Raum; als ich kam, sang er gerade You’re My Heart You’re My Soul. Es klang herzzerreissend, ich glaubte tausend Geigen schwingen zu hören, und ich spürte geradezu die feuchten Augen einiger junger Bundestagsabgeordneten, die zu den Beinen des Barden lagerten und ihn voller Heilsverlangen ansahen.

An der Theke hörte ich die Musik zwar ebenfalls. Hier war das Brausen der Gespräche aber so laut, dass sie in den Hintergrund trat und ich den Diskussionen der Anwesenden lauschen konnte. Sie sprachen über Politik und Kultur, über Fussball und Ernährung, über all die Dinge, die Menschen in bundesrepublikanischen Bürgereinrichtungen zu interessieren haben. Ich stand neben ihnen, fühlte mich ausgeschlossen, gähnte vor mich hin und trank ein Bier nach dem anderen.

Bis diese Frau in ihrem apricot-farbenen Kostüm neben mir stand und mir mit feinem Säuseln fragte, ob ich mich denn langweile. Ich bejahte, sie schenkte mir einen tiefen Blick, und wir verschwanden gemeinsam.

Es wurde ein angenehmer Abend, nur als sie mir beim Geschlechtsverkehr ein aufforderndes Nun mach schon, mein Hengst! zurief, wurde ich langsam misstrauisch. Immerhin wieherte ich nicht zur Antwort, aber mich verwirrte vor allem, dass sie so eindeutig sächselte. Für eine Politiker, die in Hamburg geboren und in der Uckermark aufgewachsen war, klang das zu falsch und zu aufgesetzt.

Erst als Helmut Markwort vom FOCUS und Kai Dieckmann von der BILD-Zeitung gemeinsam auftauchten, sich neben uns stellten und unter lautem Kichern ihre Fotos mit kleinen, silbern blitzenden Digitalkameras schossen, erkannte ich, dass ich in eine Falle gelaufen war. Irgend etwas stimmte hier nicht, irgend etwas war falsch – der Klassenfeind hatte mich überrumpelt und wollte mir ans nackte Fleisch.

Im Blitzen der Digi-Cams wurde mir mein bleicher Bauch und all die anderen Schönheitsfehler in einem Masse bewusst, der mir überhaupt nicht gefiel. Erschüttert wachte ich aus diesem Alptraum auf. Kalter Schweiss zog einen feuchten Film über meine Stirn, meine Achselhöhlen fühlten sich verklebt und schmierig an. Ich atmete kräftig durch, richtete mich im breiten Ehebett auf und machte das Licht an.

Doris lag neben mir. Als sie aufwachte, zeigte sie viel Zahnfleisch. Du hast schlecht geschlafen, Gerhard, sagte sie liebevoll. Ich nickte nur. Der Alptraum schlug mir auf den Magen. Dann schlaf jetzt schön weiter, flüsterte sie. Morgen wird alles gut. Sie lächelte verführerisch. Und dann färbe ich dir auch wieder die Haare, mein Tiger.

Klaus N. Frick

 

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